Die Maremma: Streifzüge durch eine (fast) unbekannte Region in der südlichen Toskana


Pitigliano liegt auf einem hohen Tuffsteinfelsen und ist nur wenige Kilometer von unserem Ausgangspunkt Manciano entfernt. Einer der Sehenswürdigkeiten unserer Reise in dieToskana.

Pitigliano liegt auf einem hohen Tuffsteinfelsen. Nur wenige Kilometer von unserem Ausgangspunkt in Manciano entfernt, ist der Ort ist einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten unserer Reise.

Jeder kennt Italien und die Toskana. Wer aber hat schon einmal Etrurien oder die Maremma bereist und wo liegt es eigentlich? Die antike Landschaft des etruskischen Italiens umfaßt die heutigen Provinzen Toskana, Umbrien und Latium. Hier war das Stammland der Etrusker, jenes Volkes, das noch vor den Römern die erste Hochkultur in Italien hervorbrachte. Gerade deswegen zog es uns in die südliche Toskana, wir mieteten uns ein kleines Ferienhaus nahe der Stadt Manciano um die Region zu erkunden.

Die Maremma: Leckerbissen für Italien-Fans

Unser Reisebericht soll diejenigen Reiselustigen erfreuen, die das unbekanntere Italien reizt und die sich für die einmaligen etruskischen Kunstschätze begeistern können. Eine Reise in die südliche Toskana ist ein wahrer Leckerbissen für jeden Italienliebhaber und führt in entlegene Regionen voller Überraschungen.

Wer glaubt, die Toskana zu kennen, wird hier eines Besseren belehrt: Südlich von Florenz und Siena gibt es noch jede Menge zu entdecken. Wir wandern zu einsam gelegenen etruskischen Nekropolen in beinahe unberührter Natur und streifen durch die uralten, in den Tuffstein geschlagenen, Hohlwege der Etrusker.

Ausgrabungstätten wie Cerveteri, Sovana und Tarquinia sind auf unserem Besuchsprogramm. Sie befinden sich in der südlichen Toskana, teilweise auch im nördlichen Latium. Wir bewundern in Tarquinia die geflügelten Pferde im Archäologischen Museum und die weltweit einzigartigen, bunt bemalten Grabkammern.

Von unseren Streifzügen durch diese fast unbekannte Region, in der die Vergangenheit noch allgegenwärtig ist, möchten wir erzählen. Im Mittelpunkt steht vorrangig der Geist Etruriens. Er verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart und erzählt von einem uralten Volk, das in dieser Landschaft immer noch lebt, auch wenn es eigentlich längst untergegangen sein soll.

Lesestoff: Maremma- und Etrusker Reportagen

In diesem Teil unserer Reisereportage aus der Toskana erzählen wir von der Umgebung um unseren Standort in der Maremma bei Manciano. Im Vordergrund steht unser Ferienhaus, die Weide mit Schafen und viel Natur, immer auf der Suche nach dem Geist Etruriens. Eindrucksvolles Erlebnis war ein Bad in den Sinterterrassen der Naturtherme von Saturnia.

In der nächsten Folge werden wir über die Tuffsteindörfer Pitigliano, Sovana und Sorano schreiben. Wir besuchen Sovana mit seiner berühmten etruskischen Nekropole und den zahlreichen geheimnisvollen Hohlwegen. Ein Ausflug nach Sorano und eine Wanderung zur verlassenen Felsensiedlung Vitozza, dem „Pompeji aus Tuffstein“, schließen den zweiten Teil ab.

Unser drittes Thema widmen wir den Etruskern. Sie waren die Lehrherren des römischen Reichs: Denn die Etrusker brachten die erste Hochkultur Italiens hervor. Rom hätte es ohne die Etrusker nicht gegeben. Dennoch besiegte Rom Etrurien und am Ende schreibt der Sieger die Geschichte. So ist das Volk der Etrusker durch die Brille der Römer in unsere Zeit überliefert und wurde entsprechend von Rom verzerrt.


