Der Blautopf in Blaubeuren und die Höhlen der Neandertaler


Der Blautopf in Blaubeuren ist Deutschlands prachtvollste Karstquelle und ein Naturdenkmal.

Der Blautopf ist Deutschlands prachtvollste Karstquelle im Talkessel der mittelalterlichen Stadt Blaubeuren – Eine perfekte Idylle.

Der berühmte Blautopf von Blaubeuren liegt in der Schwäbischen Alb, in einer über Jahrmillionen entstandenen Karstlandschaft. Die vielen Fossilienvorkommen, Vulkankrater, Höhlen und Quellen bilden eine der weltweit spektakulärsten Landschaften dieser Art. Inmitten der Region Alb-Donau-Kreis im Osten von Baden-Württemberg, liegt die Stadt Blaubeuren mit ihren romantischen Fachwerkhäusern. Der Ort steht auf uraltem Siedlungsgebiet und bietet mehrere empfehlenswerte Attraktionen.

Blaubeuren: Die Attraktionen

  • Der Blautopf: Deutschlands prachtvollste Quelle.
  • Das Kloster von Blaubeuren, direkt neben der Blautopfquelle.
  • Die Steinzeithöhlen der Neandertaler.
  • Das Urgeschichtliche Museum URMU.
  • Die Altstadt von Blaubeuren mit vielen Fachwerkbauten.

Der Blautopf ist eine tiefe Karstquelle und ein einmaliges Naturdenkmal im felsigen Talkessel der mittelalterlichen Stadt Blaubeuren. In der Quelle öffnet sich ein geheimnisvoller Zugang zu einer unterirdischen Welt, von kilometerweiten verschlungenen Tunneln. Unmittelbar neben dem Quelltopf steht das ehemalige Benediktinerkloster Blaubeuren.

Mehrere steinzeitliche Wohnhöhlen, die zu den weltweit wichtigsten Fundstellen gehören, liegen ebenfalls um die Stadt Blaubeuren. Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen lebten hier während der letzten Eiszeit. Es ist geologisch belegt, dass die Blautopfquelle schon damals existierte.

Das heißt aus der riesigen Blautopfquelle tranken bereits Neandertaler. In den Tälern der Flüsse Ach, Blau und Lone liegen die kulturellen Wurzeln der Steinzeit Europas, denn hier entstanden die frühesten Zeugnisse künstlerischen Schaffens.

Tipps für Blaubeuren: Tagesausflug oder Kurzreise?

WERBUNG



Der Blautopf von Blaubeuren: Karstquelle und Naturdenkmal

Der Blautopf sieht auf den ersten Blick eigentlich wie ein großer Teich aus, ist tatsächlich aber ein gewaltiger Quelltopf von über zwanzig Metern Tiefe. 2  000 Liter Wasser strömen aus der Quelle in der Sekunde, in Spitzenzeiten sogar bis zu 32 000 Liter – eine gewaltige Menge, somit ist er die zweit-wasserreichste Karstquelle Deutschlands.

Die Wasserfläche der Quelle gleicht einem riesigen blau-grünen Auge, das uns aus den Tiefen der Erde anblickt. Je nach Lichteinfall schimmert das Wasser in unterschiedlichen Blau- Türkis- und Grüntönen. Aufgrund des klaren Wassers und der Tiefe entsteht durch Absorption der übrigen Spektralfarben die intensive blaue Färbung. Beeindruckt blicken die Besucher auf die geheimnisvolle Quelle.

Der Fluss Blau entspringt hier im Blautopf und mündet bei Ulm in die DonauDie Stadt Blaubeuren liegt am Rande des Ur-Donautals, in dem die Donau noch während der letzten Eiszeit geflossen ist. Dass sich um das Städtchen Sagen, Legenden, Mythen und Märchen ranken wundert also nicht. 


WERBUNG



Historische Hammerschmiede am Blautopf

Seit 1742 steht am Blautopf ein Wasserwerk, das auch als Schleifmühle genutzt wurde. 1804 wurde das Gebäude zu einer Hammerschmiede umgebaut und war bis 1948 in Betrieb. Die Fachwerkschmiede mit Wasserrad und bunten Blumenkästen in romantischer Lage steht bis heute an der schimmernden Quelle.

