Der Blautopf in Blaubeuren und die Höhlen der Neandertaler


Der Blautopf in Blaubeuren ist Deutschlands prachtvollste Karstquelle und ein Naturdenkmal.

Der Blautopf ist Deutschlands prachtvollste Karstquelle im Talkessel der mittelalterlichen Stadt Blaubeuren – Eine perfekte Idylle.

Der berühmte Blautopf in Blaubeuren liegt in der Schwäbischen Alb, in einer über Jahrmillionen entstandenen Karstlandschaft. Die vielen Fossilienvorkommen, Vulkankrater und Karstquellen bilden eine der weltweit spektakulärsten Landschaften. Inmitten dieser Region liegt die Stadt Blaubeuren mit ihren romantischen Fachwerkhäusern. Der Ort steht auf uraltem Siedlungsgebiet und bietet mehrere empfehlenswerte Attraktionen.

  • Den Blautopf – Deutschlands prachtvollste Quelle
  • Das Kloster  von Blaubeuren – in direkter Lage neben der Blautopfquelle
  • Die Steinzeithöhlen der Neandertaler
  • Das Urgeschichtliche Museum URMU
  • Die Altstadt mit zahlreichen Fachwerkbauten

Der Blautopf ist eine tiefe Karstquelle und ein einmaliges Naturdenkmal im felsigen Talkessel der mittelalterlichen Stadt Blaubeuren. In der Quelle öffnet sich ein geheimnisvoller Zugang zu einer unterirdischen Welt, von kilometerweiten verschlungenen Tunneln. Unmittelbar neben dem Quelltopf steht das ehemalige Benediktinerkloster Blaubeuren.

Mehrere steinzeitliche Wohnhöhlen, die zu den weltweit wichtigsten Fundstellen gehören, liegen ebenfalls um die Stadt Blaubeuren. Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen lebten hier während der letzten Eiszeit. Es ist geologisch belegt, dass die Blautopfquelle schon damals existierte. Das heißt aus der Blautopfquelle tranken bereits Neandertaler. In den Tälern der Flüsse Ach, Blau und Lone liegen die kulturellen Wurzeln der Steinzeit Europas, denn hier entstanden die frühesten Zeugnisse künstlerischen Schaffens.

Tipps für Blaubeuren: Tagesausflug oder Kurzreise?

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Der Blautopf – Karstquelle und Naturdenkmal

Der Blautopf sieht auf den ersten Blick eigentlich wie ein großer Teich aus, ist tatsächlich aber ein gewaltiger Quelltopf von über zwanzig Metern Tiefe. 2  000 Liter Wasser strömen aus der Quelle in der Sekunde, in Spitzenzeiten sogar bis zu 32 000 Liter – eine gewaltige Menge, somit ist er die zweit-wasserreichste Karstquelle Deutschlands. Die Wasserfläche gleicht einem riesigen blau-grünen Auge, das uns aus den Tiefen der Erde anblickt.

Je nach Lichteinfall schimmert das Wasser in unterschiedlichen Blau- Türkis- und Grüntönen. Aufgrund des klaren Wassers und der Tiefe entsteht durch Absorption der übrigen Spektralfarben die intensive blaue Färbung. Der Fluss Blau entspringt hier im Blautopf und mündet bei Ulm in die Donau.

Die Stadt Blaubeuren liegt am Rande des Urdonautals, in dem die Donau noch während der letzten Eiszeit geflossen ist. Dass sich um das Städtchen Sagen, Legenden, Mythen und Märchen ranken wundert also nicht. Beeindruckt blicken die Besucher auf die geheimnisvolle Quelle.


Historische Hammerschmiede am Blautopf

Seit 1742 steht am Blautopf ein Wasserwerk, das auch als Schleifmühle genutzt wurde. 1804 wurde das Gebäude zu einer Hammerschmiede umgebaut und war bis 1948 in Betrieb. Die Fachwerkschmiede mit Wasserrad und bunten Blumenkästen in romantischer Lage steht bis heute an der schimmernden Quelle.

Die Lage am Blautopf war für eine Mühle ideal, der ständige Wasserfluss ist eine unerschöpfliche Energiequelle. Über ein Wasserrad wurden zwei Schmiedehämmer, eine Schleifmaschine und der Blasebalg für die Esse betrieben. Noch heute kann die Anlage in Betrieb gesetzt werden.

