Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München


Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, Naturschutzgebiet, Kirche, wiese Schleißheim bei München: Die Heidewiesen im Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz und Heiden zählen im Raum München zu den artenreichsten Naturflächen. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Schleißheim bei München: Die Grasheide im Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz und Heiden zählt im Raum München zu den artenreichsten Naturflächen. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Idyllische Heide-Landschaften bieten im Norden von München Erholung und Naturerlebnisse. Wir waren im Mallershofer Holz und Heiden, einem Naturschutzgebiet bei Schleißheim unterwegs. Die stille Weite des Naturjuwels wirkt wie die eurasische Steppe, jedoch nicht wie das Münchner Umland. Das FFH-Gebiet liegt zwischen Oberschleißheim, Garching, Eching und bedeckt eine Fläche von über 600 Hektar.

Die verträumte Landschaft der Mallershofer Heide ist abwechslungsreich und von Frühling bis Herbst ein Paradies für Fotografen: Trockenrasen, bunte Heidewiesen, niedrige Büsche, Kiesflächen und Schafherden. Lichter Heidewald mit Kiefern- oder Eichen ergänzt das Bild. Der Baumbestand wurde früher als Loh- und Weidewald genutzt. Kiefern vertragen trockene und nährstoffarme Böden gut.

Die Heidelandschaft finden Kinder zunächst eintönig. Gerade Wege führen durch die Ebene. Mit Besonderheiten zur Insekten- und Pflanzenwelt (z. B. aus Naturführern) werden die Kids zu Entdeckern. Die Vielfalt der Heide eröffnet sich erst bei Betrachtung der Details. Erlebnisse sind Begegnungen mit dem Schäfer, Hütehunden, Schafen und Lämmern – die von April bis Oktober im Gebiet sind.

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, NSG, Wiesensalbe, Salvia pratensis Wiesensalbei (Salvia pratensis) bevorzugt kalkhaltige Böden in trockenen, sonnigen Lagen und findet im Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz und Heiden idealen Lebensraum. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Wiesensalbei (Salvia pratensis) stammt aus dem Mittelmeerraum und bevorzugt kalkhaltige Böden in trockenen, sonnigen Lagen. Im NSG Mallertshofer Holz und Heiden findet er idealen Lebensraum. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Die Heide ist eine verzauberte Landschaft mit duftenden Wildkräutern an Wegrändern. Das Gebiet ist ein Insekten-Paradies: Falter, Schmetterlinge, Käfer, Libellen, Heuschrecken finden idealen Lebensräume. Vom Aussterben bedroht ist der Gelbringfalter (Lopinga achine). Auch der prächtige Bläuling (Polyommatus bellargus) ist stark gefährdet. Mit Glück kann man einen Schwalbenschwanz beobachten.

Die nachtaktive Wechselkröte (Bufotes viridis) oder die Heidelerche (Lullula arborea) mit ihrem melodischen Gesang, sind Beispiele für Tierarten die hier ihr Refugium haben. Umgeben wird die Mallersdorfer Heide von Schafweiden, Getreide- oder Maisfeldern. Das Mallertshofer Holz mit Heiden gehört zum NATURA 2000-Gebiet „Heideflächen und Lohwälder nördlich von München“. Dazu zählen fünf weitere FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat):

  • Fröttmaninger- und Garchinger Heide
  • Panzerwiese, Milbertshofen-Am Hart
  • Flugwerft Oberschleißheim, Teilflächen
  • Echinger Lohe
  • Korbiniani- und Hartelholz, Feldmoching

Bis Mitte des 19. Jhds. umfassten die Fluss-Schotterheiden im Norden von München etwa 15.000 Hektar, heute sind noch knapp 2.000 Hektar übrig. Dennoch bilden die Heideflächen und Lohwälder um München eine der wertvollsten Heide-Landschaften in Europa. Einst war die Mallertshofer Heide Truppen- und Panzerübungsplatz der Bundeswehr. 1995 wurde das Areal zum Naturschutzgebiet erhoben.

Typische Pflanzen im Heidewald: Filigrane Graslilie (Anthericum ramosum), Backenklee (Dorycnium pentaphyllum subsp. germanicum), Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum), Labkraut-Wiesenraute (Thalictrum simplex ssp. galioides), Fransen-Enzian (Gentianopsis ciliata), Gold-Distel (Carlina vulgaris), Fräber-Meier (Asperula tinctoria), Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis).