Die Lage am Blautopf war für eine Mühle ideal, der ständige Wasserfluss ist eine unerschöpfliche Energiequelle. Über ein Wasserrad wurden zwei Schmiedehämmer, eine Schleifmaschine und der Blasebalg für die Esse betrieben. Noch heute kann die Anlage in Betrieb gesetzt werden.

Die Schmiedewerkstatt, in der Eisen bearbeitet und Werkzeug hergestellt wurde, ist bis ins kleinste Detail funktionstüchtig. Heute ist sie ein Museum mit angeschlossenem Cafe und Andenkenladen.

Direkt an der Hammerschmiede startet das Blautopfbähnle und fährt gemütlich die Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten in Blaubeuren und Umgebung an. Vier Thementouren werden angeboten:

  • Panoramafahrt – die schönsten Plätze in und um Blaubeuren,
  • Höhlentour – zu Geißenklösterle, Brillenhöhle und Hohler Fels mit Führung,
  • Schillersteintour – zum Aussichtspunkt am Schillerstein mit Einkehr,
  • Natur Pur im Biosphärengebiet Schelklingen – Kloster Urspring, Aachtopf, Naturreservat Schmiechemer See.

WERBUNG



Eduard Mörike: Die Historie von der schönen Lau

In der Sage von Eduard Mörike wird folgendes erzählt: Auf dem Grund des Blautopfs lebte einst eine Wassernixe mit langen fließenden Haaren und blauen Augen. Ihr Leib war wie der einer schönen Frau, nur das sie zwischen den Fingern und Zehen Schwimmhäute hatte. Ihr Gemahl, ein alter Donaunix, hatte sie in die Blautopfquelle verbannt, nachdem sie aus Traurigkeit nur tote Kinder gebahr.

Erst wenn sie fünf Mal von Herzen lacht, sollte dieser Fluch von ihr weichen. Mit einem Hofstaat an Kammerzofen und Mägden ausgestattet, lebte Sie zurückgezogen in ihrem unterirdischen Palast in der Quelle. Es bedurfte offenbar der Fröhlichkeit der Nonnenhofwirtin im Ort, um Sie zu erheitern und aus der Verbannung zu erlösen.

Der Donaunix kam angeschwommen, der Blautopf lief dadurch über und mit ihm das neue Liebesglück der beiden. Zum Abschied von den Blaubeurern verspricht die Nixe mit dem Kindlein auf dem Arm wiederzukommen. Noch heute soll sie an manchen Tagen in den Tiefen kurz zu sehen sein.

Im Ort wird noch heute erzählt: „Seit lange vergangenen Zeiten hat der Blautopf als Heiliger Platz gegolten. Bei Überschwemmungen zogen die Bewohner in Prozessionen zur Quelle und warfen Schätze zur Versöhnung der Gottheiten in die Tiefe.“

Info Eduard Mörike

WERBUNG




Blaubeuren: Das Benediktinerkloster

Von herausragender Bedeutung ist der Schlaftrakt der Mönche, der so genannte Dormentbau im Ostflügel.

Von herausragender Bedeutung ist der Schlaftrakt der Mönche,
der so genannte Dormentbau im Ostflügel.

Unmittelbar neben dem Blautopf befindet sich das ehemalige, im Jahr 1085 gegründete Benediktinerkloster von Blaubeuren. Ursprünglich sollte das Kloster auf der Alb gebaut werden, aber seine Stifter die Grafen von Tübingen entschieden sich für das Gelände beim Blautopf, denn hier war die Wasserversorgung gesichert.

Der Neubau aus der Spätgotik ist weitgehend ursprünglich erhalten. Herzstück und Abschluss dieser Umbauten war die Klosterkirche. Die meisten Gebäudeteile die wir heute sehen stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Von dem im 11. Jahrhundert erbauten Turm sind noch Teile erhalten.

Von herausragender Bedeutung ist der Schlaftrakt der Mönche, der so genannte Dormentbau im Ost- und Südostflügel. Die beiden noch erhaltenen Dormentgänge im Obergeschoss gelten in Europa als künstlerisch einmalig.

