Peposo: Toskanischer Rinderschmortopf in Rotwein


reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, Peposo: Toskanischer Rinderschmortopf in Rotwein - Peposo: Toskanischer Rinderschmortopf in Rotwein ist ein Ergebnis der Langsamkeit. Dazu wird nichts angebraten, sondern alle Zutaten in einen Topf geschichtet. Zuletzt wird mit Chianti alles aufgegossen und das Peposo im Backofen über viele Stunden geschmort.

Peposo: Toskanischer Rinderschmortopf in Rotwein ist ein Ergebnis der Langsamkeit. Erst dadurch bekommt es seine unglaubliche Geschmacksintensität. Es wird nichts angebraten, alle Zutaten werden in einen Topf geschichtet. Zuletzt wird mit Chianti aufgegossen und das ganze im Backofen geschmort.

Wunderbar aromatisch wird das Peposo: Toskanischer Rinderschmortopf in Rotwein durch seine lange Schmorzeit. Der Herbst weckt bei uns die Lust auf einfache und deftige Gerichte. Wir möchten euch ein klassisches Rezept für Peposo vorstellen: Ohne Zugabe von Gemüse und Zwiebeln – dafür mit Chianti Classico, reichlich Pfeffer und viel Knoblauch.

Die Küche der Toskana ist eine Fleischküche. Daher steht bei den Secondi piatti (Zweiter Gang) Fleisch an erster Stelle. Traditionelle Gerichte wie „Peposo dell´Impruneta“ bekommt man vor allem in guten Trattorien im Chianti-Gebiet, zwischen Florenz und Siena. Oder wir schmoren zuhause selbst?

Vorteil eines Peposo ist seine simple Zubereitung mit wenigen Zutaten. Nachteil ist die lange Schmorzeit im Ofen, bei niedriger Temperatur. Ihr benötigt Zeit – sonst nichts. Das Ergebnis der Langsamkeit ist verblüffend, denn das Gericht bekommt dadurch eine unglaubliche Geschmacksintensität.

Das wichtigste für Peposo ist, dass ihr Rindfleisch vom Muskel verwendet, z. B. Rinderwade oder Buglende. Denn Muskelfleisch ist fettreich und hat die erforderliche Festigkeit, zum langen Schmoren. Am Ende ist das Fleisch butterweich und lässt sich mit einem Löffel zerteilen. Also einfach eine dicke Scheibe Bruschetta rösten, Peposo darauf, zerdrücken und genießen. Dazu Chianti Classico trinken!

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, Peposo Toskanischer Rinderschmortopf in Rotwein - Bruschetta Peposo: Dazu die dicken Brotscheiben kurz in einer Pfanne mit Olivenöl rösten. Dann das butterweiche Fleisch zerdrücken und mit Knoblauchzehen aufs Brot legen.

Bruschetta Peposo: Dazu die dicken Brotscheiben kurz in einer heißen Pfanne mit Olivenöl goldgelb rösten. Dann das butterweiche Fleisch zerdrücken und mit Knoblauchzehen aufs Brot legen.

Historisches zur Peposo: Die sparsame Doppelfunktion der Ziegelbrennöfen

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, Italy, Italien, Florence, Florenz, Tuscany, Toskana, Santa Maria in Fiore - Die Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz ist weltberühmt. Ihre gewaltige Kuppel, das Hauptwerk Brunelleschis, gilt als technische Meisterleistung der frühen Renaissance.

Die Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz ist weltberühmt. Ihre gewaltige Kuppel, das Hauptwerk Brunelleschis, gilt als technische Meisterleistung der frühen Renaissance.

Bereits im 13. Jahrhundert, als der Dom von Florenz erbaut wurde, verspeisten die Bauarbeiter auf der Dombaustelle aromatisches Peposo. Seinen Ursprung aber hat das Schmorgericht in Impruneta, einem Städtchen bei Florenz. Impruneta liegt in den Hügeln des Chianti und ist bis heute berühmt für seine ehrwürdigen Handwerksbetriebe, die qualitätsvolle Terrakottaprodukte herstellen.

Diese Handwerker aus Impruneta waren Fornacini (Ziegelbrenner). Sie brannten die Ziegel für die Domkuppel in Florenz. Der Baumeister Brunelleschi, der den Kuppelbau der Kathedrale von Santa Maria in Fiore leitete, hat immer gut für seine Arbeiter gesorgt. Die Fornacini in Impruneta bereiteten also das Peposo in ihren abkühlenden Ziegel-Brennöfen zu und brachten es gemeinsam mit den Ziegeln nach Florenz zur Dombaustelle.