Die Schmiedewerkstatt, in der Eisen bearbeitet und Werkzeug hergestellt wurde, ist bis ins kleinste Detail funktionstüchtig. Heute ist sie ein Museum mit angeschlossenem Cafe und Andenkenladen.

Direkt an der Hammerschmiede startet das Blautopfbähnle und fährt gemütlich die Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten in Blaubeuren und Umgebung an. Momentan werden vier Thementouren angeboten:

  • Panoramafahrt – die schönsten Plätze in und um Blaubeuren,
  • Höhlentour – zu Geißenklösterle, Brillenhöhle und Hohler Fels mit Führung,
  • Schillersteintour – zum Aussichtspunkt am Schillerstein mit Einkehr,
  • Natur Pur im Biosphärengebiet Schelklingen – Kloster Urspring, Aachtopf, Naturreservat Schmiechemer See.

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Eduard Mörike – Historie von der schönen Lau

In der Sage von Eduard Mörike wird folgendes erzählt: Auf dem Grund des Blautopfs lebte einst eine Wassernixe mit langen fließenden Haaren und blauen Augen. Ihr Leib war wie der einer schönen Frau, nur das sie zwischen den Fingern und Zehen Schwimmhäute hatte. Ihr Gemahl, ein alter Donaunix, hatte sie in die Blautopfquelle verbannt, nachdem sie aus Traurigkeit nur tote Kinder gebahr.
Erst wenn sie fünf Mal von Herzen lacht, sollte dieser Fluch von ihr weichen. Mit einem Hofstaat an Kammerzofen und Mägden ausgestattet, lebte Sie zurückgezogen in ihrem unterirdischen Palast in der Quelle. Es bedurfte offenbar der Fröhlichkeit der Nonnenhofwirtin im Ort, um Sie zu erheitern und aus der Verbannung zu erlösen.

Der Donaunix kam angeschwommen, der Blautopf lief dadurch über und mit ihm das neue Liebesglück der beiden. Zum Abschied von den Blaubeurern verspricht die Nixe mit dem Kindlein auf dem Arm wiederzukommen. Noch heute soll sie an manchen Tagen in den Tiefen kurz zu sehen sein.
Im Ort wird noch heute erzählt: „Seit lange vergangenen Zeiten hat der Blautopf als Heiliger Platz gegolten. Bei Überschwemmungen zogen die Bewohner in Prozessionen zur Quelle und warfen Schätze zur Versöhnung der Gottheiten in die Tiefe.“

Info Eduard Mörike

Das Benediktinerkloster Blaubeuren

Von herausragender Bedeutung ist der Schlaftrakt der Mönche, der so genannte Dormentbau im Ostflügel.

Von herausragender Bedeutung ist der Schlaftrakt der Mönche,
der so genannte Dormentbau im Ostflügel.

Unmittelbar neben dem Blautopf steht das ehemalige, 1085 gegründete Benediktinerkloster Blaubeuren. Ursprünglich sollte das Kloster auf der Alb gebaut werden, aber seine Stifter die Grafen von Tübingen entschieden sich für das Gelände beim Blautopf, denn hier war die Wasserversorgung gesichert. Der Neubau aus der Spätgotik ist weitgehend ursprünglich erhalten. Herzstück und Abschluss dieser Umbauten war die Klosterkirche.

Die meisten Gebäudeteile die wir heute sehen stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Von dem im 11. Jahrhundert erbauten Turm sind noch Teile erhalten. Von herausragender Bedeutung ist der Schlaftrakt der Mönche, der so genannte Dormentbau im Ost- und Südostflügel. Die beiden noch erhaltenen Dormentgänge im Obergeschoss gelten in Europa als künstlerisch einmalig.

Besichtigt werden kann der sehenswerte Kreuzgang, der Kapitelsaal und der Kräutergarten des Klosters. In einem gut erhaltenem Fachwerkgebäude war das Badehaus der Mönche, in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist. Im Klostergebäude befindet sich ein Evangelisch-theologisches Seminar und ein öffentliches altsprachliches Gymnasium mit Internat.

Blaubeuren hat darüber hinaus eine sehenswerte Altstadt mit zahlreichen Fachwerkbauten, gemütlichen Gasthöfen und Hotels. Das Gerberviertel mit seinen Kanälen, erinnert ein bisschen an Venedig im Kleinen. Ein Stadtrundgang durch verwinkelte Gassen führt an malerischen Ecken des Spätmittelalters vorbei.

