Athen: Die unterbewertete Metropole – Eine Liebeserklärung


Athen - Die unterbewertete Metropole. Souveniers aus Athen waren bestimmt schon in der Antike gefragte Waren.

Kleine Mitbringsel aus Athen sind bereits seit der Antike beliebte Verkaufschlager.

Athen – Die unterbewertete Metropole: Was macht die Faszination und Magie dieser Großstadt aus? Auf den ersten Blick ist Athen ein Moloch, ein chaotisches und planlos nach allen Seiten wucherndes Häusermeer, manchmal ein wenig rau und ruppig. In den Vororten hat sie den herben Charme von Plattenbauten.

Dennoch, die antike Schönheit Athens ist für keinen seiner Besucher zu übersehen. Mitten in diesem steinernen Häusermeer steht alles überragend der Tempel des Parthenon auf der Akropolis. Er strahlt eine majestätische Ruhe aus, der allen Wirren der Geschichte getrotzt hat.

Mit dem Burgfelsen der Akropolis im Mittelpunkt, durchdringen fünftausend Jahre Geschichte eine moderne, vibrierende Metropole – direkt an der Ägäis. Vor unserer ersten Reise nach Athen hatten wir dutzende Fotos des Parthenons angesehen, trotzdem war es überwältigend als wir selbst davor standen.


Unser Online-Reiseführer für Athen

Athen: Unsere Top 20 Sehenswürdigkeiten und 20 Extratipps


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Als wir unseren Blick vom Tempel abwenden, versinken wir lange im bezaubernden Anblick vom Saronischen Golf, mit seinen großen Inseln Ägina und Salamis. Nachdenklich geworden sinnieren wir über die Leistungen Athens in der Antike. Das heutige Europa würde ohne den Einfluss Athens in dieser Form nicht existieren, denn hier wurden die Grundlagen der Kunst, der Philosophie, des europäischen Theaters und der demokratischen Staatsform gelegt.


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Jahrzehntelang war Athen als Ziel für eine Städtereise leider nicht besonders attraktiv. Einige Gründe dafür waren beispielsweise:

  • Chaotische Verkehrsverhältnisse und stundenlange Staus.
  • Hohe Smoggefahr in den heißen Sommermonaten.
  • Der alte Flughafen von Athen war für die Größe der Stadt viel zu klein.

Dies alles ist mittlerweile Vergangenheit. Ein wichtiger Impuls für die städtebaulichen Veränderungen war die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2004 an Athen. Es gibt nun endlich eine Umgehungsautobahn, die den Hauptverkehr auch von der Altstadt fern hält. Drei Metro-Linien wurden gebaut, moderne Vorortszüge ergänzen das Angebot. Der alte Flughafen Ellinikon wurde bereits 2001 vom neuen Flughafen Eleftherios Venizelos abgelöst.

Auf dem ansprechend angelegten, parkähnlichen archäologischen Boulevard unter der Akropolis können wir heute ungestört mit den Athenern durch die Antike flanieren unf fühlen uns kaum noch wie in einer Großstadt. Früher dröhnten südlich des Burgfelsens auf mehrspurigen Straßen die Autos vorbei. Durch Athens Altstadt zu spazieren macht Spaß und wird nie langweilig.


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Das neue Akropolis Museum – Symbiose mit der Antike

Das neue Akropolis Museum ist ebenfalls bequem zu Fuß über den Archäologischen Boulevard erreichbar. Schöner und anregender ist antike Kunst kaum irgendwo besser erlebbar als in diesem Museum.

Wenn sich auf der Terrasse des Museums die Säulenreihen des Parthenon in den Glaswänden spiegeln, hinter denen sich der gesamte Parthenon-Fries befindet, dann geht der antike Tempel und das moderne Gebäude eine visuelle Symbiose ein, die in der Geschichte des Museumsbaus beispiellos ist. Der Besuch war einer unserer Hauptgründe für diese Reise nach Athen.