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Die Etrusker gründeten die Stadt Rom

Eines war uns nach dieser Reise völlig klar: „Es hätte Rom, ohne die Etrusker nicht gegeben!“ Denn, das Gebiet von Rom kam ab 600 v. Chr. in den Machtbereich der Etrusker, die die kleinen Dörfer auf den sieben Hügeln zu einer ersten Stadt zusammenfassten und hier ein etruskisches Königreich gründeten.

Beispielsweise legten die etruskischen Wasserbau-Ingenieure die Kanalsysteme, zur Entwässerung der Senke zwischen Palatin und Kapitol an, dem Forum Boarium und Forum Romanum. Besser bekannt ist die Kanalanlage als Cloaca Maxima.

Die neugegründete Stadt nannten sie Roma, nach dem etruskischen Geschlecht der Romulier. Der mythische Stadtgründer Romulus war also ein Romulier. Diese erste Phase der Stadtgeschichte Roms ersteckte von 753 bis 510 v. Chr.


Die Landschaft der Maremma in der Toskana

Blick von Vetulonia über die Maremma.

Blick vom Dorf Vetulonia über die abwechslungsreiche Landschaft der Maremma.

Die Maremma ist ein besonderes Stück Italien. Die Landschaft ist abwechslungsreich – weite Ebenen gehen in sanfte Hügel und üppige Wälder über. Felder, Olivenhaine, Weinberge, Pinienwälder und wild wuchernde Macchia erfreuen das Auge. Ergänzt wird das Landschaftsbild durch Hügeldörfer, die man in diesem Landstrich immer wieder antrifft.

Einst war die Region der Maremma Teil des etruskischen Stammlandes. Der Erzreichtum dieses Landstrichs war für die Etrusker sehr lukrativ. Sie bauten auf den Hügeln prächtige Städte und Festungen, errichteten die ersten Entwässerungskanäle in der Ebene. Denn die Maremma war damals ein weites Sumpfgebiet, bestehend aus Lagunen und Schwemmland.

Als die Römer die Oberhand über die Maremma gewannen, nutzten sie die Fruchtbarkeit des Bodens und verwandelten das Gebiet in die Kornkammer der Toskana. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches verfiel das Land und auch die Entwässerungsanlagen, die Region versumpfte erneut. So breitete sich die Malaria aus. Das Gebiet der Maremma wurde zu einem gefürchteten Gebiet. Die Einwohner flohen mit ihren Tieren in die Bergregionen und das Hinterland der Toskana.


Manciano: Unser Ferienhaus Il Poderino

Il Poderino Manciano Italien

Unser Ferienhaus mit dem klangvollen Namen Il Poderino in Manciano.

Als Ausgangspunkt für unsere Toskanareise und den Erkundungsfahrten in Etrurien haben wir uns den Ort Manciano in der Region Grosseto ausgesucht. Grosseto ist die Hauptstadt der Provinz und das Zentrum der Maremma. Manciano liegt etwa 60 Kilometer südöstlich von Grosseto im Landesinneren, das auch Alta Maremma (Hohe Maremma) genannt wird.

Die Anreise mit dem Auto, von Norden kommend, geht über Florenz und Siena. Ab Grosseto auf der SS1 – Via Aurelia – bis zum Meer. Kurz vor der Halbinsel des Monte Argentario biegen wir in das Hügelland in Richtung Manciano ab. Eines ist sicher: Die Magie Etruriens hat uns während dieser Reise verzaubert, so ist dieser Reisebericht auch unsere Liebeserklärung an eine (fast) unbekannte Region Italiens.


Die Via Aurelia – Fernstraße seit der Antike

Die Via Aurelia ist eine Römerstraße, die ab 241 v. Chr. gebaut wurde. Sie verlief im Endausbau von Rom beginnend die Küste entlang bis Pisa. Später bauten die Römer sie weiter aus: Endpunkt war damals Arles in Frankreich. Im heutigen Italien ist die Via Aurelia als Staatsstraße (SS 1, Via Aurelia), eine wichtige Fernverkehrsstraße und verläuft bis heute auf der antiken Trasse.


