Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia


Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia pachia_ammos_west to east Der Blick von der westlichen Anhöhe über Pachia Ammos und die Ebene zeigt die strategisch ausgezeichnete Lage der Bucht am Isthmus von Ierapetra. Foto: Wikipedia, zde

Pachia Ammos an der Nordküste von Kreta erfüllt unsere Vorstellungen von einem unverfälschtem Dorf am Meer. Minoische Ausgrabungen und sein schöner Strand machen es zu einem idealen Ausgangspunkt. Die gemütlichen Tavernen sind sehr empfehlenswert. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Der Hafenort Pachia Ammos liegt im Nordosten von Kreta am Golf von Mirabello, zwanzig Kilometer östlich von Agios Nikolaos. Durch seine Lage an Kretas schmalster Stelle, dem Isthmus von Ierapetra, ist es seit der Bronzezeit Waren-Umschlagplatz. Über die Ebene wurden die Produkte zur Südküste transportiert. Das heutige Dorf entstand im 19. Jhd. Ob die Minoer auch diese Bucht als Hafen nutzten ist unerforscht.

Größte Sehenswürdigkeit von Pachia Ammos (Παχειά Άμμος) sind sicherlich die Ausgrabungen der minoischen Hafen- und Handelsstadt Gournia. Die Stadt in Hanglage über dem Meer war in der Bronzezeit das urbane Zentrum der Region. Einst soll sie über tausend Einwohner gehabt haben. Zusätzlich wurden bronzezeitliche Hafenanlagen, Fernstraßen, Nekropolen und ein Staudamm entdeckt.

reise-zikaden.de, griechenland, kreta, pachia ammos, bank, meer Bank mit Meer- und Inselblick in Pachia Ammos. Der salzige Duft die das Meer ausstrahlt sind erholsam. Foto: Reise-Zikiaden, M. Hoffmann

Sitzbank am Meer mit Inselblick in Pachia Ammos. Der Wind, die salzige Luft und die Ruhe am Meer sind eine perfekte Entspannung. Foto: Reise-Zikiaden, M. Hoffmann

Pachia Ammos an seiner schönen Sand-Kieselbucht liegt eindrucksvoll am Fuß des Thripti-Gebirges. Mit dem keilförmigen Einschnitt der Cha Schlucht bietet sich um den Ort eine großartige landschaftliche Szenerie. Eine Landschaft die für Besucher schönste Wanderungen und viel Geschichte bietet.

Die meisten Kreta-Besucher werden Pachia Ammos lediglich von der Ortsdurchfahrt kennen. Das Zentrum durchkreuzt die verkehrsreiche Nationalstraße 90/E75. Daher stehen inzwischen viele Gebäude entlang der Hauptstraße leer. Dies wirkt zunächst nicht sehr verlockend. Dies täuscht, wer sich auf Pachia Ammos einlässt wird hier das unverfälschte Kreta finden.

Empfehlen möchten wir als erstes die ausgezeichneten Strandtavernen in Pachia Ammos. Nach einem Spaziergang entlang der Promenade am Meer sollte ein entspannter Badetag am weitläufigen Sandstrand folgen. Pauschalreisende oder Massentourismus? Völlig unbekannt! Alles wunderbar kretisch hier.

In Pachia Ammos verbringen kretische Familien gerne ihre Wochenenden oder bleiben mehrere Tage vor Ort und genießen das Strandleben. Beliebt ist bei den Einheimischen die traditionelle Küche der Strandrestaurants. An der Promenade befinden sich einfache Hotels und Studios. Besichtigungspunkte gibt es um Pachia Ammos reichlich. Abends lockt dann das Meer und die Tavernen…

Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia reise-zikaden.de, griechenland, kreta, pachia ammos, beach, taverna Pachia Ammos ist sicherlich keine Touristen-Hochburg. Doch gerade diese unverkünstelte Atmosphäre mach seinen Charme aus. Foto: Reise-Zikaden, J. Hoffmann

Pachia Ammos in Ostkreta ist sicherlich keine Touristen-Hochburg. Doch gerade die unverkünstelte Atmosphäre im Dorf macht seinen Reiz und Charme aus. Foto: Reise-Zikaden, J. Hoffmann

Pachia Ammos bedeutet übersetzt „Dicker Sand“ und weist schon auf den feinen Sandstrand in der Bucht hin. Der Strand setzt sich aus einem hellem Sand-Kiesel-Gemisch zusammen und erstreckt sich über imposante sechshundertfünfzig Meter Länge, im Durchschnitt ist er fünfundzwanzig Meter breit.

