Andechs: Der Mesnerbichl bei Erling – Naturschutzgebiet mit botanischen Raritäten


Der Mesnerbichl bei Erling liegt nicht weit vom Kloster Andechs entfernt und ist ein Naturschutzgebiet mit großer botanischen Artenvielfalt. Für Blumenliebhaber gibt es hier vom Frühling bis Spätsommer viel zu entdecken.

Der Mesnerbichl bei Erling liegt nicht weit vom Kloster Andechs entfernt. Hier finden Wanderer und Pflanzenliebhaber ein Naturschutzgebiet mit großer Artenvielfalt attraktiver und bedrohter Pflanzenarten. Zwischen Frühjahr und Spätsommer gibt es hier viel zu entdecken.

Wer hat schon einmal im Frühling bei Andechs eine Wiese mit blühendem Enzian gesehen? Ein überwältigender und seltener Anblick! Bayern hat so vieles zu bieten, darunter sind auch eine große Anzahl an wunderschönen Naturschutzgebieten mit attraktiven, aber auch bedrohten Pflanzenarten.

Ende April haben wir einen herrlichen botanischen Spaziergang zum Mesnerbichl unternommen, einem kleinen Naturschutzgebiet südlich der Ortschaft Erling bei Andechs. Vom Frühjahr bis in den Spätsommer können Naturfreunde hier jede Menge seltener Pflanzen finden.

Erling liegt ganz in der Nähe des berühmten Klosters Andechs. Das Gebiet zählt zu unseren Favoriten in der Region und ist für ausgiebige Wander- oder Radltouren perfekt. Zusätzlich bieten sich bei unserer Rundtour immer wieder schöne Ausblicke auf den Heiligen Berg mit seiner Wallfahrtskirche. Richtung Süden schweift der Blick auf die im Frühjahr noch schneebedeckte Alpenkette.


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Das Möränengebiet um Andechs

In dem vielseitigen, von Endmoränen, Drumlins, Tumuli und Abflussrinnen der Eiszeitgletscher gebildeten Hügelgebiet um Andechs, haben sich Reste einer extensiv genutzten bäuerlichen Kulturlandschaft erhalten. Die Magerrasenvegetation im Moränengebiet zwischen dem Starnberger See und dem Ammersee gehört zu den pflanzengeografisch interessantesten Standorten Südbayerns.

Das Naturschutzgebiet Mesnerbichl bei Erling liegt auf einem Drumlin des östlichen Höhenrückens vom Ammerseebecken. Ein Drumlin ist ein länglicher Hügel, der durch Gletscher gebildet wurde. Gepflegt wird der Mesnerbichl hauptsächlich durch die Mahd der Trocken- und Feuchtflächen und durch Entbuschung, damit der wertvolle Halbtrockenrasen erhalten bleibt.

„Bichl“ ist ein alte Bezeichnung für einen Hügel und davon gibt es um Andechs reichlich. Die Landschaft war schon immer schwierig zu bewirtschaften, so dass die Landwirtschaft aufgegeben wurde. Ein Segen für die Natur, so konnten sich die unzähligen Arten erhalten, die es sonst nirgendwo mehr gibt.

Auf den Streuwiesen des Mesnerbichl sind im Zeitraum von April bis September jede Menge, teils bedrohter, Pflanzen zu finden. Hier blühen beispielsweise Orchideen, Sumpfgladiolen, Enzian, Knabenkraut, Fettkraut, Berghähnlein, Mehlprimeln oder Frauenschuh.

Schmetterlinge und Falter wie Schwalbenschwanz, Segelfalter, Zitronenfalter, Fünffleck-Widderchen, kleines Ochsenauge kommen hier vor. Dazu kommen viele andere Insekten (z. B. Rosenkäfer) die am Mesnerbichl beobachtet werden können. Ab Anfang Juli blüht die seltene Sumpfgladiole in einem Massenbestand, der in Deutschland einmalig ist. Seit dem Jahr 1941 ist der nur 2,8 ha große Mesnerbichl bereits ein Naturschutzgebiet, das es auch für die Zukunft zu schützen gilt.

Hinweis: Durch das Naturschutzgebiet Mesnerbichl bei Erling führen schmale Pfade, diese sollten nur zu Fuß genutzt werden. Hunde müssen an die Leine, auch Kinderwagen oder Fahrräder haben hier nichts zu suchen. Idealerweise sollten die Pfade nicht verlassen werden, um die empfindlichen Pflanzen zu schützen. Nur dadurch kann die wunderschöne Artenvielfalt erhalten bleiben.


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Starnberger Fünf-Seen-Land: Aussichtsreicher Rundwanderweg von Erling über das Mesner- und Stephansbichl beim Kloster Andechs.

Starnberger Fünf-Seen-Land: Aussichtsreicher Rundwanderweg von Erling über den Mesner- und Stephansbichl beim Kloster Andechs – dem Heiligen Berg der Bayern.

Die Fortsetzung unseres Spaziergangs führt uns in einer Schleife zum Stephansbichl. Oben angekommen lädt ein Bankerl vor der Wallfahrtskapelle St. Stephan, einem kleinen Satteldachbau aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, zu einer Pause ein. Hier kann jeder den wunderschönen Panoramablick zu den Gipfeln der Alpen auf sich wirken lassen.

Zum Stephansbichl führen breite Feldwege die gut begehbar sind. Der Hauptverbindungsweg ist geteert und daher das ganze Jahr zum Radeln oder Wandern ideal. Beim Rückweg freuen wir uns auf eine kühle Mass mit Brotzeit im Biergarten vom Kloster Andechs oder beim Gasthaus Höfler in Machtfing (siehe Infos unten).