Unser gemütliches Ferienhaus liegt etwas außerhalb der stattlichen Kleinstadt Manciano. Die Anfahrt geht über eine einfache Schotterstraße. Lage und Aussicht des Hauses ist einmalig. Umgeben werden wir von wunderschöner Natur: Zypressen, Olivenbäumen, ehrwürdigen Eichen und einer Schafherde. Jeden Morgen ertönt ein stimmungsvolles Vogelkonzert.

Der wunderbare Panoramablick in die umliegende weite, hügelige und dünn besiedelte Landschaft ist jeden Tag erneut beeindruckend. Das Landhaus ist nicht groß und einfach ausgestattet, für uns aber völlig ausreichend. Auf unsere Frage wie alt das Haus ist, möchte die Besitzerin vorsichtshalber keine Auskunft geben. Wir schätzen es auf etwa dreihundert Jahre – genau das richtige für uns!

Ein großer offener Kamin ist vorhanden, falls erforderlich können wir damit das Haus heizen. Es ist etwas unwahrscheinlich, dass dies nötig sein wird, da wir im Frühsommer hier unseren Urlaub verbringen. Aber ein offener Kamin mit richtigem Feuer hat für uns Stadtmenschen immer einen gewissen Reiz.

Das Kellergewölbe im Ferienhaus Il Poderino

Das Haus hat einen großen Keller, der direkt in den Felsen geschlagen wurde. Der Boden des Gewölbes wurde mit Naturstein gepflastert. Hier könnte vielleicht schon Michelangelo seine Farben angerührt haben? Den Keller bewohnt eine kleine Fledermauskolonie, aus der Familie der Mittelmeer-Hufeisennasen. Sie leben bevorzugt in waldreichen und warmen Gegenden.

Eigentlich mögen sie am liebsten Höhlen, aber auch warme Dachböden oder trockene Keller werden gerne angenommen. Zusätzlich wird im Haus auch Wein für den Hausgebrauch gekeltert, denn im Keller finden wir Gärgefäße, Bottiche und Glasballonflaschen. Das Klima des Kellers ist angenehm, ideal zum Lagern von Wein. Doch der Wein vom Vorjahr ist offenbar schon weggetrunken, schade!

Schafe – Die verkannten Genies auf der Weide

schafe titel manciano

Das Leittier der Schafherde steht erhöht, vermutlich um eindrucksvoller auszusehen.

Direkt an unseren kleinen Garten angrenzend, liegt eine große Weide. Es gibt dort eine Schafherde von etwa dreißig Tieren. Zu Anfang waren alle Schafe sehr scheu, an Menschen waren sie nicht gewöhnt. Misstrauisch wurden wir aus der Ferne beobachtet. Eine hastige Bewegung und die Herde raste davon. Nach ein paar Tagen kam Signore Nero vom Dorf vorbei, um nach den Tieren zu sehen und die Wassertröge frisch zu befüllen.

Signore Nero, immer freundlich, dazu ein kleines Lied auf den Lippen. „Buongiorno!“ „Tutto ok, con la casa?“ „Bel tempo, bueno?“ waren seine Fragen. „Disturbare le pecore?“ Ob die Schafe uns auch nicht stören würden. Sehr gut gefielen ihm unsere Italienischkenntnisse zum Vogelgesang: „Ucelli cantato, bueno!“ Hier geht mit englisch oder deutsch fast nichts mehr.

Zurück zu den Schafen. Die Tiere gewöhnten sich nach einer Woche an uns. Abends kamen sie ohne Scheu, nahe an unser Haus heran, um an ihren Wassertrögen zu trinken. Wir waren ganz in ihrer Nähe, saßen am Tisch vor dem Haus, oder lagen in den Liegestühlen. Alles friedlich und sehr entspannt. Besonders die putzigen Lämmer wurden immer neugieriger und beobachteten uns. Offenbar ging von uns keinerlei Gefahr aus.