Besonders der Westen der Bucht von Pachia Ammos, unterhalb der Agios Nikolaios Kirche, ist für Badefans ideal. Am feinen Sandstrand ist man vor Wind und Wellen durch den kleinen Hafen geschützt. Dazu kommt der Verleih von Sonnenschirmen und Liegen. Gleich dahinter ist ein Kinderspielplatz. Für zwei Liegen und Schirm haben wir im Frühjahr pro Tag insgesamt 6 Euro bezahlt.

Der östliche Teil des Strandes von Pachia Ammos ist kiesig. Auch vor Wind und Wellen ist er weniger geschützt. Kräftige Winde machen Windsurfer glücklich. Wir waren Anfang Mai vor Ort und nutzten gerne unsere Neopren-Shorties zum Schwimmen. Meeresströmungen tragen auch Treibgut in die Bucht ein. Inzwischen wurde ein langer Fangzaun gelegt, der die Anschwemmungen etwas lindert.

Am östlichen Strandende befindet sich die sehenswerte Kreuzkuppelkirche Agia Fotini. Gleich dahinter liegt ein kleiner Fischerhafen. Haupteinnahmequelle der knapp sechshundert Bewohner von Pachia Ammos ist Tourismus, Fischfang und Landwirtschaft mit Schwerpunkt Olivenanbau. Die kleine unbewohnte Felseninsel Konida liegt etwa einen Kilometer vom Strand in Pachia Ammos entfernt.

Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia reise-zikaden.de, griechenland, kreta, pachia ammos, beach, church In Pachia Ammos ist der Sand am Strand unterhalb der Agios Nikolaos besonders feinkörnig. Im Hintergrund ist das Thripti-Gebirge mit der Cha-Schlucht sichtbar. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

In Pachia Ammos ist der Sand am Strand unterhalb der Agios Nikolaos-Kapelle besonders feinkörnig. Im Hintergrund ist das Thripti-Gebirge mit der Cha-Schlucht sichtbar. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann


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Lest dazu Ostkreta: Unsere 25 Sehenswürdigkeiten um Sitia und Ierapetra. Wer das authentische Kreta kennen lernen möchte, für den ist der äußerste Osten perfekt. Über zwei Dutzend Ausflugstipps in Ostkreta haben wir zusammengestellt, um euren Urlaub zu verschönern. Dabei geht es nicht nur um Highlights, sondern auch um versteckte Ziele:
Ostkreta: Unsere 25 Sehenswürdigkeiten um Sitia und Ierapetra


Anreise nach Pachia Ammos

Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia reise-zikaden.de, griechenland, kreta, pachia ammos, bank, kafenion Das alte Kafenion in Pachia Ammos liegt zwar herrlich über der Meeresbucht. Doch die Nähe zur verkehrsreichen Nationalstraße 90 hat inzwischen die Gäste vertrieben. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Das alte Kafenion in Pachia Ammos liegt zwar herrlich über der Meeresbucht. Doch seine Nähe zur verkehrsreichen Nationalstraße hat inzwischen die Gäste vertrieben. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Wir starten von unserem Ausgangspunkt bei Sitia und nehmen die Schnellstraße E75 (Nationalstraße 90) in Richtung Westen bis Pachia Ammos. Die Gesamtstrecke mit dem Wagen von Sitia nach Pachia Ammos beträgt 48 Kilometer. Vasiliki ist 4 km, Monastiraki 6 km von Pachia Ammos entfernt.