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, Naturschutzgebiet, Himmelblauer Bläuling, Polyommatus bellargus Ein Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus) auf den gelben Blüten des Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea). Der Bläuling ist bayernweit bedroht. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus) auf gelb blühendem Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea). Der Bläuling ist ein Tagfalter und in Bayern bedroht. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Der Heidepfad verbindet seit 2005 drei NSG-Gebiete miteinander: Echinger Lohe, Garchinger Heide, Mallertshofer Holz mit Heiden. Die Strecke ist mit Infotafeln, jedoch keinen Markierungen versehen. Zum erkunden des Heidepfads ist das Fahrrad ideal. Die Gebiete lagen in der Vergangenheit nicht isoliert voneinander, heute zertrennen sie Straßen (z. B. Autobahn A 9, A 99, Bundesstraße B 13) und Siedlungen.

In unserer Natur-Reportage Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München zeigen wir Momentaufnahmen unserer Wanderung im August 2019. Wir möchten Inspiration bieten, die auf den ersten Blick spröde Heidelandschaft zu erkunden. Naturfotografen wird die Artenvielfalt begeistern.


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Rundwanderung: Mallertshofer Holz mit Heiden

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, Naturschutzgebiet, heidewiesen Wenn sich die Sinne schärfen, Weite hörbar wird und die Natur grenzenlos erscheint, befindet sich der Wanderer nicht in der Mongolei, sondern in der Heide im Norden von München. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Die Natur scheint grenzenlos, die Sinne schärfen sich und die Weite wird hörbar. Mongolei? Pustekuchen! Du bist in der Heide im Norden von München. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Acht Infotafeln liegen entlang der rund 7,5 Kilometer langen Rundtour durch die Mallershofer Heide, die auch mit dem Fahrrad auf Feldwegen wunderschön ist. Die Wanderung startet am Parkplatz Mallertshofen, an der Staatsstraße St2052. Nach 500 Metern Richtung Süden ist die Kirche St. Martin erreicht. Der Weiler Mallertshofen wurde im 19. Jhd. verlassen, die alten Höfe wurden abgetragen.

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, NSG, Großes Ochsenauge, Maniola jurtina Das Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) ist ein großer Edelfalter. Hier sammelt er Nektar auf einer Acker-Witwenblume (Knautia arvensis). Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Ein Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) sammelt Nektar auf einer Acker-Witwenblume (Knautia arvensis). Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Wer nach Süden weitergeht erreicht nach 300 Meter den beliebten Mallertshofer See. Wir biegen für die Wanderung nach Osten ab und überqueren eine artenreiche Magerrasen-Wiese. Wir gehen durch ein Waldstück und erreichen eine weitere Wiese. Dort befindet sich die Wechselkröten-Heide und eine Koppel für Schafherden im Gebiet. Schafe beweiden von April bis Oktober das FFH-Gebiet.

Wir folgen der alten Panzertrasse 2,4 km bis der lichte Kiefernwald links von uns endet. Dort biegen wir nach Norden und folgen dem Waldrand 1,5 km bis der Wald endet. Der Weg führt nach Westen, nach 300 Metern im Bogen Richtung Südenwesten. Nach 1,9 km erreichen wir wieder den Feldweg der von der Mallertshofer Kirche kommt. Von der Gabelung sind es rund 1 km bis zum Ausgangspunkt.

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, NSG, Wilder Majoran, Echter Dost, Origanum vulgare Wilder Majoran oder Echter Dost (Origanum vulgare) stammt aus dem Mittelmeerraum und mag warme Standorte auf kalkhaltigem Boden. Seit der Antike ist Oregano Würz- und Heilmittel. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Wilder Majoran (Origanum vulgare) stammt aus dem Mittelmeerraum und mag warme Standorte auf kalkhaltigem Boden. Seit der Antike ist Oregano Würz- und Heilmittel. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Wir empfehlen für die Rundtour „Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München“ den Rother-Wanderführer Rund um München – Vom Dachauer Land bis ins Alpenvorland (siehe Kapitel Buchtipp). Oder Karten von der Website des Heideflächenvereins. Das Gebiet ist nicht ausgeschildert.


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Mallertshofen: Die Dorfkirche St. Martin blieb erhalten

Die Dorfstraße von Mallertshofen führt durch die Heidewiesen. Hier sind Falter, Schmetterlinge und Wildbienen auf der Suche nach Nektar unterwegs. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, Naturschutzgebiet, schafweiden, mallersthofer kirche st. martin Die ehemalige Dorfkirche St. Martin von Mallertshofen stammt aus dem 12. Jhd. Unter Kurfürst Maximilian I. wurde der romanische Kirchenbau erweitert. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Die ehemalige Dorfkirche St. Martin von Mallertshofen stammt aus dem 12. Jhd. Unter Kurfürst Maximilian I. wurde der romanische Kirchenbau erweitert. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Die ersten Siedler von Mallertshofen waren frühmittelalterliche Bajuwaren, deren Stammesherzogtum vom 5. bis 8. Jhd. bestand. Die Sippen hießen Adalheri und Madelheri. Die mageren Grasheiden wurden über Jahrhunderte als Mähwiesen bewirtschaftet und dienten dem Vieh der Höfe als Weide.