Auch Sonnenliegen waren vorhanden, die wir aber eher ein wenig unbequem fanden. So lehnten wir sie, zusammengeklappt, innerhalb der Weide an die Mauer eines Nebengebäudes. Zu Anfang kannten wir die Lieblingsplätze der noch Tiere nicht. Der Schatten der Natursteinmauer spendete ab Mittag angenehme Kühle und wurde daher von der Herde gerne besucht.

Als wir eines Abends an unser Haus zurückkamen, waren die Sonnenliegen umgeworfen, aufgeklappt, voller Gras und kleiner Wollbüschel. „Was war denn hier los?“ Schade, dass wir nie erfahren werden was die Herde mit den Liegen angestellt hat. Kommt Shaun das Schaf vielleicht aus Italien und träumt heimlich von einem Urlaub in einer Sonnenliege am Strand?

„Du Schaf!“ – mit dieser abwertenden Bezeichnung wird jemandem seine verminderte Intelligenz bescheinigt. Zu Unrecht, denn unsere wolligen Freunde sind viel intelligenter als man denkt. Forscher fanden heraus, dass sich Schafe hervorragend räumlich orientieren können und sich sehr gut an ihre Umgebung erinnern. Sie können die Gesichter von Artgenossen und Menschen unterscheiden – und zwar im wirklichen Leben sowie auf Fotos.

Außerdem haben sie ein erstklassiges Gedächtnis: Befreundete Schafe erkennen sich auch nach Jahren der Trennung wieder. Sie leben in einer ausgeprägten sozialen Hierarchie mit hoher Bindung, weil sie sich nur als Gruppe vor Räubern schützen können. Sie brauchen hoch entwickelte Gehirne, weil auch ihr soziales Zusammenspiel hoch entwickelt ist. Fazit: Schafe sind verkannte Genies auf der Weide.


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Die Haselmaus – Niedlicher Kobold auf dem Hausdach

Abends saßen wir gerne, bei einem Glas Rotwein, im Garten. Seit mehreren Tagen fiel uns auf, dass regelmäßig abends auf dem Hausdach scharrende oder klappernde Geräusche hörbar waren. „Sind das die Fledermäuse?“ Ein paar Tage später konnten wir tatsächlich den kleinen Mitbewohner beobachten. Es war eine Haselmaus, die ausschließlich nachts aktiv ist. Tagsüber schäft der niedliche Nager in seinem Nest, hoch oben in den Bäumen. Erst nach Einbruch der Dämmerung wird eine Haselmaus aktiv.

Der kleine Kerl wird etwa fünfzehn Zentimeter groß. Unsere „Hausmaus“ begab sich unverzüglich in den Feigenbaum und verzehrte dort schmatzend ihr Abendessen. Danach verschwand sie wie ein Waldkobold im Gebüsch. Übrigens: Haselmäuse gehören zu den Allesfressern, somit werden auch Insekten, Larven und sogar Vogeleier von ihnen geschätzt.


Wanderung zu den Maremmano-Hunden

Hütehunde Pastore Maremmano sind in der Toskana weit verbreitet.

Die Hütehunde Pastore Maremmano sind in der Toskana weit verbreitet. Foto: Sl-Ziga, Wikipedia

Eines Tages war schon morgens der Himmel wolkenverhangen. So beschlossen wir eine kleine Wanderung in der direkten Umgebung unseres Hauses zu unternehmen. Die Luft war warm und mild, es duftete nach unzähligen Blumen, fröhlicher Vogelgesang begleitete uns. Ein breiter Feldweg führte durch den Mischwald. Insekten schwirrten, eifrig auf Nektarsuche, durch die Luft. Die Wolkendecke wurde nach einiger Zeit leider immer dichter. Die ersten Regentropfen fielen bereits.

