Toskana: Pitigliano, Sovana und Sorano – Urige Tuffsteindörfer im Kernland der Etrusker


Pitigliano, Sovana und Sorano - reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, - Sovana in der Alta Maremma liegt auf einem Tuffsteinplateau hoch über dem Fioratal. Der Ort war in der Antike eine etruskische Stadt. An der Stelle des romanisch-gotischen Doms befand sich einst die Akropolis der Etrusker.

Sovana in der Alta Maremma im Süden der Toskana liegt auf einem Tuffsteinplateau hoch über dem Fioratal. Der Ort war in der Antike eine etruskische Stadt, die Sveama hieß. An der Stelle des romanisch-gotischen Doms San Pietro befand sich einst die Akropolis der Etrusker.

Pitigliano, Sovana und Sorano im Fioratal

Die malerischen Dörfer Pitigliano, Sovana und Sorano bilden ein Dreieck in der dramatischen und geschichtsträchtigen Landschaft der Alta Maremma, die zu einer mehrtägigen Rundfahrt einladen. Die urigen Tuffsteindörfer des Fioratals, befinden sich im Süden der Toskana, nahe der Grenze zur Region Latium. Von Grosseto ist Pitigliano etwa achzig Kilometer entfernt.

Fällt der Blick von einem der benachbarten Hügel auf die pittoresken Dörfer, wirken sie eigentlich noch eindrucksvoller als ein Rundgang durch seine schmalen Gassen. Schon das antike Volk der Etrusker baute auf und mit dem porösen, vulkanischen Tuffstein. Typisch für fast alle etruskischen Siedlungen ist ihre Lage auf strategisch günstigen, hoch gelegenen Plateaus.

Wichtig war den Etruskern zusätzlich die unmittelbare Nähe von Flüssen oder Seen. Die fruchtbaren Täler der Flüsse Fiora und Albegna sind daher seit der Antike wichtige Kreuzungspunkte der Handelswege von der Tyrrhenischen Küste hierher ins Binnenland.

Vulci, einst eine etruskische Großstadt und ist etwa vierzig Kilometer von den Tuffsteindörfern Pitigliano, Sovana und Sorano entfernt. Durch intensiven Seehandel wurde es eine der reichsten Städte in Etruriens. Seine Lage auf einem Plateau war allerdings etwa zehn Kilometer vom Tyrrhenischen Meer entfernt.

Damals war der Fluss Fiora noch schiffbar, Vulci verschiffte daher seine Waren über einen Binnenhafen. Dieser ermöglichte bequemen Warentransport in die Orte im Hinterland. Vulcis weitläufige Ausgrabungen mit Archäologischem Museum liegen zwischen Canino und Montalto di Castro und sind unbedingt eine Besichtigung wert.


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Passender Lesestoff dazu sind folgende Reisereportagen:

  • Die Maremma: Streifzüge durch eine (fast) unbekannte Region in der südlichen Toskana
    In der Umgebung um unser Ferienhaus bei Manciano. Im Vordergrund steht unser Ferienhaus, die Weide mit Schafen und viel Natur, immer auf der Suche nach dem Geist Etruriens. Eindrucksvolles Erlebnis war ein Bad in den Sinterterrassen der Naturtherme von Saturnia.
  • Die Etrusker, die Lehrherren des römischen Reichs
    Das antike Volk der Etrusker brachte die erste Hochkultur Italiens hervor. Rom hätte es ohne die Etrusker nicht gegeben. Letztendlich besiegte Rom die Region Etrurien und der Sieger schreibt die Geschichte: So sind dieEtrusker nur durch die Sichtweise Roms überliefert – und entsprechend verzerrt.

Pitigliano: Eine surreale Schönheit

Pitigliano, Sovana und Sorano - reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, pitigliano, panorama - Die Lage von Pitigliano gehört zu den eindrucksvollsten Stadtbildern der südlichen Toskana.

Die Lage von Pitigliano in der Alta Maremma gehört zu den eindrucksvollsten Stadtbildern der südlichen Toskana. Der Ort ist bis heute die größte Ortschaft etruskischen Ursprungs im Fioratal.