Die Anwesen von Mallertshofen kamen später in den Besitz von Kloster Weihenstephan in Freising. Der erste urkundliche Nachweis ist von 1165. In dieser Zeit wurde die romanische Kirche St. Martin, sowie eine Zins- und Gerichtsstätte erbaut. Das Dorf wird 1315 Sitz einer Pfarrei für die Dörfer der Umgebung.

Ansicht von Mallertshofen, Philipp Helderhof, vor 1856, Bayerische Staatsgemäldesammlunge, Alte Pinakothek München Das Gemälde von Philipp Helderhof zeigt eine Ansicht von Mallershofen und entstand vor 1856. Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München

Das Ölgemälde von Philipp Helderhof zeigt eine Ansicht von Mallershofen aus der ersten Hälfte des 17. Jhds. Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München

Kurfürst Maximilian I. (1573 – 1651) kaufte Mallertshofen 1630 und ließ die Kirche erweitern. Erster Niedergang 1632 mit dem Dreißigjährigen Krieg, dazu Pest und Hungersnöte. In der Zeit der Französischen Revolutionskriege um 1800 folgen Plünderungen, Dürren und Viehseuchen. Im Jahr 1818 lebten nur noch ein Dutzend Menschen in Mallertshofen, ein Abriss der Kirche drohte.

Das Jahrbuch von 1828 der Königlich Bayerischen Landwirthschaftlichen Lehr-Anstalten verzeichnete für Mallertshofen achtzig Hektar Ackerland. Angebaut wurden: Kartoffeln, Gerste, Klee, Sommerweizen, Roggen, Hafer, Bohnen, Mischsaat, und Esparsette (Onobrychis sativa). Die umliegenden Wiesen und Kieferwälder begrasten Schafe, Rinder und Schweine.

1849 hatte der Mallershofen nur noch acht Bewohner. Von 1860 bis 1879 werden die Anwesen und die Wirtschaftsgebäude abgebrochen. Erhalten blieb am Ortsrand der Wüstung die denkmalgeschützte Kirche St. Martin. Im Friedhof stehen einige Grabkreuze aus dem 19. Jhd.

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim Die Dorfstraße von Mallertshofen führt durch die Heidewiesen. Hier sind Falter, Schmetterlinge und Wildbienen auf der Suche nach Nektar unterwegs. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Die Dorfstraße von Mallertshofen führt durch die Heidewiesen. Hier sind Falter, Schmetterlinge und Wildbienen auf der Suche nach Nektar unterwegs. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann


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Entstehung der Heide im Münchner Norden

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim Die Grasheide in der Mallertshofer Heide ähnelt den Steppen Eurasiens. Aufgrund des Wassermangels im Sommer wachsen nur kleine Bäume und Zwergsträucher. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Die Mallersthofer Grasheide ähnelt den Steppen Eurasiens. Aufgrund des Wassermangels im Sommer wachsen nur kleine Bäume und Zwergsträucher. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Nach dem Ende der Würm-Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren zog sich der Isar-Loisach-Gletscher zurück. Unmengen von Schotter und Geröll blieben in der Ebene von München liegen. Auf diesen meterdicken Kies-Schichten bildete sich nur eine dünne Humusschicht. Auf bereits eisfreien Gebieten hatten sich Tier- und Pflanzenarten der Kältesteppen, sowie aus dem Alpenraum angesiedelt.

Nachdem das Eis der Gletscher abgetaut war, kam wärmeliebende Flora und Fauna aus dem Mittelmeerraum nach Südbayern. Diese wanderte entlang der Isar immer weiter nach Norden. Ein in Europa einzigartiges Gebiet verschiedenster Tier- und Pflanzenarten war entstanden. In der nördlichen Münchner Ebene blieb der bedeutsamste Magerrasen-Verbund in Südbayern erhalten.

Im Gegensatz zur Heide in Norddeutschland bildete sich die Grasheide in der Münchner Schotterebene auf kalkhaltigen Böden. Der Bewuchs wird Kalk-Magerrasen genannt und ist an nährstoffarme, trockene Standorte angepasst. Die Heiden dehnten sich über Freimann, Fröttmaning, Schwabing, Oberwiesenfeld, Allach, Feldmoching, Schleißheim, Garching, Eching bis Neufahrn aus.