Öffnungszeiten und Preise

Höhlenforschung – Tauchen im Blautopf

Durch das poröse und brüchige Kalkgestein der Albhochfläche versickern die Regenfälle sofort in den Untergrund, wodurch weit verzweigte Höhlensysteme entstanden. 1957 gelang es Tauchern bis zum Grund des Blautopfes und damit an den Eingang zur Blautopfhöhle zu erreichen. Sie kann nur von erfahrenen Höhlentauchern erforscht werden und ist für Besucher nicht zugänglich.

Als Blauhöhlensystem werden die zusammenhängenden Höhlen der Blautopfhöhle und der Vetterhöhle bezeichnet, das eine Länge von über sieben Kilometern hat. Es ist das längste Höhlensystem der Schwäbischen Alb. Bekannt geworden ist eine riesige Halle mit dem Namen „Mörike-Dom“, sie liegt mit 40 Meter Höhe und 125 Meter Länge teilweise unter und über Wasser.

Die 1997 gegründete „Arbeitsgemeinschaft Blautopf“ ist ein Zusammenschluss aus Höhlenforschern und Tauchern. Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Erforschung der Blautopfhöhle. Die ARGE Blautopf  betreibt neben der Neulandforschung zahlreiche geologische und biologische Forschungsprojekte. Zwei informative Bildbände und eine DVD wurden von der ARGE produziert.


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Wanderungen zu den Steinzeithöhlen der Neandertaler

Die Höhlen am Südrand der Schwäbischen Alb gehören zu den wichtigsten steinzeitlichen Fundstellen der Welt. Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen lebten hier während der letzten Eiszeit. Am Rande der Flusstäler Ach, Blau und Lone, unterhalb der aus dem Wald herausragenden Felsvorsprünge, liegen die Wohnhöhlen unserer Vorfahren. Hier wurden die Wurzeln der Steinzeit Europas ausgegraben.

Im Blaubeurer Urdonautal standen den Steinzeitmenschen drei Lebensräume zur Verfügung: die Talaue, die Felshänge und die Albhochfläche. Die dichten Wälder die hier heute stehen gab es damals nicht. Eine fast baumlose Steppe bedeckte die Landschaft.

Der Blautopf existierte mit Sicherheit schon und war für die damaligen Bewohner als Wasserquelle besonders wichtig. Heute führen durch die Wälder um die Stadt Blaubeuren markierte Wanderwege zu den interessanten Höhlenfundstellen. Vier Höhlen möchten wir vorstellen:

  • Die Große Grotte – Wohnung der Neandertaler
  • Die Höhle Geißenklösterle – Die ältesten Musikinstrumente der Welt
  • Die Brillenhöhle – Jagdlager der Steinzeit
  • Die Sirgensteinhöhle – Bewohnt von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit

Infos im Internet zum Thema: Die Urgeschichte im Alb-Donau-Kreis


Die Große Grotte – Wohnung der Neandertaler

Die Große Grotte diente ausschließlich Neandertalern als Unterkunft und gehört zu den ältesten Fundstellen der Schwäbischen Alb.

Eine der ältesten Fundstellen ist die Große Grotte, die ausschließlich von Neandertalern genutzt wurde.

Die Große Grotte diente ausschließlich Neandertalern als Unterkunft. Sie hinterließen zahlreiche Werkzeuge aus Jurahornstein, dem hier vorkommenden Feuerstein. Eine Speerspitze aus Knochen gehört zu den besonderen Fundstücken. Die Grabungsschichten sind zwischen 50 000 und 100 000 Jahre alt sind.

Sie gehören zu den ältesten Neandertalerbelegen der Schwäbischen Alb. Die Gründe für die Vorliebe der Neandertaler für die Höhle sind einleuchtend. Der Ausblick auf das Tal und auf die Jagdbeute von hier oben ist hervorragend. Neben Rentieren, Wildpferden, Rothirschen und Wisent wurden überwiegend Steinböcke erlegt. Die Große Grotte wurde in 1960er Jahren von der Universität Tübingen ausgegraben.

Info & Lage: Große Grotte

Die Höhle Geißenklösterle – Die ältesten Musikinstrumente der Welt

Die Figuren aus der Höhle Geißenklösterle sind die ältesten Kunstwerke der Menschheit.

Die Kunstwerke aus der Höhle Geißenklösterle sind die ältesten der Menschheit.
(Foto: Wikipedia, Thilo Parg)

Die Höhle Geißenklösterle gehört zu den wichtigsten altsteinzeitlichen Fundstellen weltweit und wurde von Neandertalern und den Cro-Magnon-Menschen bewohnt. Unter Forschern gilt sie als Referenzfundstelle für die Altsteinzeit und ist daher sehr gut erforscht.