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Fünf Sehenswürdigkeiten von Pachia Ammos

1. Die Paralia von Pachia Ammos

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Über sechshundert Meter ist der Strand von Pachia Ammos lang. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

2. Die Ausgrabungen der minoischen Hafenstadt Gournia

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Blick von Osten auf den freigelegten Teil des minoischen Gournia. Foto: Wikipedia, Olaf Tausch

3. Die Cha-Schlucht mit alten Wassermühlen und Kapelle

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Erdbeben bildeten die in Ost-West Richtung verlaufende Cha-Schlucht. Foto: Foto: M. Hoffmann

4. Monastiraki: Chalasmenos – Minoer und Mykener reformierten den Hausbau

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Das minoisch-mykenische Chalasmenos bei Monastiraki. Foto: Wikipedia, Olaf Tausch

Mehr dazuim Bericht: Ostkreta, Cha-Schlucht – Einer der großen tektonischen Brüche Europas

5. Wohlhabende Minoer ersannen in Vasiliki einen neuen Keramikstil

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In der frühminoischen Siedlung Vasiliki wurde der „Vasiliki-Stil“ für Keramik erfunden. Foto: M. Hoffmann


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Die Geschichte von Pachia Ammos in Ostkreta

Traditionell sind in Griechenland Kirchen oder Kapellen an der Küste dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Auch in Pachia Ammos ist das so. Fischer haben unterhalb der Kirche ihre Netze zum Trocknen ausgelegt. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Traditionell sind in Griechenland Kirchen oder Kapellen am Meer dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht, denn er ist Schutzpatron der Seefahrer. Auch in Pachia Ammos ist das so. Fischer haben unterhalb der Kirche ihre Netze zum Trocknen ausgelegt. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Pachia Ammos war spätestens seit der Bronzezeit ein wichtiger Hafen und Umschlagsplatz für Waren aller Art. Der antike Name von Pachia Ammos soll „Minoa“ gewesen sein. Vielleicht ist dies die alte Bezeichnung für die minoische Stadt Gournia ganz in der Nähe? Hier angelandete Güter wurden über die Ebene, dem Isthmus von Ierapetra, bis zur Südküste von Kreta transportiert.

Von Hierapytna (heute Ierapetra) wurden die Waren nach Afrika, z. B. Ägypten verschifft. Zusätzlich umgingen die Reeder damit den gefährlichen und langen Seeweg um die Ostküste Kretas. Ob im Ortsgebiet von Pachia Ammos schon eine bronzezeitliche Siedlung bestand ist bislang unklar.

Archäologische Grabungen in Pachia Ammos fanden 1903 unter der amerikanischen Archäologin Harriet Ann Boyd-Hawes (1871 – 1945) statt. Zweihundert Meter von der Küste entfernt wurden Fundamente freigelegt. Es handelte sich um ein Lagerhaus aus hellenistischer Zeit (4. – 1. Jhd. v. Chr.).

Unter der Leitung von Boyd-Hawes wurde von 1901 – 1904 die minoische Hafenstadt Gournia, westlich von Pachia Ammos, entdeckt und freigelegt. In der Umgebung des hellenistischen Lagerhauses entdeckten die Forscher zwei Zisternen und eine Wasserleitung die auf römische Zeit datieren.

Harriet B. Hawes, Gournia, Vasiliki and other prehistoric sites on the isthmus of Hierapetra, Crete_excavations of the Wells-Houston-Cramp expeditions, 1901, 1903, 1904_Philadelphia, 1908_ol

Tafel X aus der Publikation von Harriet B. Hawes „Gournia: Vasiliki and other prehistoric sites on the isthmus of Hierapetra“, Crete excavations of the Wells-Houston-Cramp expeditions 1901, 1903, 1904 (1908) zeigt Funde aus dem Gebiet um Pachia Ammos. Foto: digi.ub.uni-heidelberg.de

Nach starken Regenfällen in Pachia Ammos im Jahr 1913 wurden mehrere Tonkrüge aus minoischer Zeit freigelegt. Ab 1914 fanden unter dem Archäologen Richard Berry Seager (1882 – 1925), von der „American School of Classical Studies at Athens“, am Fundort der Krüge Grabungen statt.