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, Naturschutzgebiet, kiefernwald Lichter Kiefernwald säumt die Mallertshofer Heidewiesen, warmes Sonnenlicht fällt dadurch auf den Waldboden. Hier finden viele Schmetterlingsarten Lebensraum. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Lichter Kiefernwald säumt die Heidewiesen, die Sonne erreicht dadurch den Waldboden. Dieser Lebensraum ist für viele Schmetterlingsarten lebenswichtig.  Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann


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Schafbeweidung in der Mallertshofer Heide

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Idyllisch! Eine Schafherde zieht von der Tränke im Mallershofer Feld zum Wald. Die Schäfer arbeiten auch als Landschaftspfleger, wofür sie Ausgleichszahlungen erhalten. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Die Heide im Münchner Norden wird seit Jahrhunderten beweidet. Auf den offenen Wiesen um die Mallershofer Heide grasen heute fast zweitausend Merino-Landschafe. Drei Schäfereien in Hüte-Schafhaltung halten mit ihren Tieren die Heidelandschaft offen. Dabei werden von den Tieren Jungbäume und kleine Büsche verbissen. Die Schafe sind ab Ende April bis Oktober dort „tätig“.

Vom Heideflächenverein wurde für die Schäfereien Fläche für die Beweidung, der Anlage von Pferchen und Tränken freigegeben. Die Schäfer begleiten ihre Schafe, die von Hütehunden gesteuert und beschützt werden. Die Beweidung ist wichtig für die Verbreitung von Pflanzen und Tieren im Biotop.

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, Naturschutzgebiet, laemmer Zwei Lämmer beobachten uns neugierig, sie wachsen bei ihren Muttertieren im Heidegebiet auf. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Zwei Lämmer beobachten uns neugierig. Die Kleinen wachsen bei ihren Müttern im Heidegebiet auf und dürfen das ganze Jahr im Freien sein. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Die Bundeswehr hatte in den 1970er-Jahren am Rand der Mallershofer Heide in aufgegeben Kiesgruben und auf ehemaligen Ackerböden Grünland ausgesät. Daher weisen die Wiesen dort weniger Vielfalt auf.

Die Arbeit eines Schäfers hat meist wenig mit Romantik zu tun. Der Beweidungsplan muss eingehalten werden. Dazu kommt der dramatische Preisverfall für Schafwolle. Der Preis für ein Kilo Schafwolle lag 2019 unter 50 Cent. Merinos liefern feinste Wolle und ein schmackhaftes, zartes und fettarmes Fleisch.

Die Schäfer appellieren an alle Hundebesitzer, ihre Fellnasen an der Leine zu führen. Dadurch wird Wild- und Nutztieren im Naturschutzgebiet ein stressfreies Leben ermöglicht. Läuft ein Hund in eine Schafherde schreckt er die Tiere auf. Schafe und Lämmer laufen in Panik wild umher, treten sich gegenseitig. Bei Mutterschafen kommt es danach oft zu Totgeburten.

Übrigens: Über Hundekot können Schafe sich mit Parasiten infizieren, der für Hunde ungefährlich ist. Der Parasit kann bei Schafen zu Fehlgeburten oder Missbildungen führen. Daher immer Kot-Beutel mitführen und auch entfernen. Oft werden gefüllte Gassi-Beutel im Naturschutzgebiet „entsorgt“.

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, Naturschutzgebiet, schafe Merino-Landschafen grasen auf der Mallershofer Grasheide. Hundebesitzer sollten ihre Fellnasen bei Wanderungen im Naturschutzgebiet unbedingt an der Leine halten. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Merino-Landschafe grasen auf den Mallershofer Heidewiesen. Hundebesitzer sollten ihre Fellnasen bei Wanderungen im Naturschutzgebiet unbedingt an der Leine halten. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann


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Mallershofer See: Beliebter Badeplatz und Hunde-Paradies

Mallershofer See Für eine Abkühlung nach einer Runde durch die Heidelandschaft ist der Mallertshofer See perfekt. Ein Vergnügen für die ganze Familie und auch die Hunde dürfen am See baden und spielen. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Abkühlung nach einer Runde durch die Heidelandschaft bietet der Mallertshofer See. Ein Vergnügen für die ganze Familie, auch Hunde dürfen im See baden und spielen. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Der Mallershofer See liegt Rand des Naturschutzgebiets Mallertshofer Holz mit Heiden bei Oberschleißheim. Im rund fünf Hektar großen Baggersee dürfen auch Hunde plantschen. Der See speist sich durch Niederschläge und Grundwasser. Die Kiesgrube stammt aus den 1970er-Jahren und wurde mit undeklariertem Müll zugeschüttet. Der See wurde daher nicht als Badesee ausgebaut.