Ein paar umzäunte Weiden kamen in Sichtweite. Jetzt begann es stark zu regnen. Ein Bauerngehöft war auszumachen. Große Hunde bellten. „Ist denn jemand zuhause?“ Offensichtlich sind nur die Hunde da. Wir können uns doch bestimmt kurz hier irgendwo unterstellen? Niemand war zu sehen. Oder doch? Ein schöner weißer Hund tauchte auf, kam bellend auf uns zu. Einige Jungtiere der gleichen Rasse waren vor dem Haus und bellten wild. Was tun? Mittlerweile schüttete es. Wir tropften schon vor Nässe, trotz der Regenjacken.

Der Hund kam langsam näher, bellte und knurrte dunkel. „Er ist hier der Chef!“ Wir blieben ruhig stehen. Er kam nahe heran, blickte uns kurz, aber sehr genau an. Knurrte immer noch, aber nun leiser. Wir ließen ihn an der Hand schnuppern. Sprachen mit ihm und durften nun bis zu einem Unterstand, für die Arbeitsmaschinen des Bauern, weitergehen.

So huschten wir erleichtert in den Unterstand. Der Maremmano bebachtete uns noch ein wenig, schlenderte dann zum Bauernhaus zurück. Vorher bellte er den jungen Hunden ein knappes „Wuff-wuff“ zu, worauf diese sofort schwiegen. „Er ist der Chef!“ Über eine Stunde verbrachten wir in dem Unterstand.

Dafür haben wir die Bekanntschaft mit den wunderschönen Maremmanos gemacht (Cane da Pastore Maremmano Abruzzese). Auf beinahe jedem Bauernhof in der Maremma haben wir während unserer Reise diese Hunde gesehen. Die anerkannte Rasse gehört zu den Hirtenhunden. Der Maremmano beschützt die Herden der Hirten vor zwei- und vierbeinigen Räubern. „Es sind wunderschöne Hunde, zum Verlieben!“

Man könnte es auch so formulieren: „Maremmanos haben keine Hütefunktion und sie treiben die Herde auch nicht. Sie interessieren sich weniger für das was in der Herde passiert, als das was außerhalb vor sich geht.“ Na, das haben wir dann wohl richtig mitbekommen. Übrigens: Ausgrabungen belegen, der Maremmano ist mindestens seit der Römerzeit, wahrscheinlich auch schon bei den Etruskern, in der Toskana beheimatet und beliebt.


Infos zum Ferienhaus in Manciano

Mittlerweile ist das kleine Ferienhaus Il Poderino, das wir gemietet hatten, nicht mehr auf der Website von FeWo-direkt vertreten. Es wird offenbar nicht mehr vermietet, oder ist möglicherweise verkauft worden. Für toskanische Preisverhältnisse war der Wochen-Mietpreise ausgesprochen günstig gewesen.


Die Kleinstadt Manciano – Unverfälschte Toskana

Die Kleinstadt Manciano liegt malerisch auf einem etwa vierhundert hohen Hügel. Bei klarem Wetter reicht der Blick von der Rocca bis zum Meer.

Die Kleinstadt Manciano liegt malerisch, in der schönen Gegend der Alta Maremma, auf einem etwa vierhundert Meter hohen Hügel. Bei klarem Wetter reicht der Blick von der Rocca bis zum Meer.

Die Kleinstadt Manciano, mit etwa 7000 Einwohnern, liegt umgeben von Weinbergen und Olivenbäumen auf einer Bergkuppe. An klaren Tagen schweift der Blick über den Monte Amiata bis ins Tal der Fiora, über Talamone bis zum Meer und der Halbinsel des Monte Argentario. Von Manciano bis zum Meer und den Sandstränden sind es etwa dreißig Kilometer.

