Das Salz der Erde – Filmdoku von Wim Wenders über den Ausnahmefotografen Sebastião Salgado

Wim Wenders und Sebastião Salgado, Produktionsbesprechung zum Film "Das Salz der Erde".

Wim Wenders und Sebastião Salgado bei der Produktion der Dokumentation „Das Salz der Erde“.

Wim Wenders neuer Dokumentarfilm Das Salz der Erde, über den Fotografen Sebastião Salgado ist eine bildgewaltige Würdigung des brasilianischen Ausnahme-Fotografen Sebastião Salgado und dessen Kampf um Würde und Menschlichkeit. Am 30. Oktober kommt das Werk deutschlandweit ins Kino. Es empfiehlt sich umbedingt ein Kinobesuch. Schon bei der Premiere in Cannes ernteten Wenders und sein Co-Regisseur Juliano Ribeiro Salgado stürmischen Applaus.

Der Film ist ein Dokument der Verehrung für Sebastião Salgado. Während der letzten 40 Jahre hat der Fotograf und Fotoreporter die Kontinente bereist und die Menschheit im Wandel abgelichtet. Er war Zeuge vieler großer Ereignisse der jüngeren Geschichte, und nun begibt er sich auf eine Entdeckungsreise in unberührte Territorien.

„Ihr seid das Salz der Erde“, so lautet ein Bibelzitat (Matthäus 5,13). Viel mehr als Salzkörner können sie kaum sein, die Menschen, die unsere Erde zu dem gemacht haben, was sie ist – im Positiven wie im Negativen. Das Sprichwort ist aber auch eine leicht zugängliche Metapher für das Kunsthandwerk der analogen Fotografie, bei der erst die Belichtung der Silbersalze ein fertiges Bild erscheinen lässt. Es ist diese Profession, auf die sich Salgado so gut versteht, dass Wim Wenders ihm einen Dokumentarfilm gewidmet hat.

Das Salz der Erde ist nicht nur ein filmisches Portfolio voller beeindruckender Aufnahmen geworden, sondern auch die sehr persönliche Geschichte eines Mannes, der im Laufe seines Lebens unglaubliche Dinge gesehen hat. Aber auch schwer zu Ertragendes dokumentierte.

Die Arbeit als Kriegsberichterstatter setzt Salgado immer mehr zu. Nach den traumatischen Eindrücken in Ruanda setzt er einen Schlussstrich unter diese Art von Fotografie. Er will kein kalter Zyniker werden und widmet sich seinem neuen großen Projekt mit dem Titel „Genesis„. Landschaftsportraits, die die Schöpfung, die Natur, die Schönheit dieser Welt feiern.

Verantwortlich für diese intime Perspektive ist mit Sicherheit zum Großteil sein eigener Sohn Juliano Ribeiro Salgado, der neben Wenders als Co-Regisseur fungierte. Die beiden Filmemacher wählen einen gelungenen Weg der Annäherung an den Fotografen und sein Werk. Sie begleiten ihn während der Arbeit bei Ureinwohnern in Papua-Neuguinea oder in der Arktis, zeigen seine ersten Fotografien und zeichnen in groben Strichen seinen Werdegang nach.

Mal ist es die Perspektive Wenders, mal die Juliano Ribeiro Salgados, dann wieder kommt der Fotograf selbst zu Wort, erzählt von seinen Reisen und der Entstehung seiner Bilder. So fällt es leicht, ein erstes Gefühl für den Blick des Mannes zu entwickeln, ein autobiografisch geprägtes Verständnis für seine Themen, Empathie für ihn und seine Familie. Ein bewegendes, monumentales Werk, das gerade auf der großen Leinwand eine ungeheure Wucht entfaltet.

Die Auszeichnungen für das Salz der Erde

Das Salz der Erde wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2014 in der Sektion Un Certain Regard mit dem Spezialpreis ausgezeichnet. Im Rahmen der 14. Filmkunstmesse Leipzig erhielt der Film von der Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater den Gilde-Filmpreis als Beste Dokumentation. Am 15. Januar 2015 wurde „Das Salz der Erde“ von der US-Filmakademie für einen Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert. Am 20. Februar gewann französischen Filmpreis César als Bester Dokumentarfilm.


Originaltitel: Le Sel de la Terre
Regie: Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsland: Frankreich, Italien, Brasilien
Produktionsjahr: 2014
Länge: 109 Minuten
Verleih: NFP marketing & distribution
Musik: Laurent Petitgand
Kinostart: 30.10.2014


„Das Salz der Erde“ (Trailer deutsch), Kinostart: 30.10.2014


Link zum ARD-Video: Der Kampf um Würde und Menschlichkeit: „The Salt of the Earth“ Fimpremiere in Cannes am 26.05.14 (nur bis 24.11.14 verfügbar)
http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/der-kampf-um-wuerde-und-menschlichkeit-the-salt-of-the-earth-von-wim-wenders-100.html


 

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