Richard Berry Seager führte seit 1906 auf der Insel Psira, sowie 1908 auf der Insel Mochlos in der Nähe von Pachia Ammos, erste Ausgrabungen durch. 1910 ließ sich R. B. Saeger ein Haus in Pachia Ammos erbauen. 1915 entdeckte Saeger bei Pachia Ammos eine große minoische Nekropole.

Der bronzezeitliche Friedhof war von der Frühminoischen bis in die Spätminoische Zeit (SM I, 1.600 – 1.430 v. Chr.) in Gebrauch. Insgesamt konnten über zweihundert Bestattungen in bemalten Gefäßen freigelegt werden. Sechs Tote fanden in einem Larnax (bemalter Sarg aus Terrakotta) ihre letzte Ruhe.

Über die weitere Entwicklung des Hafens an der Bucht von Pachia Ammos fehlen entsprechende Forschungen und archäologische Grabungen. Eine erste neuzeitliche Erwähnung stammt von den Venezianern aus dem Jahr 1630. Die heutige Siedlung am Meer entstand Anfang des 20. Jahrhunderts.

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Die historische Fotografie zeigt Pachia Ammos im Jahr 1930. Foto: Παχειά Άμμος Λασιθίου-Κρήτη


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Das „INSTAP Study Center for East Crete“ in Pachia Ammos

instap study center Der Innenhof des INSTAP Study Center for East Crete in Pachia Ammos.

Der Innenhof des INSTAP Study Center for East Crete in Pachia Ammos. Foto: www.gournia.org

In Pachia Ammos befindet sich seit 1997 das amerikanische Institute for Aegean Prehistory Study Center for East Crete (INSTAP-SCEC). Zu den archäologischen Projekten die vom Forschungszentrum betreut werden gehören die Fundplätze von Gournia, Mochlos (Insel und Festland), Insel Psira, Kavousi Vronda, Kavousi Kastro, Azoria und Chrysokamino (bei Kavousi) und Kephala Petras (bei Sitia).

Die obigen Fundorte sind alle lohnende Ziele für  „Forschungsreisende“ und Wanderer. Das INSTAP Study Center for East Crete ist eine einzigartige Einrichtung für archäologische Forschungen im Bereich der ägäischen Vorgeschichte. INSTAP-SCEC in Kreta ist eine Zweigniederlassung des Institute for Aegean Prehistory (INSTAP) in Philadelphia, US-Bundesstaat Pennsylvania.
Website: www.instapstudycenter.net


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Pachia Ammos: Die minoische Hafenstadt Gournia

Gournia_024_olaf tausch Die schmalen Gassen und Fundamente der Häuser in den Ausgrabungen von Gournia bei Pachia Ammos, erinnern uns an heutige Dörfer in Kreta. Foto: Wikipedia, Olaf Tausch

Die schmalen Gassen und Fundamente der minoischen Gebäude in den Ausgrabungen von Gournia bei Pachia Ammos erinnern ein wenig an heutige Dörfer in Kreta. Foto: Wikipedia, Olaf Tausch

In unmittelbarer Nähe von Pachia Ammos, nur zwei Kilometer westlich des Ortes, liegen in Hanglage die Ausgrabungen der minoischen Hafenstadt Gournia. Wie der Ort an Kretas Nordküste einst genannt wurde ist unbekannt. Gournia war das urbane Zentrum der Region. Nach Knossos ist Gournia, mit Roussolakos bei Palekastro, die bisher größte minoische Stadt die auf Kreta ausgegraben wurde.