Der Ort Pitigliano scheint wie aus dem Felsen gewachsen, die Häuser stehen dichtgedrängt auf dem rötlich schimmernden Tuffstein. Zwei tiefe Schluchten, von den Flüssen Lente und Metela gegraben, kommen hier zusammen. Die Stimmung, die dieser Ort ausstrahlt, versetzt jeden beim Anblick seiner traumhaften Kulisse in eine sonderbare Wirklichkeit.

Pitigliano ist bis heute die größte Ortschaft etruskischen Ursprungs in dem Gebiet des Fioratals. Seine Lage über steilen Felswänden gehört zu den eindrucksvollsten, aber auch den bekanntesten Stadtbildern der gesamten südlichen Toskana. Die Kleinstadt besteht aus ineinander verschachtelten, in die steilen Tuffsteinwände hineingebauten Häuser, Keller und Höhlen.  Durch den Steilabfall der Felsen war ein Großteil der Stadt gut geschützt.

Nur an einer Seite ist Pitigliano mit dem benachbarten Hügel verbunden. Dieser verbleibende Teil wurde durch Mauern gesichert werden. An dieser Stelle bauten bereits die Etrusker ein Befestigungswerk, das später immer wieder erneuert wurde. Orte wie dieser, waren leicht zu verteidigen, daher war Pitigliano bereits in voretruskischer Zeit bewohnt. Seit etwa 3500 Jahren ist dieser Tuffsteinfelsen besiedelt.

Die Etrusker bevorzugten für die Anlage ihrer Siedlungen genau solche Plätze, die uns bis heute tief beeindrucken. Die etruskischen Städte sind leider nicht erhalten geblieben, dafür aber ihre Nekropolen. Durch seine Lage auf dem hohen Felsrücken, der von tief einschnittenen Schluchten umgeben ist, erweckt das mittelalterliche Städtchen noch immer den Eindruck einer typisch etruskischen Siedlung.

Vom Ort Sorano kommend fließt der der Fluss Lente bis nach Pitigliano. Weiter südwestlich endet der Lauf des Flusses mit der Mündung in den Fiora. Der Fiora ist ein achtzig Kilometer langer Fluss, der die Provinzen Grosseto und Viterbo von Nord nach Süd durchquert und bei Montalto Marina (nahe der etruskischen Stadt Vulci) in das Tyrrhenische Meer mündet.


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Panoramablick bei der Kirche Madonna delle Grazie

Pitigliano, Sovana und Sorano - reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, pitigliano, panorama, Madonna delle Grazie. - Von der Kirche Madonna delle Grazie (links im Bild) entfaltet sich die Panoramasicht auf Pitigliano am Besten.

Von der Kirche Madonna delle Grazie (links) entfaltet sich das Panorama von Pitigliano am Besten.

Eine wunderbare Aussicht kann man von der Kirche Madonna delle Grazie auf den Pitigliano genießen. Die Kirche liegt oberhalb einer scharfen Rechtskurve, genau gegenüber des Orts. Direkt an der Hauptstraße die von Manciano nach Pitigliano führt. Von hier kann man den Überblick auf den Ort in Ruhe genießen und natürlich fotografieren.

Übrigens: Von hier startet auch der Vie Cave, einer der etruskischen Hohlwege. Weiter an der Straße entlang, in Richtung Pitigliano wurde ein weiterer Aussichtsbalkon auf den Ort angelegt. Im Stadtpark von Pitigliano kann man nochmals die Aussicht auf die Häuser und steilen Tuffsteinfelsen genießen.

Direkt hinter dem Stadtpark liegen große Parkplätze. Pitigliano ist bei auch bei den Italienern ein beliebtes Ausflugsziel, wenn möglich sollte man die Wochenenden für einen Besuch meiden.


