Musik-Rezension: Xylouris White – Mother (2018)


Musik-Rezension: Xylouris White - Mother (2018) - xylouris white - Das Duo "Xylouris White" George Xylouris (Laute, Gesang) und Jim White (Schlagzeug) beim Fototermin in Gebirge von Kreta. Foto: www.xylouriswhite.com, Manolis Mathioudakis

Das Duo „Xylouris White“ mit George Xylouris (Laute, Gesang – links) und Jim White (Schlagzeug) beim entspannten Fototermin in den Bergen Kretas. Foto: www.xylouriswhite.com, Manolis Mathioudakis

Das kretisch-australische Musikerduo Xylouris White hat inzwischen sein drittes Album „Mother“ veröffentlicht. Zugegeben das ist keine ganz aktuelle Nachricht, das Album ist am 19. Januar 2018 erschienen. Doch für Musikfans sind es gute News. Wir möchten euch das Werk ans Herz legen, denn bei uns hat es sich zum Dauerbrenner entwickelt. Zuhause oder unterwegs: Der Sound von Xylouris White begleitet uns. Das Album ist sicherlich der perfekte Soundtrack für eine Reise nach Kreta!

Vielleicht liegt das daran, dass wir die Musik der Xylouris-Familie, aus dem kretischen Bergdorf Anogia (Ανώγεια) im Bezirk Rethymno, seit Jahrzehnten verehren. Das Bandmitglied George Xylouris gehört zur einflussreichsten und bekanntesten griechischen Musikerfamilie überhaupt. Gleichzeitig ist er einer ist einer der besten Spieler der kretischen Laute und eindrucksvoller Sänger, mit rauchig-weicher Stimme. Übrigens, ein Laouto (λαούτο) ist eine griechische Langhalslaute, ähnlich der arabischen Saz. 

Sein Vater ist die Lyra-Legende Andonis Xylouris, in Griechenland und International als Psarandonis bekannt. Psarandonis ist seit Jahrzehnten ebenso berühmt wie Kult und zählt zu bedeutendsten Lyra-Spielern und Sängern Kretas. Wer Psarandonis Gesang kennt, weiß woher George seine Stimme hat. Außerdem ist George Neffe der griechischen Musik-Ikone, dem Sänger Nikos Xylouris (1936 – 1980).

Zusammen mit dem virtuosen australischen Drummer Jim White, einem der Mitbegründer der Postrock-Pioniere „Dirty Three“, gründete George Xylouris 2013 die Band Xylouris White. Die beiden kennen sich bereits seit Anfang der 1990er-Jahre aus Melbourne in Australien, dort hat George lange gelebt. Getrommelt hat Jim White u. a. für die Musiker Nick Cave oder PJ Harvey.

Musik-Rezension: Xylouris White - Mother (2018) - Live sind die Xylouris White ein intensives Erlebnis, wir konnten sie im Oktober 2016 in München erleben. Foto: Wikipedia, G. Garitan

Live sind Xylouris White ein explosiv-intensives Erlebnis und kommen „scharf rüber“. Wir konnten sie im Oktober 2016 im Milla Live Club in München hören und sehen. Foto: Wikipedia, G. Garitan

George Xylouris und Jim White sind nicht nur künstlerisch interessant. Beide kommen aus völlig konträren Welten (Kreta/Australien), sozusagen trifft sich Alte Welt und Neue Welt – und gleich wieder zurück. Die beiden Musiker haben durchaus optische Ähnlichkeiten. Jim White würde mit seinem Wuschelkopf und Bart einen prächtigen Kreter abgeben. Fast könnte er ein naher Verwandter von George sein. Bleibt die Frage, ob sich nun Gegensätze oder Ähnlichkeiten anziehen. Aber das ist eine andere Geschichte …

Zurück zur Musik: Der Sound von Xylouris White ist eine Mischung aus Folk, Weltmusik und Indierock der nach Griechenland, Afrika und dem Orient klingt. Eine Melange aus silbrigen Laouto-Klängen, griechischem Gesang und jazzigem Schlagzeug. Präsentiert von Profis mit jahrzehntelanger Erfahrung.

Live sind sie ein emotionales Erlebnis, wir konnten sie im Oktober 2016 in München sehen. Seitdem sind wir Fans. Im März und April 2018 sind Xylouris White auf Tournee durch USA. Im Mai, Juli und August 2018 spielen Xylouris White auch in Europa. Deutschland ist bislang für die Tour 2018 nicht im Programm.
Infos zur Tour 2018: bellaunion.com/live/#72 (ganz nach unten scrollen).