Besichtigt werden kann auch der sehenswerte Kreuzgang, der Kapitelsaal und der Kräutergarten des Klosters. In einem gut erhaltenem Fachwerkgebäude war das Badehaus der Mönche, in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist. Im Klostergebäude befindet sich ein Evangelisch-theologisches Seminar und ein öffentliches altsprachliches Gymnasium mit Internat.

Blaubeuren hat eine sehenswerte Altstadt mit zahlreichen Fachwerkbauten, gemütlichen Gasthöfen und Hotels. Das Gerberviertel mit seinen Kanälen, erinnert ein bisschen an Venedig im Kleinen. Ein Stadtrundgang durch verwinkelte Gassen führt an malerischen Ecken des Spätmittelalters vorbei.

Öffnungszeiten und Preise

WERBUNG



Höhlenforschung: Tauchen im Blautopf

Durch das poröse und brüchige Kalkgestein der Alb-Hochfläche versickern die Regenfälle sofort in den Untergrund, wodurch weit verzweigte Höhlensysteme entstanden. 1957 gelang es Tauchern bis zum Grund des Blautopfes und damit an den Eingang zur Blautopfhöhle zu erreichen. Sie kann nur von erfahrenen Höhlentauchern erforscht werden und ist für Besucher nicht zugänglich.

Als Blauhöhlensystem werden die zusammenhängenden Höhlen der Blautopfhöhle und der Vetterhöhle bezeichnet, das eine Länge von über sieben Kilometern hat. Es ist das längste Höhlensystem der Schwäbischen Alb. Bekannt geworden ist eine riesige Halle mit dem Namen „Mörike-Dom“, sie liegt mit 40 Meter Höhe und 125 Meter Länge teilweise unter und über Wasser.

Die 1997 gegründete „Arbeitsgemeinschaft Blautopf“ ist ein Zusammenschluss aus Höhlenforschern und Tauchern. Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Erforschung der Blautopfhöhle. Die ARGE Blautopf  betreibt neben der Neulandforschung zahlreiche geologische und biologische Forschungsprojekte. Informative Bildbände und eine DVD wurden von der ARGE produziert.


WERBUNG



Wanderungen zu den Steinzeithöhlen der Neandertaler

Am Anfang war das Feuer_film_1981_0l

Der Abenteuerfilm „Am Anfang war das Feuer“ von Jean-Jacques Annaud erzählt die Erlebnisse einer kleinen Gruppe Neandertaler während der Steinzeit. Foto: Fox-Studios

Die Höhlen am Südrand der Schwäbischen Alb gehören zu den wichtigsten Fundstellen aus der Steinzeit. Während der letzten Eiszeit lebten hier Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen. Am Rande der Flusstäler Ach, Blau und Lone, unterhalb der aus dem Wald herausragenden Felsvorsprünge, liegen die Wohnhöhlen unserer Vorfahren. Hier wurden die Wurzeln der Steinzeit Europas ausgegraben.

Im Urdonautal bei Blaubeuren standen den Steinzeitmenschen drei Lebensräume zur Verfügung: die Talauen, die Felshänge und die Albhochflächen. Die dichten Wälder die hier heute stehen gab es damals nicht. Eine fast baumlose Steppe bedeckte die Landschaft.

Die große Quelle des Blautopfs existierte mit Sicherheit schon und war für die damaligen Bewohner als Wasserquelle sehr wichtig. Heute führen durch die Wälder um die Stadt Blaubeuren markierte Wanderwege zu den interessanten Höhlenfundstellen. Vier dieser Höhlen möchten wir vorstellen:

  • Die Große Grotte – Wohnung der Neandertaler
  • Die Höhle Geißenklösterle – Die ältesten Musikinstrumente der Welt
  • Die Brillenhöhle – Jagdlager der Steinzeit
  • Die Sirgensteinhöhle – Bewohnt von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit

Die Eiszeithöhlen in den Tälern der Ach und der Lone auf der Schwäbischen Alb wurden im Juli 2017 als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt. Sechs Höhlen wurden ausgezeichnet: Geißenklösterle und Sirgensteinhöhle bei Blaubeuren, der Hohle Fels bei Schelkingen, Bocksteinhöhle bei Öllingen, Hohlensteinhöhle bei Rammingen und die Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen-Stetten.