Berühmt wurde sie durch die figürlichen Kunstwerke aus Mammutelfenbein. Dargestellt wurden Tiere wie Mammut, Wisent und Bär. Auch ein Mischwesen aus Mensch und Tier (Adorant) wurde entdeckt.

Mit einem Alter von 35 000 bis 42 000 Jahren sind die Figuren die ältesten bekannten Kunstwerke der Menschheit. Ein besonderes Highlight sind die in der Höhle gefundenen Musikinstrumente. Die drei Flöten sind die ältesten Funde dieser Art weltweit und wurden aus Schwanenknochen bzw. Mammutelfenbein angefertigt.

Die Begegnung zwischen dem Neandertaler und dem modernen Menschen steht bis heute im Mittelpunkt der Forschungsausgrabungen. In der Höhle ist eine ungewöhnlich vollständige kulturelle Abfolge der während der Eiszeit dokumentiert.

Bisher kann im Geißenklösterle keine zeitliche Überlappung beider Menschenarten festgestellt werden. Wir wissen also nicht, wer die Musikinstrumente hergestellt und verwendet hat: Neandertaler oder moderner Mensch. Die Höhle wurde überwiegend in den 1980er- und 1990er Jahren von der Universität Tübingen ausgegraben.

Info & Lage: Höhle Geißenklösterle

Die Brillenhöhle – Jagdlager der Steinzeit

Die Brillenhöhle wurde als saisonales Jagdlager genutzt, große Feuerstellen zeigen dass sie intensiv genützt wurde.

Die Brillenhöhle wurde als Jagdlager mit großen Feuerstellen genutzt. (Foto: Wikipedia, Thilo Parg)

Vor 12 000 bis 30 000 Jahren bewohnten Menschen die Brillenhöhle als Jagdlager. Sie hinterließen Werkzeuge, Schmuckstücke und Reste ihrer Jagdbeute. Die Höhle wurde saisonal, also im Winter und Frühjahr bewohnt. Große Feuerstellen zeigen, dass die Höhle intensiv genutzt wurde.

Zum Schutz vor der Kälte wurde ein Wall aus Steinen aufgebaut, der als Begrenzung für einen Zelteinbau in der Höhle diente. Außerdem ist es gelungen, Steinwerkzeuge aus der Brillenhöhle und dem Geißenklösterle zusammenzusetzen – beide Höhlen wurden also zeitgleich bewohnt.

Zu den besonderen Entdeckungen gehört die Bestattung mehrerer Personen. Die Knochen, der an einem anderen Ort verstorbenen Menschen, waren vor etwa 14 000 Jahren in die Brillenhöhle gebracht und dort niedergelegt worden. In der Höhle wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren von der Universität Tübingen gegraben.

Info & Lage: Brillenhöhle

Die Sirgensteinhöhle – Bewohnt von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit

Ausgrabungen in der Sirgensteinhöhle ergaben eine Schichtenfolge von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit.

Ausgrabungen in der Sirgensteinhöhle ergaben Funde von der Altsteinzeit bis zur Neuzeit. (Foto: URMU)

Die Ausgrabungen in der Sirgensteinhöhle ergaben eine Schichtenfolge von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit. Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen haben offenbar nacheinander die Höhle bewohnt. In den Lehmschichten der Neandertalerzeit fanden sich Schaber, Klingen und Speerspitzen.

Die gefundenen Höhlenbärenknochen weisen darauf hin, dass die Höhle sowohl von Bären als auch vom Neandertaler genutzt wurde. Die Bewohner der Eiszeit hielten sich überwiegend im Eingangsbereich auf. Dort lagen die Feuerstellen der Cro-Magnon-Menschen, hier arbeiteten und schliefen die sie.

Der Zustand der Steinwerkzeuge zeigt, dass die Aufenthalte am Sirgenstein länger dauerten und auch dazu dienten, Werkzeuge herzustellen oder zu reparieren. Unter der Jagdfauna sind Wildpferd und Ren häufig, neben Resten von Mammut, Bison, Höhlenlöwe und Wollnashorn.

In den obersten Grabungsschichten wurden Funde aus der Neuzeit, dem Mittelalter, der Römer- Eisen- und Bronzezeit geborgen. Ab 1906 grub in der Sirgensteinhöhle die Universität Tübingen.