Die antike Agora – Geschichte und Natur im Herzen Athens

Während unseres Besuchs der antiken Agora überwältigte uns der Farbenrausch des Frühlings mit seiner explodierenden Blütenpracht. Diese besondere Mischung von Natur, Tempeln und historischen Gebäuderesten ließ uns den Moloch der Großstadt völlig vergessen. Summende Bienen, zwitschernde Vögel, Katzen die auf leisen Pfoten durch die bunten Wiesen schlichen – Eine Oase der Natur und der Geschichte! Nach diesen Eindrücken hatte Athen endgültig unser Herz gewonnen.

Die Temperaturen des Frühjahrs sind mild, und es regnet eher selten. Wir besuchten Athen Ende März für zehn Tage. Ideale Reisemonate sind April und Mai oder September und Oktober. Im Sommer kann es in Athen heiß werden, sehr heiß – 40 Grad im Schatten sind keine Seltenheit.


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Die Plaka – Eine Insel in der Millionenstadt Athen

Die gemütliche, typisch griechische Altstadt Athens, besser bekannt unter dem Namen Plaka, besitzt den für uns unwiderstehlichen Charme eines großen Dorfes: Es gibt kleine Plätze mit schattenspendenden Bäumen, schmale Gassen, hübsche Cafes und gemütliche Tavernen an jeder Ecke. Vorbildlich restaurierte klassizistische Wohnhäuser mit Balkonen voller üppig blühender Blumen.

Beeindruckend fanden wir die künstlerisch hochwertige Street Art, die in allen Stadtteilen zu finden ist. Die Kunstwerke geben teilweise einen tiefen Einblick in die Probleme und auch in das Herz der Athener.

Die ganze Altstadt liegt wie eine Insel in der Mitte der Millionenstadt und sie ist sicherlich ihr schönster Stadtteil. Alles was die Besucher Griechenlands an diesem Land so lieben finden sie auch in Athen. Eine der romantischsten Aussichten Europas konnten wir jeden Abend von unserer Hoteldachterrasse in der Plaka genießen: Zuerst den Sonnenuntergang und danach den Blick auf den beleuchteten Akropolisfelsen.


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Glücksgefühle auf Reisen

Was macht uns glücklich auf Reisen? Zu unseren Favoriten bei den Reiseländer gehören Italien, Spanien, Frankreich und Irland, aber an allererster Stelle ist und bleibt Griechenland. Unser Herz schlägt für die Griechen.

Es ist schwer zu beschreiben, es ist vermutlich die herzliche Gastfreundschaft der Menschen, das Zusammenspiel des Lichts mit der Landschaft und ihrer Farben. Es ist dieses bestimmte Lebensgefühl, das uns in Griechenland ergreift, das wir nur hier finden können. Hier sind wir glücklich und zwar schon in dem Moment, in dem wir den Boden des Landes betreten.

Ausgehen & Einkaufen in Athen

Die Athener sind ausgehfreudig. Der moderne Lifestyle vibiriert in der Millionenstadt rund um die Uhr und bleibt im Kern doch typisch griechisch. Musiklokale, urige Tavernen, Szenerestaurants, trendige Cafes und Lounges gibt es im Überfluss. Konzerte und Theateraufführungen finden im Sommer unter freiem Himmel statt.

Das Einkaufsangebot reicht vom Flohmarkt bis zum Edelkaufhaus. Das hin und her von Gegenwart und Vergangenheit macht die Stadt so attraktiv. Besonders reizvoll sind oft die kleinen Entdeckungen auf die wir meist zufällig stoßen, wenn wir von den Hauptrouten abzweigen.


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Unsere Tipps für den Street-Food-Dschungel von Athen

Athens Street Food ist nicht banal oder langweilig und weit mehr als die üblichen Pizza und Burger. Kennt Ihr Salepi oder Koulouri? Nein? Dann solltet ihr diese Leckereien probieren!

In der kühleren Jahreszeit wird von Straßenhändlern das orientalische Getränk Salepi verkauft. Salepi ist ein schmackhaftes, süßes, leicht dickliches und heiß getrunkenes Milchgetränk. Es wird aus Orchideenwurzeln des Salepkrautes (Knabenkraut) hergestellt. Verfeinert wird es noch mit Zucker, Zimt und gemahlenen Nüssen.

