Maria Farantouri & George Dalaras: Geburtstags-Konzert 2015
für Mikis Theodorakis in München


Maria Farantouri & George Dalaras: Zwei griechische Legenden besuchen München und geben ein Geburtstags-Konzert für Mikis Theodorakis.

Maria Farantouri & George Dalaras: Zwei griechische Legenden besuchten München
und gaben ein gemeinsames Geburtstags-Konzert für Mikis Theodorakis.

Zwei griechische Legenden waren im Herbst 2015 in München: Maria Farantouri und George Dalaras. Am 4. Oktober 2015 traten die beiden in der Philharmonie im Münchner Gasteig gemeinsam auf. Anlässlich des 90. Geburtstags von Mikis Theodorakis, des großen griechischen Komponisten und Volkshelden, wurde mit dem Konzert „Best of Theodorakis – The 90th Birthday Tribute“ ein Highlight für Freunde der griechischen Musik geboten.

Gemeinsame Auftritte von Maria und George sind rar: 2014 gaben die beiden zwei Konzerte in Tel Aviv mit dem Israel Philharmonic Orchestra, weitere Auftritte gehen zurück ins Jahr 2009 als die beiden zu Ehren des Lyrikers Jannis Ritsos und seinem 100. Geburtstag in Berlin, Amsterdam und Brüssel auftraten. Für uns als bekennende Fans ist der Besuch des Konzerts auf jeden Fall ein Pflichttermin, die Karten dafür hatten wir bereits vor Monaten reserviert.


George Dalaras & Maria Farantouri mit Band: „Best of Theodorakis – The 90th Birthday Tribute“
George Dalaras: Gesang, Gitarre und Bouzouki
Maria Farantouri: Gesang
Termin: Sonntag, 4. Oktober 2015, 19 Uhr in der Philharmonie, Gasteig, München


Maria Farantouri „Theodorakis Lieder haben keine Grenzen!“

Mit den Worten „Mikis Theodorakis‘ Lieder haben keine Grenzen. Sie sind für alle Bürger Europas und der Welt, und sie sind gegen Rassismus und Nationalismus“, eröffnete Maria Farantouri das Konzert in der Münchner Philharmonie.

Beim Weg auf die Bühne ging Maria langsam und vorsichtig, doch wenn sie erst einmal Mikrophon und Notenblätter erreicht, führt sie das Publikum mit ihrer gefühlvollen Altstimme hochprofessionell durch den Abend. Der Klang der einsetzenden Bouzoukis, Gitarren, einer Flöte und des Cellos erklingen beinahe unwirklich.

Mit ihr auf der Bühne der ebenfalls international bekannte George Dalaras, der über die Vorstellung hinweg dezent im Hintergrund blieb. Den Einstieg in den Konzertabend bestritten die beiden Künstler gemeinsam. Es folgten mehrere Soloeinlagen, erst von Maria und im Anschluss von George. Die beiden Interpreten gingen mit großer Achtung, aber dennoch ausgesprochen liebevoll miteinander um.

Ein weiterer musikalischer Begleiter Marias ist der Pianist Henning Schmiedt. Einige der Stücke von Theodorakis hat Schmiedt für ein kleines Ensemble umarrangiert. Angenehm ergänzt durch den Schlagzeuger Petros Kourtis. Weitere Begleiter sind der Komponist und Bouzoukispieler Alexandros Karozas und der Pianist von Dalaras‘ George Papachristoudis.

Fotos: Monika Hoffmann mit DSLR Canon EOS 60, Canon Zoom EF 75-300mm/4,0-5,6 III USM und Canon EFS 10-18mm f/4.5-5.6 STM, ohne Stativ und Blitz.


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Die Kür bekommt das Ensemble allerdings erst durch den Klang der zwei außergewöhnlichen Sänger, die das Werk von Theodorakis seit über fünfzig Jahren darbieten. Mit im Repertoire natürlich Klassiker aus dem Mauthausen-Zyklus und Musikstücke nach den Dichtungen von Federico Garcia Lorca.

So wirkt der überschwängliche Beifall des Publikums wie der einer politischen Glaubensgemeinschaft. Jedem der gesungenen Worte, auch den unverstandenen, wird gefühlsmäßig beigepflichtet. Die beiden Interpreten empfindet der Zuschauer schon beinahe göttlich.

Abschluss ist die Hymne aus Zeiten der griechischen Militärdiktatur und der Widerstandsbewegung Sto Perigiali to Krifo. Das Stück gehört zu den populärsten Liedern von Theodorakis. Übrigens: Es ist die Vertonung eines Gedichtes des griechischen Literaturnobelpreisträgers Giorgos Seferis.

Hand in Hand verlassen Maria und George die Bühne. So sind die Werke Theodorakis‘ bis heute nicht nur wunderschön, sondern aktuell wie nie. Ein Fest der griechischen Volksmusik, oder besser gesagt Hellas in Germania – ein einmalig-schöner Abend ging nach drei Stunden leider schon zu Ende.

