Wachau – Einmalige Donaulandschaft mit viel Geschichte: Steinzeitfunde, Donaulimes, Weingüter, Burgen und Barockstifte


spitz-wachau-donau-niederoesterreich Alles was die Wachau kennzeichnet in einem Bild! Die breite Donau an der ein Schiff ankert, ein altes Winzerdorf mit Pfarrkirche, gepflegte Weinterrassen an den Hängen und oben auf den Hügeln dichte Wälder.

Die malerische Kulturlandschaft der Wachau, vereint in einem Bild: Die breite Donau an der ein Schiff ankert, ein altes Winzerdorf mit ehrwürdiger Pfarrkirche, sonnenverwöhnte Weinterrassen an den Hängen und an den steilen Hügeln der Dunkelsteinerwald.

Inhaltsverzeichnis

Die Wachau an der Donau ist eines der bezauberndsten Flusstäler Europas und zeigt sich besonders im Herbst von ihrer farbenprächtigen Seite. Für uns die perfekte Jahreszeit um die Region zu erkunden. Wir empfehlen den Herbst auch deshalb, da sich die einzigartige Kulturlandschaft dann von der hektischen Touristenzeit des Sommers wieder entspannt und zur Ruhe kommt.

Zwischen den Städten Melk und Krems in Niederösterreich bildet die Donau ein etwa dreißig Kilometer langes Durchbruchstal, das als schönster Streckenabschnitt gilt. In weiten Schleifen fließt die Donau vorbei an bewaldeten Bergen und gepflegten Weingärten.

Schon die keltischen Volkstämme der Latènekultur (etwa 450 v. Chr. bis zur Zeitenwende) bauten in der Wachau Wein an. Die Römer, die am Südufer der Donau den Donaulimes anlegten, trugen durch ihre verfeinerten Anbautechniken zur Weiterentwicklung der Rebkulturen in der Wachau bei.

In malerischen Winzerdörfern, umrahmt von sonnigen Weinterrassen, werden heute hier die besten Weine von ganz Österreich angebaut. Die Wachau wurde wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und der kulturellen und architektonischen Schätze auf die UNESCO-Welterbestätten gesetzt.

Die Wachau ist sicherlich ein Land für Genießer: Ehrwürdige Kastelle, imposante Burgen und Klöster verführen zu Wanderungen oder Fahrradtouren durch dichte Wälder oder steile Rebgärten, mit weiten Ausblicken auf das Donautal.

Dazu feinsten Wein, urige Kellergassen, zünftige Heurigenlokale und eine ausgezeichnete Wirtshausküche. Selten sind Genuss und Erlebnis auf so kleinem Raum vereint. Wer kann zu einem knusprigen Backhendl, einem Glas Riesling und einem Apfelstrudel schon Nein sagen?


WERBUNG



Kurzinfo: Geschichte der Wachau

Neben den vielen Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Verführungen nehmen wir euch mit auf eine eindrucksvolle Reise durch die lange Geschichte der Wachau:

  • Von den Jägern der Altsteinzeit bis zu den Römern, die den Donaulimes befestigten.
  • Von den Zügen der Nibelungen, die auf der Donau durch die Wachau ins Land der Hunnen reisten.
  • Vom Mönch und Missionar Severin, der die frühen Christen beschützte.
  • Von mittelalterlichen Klöstern und ihren Weinlesehöfen.
  • Von Ritterburgen und der Gefangenschaft des englischen Königs Richard Löwenherz.
  • Von der pompösen Barockanlage des Benediktinerklosters Stift Melk.

Das Südufer: Perfektes Postkartenpanorama

rossatz-weissenkirchen-wachau-panorama-wandern-niederoesterreich Eine wunderbare Aussicht erwartet den Wanderer auf dem Panoramaweg von Rossatz in Richtung Rührsdorf. Auf der gegenüberliegenden Seite der Donau ist Weißenkirchen mit seiner imposanten Wehrkirche zu sehen.

Eine wunderbare Aussicht erwartet den Wanderer auf dem Panoramaweg von Rossatz in Richtung Rührsdorf. Dahinter ist Weißenkirchen mit seiner imposanten Wehrkirche zu sehen.

Unsere Unterkunft haben wir am stilleren Südufer der Wachau bezogen. Im hübschen Winzerort Rossatz, einem denkmalgeschützten Markt, der in einer Schleife der Donau liegt. Genau gegenüber von Dürnstein mit seiner berühmten Burgruine. Auf dieser Seite der Donau verlief einst der antike Donaulimes, der Fluss war damals die Nordgrenze des römischen Imperiums.

Das Südufer der Wachau liegt ein wenig im Schatten des Nordufers. Dabei hat die ruhige Seite einen ganz speziellen Charme, es ist deutlich weniger los als gegenüber. Am Nordufer haben zwar die Top-Winzer ihre sonnendurchfluteten Lagen, aber ihre Dörfer werden von Tagestouristen belagert. Die Wein- und Obstbauern am Südufer haben noch immer Zeit für einen Plausch mit ihren Gästen.

Der Weinbau der südlichen Uferseite wurde lange als minderwertiger betrachtet, da die Reben deutlich weniger Sonnenstunden pro Tag bekommen. Das hat sich inzwischen geändert: Angesichts der Klimaerwärmung erweisen sich diese Lagen inzwischen als Volltreffer.

Unser Hauptargument für das ruhigere Südufer ist: Die Strecke von Mautern bis Melk bietet eine einzigartige Panoramastraße von etwa dreißig Kilometer Länge. Wer am Südufer sitzt hat von hier den besten Blick auf das wunderschöne Nordufer, mit herrlichen Postkartenansichten.


WERBUNG




Einkehr-Tipp in Rossatz: Top-Heuriger Supperer

Der Winzerhof Supperer in Rossatz ist ein Top-Heuriger und sehr beliebt. Ausgesteckt wird viermal im Jahr. Gemütlich sitzen kann man im blumengeschmückten Innenhof oder im Gewölbekeller. Wer einkehren möchte, sollte unbedingt vorher einen Tisch reservieren. Die Besitzer Karl und Maria Supperer bezogen vor dreißig Jahren das alte Haus in Rossatz und etablierten sich hier als exzellente Winzer. Die Weine bestechen durch ihre elegante und kühle Textur, die perfekt mit den Speisen im Lokal harmonieren. Zu den edlen Tropfen kommt selbstgemachte Hausmannskost oder pikante Strudel auf die Teller.
Adresse: Karl und Maria Supperer, Rossatz 51, 3602 Rossatz. Website: www.supperer.at

Unsere Ferienwohnung in Rossatz

rossatz-haus-annemarie-familie-baumgartner-donau-wachau-niederoesterreich Die Ferienwohnung (Eingang links) von Haus Annemarie in Rossatz liegt im gepflegten Garten.

Die Ferienwohnung (Eingang ganz links) von Haus Annemarie in Rossatz, liegt in einem gepflegten Garten mit Obstbäumen und Fischteich.

Unsere hübsche und empfehlenswerte Ferienwohnung im Haus Annemarie liegt ruhig, am westlichen Ortsrand von Rossatz, nur wenige Meter entfernt von den Weingärten. Eine perfekte Lage für Wanderer, Radfahrer und natürlich Genießer. Denn der Heurige Supperer ist gleich in der Nähe.

Das Haus Annemarie bietet Zimmer mit Frühstück (ein Doppelzimmer, zwei Mehrbettzimmer) und zwei gut ausgestattete Ferienwohnungen an. Eine Wohnung befindet sich im Haupthaus, die zweite ist in einem separaten Gebäude im Garten gelegen. Diese Ferienwohnung hatten wir bewohnt, sie ist für zwei Personen ideal, sogar ein Waschmaschine war vorhanden. Familie Baumgartner kümmert sich sehr herzlich und liebevoll um ihre Gäste.
Adresse: Annemarie und Karl Baumgartner, Rossatz 164, 3602 Rossatz. Website: www.hausannemarie.at


WERBUNG



Skulptur aus der Steinzeit: Die Venus von Willendorf

venus-willendorf-wachau-figur-steinzeit-niederoestereich Üppige weibliche Rundungen: Das sind die Merkmale, die jedem Betrachter der Venus von Willendorf sofort auffallen. Die etwa 29 500 Jahre alte Steinzeitskulptur ist nicht nur eines der ältesten Zeugnisse für figürliche Kunst der Menschheit sondern zeigt deutlich die Veränderlichkeit der Schönheitsideale.

Üppige weibliche Rundungen: Das sind die Merkmale, die jedem Betrachter der Venus von Willendorf sofort auffallen. Die etwa 29 500 Jahre alte Steinzeitskulptur ist nicht nur eines der ältesten Zeugnisse für figürliche Kunst der Menschheit, sondern zeigt deutlich wie sich Schönheitsideale ändern. In Zeiten in der Unterernährung ein Problem war, lag die Körperfülle der Venus jenseits der Realität.

Die Venus von Willendorf ist eine der bekanntesten steinzeitlichen Frauenskulpturen der Welt. Die Kalksteinsfigur wurde am Ortsrand von Willendorf in der Wachau entdeckt, unter der Ascheschicht einer Feuerstelle von Steinzeitjägern.