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Die mittelalterliche Altstadt von Pitigliano

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, pitigliano, house, panorama - Pitigliano besteht aus ineinander verschachtelten, in die steilen Tuffsteinwände hineingebauten Häuser, Keller und Höhlen. Durch den Steilabfall der Felsen war ein Großteil der Stadt gut geschützt.

Pitigliano besteht aus ineinander verschachtelten, in die steilen Tuffsteinwände hineingebauten Häuser, Keller und Höhlen. Durch den Steilabfall der Felsen war ein Großteil der Stadt gut geschützt.

Das Stadtbild von Pitigliano ist eindrucksvoll und mittelalterlich mit seinen engen dämmrigen Gassen. Autoverkehr ist hier nicht möglich, so kann man den Ort in aller Ruhe zu Fuß erkunden. Auf den ersten Blick trifft man kaum etruskisches an. Die noch immer genutzten Tuffsteinkeller sind jedoch aus etruskischer Zeit. Tief graben sich die weit verzweigten Gewölbe in den Felsen hinunter. „Ideal zum lagern von Wein sind diese Keller“ erzählen uns die Einheimischen.

Lediglich die dreirädrigen Ape, die typisch italienischen Zweitakter, knattern durch die Gassen. Es gibt viele schöne kleine Läden zum Stöbern in der Altstadt, mit Kunstgewerbe, Lebensmittel und Wein, zusätzlich zwei moderne Supermärkte in der Oberstadt. Immer wieder öffnen sich herrliche Ausblicke über die von hellem Licht und scharfen Schatten überspielte Landschaft um Pitigliano.

Unseren Stadtrundgang beginnen wir an der hübschen Piazza Petruccioli. Hauptpunkte sind das in der Renaissance von Sangallo erbaute Aquädukt und der mächtige Palazzo Orsini. Hier befinden sich zwei Museen: das Museo di Palazzo Orsini mit sakraler Kunst und das kleine Museo civico archeologico mit archäologischen Funden aus der Etruskerzeit.

Weiter geht unsere Runde in die vom Dom beherrschte Piazza Gregorio VII, die Kirche S. Maria, die Piazetta Becherini und durch das Jüdische ViertelPitigliano wird in der Länge von drei Straßen durchquert. Von der zentralen Via Roma, nördlich davon verläuft die Via Vignoli, südlich die Via Zuccarelli. Verbunden werden sie durch zahlreiche schmale Gassen, viele davon führen direkt zum Abgrund, zum Rand der Tuffsteinfelsen. Dort fällt die Felswand senkrecht in die Tiefe.


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Das Cinema Moderno

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, pitigliano, Cinema Moderno, Piazza della Republicca. - Das Cinema Moderno an der Piazza della Republicca von Pitigliano kämpft mit feuchtem Mauerwerk und muss renoviert werden. Dennoch werden weiter Filme gezeigt, denn im Ort hat das Kino eine Monopolstellung.

Das Cinema Moderno an der Piazza della Republicca kämpft mit feuchtem Mauern und muss renoviert werden. Dennoch werden weiter Filme gezeigt, denn im Ort hat es eine Monopolstellung.

Zurück an der Piazza della Republicca entdecken wir ein kleines Kino, das Cinema Moderno. Außen hängen alte Plakate von Don Camillo Filmen aus den 60er-Jahren. Wir machen Fotos und spähen ins Innere. Der freundliche Besitzer des Kinos bemerkt unser Interesse. Stolz führt er uns gleich in den kleinen Vorführraum. Leider, so erzählt er, ist das Kino momentan geschlossen.

Es muss renoviert werden, hauptsächlich wegen der immer wieder auftretenden Feuchtigkeit in den Wänden. Ein verbreitetes Problem in den alten Tuffsteingemäuern. „Ja, die kleinen Kinos haben alle zu kämpfen. Aber sein Cinema Moderno habe eine Monopolstellung in Pitigliano!“ Der stolze Kinobesitzer wirkt, während seiner Unterhaltung mit uns und seiner Hingabe an sein Kino, ein bisschen wie der Filmvorführer Alfredo (Philippe Noiret) in dem Film Cinema Paradiso

Süßspeise aus Pitigliano – Der Sfratto

Ein Spezialität aus Pitigliano ist der Sfratto, ein stabförmiges Gebäck mit einer Füllung aus Nüssen, Zimt, Orangenschale und Honig. Sein Name Sfratto beduetet Zwangsräumung und weist auf seine bittere Geschichte hin. Als im 17. Jahrhundert die Medici ihre Macht bis in die Maremma ausdehnten, wurde Pitigliano ins Großherzogtum Toskana eingegliedert. Die hier lebenden Juden wurden aus ihren Häusern in ein Ghetto vertrieben.