Mehr Infos auf der Website: www.tourismus.alb-donau-kreis.de


WERBUNG



Große Grotte: Jagd- und Lagerplatz der Neandertaler

Die Große Grotte diente ausschließlich Neandertalern als Unterkunft und gehört zu den ältesten Fundstellen der Schwäbischen Alb.

Eine der ältesten Fundstellen ist die Große Grotte, die ausschließlich von Neandertalern genutzt wurde.

Die Große Grotte diente ausschließlich Neandertalern als Unterkunft. Sie hinterließen zahlreiche Werkzeuge aus Jurahornstein, dem hier vorkommenden Feuerstein. Eine Speerspitze aus Knochen gehört zu den besonderen Fundstücken.

Die Grabungsschichten sind zwischen 50.000 und 100.000 Jahre alt. Sie gehören zu den ältesten Belegen zur Existenz der Neandertaler in der Schwäbischen Alb. Die Gründe für die Vorliebe der Neandertaler für die Höhle sind einleuchtend.

Der Ausblick von der Grotte auf das Tal und auf Beutetiere ist von hier oben hervorragend. Neben Rentieren, Wildpferden, Rothirschen und Wisent wurden überwiegend Steinböcke erlegt. Die Große Grotte wurde in 1960er Jahren von der Universität Tübingen ausgegraben.

Info & Lage: Große Grotte

WERBUNG



Höhle Geißenklösterle: Die ältesten Kunstwerke der Menschheit

Die Figuren aus der Höhle Geißenklösterle sind die ältesten Kunstwerke der Menschheit.

Die Kunstwerke aus der Höhle Geißenklösterle sind die ältesten der Menschheit.
(Foto: Wikipedia, Thilo Parg)

Die Höhle Geißenklösterle gehört zu den wichtigsten Fundstellen der Altsteinzeit weltweit und wurde von Neandertalern und Cro-Magnon-Menschen bewohnt. Unter den Wissenschaftlern gilt sie als Referenzfundstelle für die Altsteinzeit und ist daher sehr gut erforscht.

Berühmt wurde sie durch die Kunstwerke aus Mammut-Elfenbein. Dargestellt wurden Tiere wie Mammut, Wisent und Bär. Auch ein Mischwesen aus Mensch und Tier (Adorant) wurde entdeckt. Mit einem Alter von 35.000 bis 42.000 Jahren sind diese Figuren die ältesten bekannten Kunstwerke der Menschheit.

Besonderes Highlight sind die in der Höhle entdeckten Musikinstrumente. Die drei Flöten sind die ältesten Funde dieser Art weltweit und wurden aus Schwanenknochen bzw. Mammut-Elfenbein angefertigt. Die Flöten werden auf ein Alter von etwa 42.000 bis 43.000 Jahren datiert.

Die Begegnung zwischen dem Neandertaler und dem modernen Menschen steht bis heute im Mittelpunkt der archäologischen Forschungen. In der Höhle ist eine ungewöhnlich vollständige, kulturelle Abfolge während der Eiszeit erhalten geblieben.

Bisher kann am Fundort Geißenklösterle keine zeitliche Überlappung der beiden Menschenarten festgestellt werden. Wir wissen also nicht, wer die Musikinstrumente hergestellt und verwendet hat: Neandertaler oder moderner Mensch. Die Höhle wurde überwiegend in den 1980er- und 1990er Jahren von der Universität Tübingen ausgegraben.

Mehr Infos auf der Website: www.archaeologie-online.de

Info & Lage: Höhle Geißenklösterle

WERBUNG



Brillenhöhle: Jagdlager und Grablege während der Eiszeit

Die Brillenhöhle wurde als saisonales Jagdlager genutzt, große Feuerstellen zeigen dass sie intensiv genützt wurde.

Die Brillenhöhle wurde als Jagdlager mit großen Feuerstellen genutzt. (Foto: Wikipedia, Thilo Parg)

Währen der Eiszeit vor 12.000 bis 30.000 Jahren bewohnten Cro-Magnon-Menschen die Brillenhöhle als Jagdlager. Sie hinterließen Werkzeuge, Schmuckstücke und Reste ihrer Jagdbeute. Die Höhle wurde saisonal, also im Winter und Frühjahr bewohnt. Große Feuerstellen zeigen, dass die Höhle intensiv genutzt wurde.