Es handelt sich um die Abbildung einer fettleibigen Frau aus dem Jungpaläolithikum, aus der Epoche des Gravettien (33 000 bis 25 000 v. Chr.). Das Material aus dem die Figur gefertigt wurde, stammt vermutlich aus Mähren in Tschechien. Farbreste belegen, dass sie einst mit rotem Ocker bemalt war.

In Willendorf erwartet uns ein kleines Museum und natürlich der Fundort selbst. Dort sind meterhohe Lössablagerungen mit dunkleren Schichten sichtbar. Nach neuesten Datierungen der neun Kulturschichten haben sich Menschen im Zeitraum von 42 000 bis 24 000 v. Chr. immer wieder hier aufgehalten – insgesamt also etwa 18 000 Jahre. Was für ein inspirierender, magischer Platz!

Während des Neubaus der Bahnlinie in Willendorf, im Jahr 1908, entdeckte man die nur elf Zentimeter große Figur. Das Alter der Venus wird auf 29 500 Jahre geschätzt. Damals zählten die Hänge des Donautals zum bevorzugten Jagdgebiet der steinzeitlichen Eiszeitjäger. Zur ihrer Jagdbeute zählten Vögel, Hasen, Fische, Wölfe, Rentiere, Polarfüchse und Mammut.

Die Bedeutung der Venusfigur ist nicht eindeutig. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich um ein religiöses Symbol handelt, es finden sich Begriffe wie Göttin oder Urmutter. Vielleicht galt die Venus als Zeichen der Hoffnung auf Fruchtbarkeit.

Dies hatten die Eiszeitjäger bitter nötig, denn bereits im Zeitraum vor dem Einsetzen der Eiszeit litten die Menschen Hunger. Das Nahrungsangebot war in dieser Abkühlungsphase nicht mehr so vielfältig, ein deutlicher Bevölkerungsrückgang setzte ein.

Am Ende der Epoche musste der Homo sapiens Mitteleuropa ganz verlassen und zog sich in das wärmere Südeuropa zurück. Erst Jahrtausende später konnte er Mitteleuropa erneut besiedeln. Es handelte sich dann aber um Menschen, die sich kulturell völlig anders ausdrückten. Die Venusfiguren kehrten nicht mehr zurück.

Im riesigen Gebiet von Mitteleuropa bis Sibirien wurden bisher über zweihundert Frauenfiguren aus der Steinzeit entdeckt. Als bekanntestes Fundstück Österreichs ist die Venus von Willendorf heute im Naturhistorischen Museum in Wien ausgestellt.

Einkehrtipp in Willendorf: Gasthof zur Venus

Der Gasthof zur Venus liegt ein wenig unterhalb des Fundorts, mitten in Willendorf. Die große Terrasse bietet einen wunderschönen Blick auf die Landschaft und die Donau. 2012 wurde der Gasthof liebevoll renoviert und bietet ausgezeichnete regionale Küche im gemütlichen Ambiente. Der Gasthof wurde uns von der freundlichen Mitarbeiterin im Museum empfohlen. Adresse: Schneider´s Gasthof zur Venus, Nr. 36, 3641 Willendorf in der Wachau. Website: www.gasthof-zur-venus.at


WERBUNG



Mautern an der Donau: Das römische Reiterkastell Favianis

mautern-favianis-roemerkastell-wachau-niederoesterreich In der Wachau setzen sich die Befestigungen des römischen Donaulimes mit dem Reiterkastell Favianis in Mautern und mehreren Wachtürmen entlang der Donau fort. Der Blickfang in der gut erhaltenen Westmauer des Römerkastells ist der U-Turm, auch Hufeisenturm genannt. Dahinter lugt die Pfarrkirche Hl. Stefan über den Mauerrand.

In der Wachau setzen sich die Befestigungen des römischen Donaulimes mit dem Kastell Favianis in Mautern und Wachtürmen entlang der Donau fort. Blickfang ist die Westmauer des Kastells mit einem U-Turm, auch Hufeisenturm genannt. Dahinter lugt die Pfarrkirche Hl. Stefan über den Mauerrand.

Die Faszination für römische Ausgrabungen besteht seit unserer ersten Reise nach Italien in den 1980er-Jahren, als wir auch Pompeji bei Neapel besuchten. Aber die Reise muss nicht immer bis nach Süditalien gehen – auch in unserer Heimat Bayern und im Nachbarland Österreich gibt es eindrucksvolle antike Reste der Römer zu bestaunen.

Besonders eindrucksvoll fanden wir die überwältigenden Ausgrabungen von Carnuntum, einem Militärlager mit großer Zivilstadt, östlich von Wien. Unter Kaiser Marc Aurel war Carnuntum sogar Kaiserresidenz, Septimius Severus wurde dort zum Kaiser ausgerufen.

In der Wachau setzen sich die Befestigungen des römischen Donaulimes mit dem Römerkastell in Mautern und mehreren antiken Wachtürmen entlang der Donau fort. Im heutigen Mautern an der Donau befand sich vermutlich bereits in vorrömischer Zeit eine größere Siedlung.

Der Ort lag an einer wichtigen Querung über die Donau und war Handelsroute für Eisen und Salz. Seit der Eingliederung des keltischen Königreichs Noricum in das Römische Reich (ab 15 v. Chr.) bildete die Donau die Nordgrenze des Imperiums.

Zunächst erhielten die Kelten eine eingeschränkte Autonomie als tributpflichtiges Fürstentum. Ab 40 n. Chr. wurde das Gebiet römische Provinz. Entlang der Grenze entstand der römische Donaulimes zur Absicherung der Grenze. Das Kastell Favianis, an der Stelle der heutigen Altstadt von Mautern, sicherte den Handelsweg über die Donau.

Favianis diente als Reiterlager und war später auch Stützpunkt der römischen Donauflotte. Das Steinkastell war vom 1. bis ins 5. Jahrhundert kontinuierlich mit Soldaten belegt. Die Ausdehnung des Kastells betrug drei Hektar (175 x 175 Meter) und bot bis zu 1 000 Legionären Platz.

Ein Teil der Westmauer des Kastells ist bis heute erhalten. Zusätzlich entstanden entlang des Südufers der Donau mehrere Burgi, kleine wachtturmartige Wehranlagen, deren Reste ebenfalls noch erhalten sind. Der am besten erhaltene Wachturm steht in Bacharnsdorf und wurde im 4. Jahrhundert erbaut.

Das Kastell Favianis gelangt im 5. Jahrhundert durch die politischen und sozialen Aktivitäten des Mönchs Severin von Noricum (410 – 480) zu großer Bedeutung. Die Legionäre beschützten das Kloster des Severin, das in der Nähe des Kastells lag. Nach dem Zusammenbruch des Imperiums war ab 488 das Kastell Sammelpunkt für die Evakuierung der romanischen Bevölkerung zurück nach Italien.

Damit war die Ära der Römer in der Region beendet und die Wirren der Völkerwanderungszeit setzten ein. Erst nach der Eroberung des Awarenreiches durch Karl den Großen im Jahr 803 setzte die Sicherung und Neubesiedlung, im Areal und in der Wachau, wieder ein.

Das Kastell Favianis ist heute teilweise durch die Altstadt von Mautern überbaut, seine Umrisse sind noch im Straßenraster auszumachen. Imposante Reste haben sich am westlichen Abschnitt der Kastellmauern und in Verteidigungstürmen erhalten. Die Funde der Ausgrabungen sind im kleinen Archäologischen Museum von Mautern ausgestellt. Darunter Fresken, Tonmasken, Grabbeigaben, Schmuck, Waffen und Keramik.

Einkehrtipp in Mautern: Café Maria

Im gemütlichen Café Maria in der Altstadt von Mautern sollte man sich die berühmten Schaumrollen nicht entgehen lassen. Das Gebäck wird gleich daneben in der Schaubackstube Krenn frisch produziert. Schaumrollen sind ein tütenförmiges Gebäck aus Blätterteig, das mit einer hellen süßen Creme gefüllt wird. Die allerbesten Schaumrollen der ganzen Region gibt es hier! Übrigens, den Tipp hatten wir im Archäologischen Museum von Mautern bekommen. Adresse: Schaubackstube Krenn und Café Maria, Rathausplatz 4, 3512 Mautern. Website: ww.schaubackstubekrenn.at


WERBUNG



Severin von Noricum: Missionar und Mönch der Spätantike

severin-von-noricum-wikipedia Darstellung des Severin von Noricum. Detail aus dem Severinaltar in Neapel, circa 1470, Meister von San Severino. Foto: Wikipedia

Darstellung des Severin von Noricum. Detail aus dem Severinaltar in Neapel, circa 1470, Meister von San Severino. Foto: Wikipedia

Eine hochinteressante historische Persönlichkeit, aus der Stadtgeschichte von Mautern an der Donau, ist Severin von Noricum (410 – 482). Über die Herkunft von Severin ist wenig bekannt, er stammte vermutlich aus einer vornehmen römischen Familie.