Die jüdische Gemeinde richtete sich in ihrem Ghetto ein, sie bauten eine Bäckerei, eine Schlachterei, Weinkeller und eine Synagoge. Die Juden erfanden in Erinnerung an den Räumungsbefehl den Sfratto, in Form eines Knüppels, mit dem die Gesandten der Medici an die Haustüren der Juden klopften, um sie zum Verlassen ihrer Häuser zu bewegen.

All diese Gebäude kann man heute nach Restaurierungen wieder besichtigen. In der Panificio del Ghetto (Via Zuccarelli 167) werden auch die Sfratto hergestellt. Unbedingt einen probieren! Heute ist der Sfratto das beliebteste Weihnachtsgebäck in Pitigliano. Wie gut, dass der Geschmack des Sfratto viel erfreulicher ist als seine Geschichte.


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Einkehr-Tipp: Enoteca & Weinbar „Pancaciua“

Pancaciua, pitigliano, 01 - Im Pancaciua in Pitigliano werden Schinken, Salami und Käse aus der Region serviert.

Im Pancaciua in Pitigliano werden Schinken, Salami und Käse aus der Region serviert.

Gleich bei unserem ersten Besuch in Pitigliano entdeckten wir die Enoteca und Weinbar Pancaciua, in schöner Lage nahe des Medici-Aquädukts. Wir bestellen Bruschetta, toskanische Salami, Käse und einen Vorspeisenteller.

Umfangreiche Auswahl an Vorspeisen und leichten Pasta-Gerichten. Eigentlich ist es kein wirkliches Restaurant, sondern in erster Linie eine Weinbar. Sehr große lokale Weinauswahl, die man auch glasweise bestellen kann. Ideal zum „durchprobieren“. Freundlicher Service und überwiegend italienisches Publikum: Perfetto!

Adresse: Bar-Ristorante-Enosteria „Pancaciuia“, Via Cavour 32, 58017 Pitigliano (GR). Mittwoch Ruhetag.


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Mystische „Vie Cave“ zwischen Pitigliano und Sovana

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, Italy, Tuscany, Alta Maremma, Sovana, Vie Cave. - Pitigliano, Sorano und Sovana sind von einem ganzen Netz Hohlwegen durchzogen die aus etruskischer Zeit stammen. Diese in Tuffstein-Gänge werden Vie Cave genannt und sind über zehn Meter tief. Es ist kühl und still hier, selbst im Sommer. Legenden erzählen, dass es einst "Heilige Straßen" gewesen sind, diese verbanden die Nekropolen der Etrusker mit den Dörfern der Umgebung.

Die Umgebung von Pitigliano, Sorano und Sovana ist von einem Netz von Hohlwegen aus etruskischer Zeit durchzogen. Diese Tuffstein-Gänge werden „Vie Cave“ genannt. Es ist hier still, kühl und geheimnisvoll. Vermutlich waren es „Heilige Straßen“ die von den Dörfern zu den Nekropolen führten.

Pitigliano ist umgeben von zahlreichen antiken etruskischen Hohlwegen, die in den Tuffstein geschlagen wurden –  die Vie Cave. Diese Wege sind teilweise bis zu zwanzig Meter tief und etwa drei Meter breit. Der spektakulärste ist wohl die Via Cava di Fratenuti.