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Anfahrt: Nach Andechs und Erling

Mit dem Pkw von München kommend erreichen wir Andechs-Erling entweder über Starnberg auf der A95, oder über die A96, Ausfahrt Wörthsee. In der Ortsmitte von Erling beim Hotel „Zur Post“ von der Hauptstraße abbiegen. Nicht Richtung Kloster Andechs fahren, sondern in den Kerschlacher Weg einbiegen. An der Andechser Molkerei Scheitz vorbei, leicht rechts halten. Am Ende der Teerstraße den Wagen auf dem Parkplatz beim Wildgehege für Rothirsche abstellen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln von München nach Kloster Andechs zunächst mit der S-Bahn nach Herrsching fahren (S8, Ostbahnhof – Herrsching). Ab Endstation Herrsching fährt der Bus 951 im MVV-Netz (Herrsching-Starnberg) bis zum Kloster Andechs. Vom Kloster zu Fuß durch Erling gehen, bis zum Wanderparkplatz am Hirschgehege.

Der Orientierungsplan zeigt den Parkplatz bei Erling als Ausgangspunkt, das Naturschutzgebiet (NSG) Mesnerbichl und den Stephansbichl mit Panoramablick auf die Berge. Kartenvorlage: Bayernatlas

Der Orientierungsplan zeigt den Parkplatz bei Erling als Ausgangspunkt, das Naturschutzgebiet (NSG) Mesnerbichl und den Stephansbichl mit Kapelle. Kartenvorlage: Bayernatlas


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Rundweg: Von Erling zum Mesner- und Stephansbichl

Wir überqueren die Brücke über den Kienbach und biegen vom Kerschlacher Weg in die Straße „Am Eisweiher“ ein. Dann folgen wir der schmalen Teerstraße, passieren die Zufahrt zum Andechser Hofladen der Familie Scheitz, halten uns bergauf leicht links.

Nun geht es in weiter Schleife den Hügel hinauf. Beim zweiten Feldweg, kurz vor einer großen Scheune inmitten der Wiesen, biegen wir rechts ab. Wir überqueren erneut einen Bach und folgen dem Fahrweg weiter. Kurz nachdem wir ein sehr schmales Bacherl überquert haben, zweigt rechts der Fußpfad in die Trockenwiesen des Mesnerbichls ab. Eine etwas vergilbte Info-Tafel informiert über das Naturschutzgebiet und seine Regeln. Auch von uns nochmals die Bitte: Auf den Fußpfaden bleiben!

Nach der Runde um den Mesnerbichl bei Erling kehren wir auf den Feldweg zurück, dem wir in weiter Schleife bis zum malerischen Stephansbichl mit der Stephanskapelle folgen. Das Bichl hinauf zur Kapelle geht es quer über die Wiese. Von hier führt uns der Teerweg wieder zurück Richtung Hofladen und Parkplatz beim Wildgehege. Nach der Spaziergang ist eine Einkehr im Biergarten obligatorisch.


Einkehr-Tipp

Wem der Biergarten in Andechs zu überlaufen ist, dem können wir im das Gasthaus Höfler im Nachbardorf Machtlfing empfehlen. Gemütliche Gaststube und Biergarten mit traditionell bayerischer Küche. Unser Tipp: Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat! Adresse: Gasthaus Höfler, Erlingerstraße 1, 82346 Andechs-Machtlfing, Telefon 08157/ 17 72, Freitag bis Sonntag ab 10 Uhr geöffnet. 


Online-Lesetipps

  • Der Bund Naturschutz in Bayern e. V. stellt seine Broschüre Natur + Umwelt interessierten Naturfreunden auch Online zur Verfügung. In der 2. Ausgabe von 2013 wurde die Sumpf-Gladiole am Mesnerbichl und am Magnetsrieder Hardt auf den Seiten 40/41 thematisiert.

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Buchtipp

Blütenwanderungen in Oberbayern: Die schönsten Streifzüge zu besonderen Pflanzen, von Martin Wiesmeier, AT Verlag, 1. Auflage – 2011. Das Buch bietet 30 schöne Touren zu botanischen Kostbarkeiten im Raum München, Garmisch und Salzburg. Auch der Mesnerbichl ist dabei mit dem Kapitel „Berghähnlein am Mesnerbichl, Unterwegs in der Moränenlandschaft um Andechs“.


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Reiseberichte aus Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland
Andechs: Der Mesnerbichl bei Erling – Naturschutzgebiet mit botanischen Raritäten
Thema:
Andechs: Der Mesnerbichl bei Erling – Naturschutzgebiet mit botanischen Raritäten
Beschreibung:
Das Mesnerbichl bei Erling in der Gemeinde Andechs in Oberbayern ist aufgrund seiner Flora und Fauna als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier finden Wanderer und Pflanzenliebhaber ein Gebiet mit einer Vielfalt attraktiver und bedrohter Pflanzenarten. Zwischen Frühjahr und Spätsommer gibt es viel zu entdecken.
Autor:
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Monika Hoffmann

schreibt seit 2014 auf ihrem Blog Reise-Zikaden. Ihre Passion auf Reisen ist Geschichte und der Besuch archäologischer Stätten. Monikas Spezialgebiet sind antike Hochkulturen: Minoer, Achaier (Mykener), Ionier, Dorer, Etrusker, Römer, Kelten, Germanen. Reiseziele: Griechenland, Italien, Deutschland und ihre Heimat München in Oberbayern. Die Fotografin, Redakteurin, Köchin und Naturfreundin liebt Griechenland & Italien: Von der Antike bis zu Musik, Literatur und Filmkunst.

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