Nach dem Tod des Hunnenkönigs Attila, im Jahr 453 kam er in die römische Provinz Noricum, die einen großen Teil Österreichs und das Gebiet um Passau umfasste.

In dieser Region war Severin als Mönch und Missionar tätig. Nach dem Zusammenbruch des römischen Imperiums (ab 460) sorgte er für einen friedlichen Abzug der Legionäre und der dazugehörigen Bevölkerung. Bot den Menschen Schutz gegen die Überfälle der von Osten und Norden andrängenden germanischen Stämme.

Serverin war die Stütze der Bevölkerung, die sich nach dem Zerfall des Imperiums in den Wirren der Völkerwanderungszeit befand. Er vermittelte geschickt bei Streitigkeiten zwischen den Gruppierungen, die sich aus Hunnen, Germanen, Römern und Christen zusammensetzten.

Bevorzugt lebte Severin als Einsiedler, er gründete auch mehrere Klöster um spirituelle Zentren zu etablieren. Dadurch schuf er neue Strukturen für die weitere kulturelle, soziale und religiöse Entwicklung der Donauregion.

mautern-favianis-severinskloster-modell-museum-niederoesterreich Severin von Noricum gründete vor den Kastellmauern von Favianis (Mautern) ein Kloster. Im Archäologischen Museum von Mautern wird ein Modell des einfachen Gebäudes gezeigt.

Severin von Noricum gründete vor den Kastellmauern von Favianis (Mautern) ein Kloster. Das Gebäude verfügte über einen Heizkanal, einer halbkreisförmigen Sitzbank und einem Altarfundament. Das Modell befindet sich im Archäologischen Museum von Mautern.

Für die Menschen war Severin ein Vorbild, sie schätzten vor allem seine Sorge für Notleidende und Arme. Geschickt organisierte er Lebensmittel- und Kleiderspenden für Bedürftige und setzte sich für die Freilassung von römischen Kriegsgefangenen ein.

Geographisch lässt sich das Wirken von Severin entlang der Donau und der Salzach bis nach Bayern belegen. Sein zentraler Aufenthaltsort dürfte Favianis gewesen sein, wo er ein Kloster gegründet hatte, von dem in den 1950er-Jahren Reste ausgegraben worden sind. Severin starb 482 in Favianis, dem heutigen Mautern.

Severins Leben wurde von seinem Begleiter Eugippius (465 – 533) in der „Vita Sancti Severini“ beschrieben. Die Biographie entstand im Jahr 511. Eugippius amtierte in dieser Zeit als Abt des Severinklosters in Castrum Lucullanum (heute Castel dell’Ovo) in Neapel. Dorthin wurden auch die Gebeine Severins überführt – heute ist er in Frattamaggiore bei Neapel beerdigt.


WERBUNG



Die Nibelungen in der Wachau: Eine Spurensuche

donau-wachau-aggstein-niederoesterreich Die Donau, zweitlängster Fluss Europas war seit jeher Handels- und Reiseweg. Die Nutzung der Donau als Handelsweg reicht bis in die Hallstattzeit (850 bis 450 v. Chr.) zurück. Konkrete Belege über die Schiffahrt liefert die römische Besiedlung, deren Nordgrenze der Donaulauf markierte. Die Tradition der Binnenschiffahrt im läßt sich auch durch Details aus der Zeit der Völkerwanderung und dem frühen Mittelalter belegen.

Die Donau, zweitlängster Fluss Europas, war seit jeher Handels- und Reiseweg. Die Nutzung der Donau als Handelsweg reicht bis in die Hallstattzeit (850 bis 450 v. Chr.) zurück. Konkrete Belege über die Schiffahrt liefert die römische Besiedlung, deren Nordgrenze der Donauverlauf war. Die Traditionen der Binnenschiffahrt lassen sich durch Details aus der Völkerwanderungszeit und dem Mittelalter belegen.

Der Mythos von den Nibelungen hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Die Sage erzählt eine dramatische Geschichte von großen Gefühlen: Treue, Hass, Liebe und Rache. Alle Sagen beruhen auf uralten mündlichen Überlieferungen, die aus historischen Ereignissen übersteigerte und fantastische Dramen erzählen.

So wird im berühmten Nibelungenlied die Wachau mehrfach erwähnt. Das Heldenepos berichtet aus der Zeit der Völkerwanderung, von der Spätantike bis ins Mittelalter. Von den Zügen der Nibelungen und Siegfrieds Witwe Kriemhild durch die Wachau zum Hunnenkönig Etzel. Kriemhilds Hochzeit mit Etzel fand in Wien statt, die Weiterreise entlang der Donau, führte sie bis zur Etzelburg im heutigen Ungarn.

Wir versuchen diese sagenhaften Reise vom Rhein bis nach Ungarn nachzuzeichnen und den einstigen Verlauf, entlang der einzelnen Stationen an der Donau, zu rekonstruieren.
Lest dazu unseren Blogeintrag: Nibelungen in der Wachau: Spurensuche einer sagenhaften Reise


WERBUNG



Stein an der Donau: Handelsplatz seit der Antike

stein-an-der-donau-steiner-landstrasse-wachau-niederoesterreich Die Steiner Landstraße verbindet die beiden Stadttore von Stein an der Donau - das Linzer- und das Kremser Tor. Sie ist die ehemalige Ost-West-Verbindung im Donautal, an ihrem Verlauf befinden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Handelsstadt.

Die Steiner Landstraße verbindet die beiden Stadttore von Stein an der Donau – das Linzer- und das Kremser Tor. Am Verlauf der Landstraße befinden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Handelsstadt, wie beispielsweise die Pfarrkirche Hl. Nikolaus mit ihrem Barockturm.

Am Ausgang der Wachau liegt die reizende Doppelstadt Krems-Stein. Das hübsche Städtchen Stein an der Donau liegt gegenüber von Mautern und ist über die Eisenbrücke erreichbar. Wer sich für mittelalterliche Bürgerhäuser, mit aufwendig verzierten Fassaden und urigen Innenhöfen, begeistern kann ist hier richtig. Dennoch wirkt Stein ein wenig aus der Zeit gefallen, manche der alten Häuser stehen leer und einige der traditionsreichen Geschäfte haben mittlerweile geschlossen.

Wer von Mautern kommend, am Parkplatz beim Linzer Tor beginnt, folgt idealerweise der Steiner Landstraße. Diese verbindet die beiden Stadttore und stellt die ehemalige Ost-West-Verbindung im Donautal dar – bis heute finden sich an ihrem Verlauf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Stadtgeschichte von Stein an der Donau

Umfangreiche Handelsaktivitäten sind für das Stadtgebiet seit der Antike verbürgt. So wusste schon Eugippius, in der „Vita Sancti Severini“ aus dem 5. Jahrhundert, von vielbesuchten Märkten am Donauufer gegenüber von Favianis (Mautern) zu berichten.

Die Stadt Stein profitierte ab dem 10. Jahrhundert vor allem von der Verlegung der Donaumaut von Mautern an das nördliche Donauufer. Die Städte Krems und Stein ergänzten einander als Handelsplätze, wobei in Stein das Salz verladen und gelagert wurde. Krems war der eigentliche Marktort und Zentrum für den Handel mit Eisen.

Die örtliche Nähe und wirtschaftliche Verflechtung führten zu einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit: Beide Orte bildeten seit dem 13. Jahrhundert eine Bürgergemeinde, wurden von einem gemeinsamen Stadtrichter, Rat und Bürgermeister verwaltet. Auch das Stadtrecht galt sowohl für Stein und Krems. Dennoch verfügten sie über eine getrennte Finanz- und Wehrhoheit.

Der älteste erhaltene Zolltarif aus Stein stammt vom Beginn des 13. Jahrhunderts und erwähnt Händler aus Passau, Regensburg, Köln, Aachen sowie Schwaben und dem weströmischen Reich. Als Waren werden Stoffe, Wolle, Felle, Eisen, Kupfer, Zinn, Waffen, Mühlsteine, Mohn, Pfeffer, Safran, Nüsse und Gewürze aufgeführt.

Die Bürger von Stein und Krems pflegten internationale Handelskontakte. Der Wohlstand zeigt sich bis heute im Stadtbild: Verzierte Portale, figuraler Schmuck, Flach- und Runderker sowie Wandmalereien.

Von der im im 15. Jahrhundert errichteten Holzbrücke zwischen Stein und Mautern, einer von nur drei Donaubrücken entlang der österreichischen Donau bis ins 19. Jahrhundert, profitierten beide Städte gleichermaßen.

Nach der Verstaatlichung des Salzhandels, bislang hatte die Stadt Stein eine Monopolstellung für den Handel mit Salz, wurde der Verkauf von Wein und Getreide zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. So waren rund zwei Drittel aller Händler und Handwerker in Stein (und Krems) laut einer Aufstellung von 1745 auch Weingartenbesitzer.

Während des 17. und 18. Jahrhunderts kann man in Stein von etwa 1 500 Einwohnern, in Krems von etwa 4 000 Einwohnern ausgehen. Obwohl die Zusammenarbeit nicht immer perfekt funktionierte, blieben die Städte doch bis 1849 vereinigt. Erst 1938 wurde Stein zu einem Stadtteil von Krems.