White_Bull's_head_rhyton_archmus_Heraklion_Jebulon Der Kopf eines weißen Bullen aus Gournia diente als Rython für rituelle Zwecke. Das Fundstück aus Terrakotta datiert auf 1.600 - 1.450 v. Chr. und befindet sich im Archäologischen Museum von Heraklion. Foto: Wikipedia, Jebulon

Das weiße Stierkopf-Rython aus Gournia wurde für rituelle Trankopfer verwendet. Das Fundstück aus bemalter Terrakotta datiert auf 1.600 – 1.450 v. Chr. und befindet sich im Archäologischen Museum von Heraklion. Foto: Wikipedia, Jebulon

Gournia liegt etwa fünfhundert Meter von der Nordküste entfernt. Einst wohnten mindestens eintausend Einwohner auf einer Fläche von drei bis vier Hektar. Auf uns wirkten die engen Gassen und Häuser merkwürdig vertraut. Sie erinnern an kretische Bergdörfer.

Die Lage von Gournia war verkehrsgeografisch und strategisch sehr günstig. Die Stadt lag am Schnittpunkt zwischen der Route von Westen nach Osten entlang der Nordküste. Zugleich an der Nord-Süd-Verbindung von der Mirabello-Bucht nach Hierapytna (Ierapetra).

Die Stadt verfügte über ein- und zweistöckige Wohnhäuser, eine Agora und einen Palast. Der Hafen von Gournia befand sich in einer Bucht die heute „Kamini Beach“ genannt wird. Im Flußbett, nördlich dieser Meeresbucht, wurde ein bronzezeitlicher Staudamm lokalisiert.

Östlich des Haupthafens wurden drei benachbarte Felsenbuchten als weitere Anlegestellen genutzt. Teile des Hafenareals liegen heute durch die Absenkung des Meeresspiegels unter Wasser. Auf der größten Felskuppe wurden die Ruinen von Schiffshäusern und Speichergebäuden entdeckt. GPS-Koordinaten: 35.114736, 25.790810

Zwischen Hafen- und Stadtgebiet konnten die Forscher Terrassierungen nachweisen, diese wurden offenbar für den Weinbau genutzt. Auch Reste von Befestigungsmauern und einem Stadttor und einer Straße ins Stadtgebiet wurden gefunden. Auf dem östlichsten Felsvorsprung stand einst ein Wachturm nahe der Küste. GPS-Koordinaten: 35.114319, 25.792484

Gourina Excavations Projekt, Aerial of town, north at top, Foto: R. Bieńkowski 2017 Ansicht vom Stadtgebiet von Gournia von oben.

Luftansicht des dichtbesiedelten Stadtgebiets von Gournia. Links unten ist das Palastgebiet und die Agora erkennbar. Foto: Gournia Excavations Projekt, R. Bieńkowski

Gournia wurde in Frühminoischen Zeit (FM IIA, um 2.700 v. Chr.) erstmals besiedelt. Um 1.600 v. Chr. wurde im Süden ein Palast errichtet. Dieser ist Zeugnis für die monarchische Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen der Stadt. Unklar ist ob der Machthaber hier eigenständig war, oder ein Vasall des Palastes von Malia.

Das Stadtgebiet von Gournia war bis zur Spätminoischen Epoche (SM IB, um 1.450 v. Chr.) durchgängig bewohnt. Seine Einwohner waren relativ wohlhabend. Hier lebten Händler, Handwerker, Bauern und Fischer.

Die Fundamente der minoischen Gebäude in Gournia sind heute maximal bis in Hüfthöhe erhalten. Auf diesen Steinfundamenten wurden die Häuser im Holzfachwerk erbaut. Holzrahmenkonstruktionen sind sehr widerstandsfähig bei Erdbeben.

Minoische Handwerker produzierten in ihren Werkstätten Textilien, Wein, Keramik, Steinvasen und Produkte aus Bronze. Die heute sichtbaren Reste der Stadt stammen vom Ende der Mittelminoischen bis in Spätminoische Zeit (MM III-SM IB, 1.700 – 1.450 v. Chr.). Um 1.450 v. Chr. wurde Gournia während der mykenischen Machtergreifung durch Brände zerstört und für Jahrzehnte verlassen.