Die Gegend um Manciano zählt zu einer der landschaftlich schönsten Gegenden der Maremma. Auf einem gutausgebauten Netz von Landstraßen lässt sie sich problemlos mit dem Auto erkunden. Manciano ist eine sehr italienische Kleinstadt in der alle Einkäufe erledigt werden können.

Unsere Empfehlung zum Lebensmitteleinkauf ist der kleine, beliebte Supermarkt Coop (Unione Amiatina) in der Via Antionia Gramsci. Hier gibt es frische und günstige Lebensmittel direkt aus der Region. Weitere größere und kleinere Supermärkte und diverse Fachgeschäfte sind ebenfalls vorhanden.

Ausgrabungen in der Nähe von Saturnia, Marsiliana und Poggio Murella bezeugen, dass das Gebiet um Manciano bereits in prähistorischer Zeit besiedelt war. Ab dem 12. Jahrhundert wurde Manciano von den Grafen Aldobrandeschi dominiert und ging dann an die Grafen von Orsini aus Rom über. Seine strategisch günstige Lage und die starken Stadtmauern haben den Ort nicht davor bewahren können, von Siena im 15. Jahrhundert erobert zu werden.

Aus dieser Zeit stammt auch die Festung, von der man das atemberaubende Panorama genießen kann. Die Rocca ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung und des Touristenbüros. Im ruhigen und erholsamen mittelalterlichen Dorfkern von Manciano lebt noch das echte Italien. Wir waren in der Altstadt von Manciano mehrmals in der angenehmen Bar Centrale, in der Via Marsala. Sie ist bei den Einheimischen beliebt, bietet hausgemachtes Eis, das auf der großen luftigen Terrasse gemütlich verzehrt werden kann.

Info Essen & Trinken: Bar-Cafe-Gelateria Centrale, Via Marsala 27, 58014 Manciano (GR)


Unser Restaurant-Tipp in Sovana

Nach den Besichtigungstouren empfiehlt sich ein Mittag- oder Abendessen in der Trattoria La Tavernetta im nahegelegenen Sovana. Im familiengeführten Lokal wird mit großer Sorgfalt und Professionalität, zu moderaten Preisen, eine bodenständige Maremma-Küche geboten.


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Die Gemeinde-Molkerei von Manciano

In Manciano gibt es eine große Molkerei, die Manciano Caseificio Sociale. Hier kann direkt und günstig eingekauft werden. Es gibt einen kleinen Laden mit Parkplatz davor. Bereits 1961 haben die Bauern von Manciano die Genossenschaft gegründet. Über dreihundert Betriebe, aus mehreren Dörfern, liefern heute ihre Schaf- und Kuhmilch.

Es gibt Dutzende von verschiedenen Käsesorten zu kaufen: Ricotta, Mozzarella und Pecorino sind die bekanntesten. Übrigens: Die Produkte der Molkerei von Manciano sind auf der Messe Biofach (im Feburar 2016) in Nürnberg vertreten.

Adresse und Öffnungszeiten: Caseificio Sociale Manciano Societa Agricola Cooperativa, Loc. Piano di Cirignano, 58014 Manciano (GR), Montag bis Freitag: 7 bis 17 Uhr, Samstag: 7 bis 13 Uhr.
Website: Caseificiomanciano


Saturnia: Cascate del Mulino – Baden in Sinterterrassen

Die schwefelhaltigen Thermalquellen von Saturnia mit ihren Sinterterrassen.

Die schwefelhaltigen Thermalquellen von Saturnia mit ihren Sinterterrassen.

Immer in Sichtweite in der Region ist der Bergkegel des Monte Amiata. Er hat durch seine unterirdischen Magmakammen dafür gesorgt, dass das Gebiet auch ein Thermalgebiet ist. Schon die Etrusker sahen in den dampfenden Quellen einen magischen Ort, spätestens seit den Römern werden dem Wasser Heilkräfte zugeschrieben.