In dieser Zeit wurden neben dem Weinbau auch der Tourismus und wissenschaftliche Einrichtungen zu neuen wirtschaftlichen Triebfedern für Stein und Krems. So wurde aus Teilen einer einstigen Tabakfabrik die Kunstmeile Krems, ein anderer Teil beherbergt heute die Donauuniversität.

Einkehrtipp in Stein/Krems: Salzstadl

Der Salzstadl ist ein uriges, sympatisches Wirtshaus in den alten Salzspeichern von Stein/Krems. Hier wird feine aber bodenständige Küche geboten, mit einer guten Bierauswahl und auch Sitzplätzen im Freien. Als Extra werden auf der Bühne interessante Veranstaltungen mit Schwerpunkt Musik geboten. Adresse: Salzstadl, Steiner Donaulände 32, 3500 Krems an der Donau. Website: www.salzstadl.at


WERBUNG



St. Johann im Mauerthale: Quellheiligtum und Wallfahrtsort

st-johann-im-mauerthale-kirche-johannes-der-taeufer-wachau-rossatz-arnsdorf-donau-niederoesterreich Die Kirche Johannes der Täufer liegt im Weiler in St. Johann in Mauerthale. Viele Legenden ranken sich um den geheimnisumwitterten Ort.

Die Kirche Johannes der Täufer liegt im Weiler in St. Johann in Mauerthale. Viele Legenden ranken sich um den geheimnisumwitterten Ort, der einst vermutlich ein keltisches Quellheiligtum war.

Der Weiler St. Johann im Mauerthale liegt am Südufer der Donau, in der Gemeinde Rossatz-Arnsdorf, gegenüber von Spitz. Dort steht die Filialkirche Johannes der Täufer, sie wird erstmals 1240 in einer Urkunde erwähnt und geht vermutlich auf einen Vorgängerbau aus dem 9. Jahrhundert zurück.

Dieser Bereich der Wachau war von 860 bis 1803 im Besitz des Erzbischöfe von Salzburg. Der jetzige Baubestand der Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, in dieser Zeit wurde sie ein beliebtes Ziel von Wallfahrten. Im Kern ist der Bau romanisch, der Nordchor und der Turm wurden im gotischen Stil angebaut. Das Ensemble wird von einer Umfassungsmauer umgeben.

Vor allem Donauschiffer besuchten die Kirche, die auf beiden Zufahrtsseiten an Steilwänden der Donau liegt. Erst um 1834 wurde eine durchgehende Straße von Melk nach Mautern gebaut. Vorher war der Ort nur mit dem Schiff erreichbar. Von den Schiffsknechten ist bekannt, dass sie hier nach überstandenen Gefahren die Hufeisen der Zugpferde von den Schiffszügen opferten.

Neben der Kirche befindet sich das Brunnenbecken, das von einer glockenförmigen Schindelhaube überdacht ist. Die Forscher vermuten, dass sich hier einst ein keltisches Quellheiligtum befand, das später in eine christliche Taufkirche verwandelt wurde. Der Hl. Johannes als Schutzpatron gegen Hochwasser könnte ebenfalls darauf hinweisen.

Die Teufelsmauer und der Hahnenschrei

Der Kirchturm trägt auf seiner Spitze einen Wetterhahn, der von einem Pfeil durchbohrt ist. Der Legende nach wollte der Teufel die Donau durch eine Mauer aufstauen, um den Wallfahrtsort zu vernichten. Einzige Bedingung war, dass der Bau während einer Nacht bis zum dritten Hahnenschrei vollendet sei.

Der Teufel wurde aber durch das vielfache Krähen des Hahnes an der Vollendung der Mauer gehindert. Er schoss voller Wut dem Hahn einen Pfeil in den Hinterleib, der heute noch im Wetterhahn steckt. Dann fuhr er heulend wieder hinab zur Hölle.

Archäologische Survey im Herbst 2016

Das Kircheninnere ist ein flach gedeckter Saal mit qualitätsvollen gotischen Wandmalereien aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, die erst in den 1970er-Jahren wiederentdeckt wurden. Neben der zierlichen barocken Kanzel, ist der Hochaltar im gotischen Chor von außerordentlich hoher Qualität.

Meist ist die Kirche verschlossen, wir hatten das Glück sie geöffnet vorzufinden um die wunderschönen Fresken bestaunen zu können. Im Kirchensaal waren Archäologen zugange, um eine geophysikalische Oberflächenbegehung (Survey) auszuführen. Eine Survey muss nicht unbedingt zu Ausgrabungen führen, sondern dient zunächst der Erforschung des Untergrunds.

Genau das war auch das Ziel der aktuellen Untersuchungen der Forscher. Den vermuteten Vorgängerbau der Kirche mit einer Survey zu erfassen und später dadurch datieren zu können. Dazu wurde das Gelände mit GPS in Planquadrate geteilt und vermessen.

Danach wird es systematisch abgegangen, wobei die Bodenoberfläche nach auffallenden Gelände- und Bodenmerkmalen untersucht wird. Alle Befunde werden ausgewertet, dokumentiert und kartografiert, erst dann wird entschieden ob Ausgrabungen erforderlich sind.

Albinus: Ein unbekannter Heiliger?

In der Mitte der Kirchenschiffs stand bis ins 19. Jahrhundert das Grab des Hl. Albinus, das komplett abgetragen wurde. Es gab hier den Brauch, die Albinus-Statue aufzuheben, nur wer sie forttragen konnte, war sündenfrei.

Einem Sünder war sie zu schwer, er konnte sie nicht bewegen. Auf diese Art soll einst sogar ein Mörderüberführt worden sein. Bei der Legende über das Waschen der Heiligenfigur handelt es sich wahrscheinlich um die Überlieferung eines alten Kultes.

Heute findet man die Heiligenfigur als Pilger, in einer Nische links hinten in der Kirche. Albinus ist als Heiliger unbekannt, allerdings ranken sich um ihn Legenden. Sein Name leitet sich möglicherweise vom Erzbischof Adalwin, Abt des Klosters Sankt Peter in Salzburg, ab. Dieser besuchte im Jahr 865 die Wachau. Verehrt wurde Erzbischof Adalwin gemeinsam mit seiner Begleiterin Rosa.

st-johann-im-mauterthale-w-h-bartlett-1844-wachau-niederoesterreich Der handkolorierte Stahlstich von St. Johann im Mauerthale stammt vom britischen Illustrator William Henry Bartlett im Jahr 1844. Gut zu erkennen ist der nur schmale Weg entlang der steilen Felswand des Donautals. Gegenüber Spitz mit seinen Kirchtürmen.

Der handkolorierte Stahlstich von St. Johann im Mauerthale stammt vom britischen Illustrator William Henry Bartlett im Jahr 1844. Gut zu erkennen ist der nur schmale Weg entlang der steilen Felswand des Donautals. Gegenüber Spitz mit seinen Kirchtürmen. Foto: Wikipedia

Die Kirche wurde einst sehr gut besucht, an Wallfahrtstagen mussten mehrere Priester Dienst tun. Bis heute kommen die Menschen um den 24. Juni hierher. Besonders in heißen Sommern, wenn schon im Juni Wassermangel herrscht.

An der Kirchenseite zur Donau findet sich, unter hohen Bäumen, ein großes Christophorus-Fresko vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Der Hl. Christophorus ist Schutzpatron der Reisenden.


WERBUNG



Kloster Aggsbach: In der stillen Welt der einstigen Kartause

aggstein-kartaeuser-kloster-kirche-wachau-niederoesterreich Die Kartause Aggsbach ist mit Wehrtürmen und Mauern umgeben, und liegt in einem malerischen Seitental der Donau. Vierhundert Jahre lang war das Kloster von Kartäusermönchen bewohnt, die hier ein strenges Einsiedlerleben führten.

Die Kartause Aggsbach ist mit Wehrtürmen und Mauern umgeben, und liegt in einem malerischen Seitental der Donau. Vierhundert Jahre lang war das Kloster von Kartäusermönchen bewohnt, die hier ein strenges Einsiedlerleben führten.

Etwas abseits vom Südufer der Donau, in einem malerischen Seitental bei Aggsbach Dorf, liegt ein ehemaliges Kartäuserkloster. Die weitläufige Anlage ist bis heute mit Mauern und Wehrtürmen befestigt und war einst von Kartäusermönchen bewohnt.

Uns faszinieren Klöster seit langem. Aber was macht ihre Aura aus – was hat ein Kloster, was andere Institutionen nicht haben? Ist es die Stille, die Rituale, der einfache Lebensstil, die spirituelle Ausrichtung des Alltags? Sind es die Traditionen und Werte die hier gelebt werden, die uns abhanden gekommen sind? Für uns ist es die Stille eines Klosters, die wie eine Therapie auf unsere Seelen wirkt.