Über den Entstehungsgrund der Vie Cave scheiden sich die Geister. Es wird vermutet, dass es heilige Wege waren, die die Nekropolen und andere religiöse Orte der Etrusker verbanden. Andererseits könnten sie auch zu Handels- und Verteidigungszwecken erbaut worden sein. Eine Karte und weitere Infos gibt es im Touristenbüro.

Jedes Jahr am 19. März findet das Fest der Torciata di San Giuseppe statt, bei dem sich am Abend in einer Prozession eine Gruppe von in Kutten gekleideten Männern versammelt. Auf der mit Fackeln beleuchteten Vie Cave laufen die Männer hinauf bis zur Piazza in der Altstadt, um dort ein riesiges Feuer zu entfachen. Die Torciata ist eine symbolische Vertreibung des Winters, mit dem Fackellauf erhoffen sich die Menschen eine gute Ernte und Wohlstand.


Die Weinbauregion bei Pitigliano, Sovana und Sorano

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Im Weinberg an der Strada del Vino Colli di Maremma bei Sovana.

Biegt man bei der Weiterfahrt an der felsigen Südflanke von Pitigliano, in die Straße Richtung Sovana ein, wird der Talgrund Fosso die Lente erreicht. In der Schlucht sind uralte Felsennischen, Kleintierställe, Weinkeller und Wagenschuppen zu sehen. Manche waren einst etruskische Gräber.

Hinter den Kellern öffnet sich ein riesiges Labyrinth von Gängen, die so verzweigt sind, dass nicht einmal die Einwohner von Pitigliano alle kennen. Über den Kellern führen steile Treppen nach oben in die Gärten und zu den auf senkrechten, glatten Felsen thronenden Häusern.

Die etwa viertausend Einwohner von Pitigliano leben überwiegend vom Gemüse- und Obstanbau, sowie der Olivenöl- und Weinherstellung.  Beispielsweise wird hier der bekannte Vino Bianco di Pitigliano DOC gekeltern, ein strohgelber Weißwein mit delikatem Duft.


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Die Maremma-Weinstraße „Strada del Vino Colli di Maremma“

Strada del Vino Colli di Maremma - Die Karte zeigt den Verlauf der Strada del Vino Colli di Maremma.

Die Karte zeigt den Verlauf der Strada del Vino Colli di Maremma.

Die Schätze der Maremma sind noch dabei, entdeckt zu werden. Darum ist es hier nicht so überlaufen als das Chiantigebiet. Die Strada del Vino Colli di Maremma führt vom Meer bis in die Ausläufer des Monte Amiata. In der Maremma treffen Meer, Gebirge und Hügellandschaft aufeinander. Das hervorragende Klima mit einem milden Winter und einem warmen Sommer, bilden ideale Vorrausstetzungen für Weine in Spitzenqualität.

  • Der Morellino di Scansano DOCG ist der bekannteste Wein der Maremma. Er besteht vor allem aus der Rebsorte Sangiovese. Typisch für den Morellino sind Noten von roten Früchten und Brombeeren, Pfeffer, Zimt oder Vanille. Von der Rebsorte her ist der Morellino nichts anderes als ein Chianti, Vino Nobile oder Brunello. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Reben in wärmerem Klima und in reichhaltigerem Böden wachsen.
  • Der Bianco di Pitigliano DOC besteht hauptsächlich aus Trebbiano Toscano, aber auch Chardonnay- oder Sauvignon-Trauben werden hinzugefügt. Der „Superiore Oroluna“ ist besonders zu empfehlen, sein Aroma ist blumig, fruchtig und intensiv.
  • Auch der Rosso di Sovana besteht zur Hälfte aus Sangiovese-Trauben. Der Rest besteht aus Merlot und Ciliegiolo. Aroma: Fruchtige Kirschnote mit blumigem Veichen-Aroma.

Weitere Weinsorten der Maremma: Ansonica Costa dell´Argentario DOC, Capalbio DOC, Parrina DOC, Sovana DOC, IGT Maremma Toscana weiß und rot.