Info & Lage: Sirgensteinhöhle

Wer waren die Neandertaler?

Die Neandertaler der Steinzeit lebten nicht nur in Höhlen, sondern auch auf Flächen der Alb.

Neandertaler lebten nicht nur in Höhlen, sondern auch auf Flächen der Alb.
(Foto: NASA Mars Exploration)

Der Neandertaler (Homo neanderthalensis) ist ein ausgestorbener Verwandter des heutigen Menschen (Homo sapiens). Er entwickelte sich in Europa, aus einem gemeinsamen afrikanischen Vorfahren. Die ältesten Skelettreste sind etwa 130 000 Jahre alt. Der namensgebende Fund wurde in Neandertal, bei Düsseldorf, im Jahr 1856 gemacht und wird auf ein Alter von 42 000 Jahren datiert.

Warmzeit, Eiszeit, wilde Tiere, etwa 250 000 Jahre lang behaupteten sich Neandertaler gegen alle Widrigkeiten der Natur. Sie hielten zusammen, pflegten die Kranken und teilten ihre Beute untereinander auf. Sie waren kräftig und klug, kannten die sichersten Schlupfwinkel und die idealen Jagdgebiete.

Ihre robusten Körper waren gut an Kälte angepasst, denn sie lebten während der letzten Eiszeit. Sie besaßen starke Unterkiefer, eine große Nase und Wülste über den Augen. Die Schneidezähne wurden wohl neben den Händen auch als Werkzeug benutzt.

Vermutlich konnten Neandertaler sprechen, denn sie besaßen ein Zungenbein wie wir. Sein Gehirn war größer als das der heutigen Menschen. Er benötigte mehr Nahrung, vor allem aß er Fleisch. Durch das Eiweiß im Fleisch wuchs sein Gehirn. Ob er wirklich schlauer war als Homo sapiens, wissen wir nicht.

Obwohl der Neandertaler an das Leben in der Kälte gut angepasst war, scheint dennoch ein starkes Absinken der Temperaturen allmählich zu seinem Aussterben geführt zu haben. Der aus Afrika eingewanderte Homo sapiens dagegen war fähiger, sich gegen die extreme Kälte zu schützen.

Außerdem war Homo sapiens besser in der Lage, Gelerntes in unterschiedlichen Situationen umzusetzen und anzuwenden. Er lebte in größeren Gruppen und hatte mehr Erfolg im Kampf um begehrte Jagdreviere. Die Spur des Neandertalers verliert sich vor 30 000 Jahren.


Was versteht man unter Cro-Magnon-Menschen?

Cro-Magnon-Menschen waren anatomisch moderne Menschen (Homo sapiens) die während der letzten Eiszeit lebten. Die ältesten Funde in Europa stammen aus der Zeit vor etwa 40 000 Jahren, die jüngsten Funde liegen etwa 12 000 Jahre zurück. Vermutungen, die Cro-Magnon-Menschen wären ein evolutives Bindeglied zwischen Neandertalern und modernem Homo sapiens, sind aufgrund von anatomischen Merkmalen widerlegt.

Etwa 1 – 3 Prozent unserer Erbanlagen stammen direkt vom Neandertaler ab. Ein kleiner Anteil, wenn man die ungefähr 10 000 Jahre gemeinsamer Existenz mit dem heutigen, modernen Menschen bedenkt.


URMU – Urgeschichtliches Museum in Blaubeuren

Die 40 000 Jahre alte "Venus vom Hohle Fels" ist die älteste von Menschenhand geschaffene Figurendarstellung der Welt.

Die 40 000 Jahre alte „Venus vom Hohle Fels“ ist die älteste Figurendarstellung der Welt. (Foto: URMU)

Viele Funde aus den Höhlen um Blaubeuren sind im URMU, dem Urgeschichtlichen Museum von Blaubeuren ausgestellt. Der absolute Star im Museum ist die Venus vom Hohle Fels. Sie ist mit 40 000 Jahren die älteste bekannte Menschendarstellung der Welt. Wer erfahren will wie eiszeitliche Jäger und Sammler gelebt haben, sollte das Museum besuchen. Schwerpunkt ist die altsteinzeitliche Besiedelung im Ach- und Blautal, die durch Funde aus den Höhlen um Blaubeuren belegt sind. Hier eröffnet sich ein ganz neuartiger Zugang zur geheimnisvollen Eiszeitkunst.

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