Zum Schutz vor der Kälte wurde ein Wall aus Steinen aufgebaut, der auch als Begrenzung für Einbau von einem Zelt diente. Außerdem ist es gelungen, Steinwerkzeuge aus der Brillenhöhle und dem Geißenklösterle zusammenzusetzen – beide Höhlen wurden also zeitgleich bewohnt.

Zu den besonderen Entdeckungen gehört die Bestattung mehrerer Personen. Die Knochen, der an einem anderen Ort verstorbenen Menschen, waren vor etwa 14.000 Jahren in die Brillenhöhle gebracht und dort bestattet worden. In der Höhle wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren von der Universität Tübingen erforscht.

Info & Lage: Brillenhöhle

WERBUNG



Sirgensteinhöhle: Funde von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit

Ausgrabungen in der Sirgensteinhöhle ergaben eine Schichtenfolge von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit.

Ausgrabungen in der Sirgensteinhöhle ergaben Funde von der Altsteinzeit bis zur Neuzeit. (Foto: URMU)

Die Forschungen in der Sirgensteinhöhle ergaben eine Schichtfolge von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit. Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen haben offenbar nacheinander die Höhle bewohnt. In den Lehmschichten der Neandertalerzeit fanden sich Schaber, Klingen und Speerspitzen.

Die Knochen von Höhlenbären weisen darauf hin, dass die Höhle sowohl von Bären als auch vom Neandertaler genutzt wurde. Die Bewohner der Eiszeit hielten sich überwiegend im Eingangsbereich auf. Dort lagen die Feuerstellen der Cro-Magnon-Menschen, hier arbeiteten und schliefen die sie.

Der Zustand der Steinwerkzeuge zeigt, dass die Aufenthalte am Sirgenstein länger dauerten und auch dazu dienten, Werkzeuge herzustellen oder zu reparieren. Bevorzugte Jagdbeute waren Wildpferd und Ren, aber auch Mammut, Bison, Höhlenlöwe sowie Wollnashorn.

In den obersten Grabungsschichten wurden Funde aus der Neuzeit, dem Mittelalter, sowie der Römer- Eisen- und Bronzezeit geborgen. Ab 1906 grub in der Sirgensteinhöhle die Universität Tübingen.

Info & Lage: Sirgensteinhöhle

WERBUNG



Wer waren die Neandertaler?

Die Neandertaler der Steinzeit lebten nicht nur in Höhlen, sondern auch auf Flächen der Alb.

Neandertaler lebten nicht nur in Höhlen, sondern auch auf Flächen der Alb.
(Foto: NASA Mars Exploration)

Der Neandertaler (Homo neanderthalensis) ist ein ausgestorbener Verwandter des heutigen Menschen (Homo sapiens). Er entwickelte sich in Europa, aus einem gemeinsamen afrikanischen Vorfahren. Die ältesten Skelettreste sind etwa 130.000 Jahre alt. Der namensgebende Fund wurde in Neandertal, bei Düsseldorf, im Jahr 1856 gemacht und wird auf ein Alter von 42.000 Jahren datiert.

Warmzeit, Eiszeit, wilde Tiere: Etwa 250.000 Jahre lang behaupteten sich Neandertaler gegen alle Widrigkeiten der Natur. Ein starker Zusammenhalt der Gruppen war überlebenswichtig. Sie pflegten ihre Kranken und teilten auch die Jagdbeute untereinander auf. Neandertaler waren kräftig und klug, kannten die sichersten Schlupfwinkel und die besten Jagdgebiete.

Ihre Körperbau war robust und gut an Kälte während der Eiszeit angepasst. Sie besaßen starke Unterkiefer, eine große Nase und Wülste über den Augen. Die Zähne wurden wohl neben den Händen auch als Werkzeug benutzt.

Neandertaler konnten sprechen, denn sie besaßen ein Zungenbein wie wir. Ihr Gehirn war sogar größer als das der heutigen Menschen. Ein Neandertaler benötigte mehr Nahrung als wir heute. Vor allem verspeiste er Fleisch. Durch das Eiweiß im Fleisch wuchs sein Gehirn. Ob er wirklich schlauer war als Homo sapiens, wissen wir nicht.