Geschichte und Rundgang durch die Kartause

Gestiftet wurde die Kartause im 14. Jahrhundert von Heidenreich von Maissau und seiner Gemahlin Anna von Kuenring. Die Grabsteine im Kreuzgang weisen Aggsbach als Begräbnisstätte der Herren von Maissau aus. Schlusssteine im Gewölbe der Kirche zeigen das Wappentier der Maissauer, das Einhorn.

Die Kartäuser führten in Aggsbach ein strenges kontemplatives Einsiedlerleben in einer Klostergemeinschaft. Sie trugen grobe Kleidung und ernährten sich von Gemüse und Brot. Jeder Kartäuser lebte alleine in einem kleinen Gebäude. Durch eine Klappe wurde ihm seine Mahlzeit gereicht und die Arbeit zugeteilt. Er verließ seine Zelle nur an Feiertagen oder zum Begräbnis eines Ordensbruders.

Neben den jährlich eingehaltenen Fastenzeiten wurde außerdem dreimal wöchentlich bei Brot, Wasser und Salz gefastet. Der Genuss von Fleisch und Wein war untersagt. Abgesehen von seltenen Gelegenheiten war grundsätzlich vollkommenes Schweigen geboten. Der Orden geht auf den Hl. Bruno von Köln (1027 – 1101) zurück.

Kaiser Joseph II. hob 1782 die Kartause auf, die Kartäuserzellen und Teile vom Kreuzgang wurden abgerissen. Die Kirche erhielt erst jetzt einen Turm und wurde zur Pfarrkirche von Aggsbach.

Von 2008 bis 2010 wurden die Fundamente vom Kreuzgang und sieben Einsiedlerhäusern von Archäologen freigelegt und dokumentiert. An der Stelle der einstigen Gebäude wurde ein moderner Meditationsgarten angelegt, der die ursprünglichen Gebäude erahnen lässt.

Eine Besichtigung lohnt sich, auch wegen der wunderschönen gotischen Kirche. Interessant sind ihre Maße mit sieben Meter Breite, aber fast fünfzig Meter Länge und feinem Kreuzrippengewölbe. Die Kirche hat eine hervorragende Akustik, die heute für Konzerte genutzt wird.

Wer vom Parkplatz ein kurzes Stück an der Straße weitergeht, kommt zur ehemaligen Klosterpforte. Der heutige Eingang, gegenüber der Kirche, wurde erst in der Neuzeit angelegt. Hier erwartet den Besucher eine wunderschöne Toranlage im Stil der Hochrenaissance, mit teilweise gut erhaltenen Freskenresten.

>Hier lag früher der einzige Zugang zur Kartause. Die Klosterpforte führte in den Wirtschaftshof und war der einzige für Besucher zugängliche Teil. Er umfasste die Prälatur, den Gästetrakt und mehrere Wirtschaftsgebäude.

Klostermuseum und Hammerschmiede

Ein kleines eindrucksvolles Museum berichtet über das Wirken der Kartäuser und zeigt die Geschichte des Klosters. Eine Mönchszelle veranschaulicht das strenge und karge Leben der Kartäusermönche.

Etwas talabwärts befindet sich die alte Hammerschmiede des Klosters aus dem 16. Jahrhundert. Sie war bis 1956 in Betrieb, wurde mit mehreren Wasserrädern betrieben und kann besichtigt werden. Daneben befindet sich das Mineralienzentrum Steinstadel, mit geologischen Schätzen der Region.

Einkehrtipp in Aggstein: Aggsteinerhof

Am Fuß der Burgruine Aggstein liegt das Gasthaus Aggsteinerhof. Hier wird ausgezeichnete, bodenständige, klassisch-österreichische Küche geboten. Angenehmer Gastgarten unter Kastanien mit schönem Donaublick. Aber auch im gemütlich-nostalgischen Jägerstüberl oder im Kaminzimmer lässt es sich gut sitzen. Adresse: Gasthaus Aggsteinerhof, Aggstein 13 (unterhalb der Burg Aggstein), 3642 Schönbühel-Aggsbach. Website: www.aggsteinerhof.at


WERBUNG



Teisenhoferhof: Schönster Renaissancebau der Wachau

teisenhoferhof-weissenkirchen-wachau-niederoesterreich Der Teisenhoferhof in Weissenkirchen in der Wachau gilt als schönster Renaissancebau der Region.

Der Teisenhoferhof in Weißenkirchen gilt als schönster Renaissancebau der Wachau. Heute ist hier ein sehenswertes Heimatmuseum untergebracht. Der Bau wird auch für Theateraufführungen und Weinfeste genutzt. Im Mittelalter wurden im Innenhof Wettkämpfe im Armbrustschießen abgehalten.

Der Teisenhoferhof zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Wachau und gilt als schönster Renaissancebau der Region. Er liegt unterhalb des steil und felsig abfallenden Kirchbergs mit der dominanten Wehrkirche, im Zentrum von Weißenkirchen. Besonders schön ist der Innenhof, mit seinen mit Blumen und Maiskolben geschmückten Arkaden.

Heute ist hier ein Kulturzentrum und das Wachau-Museum untergebracht. Im sehenswerten Museum sind Arbeitsgeräte zur Weinherstellung, Volkskultur, Trachten und Gemälde der Wachau-Maler aus der Region zu bewundern.

Der romantische Innenhof wird für verschiedene Veranstaltungen, wie Weinfeste und Theateraufführungen genutzt. Vom Marktplatz gesehen tritt der Teisenhoferhof zunächst etwas in den Hintergrund. An seiner Westseite hinterläßt er einen wuchtigen, burgartigen Eindruck.

Der Teisenhoferhof und seine Geschichte

An der Stelle des heute sichtbaren Teisenhoferhofs in Weißenkirchen standen, bis zum Jahr 1334, zwei Gebäude aus dem Besitz des Bistums Freising in Oberbayern. Das reiche Bistum unterhielt weitläufige Weingärten um Weißenkirchen und besaß im Ortszentrum mehrere Weinlesehöfe zur Weinherstellung.

Leutold II. von Kuenring (1308 – 1348) ließ die Freisinger Gebäude abtragen. Seine Nachfolger errichteten um 1350 ein ausgedehntes Hofgebäude im Stil der Gotik. Von 1439 bis 1465 ist als Besitzer der Ratsbürger und Zechmeister Heinrich Teisenhofer nachweisbar, der den Hof weiter vergrößerte.

Ab 1525 wird als Inhaber Michael Gebl (oder Göbl) genannt, der den Bau von 1542 bis 1548 im Stil der Renaissance umgestalten ließ. Die Anlage wurde um den wunderschönen Arkadenhof und den beiden Wehrtürmen mit Zinnen erweitert. In dieser Zeit wurden hier Wettkämpfe im Armbrustschießen abgehalten, daher ist der Hof auch als „Schützenhof“ bekannt.

1793 brannte der Teisenhoferhof fast vollständig ab, wurde aber wieder renoviert und aufgebaut. Ab 1965 wurde in einem Flügel des Anwesens begonnen das Wachau-Museum einzurichten, da die Gebäudeteile auf der Seite zum Marktplatz noch bewohnt waren.

Einkehrtipp in Weißenkirchen: Kirchenwirt

In den Gaststuben vom Kirchenwirt in Weißenkirchen wird klassisch-bodenständige österreichische Küche serviert, dazu beste Weine aus der Wachau. Auf der Speisekarte finden sich auch Wachauer und Waldviertler Gerichte. Im rustikalen, gemütlichen Ambiente bringen uns charmante Kellner knusprige Backhendl und Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster – ein perfektes kulinarisches Erlebnis. Schöner Gastgarten mit Weinlaube unter einer alten Linde. Adresse: Hotel Restaurant Kirchenwirt, Kremser Straße 17, 3610 Weißenkirchen. Website: www.kirchenwirt-wachau.at


WERBUNG



Ruine Dürnstein: Richard Löwenherz in Geiselhaft

duernstein-burg-stadt-wachau-donau-niederoesterreich Den schönsten Blick auf das weltberühmte Dürnstein mit seiner Burgruine hat der Besucher von Rossatzbach. Blickfang sind der blaue Turm von Stiftskirche und die Burg aus dem 12. Jahrhundert. In dieser Festung war einst der englische König Richard Löwenherz in mehrmonatiger Gefangenschaft.

Den schönsten Blick auf das weltberühmte Dürnstein mit seiner Burgruine hat der Besucher von Rossatzbach. Blickfang sind der blaue Turm der Stiftskirche und die Burg aus dem 12. Jahrhundert. In dieser Festung war einst der englische König Richard Löwenherz in mehrmonatiger Gefangenschaft.

Die Burgruine in Dürnstein ist eine weltbekannte Sehenswürdigkeit in der Wachau und entsprechend gut besucht. Die Burg erlangte vor allem durch die Inhaftierung von König Richard I. Löwenherz (1157 – 1199) große Bekanntheit. Alleine schon die Tatsache, dass der englische König sich mehrere Monate in Dürnstein aufgehalten hat, übt eine magische Faszination auf die Besucher aus – und auch auf uns.