Die Route der Weinstraße Strada del Vino Colli di Maremma startet im Süden im Ort Capalbio. Von dort geht es Richtung Magliano in Toscana bis Scansano. Von Scansano fahren wir weiter in nördliche Richtung, bis man in Istia d’Ombrone die Grenze der Weinstraße erreicht. Fährt man von dort wieder Richung Süden zurück, wird Pigigliano erreicht. Zurück zum Thyrennischen Meer geht die Strecke über Manciano bis Orbetello.


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Cantina Cooperativa di Pitigliano

Cantina Cooperativa di Pitigliano-ol - Die Cantina Cooperativa di Pitigliano besitzt einen der uralten Tuffstein-Weinkeller in Pitiglianos Altstadt, im Bezirk La Fratta. Foto: turismoinmaremma.wordpress.com

Die Cantina Cooperativa di Pitigliano besitzt einen der uralten Tuffstein-Weinkeller in Pitiglianos Altstadt, im Bezirk La Fratta. Foto: turismoinmaremma.wordpress.com

Wer fährt schon mit dem eigenen Wagen in die Toskana und kauft dort keinen Wein? Bei der Cantina in Pitigliano wird man sicher fündig. In einer großen modernen Industriehalle, etwas außerhalb vom Ort, direkt an der SS74 gelegen, ist der Direktverkauf zu finden.

Seit 1954 produziert die Genossenschaftskellerei Cantina Cooperativa di Pitigliano Weiß- und Rotweine. Besonderheit ist die Produktion von koscherem Weiß- und Rotwein, unter Anwendung der Techniken der Rabbiner.

Abgesehen von dem Bianco di Pitigliano AOC, erzeugt die Cooperativa den Sovana AOC und den Sangiovese Sovana aus dem Barrique-Faß.

Dazu kommen weitere AOC- und IGT-Weine, Aldobrandesco-Sekt in den Varianten Brut und Trocken. Auch der Grappa del Fauno aus Chardonnay-Trauben sollte erwähnt werden. Eine Weinverkostung ist im Direktverkauf leider nicht möglich. Eventuell vorher die Weine in den Bars oder Trattorien testen.

Tipp: Neben Wein spielte auch der Oliven-Anbau immer eine wichtige Rolle. in Pigigliano wird eines der besten Olivenöle der Toskana, selbstverständlich kaltgepresst, gewonnen und in der Cantina verkauft.

Übrigens: Die Cantina Cooperativa di Pitigliano besitzt einen der schönsten Tuffstein-Weinkeller in Pitiglianos Altstadt, im Stadtteil La Fratta. Hier wird auch ein Teil des Weines gelagert. Für eine Besichtigung sollte man vorher in der Cooperative nachfragen.

Adresse und Öffnungszeiten: Cantina di Pitigliano, Via Nicola Ciacci, 974, 58017 Pitigliano (GR).
Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr, Sonntag geschlossen.


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Sovana: Mittelalterlicher Borgo mit etruskischen Wurzeln

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, - Die Piazza Pretorio stellt das Zentrum von Sovana dar. Das vom rotbraunen Tuffstein geprägte, mittelalterliche Ortsbild stammt überwiegend aus dem 13. Jahrhundert.

Die Piazza Pretorio stellt das malerische Zentrum von Sovana dar. Das vom rotbraunen Tuffstein geprägte, mittelalterliche Ortsbild stammt überwiegend aus dem 13. Jahrhundert.

Wie viele Orte Südeturiens liegt auch das Dorf Sovana, isoliert durch tiefe Flusstäler, auf einem Tuffsteinplateau, etwa dreihundert Meter über dem Tal des Flusses Fiora. Die Fahrt von Manciano führt an Pitigliano vorbei und biegt an der felsigen Südflanke in die Stadt ein. Sovana war ein bedeutendes Zentrum in etruskischer Zeit und wurde bereits im vierten Jahrhundert Bischofssitz.

Heute ist Sovana ein ausgesprochen hübsches toskanisches Dorf. Im Mittelalter war es der Hauptort eines der größten Herrschaftsgebiete der Maremma. Gleich zu Beginn treffen wir auf die Burgruine der mächtigen Grafen Aldobrandeschi, die Sovana ab dem zehnten Jahrhundert zum Hauptort ihrer Grafschaft machten. Ihre Ländereien erstreckten sich vom Monte Amiata über die gesamte Maremma.