Erneute Besiedelungen von minoischer oder mykenischer Bevölkerung im Gebiet waren danach gering. Um 1.200 v. Chr. (SM III) wurde es erneut zerstört und später ganz aufgegeben. Nördlich der Stadt fand sich eine Frühminoische Nekropole am Sphoungaras-Hügel mit monumentalen „Hausgräbern“.

Letzte Grabungen der Kansas University fanden 2014 statt. Ein Publikationsteam wertet seitdem die Funde aus und veröffentlicht seine Ergebnisse. Inzwischen sind 1,1 Hektar von Gournia freigelegt. Wegen seines guten Erhaltungszustands wird Gournia auch „Pompeij des minoischen Kreta“ genannt.

Gournia_Küstengebäude_08_olaf tausch An der Küste konnten die Archäologen den minoischen Hafen von Gounia lokalisieren. Bei Ausgrabungen kamen Lagergebäude ans Licht. Im Hintergrund die Bucht von Pachia Ammos. Foto: Wikipedia, Olaf Tausch

An der Nordküste lokalisierten Archäologen den minoischen Hafen von Gournia. Bei Ausgrabungen kamen die Fundamente von Lagerhäusern, Wachtürmen und Befestigungsmauern ans Licht. Im Hintergrund die weite Bucht von Pachia Ammos. Foto: Wikipedia, Olaf Tausch

Website Gournia Excavation Project: www.gournia.org
Website Minoan Crete von Ian Swindale: www.minoancrete.com

Gournia: Adresse, Öffnungszeiten, Eintritt

Adresse: Archaeological Site of Gournia, Pachia Ammos, Nationalroad 90, Ierapetra 722 00. Öffnungszeiten: 8.30 bis 16 Uhr. Dienstag geschlossen. Eintritt: 2 Euro, ermäßigt 1 Euro.
GPS-Koordinaten: 35.109848, 25.792713


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Einkehr-Tipp: Zorbas Tavern

reise-zikaden.de, griechenland, kreta, pachia ammos, Zorbas Tavern Ein schöner Platz am Strand von Pachia Ammos ist die Zorbas Tavern mit traditionell kretischer Küche. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Ein gemütlicher Platz am Strand von Pachia Ammos ist die Zorbas Tavern mit sehr guter kretischer Küche. Wir speisten dort an einem milden Tag im Frühling. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

An der Strandpromenade von Pachia Ammos möchten wir die familiengeführte „Zorbas Tavern“ empfehlen. Manolis und Maria kümmern sich rührend um ihre Gäste, auch wenn einmal viel los ist. Angenehme Sitzplätze gibt es im Freien mit Meerblick oder im urigen Innenbereich. Zur umfangreichen Speisekarte mit traditionellen Gerichten gibt stets zusätzlich Empfehlungen vom Haus.

Als Vorspeise wurden Anfang Mai gefüllte Zucchiniblüten serviert. In „Zorbas Tavern“ mit seiner ausgezeichneten Küche kehren Einheimische und Stammgäste aus der Region ein. Weiterer Vorteil: Die Taverne ist ganzjährig geöffnet. Für unser Menu mit griechischem Salat, gefüllten Weinblättern, Tzatziki, frittierten Kalamari und zwei große Mythos-Bier haben wir nur knapp über 20 Euro bezahlt.

Adresse: Zorbas Tavern, Pachia Ammos Beach72200 Pachia Ammos. Facebook: Ταβέρνα Ζορμπας – Παχεια Αμμος. GPS-Koordinaten: 35.109907, 25.805228


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Unterkünfte: Pachia Ammos, Monastiraki und Istron

  • Golden Beach Hotel, einfaches **Hotel an der Strandpromenade von Pachia Ammos.
    Website: golden-beach-hotel-pachia-ammos.hotel-mix.de
  • Monastiraki Traditional Guest House, in Monastiraki bei Pachia Ammos. Ferienwohnungen in drei renovierten kretischen Häusern. Website: www.monastirakivillage.gr
  • Nectar Apartments in Istron, gepflegte Ferienwohnungen mit Küche, Terrasse, Parkplatz, WLAN.
    Website: nectarapartments.com
  • Istron Bay Hotel bei Istron, ruhige ****Hotelanlage mit Pool, schöne Zimmer mit Meerblick.
    Website: www.istronbay.gr