Gassigeher, Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer sollen im Naturschutzgebiet Mallertshofer Heide auf den Feldwegen bleiben und nicht in die Wiesen hinein gehen. Es besteht die Pflicht seinen Hund im FFH-Gebiet anzuleinen, Missachtung kostet Strafgebühren. Leider halten sich nicht alle daran. Schade fanden wir, dass gefüllte Gassibeutel oft entlang des Fußwegs zum Mallertshofer See lagen.


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Mallertshofer Heide: Adresse, Koordinaten, Website

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden Eine Schafherde grast in den Heidewiesen. Dahinter ist der fast dreihundert Meter hohe Olympiaturm zu sehen, einem der Wahrzeichen von München. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Eine Schafherde grast in den Heidewiesen. Dahinter ist der fast dreihundert Meter hohe Olympiaturm zu sehen, einem der Wahrzeichen von München. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Adresse, Parkplatz: Mallertshofer Holz, Kirche St. Martin, Kreuzung: Kreuzstraße – Staatsstraße St2053,  Ingolstädter Landstraße – Bundesstraße B13, 85764 Unterschleißheim.
GPS-Koordinaten, Kirche Mallertshofen: 48.267655, 11.601563
Website: heideflaechenverein.de mit vielen Karten und Flyern im Downloadbereich.


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Unser Tipp: Ausflug zum HeideHaus in Fröttmaning

HeideHaus in Fröttmaning Naturschutzgebiet Südliche Fröttmaninger Heide: Das Info- und Umweltzentrum HeideHaus befindet sich in gegenüber der U-Bahnstation Fröttmaning. Foto: Wikipedia, Rufus46

Naturschutzgebiet Südliche Fröttmaninger Heide: Das Info- und Umweltzentrum HeideHaus befindet sich in gegenüber der U-Bahnstation Fröttmaning. Foto: Wikipedia, Rufus46

Seit ihr auch von Heidelandschaft begeistert? Dann bietet sich ein Besuch im HeideHaus in der Südlichen Fröttmaninger Heide an. Das Informations- und Umweltbildungszentrum für Besucher befindet sich in München-Freimann, gegenüber der U-Bahnstation Fröttmaning (U 6).

Zur Anfahrt sind U-Bahn, Bus oder Fahrrad sind ideal. Eine direkte PKW-Zufahrt ist nicht möglich.
PKW-Anfahrt: Autobahn A9, Ausfahrt Fröttmaning, bis Werner Heisenberg-Allee, Fußweg über U-Bahnbrücke. Oder Autobahn A9, Ausfahrt Freimann, bis Kieferngartenstraße, zehn Minuten Fußweg.


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Buchtipp und App-Empfehlung

Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München reise-zikaden.de, deutschland, oberbayern, muenchen, oberschleissheim, Mallertshofer Holz und Heiden, NSG, Panzertrasse, Schafweiden Kiefernwald und Grasheide begrenzen die ehemalige Panzertrasse im Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz und Heiden. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Kiefernwald , Grasheide und eine einzelne Baumweide an der ehemaligen Panzertrasse im Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz und Heiden. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

  • Rother-Wanderführer, Rund um München – Vom Dachauer Land bis ins Alpenvorland, Bergverlag Rother, von Joachim Burghardt, 58 Touren, 248 Seiten, 2. Auflage, 2019.
  • MAPS.ME mit GPS-Ortung ist ideal zum Aufstöbern von versteckten oder unbeschilderten Arealen. Die kostenlose App fürs Smartphone funktioniert offline und wird für iPhone und Android angeboten.

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Zuletzt aktualisiert am 21. August 2019 um 3:31 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.


BR-Video: Schäferleben – Unter unserem Himmel


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Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München

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Reiseberichte aus Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland
Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München
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Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München
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Bei Schleißheim liegt die Mallertshofer Heide: Steppen-Erlebnis im Norden von München. Das FFH-Gebiet zählt zu den artenreichsten Naturflächen um München.
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Monika Hoffmann

schreibt seit 2014 auf ihrem Blog Reise-Zikaden. Ihre Passion auf Reisen ist Geschichte und der Besuch historischer Plätze. Monikas Spezialgebiet sind antike Hochkulturen in Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland. Sie produziert Foto- und Natur-Reportagen ihrer Heimat: München & Oberbayern. Die Fotografin, Redakteurin, Köchin, Naturfreundin liebt Griechenland & Italien: Von der Antike bis zu Musik, Literatur, Filmkunst.

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