König Richard war ein mutiger Ritter und zu Lebzeiten bereits eine Legende. Die Burg Dürnstein bietet einen grandiosen Panoramablick auf das mittelalterliche Städtchen, das Donautal, sowie der einmaligen Landschaft mit Wäldern und unzähligen Weingärten. Ob die beinahe unwirkliche Schönheit der Wachau auch der englische König so bewunderte, wer weiß?

Aufstieg zur Ruine von Dürnstein

In Dürnstein, vom Parkplatz kommend, zweigt rechts vor dem Kremser Tor der „Ruinenweg“ zur Burg ab. In etwa dreißig Minuten ist die Ruine erreicht, begleitet von den Infotafeln des Themenwegs „Löwenherz in Dürnstein“. Der noch steilere, zweite Anstieg zur Burg ist der sogenannte Eselssteig, dieser beginnt gleich innerhalb der Stadt, kurz nach der Kunigundenkirche.

Die Geschichte der Burg Dürnstein

Im 12. Jahrhundert erwarb Azzo von Gobatsburg, der Stammvater der Kuenringer, das Gebiet um die Burg vom damaligen Eigentümer, dem Kloster Tegernsee. Sein Enkel Hadmar I. von Kuenring erbaute hier ab 1130 die Burg Dürnstein.

Die Nachfolger Albero III. und Hadmar II. von Kuenring errichteten zur Verstärkung der Anlage ab 1180 die Oberburg. Die Stadt und die Burg wurden später durch eine Wehrmauer, einer Verlängerung der Stadtmauer, miteinander verbunden.

Seit dem Jahr 1306 wurde eine Burgkapelle in Dürnstein urkundlich erwähnt. Etwas oberhalb der Burgkapelle liegt der innere Burghof, in diesem befindet sich ein mächtiger Felsblock mit ausgehauenem Keller.

Ab 1588 wurde die Festung durch Streun von Schwarzenau renoviert. Schwedische Truppen eroberten in der Endphase des Dreißigjährigen Kriegs im Jahr 1645 auch Dürnstein. Bei ihrem Abzug wurde die Burg unter General Torstensson gesprengt und zerstört. Ab 1662 war die Burg endgültig unbewohnt.

Berühmteste Geisel des Mittelalters: Richard I.

erdberg-wien-gefangennahme-richard-loewenherz-1192-liber-ad-honorem-augusti

Die Illustration zeigt die Gefangennahme von Richard Löwenherz in Erdberg, einem Stadtteil von Wien. Richard und seine Begleiter waren dort aufgefallen, da sie mit orientalischen Münzen bezahlten. In einem Gasthof wurde der englische König 1192 verhaftet. Die Abbildung entstammt der staufischen Bilderchronik „Liber ad honorem Augusti“ aus dem Jahr 1195. Foto: Wikipedia

Während des dritten Kreuzzugs (1189 – 1192) wurde von den Kreuzfahrern und dem Köngigreich Jerusalem die Hafenstadt Akkon erobert. Mit dabei waren folgende Befehlshaber: König Richard I. von England, Philipp II. von Frankreich, Leopold V. von Österreich, Guido von Jerusalem, Konrad von Montferrat und Friedrich V. von Schwaben.

Nach dem Sieg in Akkon demütigte König Richard (1157 – 1199) den österreichischen Herzog Leopold (1177 – 1194) zutiefst. Der englische König ließ im Streit um die Beuteverteilung, die Standarte Österreichs in den Burggraben werfen. Durch diese Machtdemonstration provozierte Richard den Zorn aller teilnehmenden Befehlshaber der Kreuzzugs. Dies sollte dem englischen König später noch sehr teuer zu stehen kommen.

Richard Löwenherz war ein rothaariger Hüne, 1,86 Meter groß, Kreuzritter und der Poesie zugetan – gleichzeitig ein Haudegen. Furchtlos und mutig, bis zum Leichtsinn stürzte er sich ins Kampfgetümmel, daher auch sein Beiname „Cœur de Lion“ bzw. „Lionheart“ (Löwenherz). Aber der König war auch Stratege und Machtpolitiker, der sich im Kräftespiel der europäischen Dynastien zu einem der einflussreichsten Politiker entwickelt hatte.

richard-i-lionheart-wikipedia Portrait von Richard I. Löwenherz, aus dem 13. Jdh. Die Zeichnung stammt aus der Chronik Historia Anglorum, des Benediktinermönchs Matthew Paris aus der Abteil St. Albans, bei London. Heute befindet sich das Werk in der British Library, der Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs unter dem Titel "Royal 14 C VII". Foto: Wikipedia

Zeichnung von Richard I. Löwenherz, aus dem 13. Jahrhundert. Die Zeichnung stammt aus der Chronik „Historia Anglorum“, des Benediktinermönchs Matthew Paris, aus der Abteil St. Albans, bei London. Heute befindet sich das Werk in der British Library, der Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs, unter dem Titel „Royal 14 C VII“. Foto: Wikipedia

Nach dem Ende des Kreuzzugs, auf dem Rückweg vom Heiligen Land, segelte Richard durch die Adria. Nur noch wenige Ritter begleiteten ihn auf seiner Reise. Das Schiff strandete, nach schweren Winterstürmen, zwischen Venedig und Aquileia.

Als einfacher Kaufmann verkleidet zog er mit seinen Begleitern weiter nach Norden. Im Städtchen Friesach, in Kärnten, bezogen sie in einem Bauernhof Quartier um nicht aufzufallen.

Warum Richard ausgerechnet an Wien vorbei nach Hause wollte, bleibt ein Rätsel. Denn in Österreich herrscht Leopold V., den der König während des Kreuzzugs derart gedemütigt hatte, dass dieser hasserfüllt abgereist war. Im Winter 1192, wurde Richard in Erdberg bei Wien erkannt, verhaftet und Leopold vorgeführt.

Richard Löwenherz wird nach seiner Festnahme umgehend auf die Burg Dürnstein in der Wachau gebracht. Von Dezember 1192 bis März 1193 soll er sich in der Burg aufgehalten haben. Aber sicherlich nicht im kalten Kerker, sondern in den beheizten Wohnräumen und bei guter Verpflegung. Schließlich war der königliche Gefangene sehr wertvoll.

Die Gefangenschaft des englischen Königs löste in Europa, bis in den Orient, ein politisches Erdbeben aus. Die damalige Welt, von London über Paris, von Rom bis Sizilien, von der Normandie bis in das deutsche Reich und bis ins Heilige Land, war erschüttert.

Es ist unklar, ob sich Richard Löwenherz ausschließlich in der Burg Dürnstein, oder auch auf einer Nebenburg aufgehalten hat. Sicher ist, dass Herzog Leopold V. ihn im Gebiet der Wachau festhielt. Er versprach sich von der königlichen Geisel fette Beute.

burg-duernstein-rekonstruktion-plan-text Rekonstruktionszeichnung der Burg Dürnstein, wie sie im 15. Jahrhundert ausgesehen hat.

Rekonstruktionszeichnung der Burg Dürnstein in der Wachau, wie sie im 15. Jahrhundert aussah.

Leopold zog umgehend den römisch-deutschen Kaiser Heinrich VI. (1165 – 1197) ins Vertrauen. Der Sohn von Friedrich I. Barbarossa, hatte mit Richard ohnehin eine Rechnung offen. Denn das Haus Plantagenet, aus dem Richard stammte, unterstützte seine größten Widersacher – die Welfen.

Heinrich VI. wollte das politische Kapital nutzen, das sich aus der Gefangennahme von König Richard ergab, aber auch das Lösegeld an sich bringen. Nach der Vertragsunterzeichnung durch den Kaiser lieferte Leopold V. Richard Löwenherz, im März 1193, in Speyer an Heinrich VI. aus.

Eine der Forderungen war die Zahlung der ungeheuren Summe von 100 000 Kölnische Mark in Silber, was umgerechnet dreiundzwanzig Tonnen Silber waren. Diese Forderung entsprach den zweifachen Jahreseinkünften der ganzen englischen Krone.

Richards Mutter, Herzogin Eleonore von Aquitanien (1122 – 1204), begann inzwischen das Lösegeld für ihren Sohn zusammenzutragen. Diejenigen Güter, die Richard noch nicht für den Kreuzzug veräußert hatte, verkaufte jetzt seine Mutter. Bis heute sind keine wertvollen Objekte aus dieser Zeit erhalten. Richard Löwenherz wurde nach Zahlung des Lösegeldes, im Februar 1194 in Mainz am Rhein, freigelassen und traf im März in London ein.

richard-i-loewenherz-koenig-von-england-portrait-kathedrale-von-rouen-frankreich Dieses Portrait von Richard Löwenherz stammt von seinem Steinsarg in der gotischen Kathedrale von Rouen (Normandie). 1199 starb Richard I. in Frankreich, sein Leichnam wurde in der Abtei Fontevrault beigesetzt, sein Herz in der Kathedrale von Rouen. Foto: Wikipedia

Steinskulptur von Richard Löwenherz, von seinem Sarg in der gotischen Kathedrale von Rouen (Normandie). Sein Leichnam wurde in der Abtei Fontevrault beigesetzt, sein Herz ruht in der Kathedrale von Rouen. Foto: Wikipedia

Richard verpflichtete sich außerdem, England vom Kaiser als Lehen zu nehmen und Heinrich VI. den Treueeid als Lehnsmann zu leisten. Damit erkannte Richard für sein Königreich England die Oberhoheit des Kaisers an.