Doch die Geschichte Sovanas geht viel weiter zurück: In die Epoche der Etrusker. Die etruskische Stadt hieß Sveama, und kontrollierte die Straßenverbindung zwischen der Küste und den Erzbergwerken am Monte Amiata. Davon zeugen noch heute die luxuriösen Gräber in den Nekropolen und die aus dem Tuff geschlagenen Handels- oder Prozessionswege, die Vie Cave. Kranzförmig liegen die Felsennekropolen um Sovana, von ihnen geht noch immer ein besonderer Zauber aus.

Papst Gregor VII. – Sovanas berühmtester Sohn

Im Jahr 1020 kam Hildebrand, der spätere Papst Gregor VII., als Sohn eines Zweiges der Adelsfamilie der Aldobrandeschi zur Welt. Im Jahr 1073 wurde er zum Papst ausgerufen. Er regierte unnachgiebig um die Missstände der Kirche zu überwinden, auch entgegen allet weltlichen Gewalten.

Papst Gregor VII. beanspruchte für sich das Recht, Bischöfe ab- und wieder einzusetzen. Die Ernennung eines Bischofes nennt man Investitur, sie war bis dahin ein Vorrecht der weltlichen Herrscher. Gregor VII. entschloss sich zu einem nie da gewesenen Schritt: Er setzte Kaiser Heinrichs IV. ab und belegte ihn mit dem Kirchenbann. Diesen hob er erst nach Heinrichs Bittgang nach Canossa wieder auf.

Der Gang nach Canossa wurde sprichwörtlich übernommen, für ein schwieriges, Bereitschaft zur Unterordnung signalisierendes Gespräch. Gregor VII. war dennoch umstritten. Er starb 1085 in Salerno, seine Grabinschrift lautet: „Ich liebte die Gerechtigkeit und hasste das Unrecht, so sterbe ich in der Verbannung.“ Im Jahr 1606 wurde er heilig gesprochen.

Wir schlendern weiter, über die Piazza del Pretorio mit dem schönen Palazzo Pretorio. In der Kirche Santa Maria erhebt sich über dem Hauptaltar ein vorromanisches Ziborium aus dem achten Jahrhundert, einzigartig in der gesamten Toskana.

Am Ende der Hauptstraße liegt der Dom San Pietro, aus dem neunten Jahrhundert, mit phantastischen romanischen Portalreliefs. Durch ein Marmorportal, das von Naturmotiven geschmückt wird, betritt man den dreischiffigen Innenraum der Kathedrale. Kreuzgewölbe, Rundbögen und Pfeiler unterteilen den Raum. Reste einer etruskischen Akropolis sind mittlerweile um den Dom entdeckt worden.

In den Festen und Traditionen von heute finden sich Reste alter Rituale: Wie die Festa di San Giuseppe am 19. März, das die antiken Prozessionen für Minerva, Göttin der Künste und Handwerker, ersetzt.


Restaurant-Tipp in Sovana

Zurück an der Piazza del Pretorio, beschließen wir den Ausflug mit einem gemütlichen Abendessen in der empfehlenswerten Trattoria-Pizzeria La Tavernetta mit traditioneller Maremma-Küche.


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Die etruskische Nekropole von Sovana

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, - Eines der berühmtesten etruskischen Gräber in der Nekropole von Sovana in der Alta Maremma, ist die Tomba della Sirena aus dem 3. Jhd. v. Chr.

Eines der berühmtesten etruskischen Gräber in der Nekropole von Sovana in der Alta Maremma, ist die Tomba della Sirena. Ein Ädikulagrab aus dem 3. Jhd. v. Chr.

