Fotografie: Das gewisse Etwas der Schwarzweißfotografie

Reiterfigur des Parthenonfrieses im Neuen Akropolismuseum in Athen.

Die Reiterfigur eines Kriegers vom weltberühmten Tempelfries des Partheon ist heute im Akropolismuseum von Athen ausgestellt.

Schwarzweißfotografie ist trotz unserer farbigen Welt alles andere als langweilig. Porträts und Landschaften bekommen dadurch das gewisse Etwas. Als Fotograf „malt“ man mit Licht und Schatten, beeinflusst die Intensität der Kontraste, setzt gestalterische Akzente und darf den entscheidenden Moment des Auslösens nicht versäumen.

Eigentlich haben wir auch vor dem Einzug der Digitalkameras, in der analogen Welt, immer wieder einmal mit Schwarzweißfilmen gearbeitet. Es war immer eine Herausforderung! Und in der Tat wird die Form und Schattierung der Motive in Schwarzweiß dramaturgisch viel interessanter hervorgehoben.

Die Nachbearbeitung eines Bildes ist heute entscheidend um die innere Vorstellung, die man selbst von seinem Motiv hat, in ein Bild zu übersetzen, das für den außenstehenden Betrachter ebenfalls sichtbar wird. Es wäre ein Fehler zu denken, dass die Nachbearbeitung eines Bildes etwas aus dem digitalen Zeitalter ist und von Amateurfotografen benutzt wird, die nicht in der Lage sind, ein gutes Bild schon in der Kamera aufzunehmen.


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Der Fotograf Herbert List: Szenerien aus einer anderen Welt

Unser persönlicher Held der Schwarzweißfotografie ist Herbert List. Er gilt als „moderner Klassiker” und wurde vor allem für seine surreal anmutenden Werke bekannt. Zufällig entdeckte ich in einem Antiquariat den Bildband Licht über Hellas (Aufnahmen aus Griechenland zwischen 1937–1941, München 1953).

Seine Griechenland-Fotografien aus den Jahren 1937 bis 1941 flossen in den Bildband ein. In seinen Fotos scheinen die Motive auf einfache, archaische Elemente reduziert. Es sind eindrucksvolle und lichterfüllte Fotografien, deren Szenerien aus einer anderen Welt zu stammen scheinen.

List übte mit seiner Art, die Dinge ins Licht zu setzen, einen großen Einfluss auf die moderne Fotografie aus. List ging es darum, „das Magische der Erscheinung im Bild zu erfassen”, um eine „visionäre Stärke” und weniger um technische Vollkommenheit und er behauptete: „Das Objekt ist nicht objektiv. Es wäre sonst als künstlerisches Medium unbrauchbar”. Für mich ist und bleibt er mein Inspirator beim Fotografieren!

Eine Auswahl unserer Schwarzweißfotos


Magnumphotos mit Motiven aus dem Herbert List Band „Licht über Hellas“

 

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