Wir finden das neue Album „Mother“ im Vergleich zu den Vorgänger-Alben „Goats“ (2014) und „Black Peak“ (2016) ausgereifter. Die Musik ist voller Folklore-Experimente. Der Sound wirkt auf uns eigensinnig-spartanisch und hingebungsvoll-intensiv. Manchmal fast sprerrig. Produziert wurde das Werk erneut von Guy Picciotto. Die Begleitung mit Violine und Gesang von Anna Roberts-Gevalt.

Xylouris White – Mother: Die Tracks in Kürze

  1. In The Media Res ähnelt einem Demo und dient mit vernebelten Lyraklängen der Aufwärmung.
  2. Das wilde Only Love ist für unser Liebling, mit hypnotischen Lautenlinien und treibendem Beat.
  3. Motorcycle Kondilies verströmt verspielt orientalische Klänge.
  4. Der Track Spud’s Garden entführt den Zuhörer erneut nach Afrika.
  5. Das Stück Daphne verströmt eine Intensität die uns an rituelle Tänze denken lässt.
  6. Magisch und der Antike verpflichtet ist Achilles Heel.
  7. Auf Woman From Anogeia steht die traditionelle Musik Kretas im Vordergrund.
  8. Das Instrumentalstück Call And Response besticht mit spannenden Lautenklängen.
  9. Das gespenstische Lullaby mit intensivem Gesang von George bildet den Schluss des Albums.

WERBUNG

medimops.de

Musik-Rezension: Xylouris White – Mother (2018


Tracklist & Informationen: Xylouris White – Mother

Musik-Rezension: Xylouris White - Mother (2018) - xylouris white mother - Das Design stellt erneut ein bronzezeitliches Schriftzeichen aus Kreta dar. Auch das Cover des Albums „Black Peak“ war ein Silbenzeichen aus der Linearschrift B, die vor 3.500 Jahren in Gebrauch war.

Das Design stellt erneut ein bronzezeitliches Schriftzeichen aus Kreta dar. Auch das Cover des Albums „Black Peak“ war ein Silbenzeichen aus der Linearschrift B, die vor 3.500 Jahren in Gebrauch war.

Tracklist
  1. In The Media Res
  2. Only Love
  3. Motorcycle Kondilies
  4. Spud’s Garden
  5. Daphne
  6. Achilles Heel
  7. Woman From Anogeia
  8. Call and Response
  9. Lullaby
Informationen
  • Künstler: Xylouris White
  • Erscheinungsdatum: 19. Januar 2018
  • Medien: CD, 12″ Vinyl, Download bei iTunes, Amazon
  • Label: Bella Union
  • Genre: Folk, Alternative, Indierock, World Music
  • Website: www.xylouriswhite.com
Musik-Rezension: Xylouris White – Mother (2018) - reise-zikaden.de, greece, crete, nida, psirloritis, rethymno - Die Landschaft oberhalb vom Bergdorf Anogia ist rau und einsam. Unser Foto zeigt die Nida-Hochebene auf etwa 1.400 Meter Höhe, ein Hochplateau im Psilorits-Massiv in Zentralkreta mit rund drei Kilometer Durchmesser.

Heimat der Xylouris-Familie: Die Landschaft hoch über dem Bergdorf Anogia ist rau und einsam. Die Nida-Hochebene liegt auf 1.400 Meter Höhe im Psilorits-Massiv in Zentralkreta und hat einen Durchmesser von drei Kilometern. In dieser Höhe ist nur noch Ziegen- und Schafzucht möglich.


Wer seine Amazon-Buchbestellung über die Anzeige unten abwickelt, unterstützt uns ohne jeglichen Mehraufwand, um unsere laufenden Kosten für den Blog etwas abzudecken. Vielen Dank dafür.
WERBUNG


Print Friendly, PDF & Email
Reiseberichte aus Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland
Musik-Rezension: Xylouris White – Mother (2018)
Thema:
Musik-Rezension: Xylouris White – Mother (2018)
Beschreibung:
Mit unserer Musik-Rezension: Xylouris White - Mother (2018) möchten wir euch das dritte Album des kretisch-australischen Musikerduos, George Xylouris und Jim White, ans Herz legen.
Autor:
Website:
Reise-Zikaden - Reiseblog
Logo:

Monika Hoffmann

schreibt seit 2014 auf ihrem Blog Reise-Zikaden. Ihre Passion auf Reisen ist Geschichte und der Besuch historischer Plätze. Monikas Spezialgebiet sind antike Hochkulturen in Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland. Sie produziert Foto- und Natur-Reportagen ihrer Heimat: München & Oberbayern. Die Fotografin, Redakteurin, Köchin, Naturfreundin liebt Griechenland & Italien: Von der Antike bis zu Musik, Literatur, Filmkunst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.