Obwohl der Neandertaler an ein Leben in der Kälte angepasst war, scheint das starke Absinken der Temperaturen allmählich zu seinem Aussterben geführt zu haben. Der aus Afrika eingewanderte Homo sapiens konnte sich offenbar besser gegen die extrem kalten Temperaturen schützen.

Zusätzlich konnte der Homo sapiens seinen Wissens- und Erfahrungsschatz besser in den unterschiedlichsten Situationen Umsetzen und Anwenden. Er lebte auch in größeren Gruppen, hatte daher mehr Erfolg im Kampf um begehrte Jagdreviere. Die Spur der Neandertaler verlieren sich vor etwa 30.000 Jahren.


WERBUNG



Cro-Magnon-Mensch: Der Homo sapiens der Eiszeit

Cro-Magnon-Menschen waren anatomisch moderne Menschen (Homo sapiens) die während der letzten Eiszeit lebten. Die ältesten Funde in Europa stammen aus der Zeit vor etwa 40.000 Jahren, die jüngsten Funde liegen etwa 12.000 Jahre zurück.

Vermutungen, die Cro-Magnon-Menschen wären ein evolutives Bindeglied zwischen Neandertalern und modernem Homo sapiens, sind aufgrund von anatomischen Merkmalen widerlegt.

Wir sind alle ein bisschen mit dem Neandertaler verwandt! Denn etwa ein bis drei Prozent der Erbanlagen des Homo sapiens stammen direkt vom Neandertaler ab. Ein kleiner Anteil, wenn man die ungefähr 10.000 Jahre gemeinsamer Existenz mit dem heutigen, modernen Menschen bedenkt.


Blaubeuren: URMU – Das Urgeschichtliche Museum

Die 40 000 Jahre alte "Venus vom Hohle Fels" ist die älteste von Menschenhand geschaffene Figurendarstellung der Welt.

Die 40 000 Jahre alte „Venus vom Hohle Fels“ ist die älteste Figurendarstellung der Welt. (Foto: URMU)

Viele Funde aus den Höhlen um Blaubeuren sind im URMU, dem Urgeschichtlichen Museum von Blaubeuren ausgestellt. Der absolute Star im Museum ist die Venus vom Hohle Fels. Sie ist mit 40.000 Jahren die älteste bekannte Menschendarstellung der Welt.

Wer erfahren will wie eiszeitliche Jäger und Sammler gelebt haben, sollte das Museum besuchen. Schwerpunkt ist die altsteinzeitliche Besiedelung im Ach- und Blautal, die durch Funde aus den Höhlen in der Region belegt sind. Hier eröffnet sich ein ganz neuartiger Zugang zur geheimnisvollen Eiszeitkunst.

Öffnungszeiten und Preise

WERBUNG




Buchtipps

  • Theiss-Verlag, Als der Mensch die Kunst erfand – Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb, von Nicholas J. Conard und Claus-Joachim Kind, 192 Siten, 110 Illustrationen, 5 Karten, 2017.
  • Knaus-Verlag, Die Venus aus dem Eis: Wie vor 40 000 Jahren unsere Kultur entstand, von Nicholas J. Conard und Jürgen Wertheimer, 320 Seiten, 2010.
  • Katz-Verlag, Geschichte der Schwäbischen Alb – Von der Eiszeit bis zur Gegenwart, von Casimir Bumiller, 467 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 2008.
  • Oertel & Spörer-Verlag, Wilde Höhlen, Grotten, Felsennester – 100 geheimnisvolle Hohlräume zwischen Alb und Donau, Ausflugs- und Wanderziele auf der Schwäbischen Alb, von Jürgen Meyer, 96 Seiten, 2011.
  • Emons-Verlag, 111 Orte auf der Schwäbischen Alb, die man gesehen haben muss, von Barbara Goerlich, 240 Seiten, 2014.
  • Bergverlag Rother, Wanderführer Schwäbische Alb – Ost, 50 Wanderungen, von Herbert Mayr, 144 Seiten mit Karten, GPS-Daten zum Download, 2016.

Wer seine Amazon-Buchbestellung über die Anzeige unten abwickelt, unterstützt uns ohne jeglichen Mehraufwand, um unsere laufenden Kosten für den Blog etwas abzudecken. Vielen Dank dafür.
WERBUNG



Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.