Maria Farantouri mit dem Titel Ena to helidoni, Philharmonie München, Oktober 2015.
Video © reise-zikaden.de, Johann Hoffmann, München


Maria Farantouri – Die größte Stimme Griechenlands

Maria Farantouri wuchs in Athen auf, bereits als Jugendliche sang sie in einem Chor. 1963 entdeckte Mikis Theodorakis die sechzehnjährige Maria, als sie eines seiner Lieder vortrug. Er war verzaubert von ihr und machte sie zur wichtigsten Interpretin seiner Musik. Maria hat eine schöne, warme, niemals hektisch werdende, ruhige, sehr ausdrucksvolle Altstimme.

Mit der Aufnahme von „The Ballad of Mauthausen“, einem Stück das Theodorakis speziell für sie geschrieben hatte, gelang 1965 der Durchbruch. Sie konnte mit ihrer Kunst die Vertonungen der griechischer Poesie (z.B. Gedichte von George Seferis oder Odysseas Elytis), einem breiten Publikum bekannt machen. Während der Militärdiktatur tauchte Theodorakis unter und rief zum Widerstand auf.

Seine Musik wurde verboten, wer sie dennoch hörte, musste mit einer Haftstrafe rechnen. Auch Maria verließ die Heimat, doch mit ihren zahlreichen Konzerten in Amerika und Europa wurde sie zur Stimme des Widerstandes und der Hoffnung für das griechische Volk. Farantouri wird „die größte Stimme Griechenlands“ genannt.

Francois Mitterrand beschrieb seinen Eindrücke am treffendsten: „Maria, die priesterliche, mit ihrem anatolischen Kleid, die Bühnenpose missachtend, aufrecht, die Arme an ihren Körper geschmiegt, nur mit ihrer rechten Hand leicht dem Rhythmus folgend, herrschte mit ihrer Contraalt-Stimme über das Orchester. Maria ist für mich Griechenland. So stelle ich mir die Göttin Hera vor, stark, rein und hellwach.“

Ab Mitte der 1990er Jahre feierte sie ein Comeback mit zahlreichen Konzerten. Schon lange ist sie eine Sängerin von internationalem Format, die immer wieder mit jungen Interpreten zusammenarbeitet, aber auch weiterhin von traditioneller Musik beeinflusst wird.


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George Dalaras – Megastar der griechischen Musik

Geboren in Piräus als Sohn eines Volkssängers, gibt George Dalaras mit fünfzehn sein erstes Konzert. Mit achtzehn nimmt er seine erste Platte auf, die sofort ein Hit wird. Mehr als fünfzig Schallplatten werden es im Laufe seiner Karriere. Seine melancholisch-kraftvolle Stimme versetzt sein Publikum regelmäßig in emotionale Hochgefühle. Seine Musik tendierte von Anfang an zu den Musikrichtungen des Rembetiko, der Laïká und des Dimotikó.

Rembetiko wird auch der Blues Griechenlands genannt, diese Musik entstand mit einfachsten Mitteln – Gesang und Bouzouki, mehr nicht. Die Militärdiktatur in Griechenland ließ diese Musik sofort verbieten. Als die Militärjunta 1974 beendet wurde, arbeitete Dalaras erstmals mit Mikis Theodorakis zusammen. Kurz danach erschien das Album „50 Jahre Rembetika„, ein Referenzwerk, das den Status des Rembetiko als die eigentliche Volksmusik Griechenlands zementiert. Seither gilt Dalaras als der Erneuerer dieser Musikrichtung.

Dalaras ist ein Freigeist, der die Ohren stets offen hält. Dem schlechten Ruf den die Rembetiko-Musiker einst hatten, stellt er ein Stück großartiger Musikkultur gegenüber. Seine Zusammenarbeit mit den wichtigsten Vertretern der griechischen Volksmusik und sein Gespür für die im Publikum vorherrschende Sensibilität führten zu einer großen Popularität seiner Alben und ausverkauften Konzerten.

In Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern wie Paco de Lucia, Al di Meola, Sting, Herbert Grönemeyer und Goran Bregovic entstanden zahlreiche Lieder und Alben. Rastlos überschreitet George Dalaras Grenzen ohne dabei den Boden, auf dem er groß geworden ist, zu verlieren.


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Lest dazu auch unseren Artikel:
Mikis Theodorakis zum 90. Geburtstag: Musiker, Widerstandskämpfer, Komponist, Dirigent und Politiker


Tourtermine 2015

  • Berlin, Universität der Künste: 25. September 2015 (Konzert mit Maria Farantouri & Alexandros Karozas)
    Mainz, Frankfurter Hof: 26. September 2015 (Konzert mit Maria Farantouri & Alexandros Karozas)
    Luxemburg, Theatre de la Ville d’Esch: 28. September 2015 (Konzert mit M. Farantouri & A. Karozas)
    Antwerpen (Belgien), De Roma: 29. September 2015 (Konzert mit M. Farantouri & Alexandros Karozas)
    Stuttgart, Liederhalle: 3. Oktober 2015
    Zürich (Schweiz), Volkshaus: 7. Oktober 2015
    Rotterdam (Niederlande), New Luxor Theater: 12. Oktober 2015

Veranstalter und Kartenvorverkauf: www.bellarte-muenchen.de
Tournee-Agentur: www.greece-on-tour.eu


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