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tsatsiki-tintenfisch-und-erste-kuesse-1999Dreharbeiten in Pachia Ammos

Im Hafenort Pachia Ammos wurden Teile des skandinavisch-isländischen Kinderfilms „Tsatsiki – Tintenfische und erste Küsse“ aus dem Jahr 1999 gedreht. Der Originaltitel lautet „Tsatsiki, morsan och polisen“.

Der Film erzählt die Geschichte des achtjährigen Tobias Johansson, genannt „Tsatsiki“, der ohne Vater mit seiner Mutter in Stockholm lebt. Er träumt davon endlich seinen in Griechenland lebenden Vater kennen zu lernen. Dazu reist er mit seiner Mutter nach Kreta. Den Vater spielte der griechische Schauspieler George Nakas. Es gibt dazu auch einen zweiten Teil mit dem Titel „Tsatsiki – Freunde für immer“.


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Unsere Buchtipps

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Unser Lieblingsplatz in Pachia Ammos ist der Sandstrand bei Sonnenuntergang und das rötlich-golden schimmernde Meer. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Rother Verlag, Wanderungen in Kreta Ost, Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen, 50 Touren, von Berg Hirner und Jakob Murböck, 2010.

Mehr Reise-, Wander- und Fachbücher über Kreta findet ihr in unserer Reportage über Ierapetra.


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Zuletzt aktualisiert am 9. Dezember 2019 um 3:51 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia reise-zikaden.de, griechenland, kreta, pachia ammos, schiff, fischerboot, boot Auf der Terrasse der "Taverna Zorbas" ziert ein altes Fischerboot die Strandpromenade von Pachia Ammos. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

Auf der Terrasse der „Zorbas Tavern“ in Pachia Ammos steht ein altes Fischerboot aus Holz an der Strandpromenade. Foto: Reise-Zikaden, M. Hoffmann

  • MAPS.ME mit GPS-Ortung ist ideal zum Aufstöbern von versteckt liegenden Ausgrabungsareale. Die kostenlose Smartphone-App funktioniert offline und wird für iPhone und Android angeboten.
  • My Crete Guide ist eine englischsprachige App und bietet einen kompletten Reiseführer inkl. City-Guides für Heraklion, Chania, Rethymnon, Sitia, Agios Nikolaos, Ierapetra. Die kostenlose Smartphone-App funktioniert offline und wird für iPhone und Android angeboten.

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GetYourGuide ist Kooperationspartner von reise-zikaden.de und die weltweit größte Online-Plattform für Ausflüge und Touren zu Sehenswürdigkeiten. Die Auswahl reicht von Flughafentransfers über Führungen bis zu Koch-Events. Angeboten werden rund 32.000 Touren zu über 7.000 Reisezielen weltweit.


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Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia

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Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia
Thema:
Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia
Beschreibung:
Unterwegs in Ostkreta: Pachia Ammos und die minoische Hafenstadt Gournia. Ein unverfälschtes Dorf am Meer - Highlight: Die minoische Hafenstadt Gournia.
Autor:
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Reise-Zikaden - Reiseblog
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Monika Hoffmann

Monika Hoffmann

schreibt seit 2014 auf ihrem Blog Reise-Zikaden Foto-, Natur- und historische Reportagen aus Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland mit Schwerpunkt München und Bayern. Ihre Passion auf Reisen ist Geschichte und der Besuch archäologischer Plätze. Spezialgebiete: Ur- und Frühgeschichte & Antike Hochkulturen. Die Fotografin, Redakteurin, Köchin, Naturfreundin liebt Griechenland, Italien und ihre Heimat Oberbayern: Über die Geschichte bis zu Musik, Literatur, Filmkunst.

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