Dies hatte für Heinrich den Vorteil, dass er Richard als Verbündeten dazu gewann. Der Kaiser brachte sich damit geschickt in eine Vermittlerposition zwischen England und Frankreich. Richard I. dagegen war in seiner Heimat gezwungen, seine Besitzungen in Frankreich in zahlreichen Kämpfen und Belagerungen zu verteidigen.

März 1199: Die Auseinandersetzungen mit dem aufständischen Adel in Aquitanien, machten die Belagerung der Burg Châlus, im Bezirk Limoges, dringend erforderlich. Dabei traf Richard der Pfeil eines Armbrustschützen und fügte ihm eine schwere Verwundung zu. Das gefürchtete Wundfieber stellte sich ein – Richard Löwenherz, König von England und berühmtester Kreuzfahrer seiner Zeit, starb in Châlus am 6. April 1199.

Richard Löwenherz wurde in der Abtei Fontevrault beigesetzt, der Grablege des englischen Königshauses der Plantagenet, sein Herz in der Kathedrale von Rouen. Da Richard kinderlos starb, folgte ihm sein Bruder Johann I. auf den englischen Thron.

Buchtipp

  • Löwenherz. Hinterlassene Spuren, Mary Lavater-Sloman, Artemis-Verlag.
    Die Romanbiographie beschreibt nicht nur das Leben von Richard Löwenherz, sie zeichnet auch ein ein Zeitbild des zwölften Jahrhunderts.

Tipp: Sonderaustellung „Richard Löwenherz“ in Speyer

speyer-sonderausstellung-richard-loewenherz

Historisches Museum Speyer: Sonderausstellung Richard Löwenherz, König – Ritter – Gefangener
vom 17. September 2017 bis 15. April 2018. Website: museum.speyer.de

Einkehrtipp in Dürrnstein: Kuehnringerhof

Das Gasthaus Kuehnringerhof bietet im Zentrum von Dürnstein regionale, bodenständige Küche mit freundlichem Service. Auch ein Gastgarten, zur verkehrsberuhigten Hauptstraße hin, wird angeboten. Wir hatten nach dem Burgbesuch große Lust auf einen Kaiserschmarrn. Dieser wurde goldgelb gebacken, mit Rosinen verfeinert und sehr locker-zart serviert. Dazu gab es hausgemachtes Marillenkompott. Wer gut und günstig in Dürnstein essen möchte, ist im Kuehnringerhof bestens aufgehoben. Adresse: Gasthaus & Cafe „Kuehnringerhof“, Nr. 4, 3601 Dürnstein.


WERBUNG




Burgruine Aggstein: Steile Lage hoch über der Donau

burg-aggstein-ruine-wachau-donau-niederoesterreich Die Burg Aggstein wacht auf einem steilen Felsen über dem Donautal. Die Lage der Burg war hervorragend gewählt für einen Beobachtungsposten, denn wer hier Burgherr besaß auch das Mautrecht für die Handelschiffe auf der Donau. Im Gegenzug mussten die Treidelwege (Leinpfade) für die Zugtiere instand gehalten werden.

Die Burg Aggstein wacht auf steilen Felsen über dem Donautal. Ihre Lage war hervorragend gewählt für einen Beobachtungsposten. Wer hier Burgherr besaß auch das Mautrecht der auf der Donau fahrenden Schiffe. Im Gegenzug mussten die Treidelwege für die Zugtiere gepflegt werden.

Das berühmte Ausflugsziel der Wachau, am Südufer der Donau, ist die kühn platzierte Burg Aggstein. Die beeindruckende Ruine wacht majestätisch, in über dreihundert Meter Höhe, auf einem steil abfallenden Felsvorsprung hoch über Donautal. Ein Erlebnis für große und kleine Burgen-Freunde.

Da sich auch viele Sagen um Aggstein ranken ist sie die beliebteste Burgruine in Österreich. Ein Rittersaal, mehrere Burgtore, Höfe und Türme, eine Burgkapelle sowie eine mittelalterliche Taverne lassen den Besucher in die Zeit des Hoch- und Spätmittelalters eintauchen. Heute ist Burg Aggstein bequem mit dem Auto erreichbar, von oben öffnet sich eine fantastische Aussicht auf die Wachau.

Die Höhenburg wurde im späten 12. Jahrhundert, auf den Fundamenten einer Vorgängeranlage, von der Ministerialenfamilie der Kuenringer errichtet. Ihre in Grundzügen bis heute erhaltene Form, erhielt die Burg etwa drei Jahrhunderte später. Den Burgherren erlaubte die Festung die Kontrolle des Transitverkehrs (Mautrecht) auf der Donau.

Die Lage von Aggstein war für einen Beobachtungsposten über der Donau gut gewählt. Von der steilen Felszunge kann man den Fluss kilometerweit überblicken. Außerdem gab es im Donautal zwei sogenannte Blashäuser, die jede Schiffsannäherung durch Trompetensignale meldeten.

Rundgang durch die Burg

Unser Rundgang durch die Ruine Aggstein beginnt beim Parkplatz, der sich auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg befindet. Von dieser haben sich rechts zwei Wirtschaftsgebäude aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Im Torwärterhaus aus dem 17. Jahrhundert sind heute die Kasse und ein schöner Andenkenladen untergebracht.

Die Vorburg wurde durch einen Graben mit Holzbrücke abgesichert. Dicke Steinmauern flankieren die Vorburg bis zum Hauptportal der Festung. Über die Torzufahrt wird das Tor und dahinter der erste Hof erreicht. Von hier ist der Verteidigungsabschnitt, hoch oben am Felskopf des Bürgels, gut sichtbar.

Um in die Kernburg zu kommen, muss noch das zweite und dritte Tor durchschritten werden. Nun ist der zentrale Burghof der Mittelburg, der von den beiden Felsköpfen begrenzt wird, erreicht. Die Hauptburg ist von einer Ringmauer und Wehrgängen umgeben, die um 1530 angelegt wurden.

Hinter dem Brunnenturm befand sich einst vermutlich eine Bäckerei. Von hier aus ist der Treppenzugang zum Bürgel möglich. Dieser mächtige Felsen war im 12. Jahrhundert bereits mit einem Gebäude versehen, später sogar mit einem mehrgeschossigen Wehrgebäude. Vom Bürgel bietet sich eine schöne Aussicht auf den Burghof und die Hochburg.

An der Südseite des Hofs steht ein langgezogener Bau aus dem 17. Jahrhundert, der als Verwaltungs- und Wohngebäude diente. Daneben ist die überlegenswichtige Zisterne im Boden eingelassen.

Gegenüber ist die Burgküche mit ihrem pyramidenförmigen Kamin, daran angeschlossen ist die Dürnitz, der beheizbare Speise- und Aufenthaltsraum der Burgbesatzung. Heute befindet sich hier die Burgtaverne, noch immer wird in den Mauern der einstigen Burgküche gekocht.

Vom Burghof geht unser Rundgang weiter zum vordersten Felsenkopf, der Stein genannt wird. Hier befindet sich die Hochburg, der Einstieg liegt in sechs Metern Höhe und ist mit einem Wurferker geschützt. Dieser Hocheingang wurde im 15. Jahrhundert angelegt und war über einen Holzsteg, sowie einer Zugbrücke zugänglich.

Links vom Eingang steht ein viergeschossiges Gebäude: Der sogenannte Frauenturm. Seine Bausubstanz stammt aus der Zeit um 1300. Die spätgotische Burgkapelle wurde im 15. Jahrhundert angelegt. Das Gewölbe der Kapelle wird von Kreuzrippen überspannt und verfügt über zwei schmale querliegende Öffnungen, sogenannte Segensschlitze, in der Rückwand.

aggstein-burg-regenbogen-rosengaertlein-wachau-niederoesterreich Vom Felsbalkon, auch "Rösengärtlein" genannt, belohnt uns doch noch die Sonne mit einem wunderschönen Regenbogen, für das regnerische Wetter.

Vom Felsbalkon mit phantastischem Donaublick, auch „Rösengärtlein“ genannt, belohnt uns die Sonne mit einem wunderschönen Regenbogen, für das regnerische Wetter.

Neben der Kapelle wurde der Palas errichtet, von dem noch Mauerreste aus dem 12. Jahrhundert erhalten sind. Hinter einem niedrigen Durchgang im Hof, erreicht der Besucher einen Felsabsatz, der einen atemberaubenden Blick auf die Donau bietet. Der Sage nach ist dies das gefürchtete „Rosengärtlein„, in das die Gefangenen ausgesperrt wurden.

Seit 2004 die gesamte Burgruine renoviert wurde, machen Aussichtsplattformen, Informations- und Erlebnisstationen, ein Themenrundweg, der Burgshop, ein Rittersaal sowie Orientierungs- und Leitsysteme, sowie unzählige Zugangstreppen, den Besuch der Burg Aggstein für alle zu einer spannenden Reise in die Vergangenheit.