Dazu wurde das Fleisch nicht angebraten, sondern nur mit Salz, Pfeffer und Knoblauch in Tontöpfe geschichtet, zuletzt mit Rotwein aufgegossen. Danach blieb der Schmortopf über Nacht im noch warmen Brennofen. So erhielten die Domarbeiter, nach einem schweren Arbeitstag, eine fantastische Mahlzeit. Das Peposo lieferte genügend Kraft und Ausdauer um Meisterleistungen zu vollbringen.


WERBUNG



Zutaten für 4 Personen

1,2 kg Rindfleich zum Schmoren, z. B. Rinderwade oder Buglende
10 Knoblauchzehen
1 EL schwarze Pfefferkörner
1 TL Meersalz
3 Zweige frischer Rosmarin
2 Lorbeerblätter
500 ml Chianti Classico
6 EL Olivenöl

Das Rindfleisch waschen, trocken tupfen und in etwa 4 cm große Würfel schneiden. Den Knoblauch putzen und in gleichmäßige Viertel schneiden.

Grobes Meersalz, Pfefferkörner und Rosmarinnadeln im Mörser zerreiben. Fleischwürfel im Aromasalz wälzen. Etwas Olivenöl in einen für Backöfen geeigneten, großen Topf geben und eine Lage Fleisch einschichten. Einen Teil der Knoblauchzehen und Lorbeerblätter darauf verteilen.

Dann die nächste Fleischschicht in den Topf einlegen, erneut darüber Knoblauchzehen geben. Nochmals Olivenöl über das Fleisch träufeln. Wenn alle Zutaten verbraucht sind, Rotwein angießen. Zum Abschluss das restliche Olivenöl verteilen. Eventuell wenig Wasser angießen, damit alles bedeckt ist.

Den Schmortopf schließen und in das untere Drittel des Backofens stellen. Ofen zunächst auf 200 Grad aufheizen. Wenn die Temperatur erreicht ist, zurückschalten auf 120 Grad. Das Fleisch sollte bei dieser geringen Hitze mindestens 6 Stunden garen. Noch besser sind 10 bis 12 Stunden.

Bis heute bietet sich die Methode der Fornacini aus Impruneta an, das Peposo über Nacht zu schmoren. Gegenenfalls den Schmortopf zusätzlich mit Alufolie abdichten, damit die Flüssigkeit nicht verdampft. Wem die Sauce zu dünnflüssig ist, sollte sie auf der heißen Herdplatte einreduzieren lassen.

Beilagen-Empfehlungen

Kartoffeln mit Rosmarin oder Polenta, vielleicht noch ein Möhrengemüse. Oder ihr genießt es ganz puristisch nur auf geröstetem Bruschetta. Dazu sollte Chianti Classico dekandiert sein…


Bratkartoffeln mit Rosmarin

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, Rosmarinkartoffeln - Bratokartoffeln mit Rosmarin sind eine perfekte Beilage zum toskanischen Peposo.

Knusprig geröstete Bratkartoffeln mit Rosmarin sind eine perfekte Beilage zu toskanischen Peposo.

Ideal für Bratkartoffeln ist eine festkochende Sorte. Für 4 Personen sollten etwa 1 kg Kartoffeln zubereitet werden. Kartoffeln in der Schale in etwa 30 Minuten weich kochen. Besonders gut gelingen Bratkartoffeln wenn die Kartoffeln bereits am Vortag gegart werden. Durch das Abkühlen bindet die Stärke in der Kartoffel und sie zerfallen beim Braten nicht.

Nach Ende der Garzeit Kartoffeln schälen und Vierteln. Vier Rosmarinzweige waschen und die Nadeln in kurze Stücke schneiden. Kartoffeln in 4 EL Olivenöl bei mittlerer Hitze 15 bis 20 Minuten goldbraun braten. Mehrmals vorsichtig wenden. Nach der Hälfte der Zeit salzen und Rosmarin zugeben.


Wer seine Amazon-Buchbestellung über die Anzeige unten abwickelt, unterstützt uns ohne jeglichen Mehraufwand, um unsere laufenden Kosten für den Blog etwas abzudecken. Vielen Dank dafür.
WERBUNG


Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.