Paradestück ist die Therme die Saturnia, mit den wildromantischen Sinterterrassen, der Cascate del Mulino. Die natürlich geschaffenen Thermalquellen von Saturnia sind weithin bekannt. Die Anwohner der Region nutzen gerne die heilbringende Wirkung der heißen Schwefelquellen bei einem entspannten Bad inmitten einer herrlichen Naturlandschaft.

Wir kommen aus Richtung Manciano hierher. Ein fauliger Geruch verrät uns, dass es nicht mehr weit sein kann. Der Wasserfall ist bereits von der Straße aus zu sehen. Das Wasser stürzt eine Felswand herunter, sammelt sich in einem Naturbecken und fällt dann wieder in stufenförmige Sinterbecken. Dort können wir uns, gemeinsam mit den Toskanern im heilsamen Schwefelwasser aalen. Touristen waren, außer uns selbst, keine zu sehen.

Aus der Thermalquelle sprudeln pro Sekunde 800 Liter schwefelhaltiges 37°C warmes Heilwasser. Die heißen Schwefelquellen wirken heilend auf Gelenke und Haut und stärken allgemein das Wohlbefinden. Wer jeden Tag ein Glas davon trinkt, lebt angeblich länger. Nun, wir haben nicht davon getrunken.

Eine besonders heilsame Wirkung ist bei Rheuma und Arthrose zu verzeichnen. Menschen mit Kreislaufstörungen sollten nicht länger als zwanzig Minuten in dem warmen Quellwasser baden, da es den Kreislauf ziemlich beansprucht. Es gibt gleich neben der Therme einen großen kostenlosen Parkplatz und mehrere Kioske mit Getränken und kleinen Speisen.

Natürlich gibt es in Saturnia auch ein luxuriöses Kurzentrum mit umfangreichem Therapie- und Wellnessangebot und Kurhotels. Dafür geht aber dort auch ein gewisser Reiz der Naturverbundenheit verloren. Uns haben die Sinterterrassen, mit ihrer entspannten locker-ländlichen Atmosphäre, viel besser gefallen. Hier zu baden war ein einzigartiges Erlebnis und einer der Höhepunkte unserer Reise.


Unser Tipp: Griffige, festsitzende Badeschuhe sind in der Cascate del Mulino empfehlenswert, denn die Becken mit dem Thermalwasser sind doch ein wenig schlüpfrig. Umkleidekabinen oder dergleichen gibt es nicht. Handtücher, Bademantel usw. sollte man dabei haben. Der Eintritt ist kostenlos.

Adresse und Öffnungzeiten: Cascate del Mulino, Loc. Terme di Saturnia, 58014 Saturnia (GR), die Therme ist öffentlich, daher durchgehend geöffnet.


Video von Manciano und Umland

Das Video wurde mit Mini-Helikoptern produziert. (Herausgeber: Comune di Manciano/Manciano Promozione)


Informativer Blog über die Region: Maremma Geheimtipp – Der wilde Süden der Toskana – Urlaub und Ferien in der Provinz Grosseto – maremmageheimtipp.wordpress.com


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2 Comments:

  1. Wow!

    vielen lieben Dank für diesen tollen Einblick in einen Landstrich, der im nächsten Jahr auf unserem Programm steht! Ich komme garantiert wieder und werde schauen, was ihr sonst noch so zu berichten habt! Toll!

    Aktuell stecke ich gerade in der Planung einer Autotour durch Italien und hole mir hier auch Anregungen und Freude beim Lesen habe ich noch dazu!

    Nur die Sucherei nach interessanten, guten und informativen Italienblogs nervt zunehmend – meine Idee ist nun, einige gesammelt vorzustellen. Vielleicht habt ihr Lust, dabei zu sein?

    http://www.le-mie-foto.de/italienblogs

    • Hallo Annik,
      danke schön, für deinen Kommentar – positives Feedback freut uns natürlich immer sehr.
      Eine Sammlung zum Thema Italienblogs finde ich eine schöne Idee. Ein kurzer Kommentar auf Deiner Website folgt!
      Schöne Grüße, Moniks

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