Einkehrtipp in der Burg Aggstein: Burgtaverne

Die Burgtaverne ist Pflicht für kleine und große Burgen-Freunde. Das Interieur der Burgtaverne ist wahrhaft ritterlich! Aber nicht abschrecken lassen, das Essen ist vorzüglich und die Aussicht aus den Fenstern auf die Donau einmalig. Da wir im Herbst unterwegs waren, fanden wir das Feuer im Kamin besonders gemütlich. Adresse: Taverne Burgruine Aggstein, Aggsbach Dorf, 3642 Aggstein.


WERBUNG



Stift Melk: Touristenattraktion und Geldmaschine

melk-stift-benediktinerkloster-wachau-niederoesterreich Den besten Panoramablick auf das berühmte barocke Benediktinerstift bietet sich vom Hauptplatz in Melk. Seine großartige Architektur ist weltbekannt, jährlich besichtigen das Ensemble fast ein halbe Million Besucher.

Den besten Panoramablick auf das barocke Benediktinerstift Melk bietet sich vom Hauptplatz im Städtchen Melk. Das weltbekannte Kloster wird pro Jahr von einer halben Million Besucher besichtigt.

Stift Melk ist eines der prächtigsten Barockensembles Europas. Seine großartige Architektur ist weltweit bekannt und ist UNESCO Welterbe. Zur Klosteranlage Melk kommen jährlich eine halbe Million Besucher. Das Benediktinerstift liegt am westlichen Eingang zur Wachau, auf einem steil abfallenden Felsen, über der Stadt Melk.

Seit 1089 leben und wirken in ununterbrochener Tradition Benediktinermönche im Stift Melk. Nach der Regel des heiligen Benedikt versuchen sie das „Ora et labora et lege“ (Bete und arbeite und lerne) in Seelsorge, Bildung (Stiftsgymnasium) und Kultur umzusetzen, um das Kloster wirtschaftlich am Leben zu erhalten. Inzwischen ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle.

Für die Besichtigung von Stift Melk sollte man wenigstens zwei Stunden Zeit einkalkulieren. Eine Führung dauert etwa eine Stunde, ein Besuch im Stiftspark und Klostergarten kann in der Länge variieren. Für die Besichtigung der Bastei mit Ausstellungen sollten etwa dreißig Minuten zusätzlich eingeplant werden. Ein großer kostenloser Parkplatz steht zur Verfügung.

Unser Kommentar über das Stift Melk

Wer sich dem Stift Melk nähert, wird schon durch die schiere Größe des Ensembles zur Demut gezwungen. Hier haben sich Pracht und Pomp der Gegenreformation ein Sinnbild gesetzt. Uns persönlich ist das Zeitalter und damit auch die Architektur des Barock zu monarchisch, konservativ, katholisch und staatstragend.

Die Rolle der Bevölkerung wurde im Barock auf die von Zuschauern im Staat zurückgedrängt. Sie sollen die Macht der Herrschenden verherrlichen, oder schweigen. Eine Ära, in der Kritik höchst unerwünscht war. Schon vor dem Besuch des Klosters waren wir skeptisch, unsere Bedenken sollten bestätigen.

Im Benediktinerstift Melk entstand der Eindruck, dass wir uns inmitten einer riesigen Geldmaschine befinden. Der zahlende Besucher wird durchgeschleust. Die Eintrittspreise von 13 Euro mit Führung (ohne Führung 11 Euro) sind ohnehin happig für das gebotene. Das Fotografierverbot in den Innenräumen ist verständlich, ein unendliches Blitzgewitter wäre ohne dieses die Folge.

Die Führungen durch die Innenräume wurden sehr flott durchgezogen. Sie boten spärliche Informationen zur Geschichte des Stifts, oder über das Leben der Benediktiner. Wir hatten uns dazu entschlossen keine Führung mitzumachen, sondern solo die Ausstellung zu besichtigen.

Aber wir hatten keine Chance die Infotafeln durchzulesen, oder die ausgestellten Objekte im Museum eingehend zu betrachten. Jede der Gruppen war, in den ohnehin kleinen Räumen, mit etwa zwanzig Personen zwar nur wenige Minuten, aber die nächste Gruppe wartete bereits und betrat dann auch sofort denselben – und so weiter. Die Enge in den Räumen und die Vorträge der Mitarbeiter, zerstörten jegliche Möglichkeit sich mit einzelnen Ausstellungsstücken vertiefend auseinanderzusetzen.

Als in der Stiftsbibliothek der berühmte Buchautor Umberto Eco seine Inspirationen für den Roman „Der Name der Rose“ empfing, muss er eine Sonderführung genossen haben. Wer Stille, Einkehr und Inspiration sucht, wird sie hier sicherlich nicht finden. Stift Melk verkümmert, und zwar zu einer riesigen Touristenattraktion. Ein hoher Preis, vermutlich auch für die Benediktinermönche.

Wozu benötigt ein Benediktinerkloster einen barocken Gartenpavillon? Auch der kleine Kräutergarten ist in der Relation dazu fast schon ein Witz, spendet aber immerhin einen Rest klösterlichen Flairs. Bei uns blieb der Eindruck, dass wir eine prunkvolle Schlossanlage besichtigt hatten und nicht ein Kloster.

Für uns wäre eine Besichtigung der Außenanlagen, mit dem beengten Blick durch eine Glaswand in die Stiftskirche, völlig ausreichend gewesen. Die Eindrücke des Ausflugs nach Stift Melk bleiben widersprüchlich – dies resultiert sicherlich aus unserer Abneigung für den Barock und seinem Zeitalter.

Kurzbesuch im Städtchen Melk

Den besten Panoramablick auf Stift Melk kann der Besucher ohnehin im hübschen Städtchen Melk genießen, das direkt unter dem Kloster liegt. Von dort können auch die gigantischen Ausmaße des schönbrunnergelben Barockensembles betrachtet werden.

Sehenswert in Melk sind beispielsweise „Die schönste Post Österreichs“ von 1792, mit reich geschmückter Fassade und großem Kuppeldach. Der Kolomani-Brunnen am Rathausplatz und der alte Brotladen mit schindelgedecktem Dach, sind weitere Sehenswürdigkeiten.

Einkehrtipp in Melk

Am Hauptplatz und Beginn der Fußgängerzone in Melk, bietet der Schmankerlfleischer Sdraule preiswerte Mittagsmenüs, diverse warme Speisen, wie z. B. Schweinsbraten- oder Leberkäs-Semmeln und ausgezeichnete Spezialitäten vom Grill. Hervorragend ist auch das Bier vom Waldviertler Haselbräu. Wer mag setzt sich in die gemütliche Stube, im Sommer kann man auch draußen sitzen und auf den Hauptplatz blicken. Adresse: Fleischer Josef Sdraule, mit Schmankerlstube und Gastgarten am Hauptplatz, Hauptstraße 2, A – 3390 Melk. Website: www.sdraule.at


Fazit

willendorf-burg-aggstein-wachau-donau-niederoesterreich Majestätisch thront die Burg Aggstein über der Donau. Diesen schönen Blick auf die Ruine kann man von Willendorf aus genießen.

Majestätisch thront die Burg Aggstein auf steilen Felsen über der Donau. Diese Aussicht auf die Ruine kann man von Willendorf aus genießen.

In der Wachau lassen sich wunderschöne Wanderungen durch die Weinberge und den Dunkelsteinerwald unternehmen. Wir konnten beeindruckende Aussichten auf die Donau genießen und interessante Sehenswürdigkeiten aus der Geschichte der Region besichtigen. Die Natur der Flusslandschaft zeichnet sich in der Wachau durch Auwaldreste, Trockenrasen und Wälder aus, in denen sich ein hoher Artenreichtum findet.

Die sanften mit Weingärten bepflanzten Hänge, der mittelalterliche Charakter der Ortschaften und die Ufergebiete der Donau, fügen sich zu einer unvergleichlichen Kulturlandschaft. Dazu kommt die Herzlichkeit ihrer Bewohner, das angenehm milde Klima und die ausgezeichnete Wein- und Wirtshauskultur.

Wir waren hier für eine Woche im Herbst unterwegs, viel zu kurz um alle Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, oder um mehrere Wanderungen zu genießen. Die Wachau ist zu jeder Jahreszeit eine magische Gegend, wunderschön ist sicherlich auch ein Besuch zur Marillenblüte im Frühling. Wir werden wiederkommen!


WERBUNG



Buchtipps Wachau

  • Reisehandbuch: Wachau, Wald- und Weinviertel
    von Barbara Reiter und Michael Wistuba, Verlag Michael Müller.
  • Wachau: mit Dunkelsteinerwald, Nibelungengau und Strudengau
    von Franz und Rudolf Hauleitner, Rother Wanderführer

Weitere Infos und Prospekte zum Pdf-Download: www.donau.com


Wer seine Amazon-Buchbestellung über die Anzeige unten abwickelt, unterstützt uns ohne jeglichen Mehraufwand, um unsere laufenden Kosten für den Blog etwas abzudecken. Vielen Dank dafür.
WERBUNG


Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.