Beliebt in ganz Griechenland sind die Koulouri. Ein Hefeteig-Kringel der mit Sesam bestreut wird. Auch sie werden von Straßenhändlern verkauft. Aber natürlich werden sie auch in Bäckereien angeboten, die mit dreirädrigen Mopeds die Koulouri auf die ganze Stadt verteilen.

Koulouris waren das Vorbild für den amerikanischen Bagel. Ein wichtiges Merkmal ist seine leicht aufgeplatzte krosse Kruste mit weichem saftigem Innenteig. Es wird zu jeder Tageszeit gegessen, mit Marmelade und Frischkäse, mit Schinken und Käse, oder mit Feta und Oliven gefüllt.

Viele Imbisswägen verkaufen geröstete Nüsse, gebrannte Mandeln, getrocknete Früchte und Getränke. Was in Athen natürlich nicht fehlen darf ist der Besuch in einem Souvlaki-Grill. Die Jungs von Thanasis-Souvlaki (siehe unter „Praktische Tipps für Athen“), direkt gegenüber der U-Bahnstation Monastiraki, servieren das Beste der Stadt.


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Heimatlose Hunde und Katzen

Regelmäßig haben wir heimatlose Hunde und Katzen in den Straßen und auf den öffentlichen Plätzen beobachtet. Doch die Tiere waren meist zutraulich, gesund und gut genährt. Alle trugen ein Plastik-Halsband mit Marke. Passanten erkärten uns, dass mittlerweile für das Populationsmanagement die Stadtverwaltung verantwortlich sei.

Die heimatlosen Hunde und Katzen gehören mittlerweile zum Stadtbild und sind bei den meisten Einwohnern beliebt. Trotz der Krise werden die medizinischen Ausgaben und Futterkosten von den jeweiligen Stadtverwaltungen getragen. Schon hat Athen bei uns einen weiteren Pluspunkt.

Athen – Die unterbewertete Metropole

Wir finden, dass Athen im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen, noch immer maßlos unterbewertet wird. Sie wird gerne etwas außen vor gelassen, hinter den großen Namen Paris oder London. Uns überraschte Athen völlig, auch mit seiner entspannten Atmosphäre. Die Stadt ist um vieles interessanter, szeniger und trendiger als wir es erwartet hatten. Sie ist für uns die liebenswerteste Metropole Europas. Unser Fazit für Euch: Schleunigst nach Athen reisen!

Griechenland beherrscht momentan die Nachrichten wie fast kein anderes Thema. Die finanzielle Situation des Landes ist dramatisch. Die Wirtschaftsprobleme sind offensichtlich in der Stadt. Viele Geschäfte sind geschlossen, Häuser stehen zum Verkauf, Apotheken waren tagelang nicht geöffnet. Dennoch – Athen ist zu stolz um sich der Krise völlig zu ergeben.

Jammern tut hier niemand, das liegt den Griechen nicht. All das ändert nichts an der Tatsache, dass unsere Sehnsucht nach dem Land der Mythen und Legenden, seiner freundlichen Menschen, den weißen Stränden und dem Duft von gegrillten Sardinen, ungebrochen bleibt. Daher ist diese Geschichte auch  eine Liebeserklärung an Athen.


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Unsere Tipps für einen gelungen Aufenthalt in Athen

Flug mit Lufthansa

Der Linienflug im März war günstig (etwa 130 Euro pro Person), wir hatten zwei Monate vorher reserviert.

Hotelempfehlung

Plaka Hotel in der Kapnikareas/Mitropoleos Str., nahe der Fußgängerzone in der Ermou Street.

Reiseführer

DuMont direkt Athen , Reclams Städteführer Athen, DuMont Kunstreiseführer Griechisches Festland.

Internetportal

Matt Barrett’s Athens Survival Guide. Gut gemachter privater Online-Reiseführer vom Griechenlandkenner Matt Barrett.  Seine Tipps beruhen auf seinen eigenen Erfahrungen und waren für unsere Athen-Reise waren sehr wertvoll, ob Hotel oder Ausgehen – alles war genauso wie beschrieben! (englisch).


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Essen & Trinken
  • Restaurant „Zorbas“ , Odos Lissou 15, Plaka. Hübsches Lokal in dem Athener Familien Essen gehen (Restaurant-Rezension von den Reisezikaden).
  • Restaurant “Sholarhio” , To Yerani & Ouzerie Kouklis, Odos Tripodon 14, Plaka. Gut und günstig. Direkt an der schönen Odos Tripodon (Restaurant-Rezension von den Reisezikaden).
  • Bar & Restaurant „Apollonia Lyra“, Odos Lysiou 12/Mnisikleous 23, Plaka. Am Fuße einer Treppe, auf der sich eine Taverne an die andere reiht, liegt das Lyra. Stavros war ein wunderbarer Wirt, der uns ein fabelhaftes Menü zusammenstellte und sehr aufmerksam war. Abends im Lokal Livemusik. Tipp: Ouzo aus dem Fass.
  • Taverna „Mouses“, Agiou Filippou 20, Ecke Adrianou, Monastiraki. Gutes griechisches Essen und große Portionen zu günstigen Preisen. Der Blick über die griechische Agora und auf die Akropolis sind atemberaubend. Die Adrianou ist eine Ausgehmeile: Athener und Touristen, Straßenhändler und Musiker sind hier immer unterwegs. Gegenüber der Taverne ist die hübsche Kirche Agios Filippou.
  • Restaurant „Hermion“, Pandrosou 15, Plaka. Großes, ansprechendes Restaurant mit riesiger Innenhof-Terrasse. Gutes Essen zu vernünftigen Preisen. Abends angenehme griechische Livemusik. Vom Hotel Plaka gleich um die Ecke.
  • Klepsidra Cafe, Thrasivoulou 9, Plaka. Nettes kleines Cafe, bei jungen Griechen sehr beliebt. Street Art an der Häuserwand gegenüber. Es werden auch Salate und Pies angeboten. Unbedingt probieren: Kuchen und Torten, z.B. Zitronen-Käsekuchen mit Baiserhaube (Lemon-Cheese Meringue) oder Schokoladen-Tarte. Nichts für Kalorienbewusste!
  • Cafe Melina, Odos Lisiou 22, Plaka. Stimmungsvolles Cafe, gegenüber von Restaurant „Zorbas“. Benannt nach der 1994 verstorbenen griechischen Schauspielerin und Kulturministerin Melina Mercouri. Man sitzt zwischen Blumen, Kerzen und Fotografien, dazu dezente Musik. Man kann Flaschenweine und Käseplatten bestellen oder gemischte Vorspeisen für zwei zum Ouzo.
  • Thanasis – Souvlaki, Mitropoleos 69, Monastiraki. Fast jeder Athener kennt das Grillhaus „Thanasis“. Seine traditionellen Souvlakis, Gyros und Kebaps sind wegen der Qualität und des guten Geschmacks stadtbekannt. Wir haben uns an der Ecke des Monastiraki/Mitropoleos in die lange Schlange wartender Kunden eingereiht und uns einen (Take-away) Gyros für unter 2 Euro genehmigt – Absoluter Bugdetpreis.

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4 Kommentare:

  1. Ich bin der gleichen Meinung: Athen ist eine sehr liebenswerte Stadt und wird noch immer als Reiseziel unterbewertet. Ein schöner Bericht und tolle Bilder!

    Lieben Gruß aus Italien,
    Claudia

    • Ganz vielen Dank für Deinen netten Kommentar, es freut mich sehr. Der nächste Teil über Athen ist bereits in Arbeit. Tja, kaum Online – geht die Arbeit schon wieder weiter… Viele Grüße, Monika

  2. Ein Super Bericht. Athen empfinde ich genau so. Am liebsten würde ich gleich auswandern…

    • Hallo Hannes, vielen Dank für Deinen tollen Kommentar – das freut uns wirklich sehr. Wir sind ja momentan im „Lande“, genauer gesagt in Ostkreta und bloggen von dort auch. Vielleicht ist da auch Lesestoff für Dich dabei.
      Viele Grüße (aus Sitia), Monika

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