Die etruskische Nekropole befindet sich etwas außerhalb von Sovana, in einem großen Waldgebiet, an der Straße nach San Martino sul Fiora. Schilder am Straßenrand führen zum Parkplatz und dem Eingang des weitläufigen Archäologischen Parks. Das waldige Gelände bietet zugleich einen schönen Rahmen für den ausgiebigen Spaziergang durch die Nekropole.

Im Gebiet um Sovana sind über hundert Monumental-Gräber nachgewiesen worden. Der weiche Tuffstein um Sovana eignete sich hervorragend für die Grabstätten der Etrusker. Sie schlugen die Grabmäler in den Tuffstein, wobei nicht die Größe sondern deren formenreiche Ausgestaltung die Wichtigkeit eines Grabmals hervorhob.


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Die Tomba della Sirena
reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, sovana, etruscan, tomba della sirena. - Die Tomba Sirena: Auf seinem Giebel ist noch ein Relief erkennbar, das eine Skylla zwischen zwei Amoretten zeigt. Links von der Bogennische bewacht ein Dämon das Grab.

Tomba della Sirena: Auf seinem Giebel ist ein Relief erkennbar, das eine Skylla zwischen zwei Amoretten zeigt. In der Bogennische sind Buchstaben erkennbar, daneben bewacht ein Dämons das Grab.

Eines der bekanntesten etruskischen Gräber bei Sovana ist ein eindrucksvolles Ädikulagrab: Die Tomba della Sirena aus dem 3. Jhd. v. Chr. Es liegt in einem dichtbewaldeten dämmrigen Abhang. Zwischen Dickicht führen ein verwitterte Stufen hinauf.  Eine Rundnische, in der einst die Totenbank stand, ist von einem Giebel bekrönt.

Das verwitterte Hochrelief im Frontgiebel zeigt eine Skylla (fälschlich als Sirene gedeutet) die von zwei Amoretten oder Putten flankiert wird. Sie trohnt über einer großen offenen Nische und wirkt sehr geheimnisvoll. Eine etruskische  Skylla ist ein Meeresungeheuer mit dem Oberkörper einer jungen Frau und einem gewundenden Fischschwanz als Unterleib, hier hat sie wohl die Funktion eines Wächters.

Links und rechts der Rundnische bewachen zusätzlich Statuen von Dämonen das Grab.

Die Tomba Ildebranda
reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, sovana, etruscan, tomba ildebranda - Die Tomba Ildebranda bei Sovana ist ein Tempelgrab und einzigartig in der etruskischen Kunst, es wurde im 3. Jhd. v. Chr. erbaut. Hier wurde ein Tempel mit Säulen aus dem Felsen gehauen, mit Stuck überzogen und außen und innen bemalt. Vermutlich wurde hier ein etruskischer König bestattet.

Die Tomba Ildebranda ist ein Tempelgrab und einzigartig in der etruskischen Kunst, es wurde im 3. Jhd. v. Chr. erbaut. Ein ganzer Tempel mit Säulen wurde aus dem Felsen gehauen, mit Stuck überzogen und außen und innen bemalt. Vermutlich es es die Grablege eines etruskischen Königs.

Die monumentale Tomba Ildebranda ( 3. Jhd. v. Chr.), ist das interessanteste und wichtigste Grab der Nekropole. Das Bauwerk ist einzigartig in der etruskischen Kunst. Auf einem Podium wurde ein ganzer Tempel mit kannelierten Säulen aus einem Monolithen gehauen. Es ist das größte noch erhaltene etruskische Tempelgrab. Die Anlage war zusätzlich mit Stuck überzogen und außen und innen bemalt.

Die letzte der zwölf Säulen ist noch in situ erhalten. Einer der beiden vorhandenen Grabeingänge führt zur kreuzförmigen Grabkammer hinab. Das Grab wurde für eine sehr bedeutende Person, wahrscheinlich einem König, errichtet. Übrigens: Die Tomba Ildebranda wurde zu Ehren von Hildebrand aus Sovana, dem späteren Papst Gregor VII., benannt.

.. eine sonderbare Stille und eine seltsam friedliche Ruhe geht von den etruskischen Orten aus … es ist noch so etwas wie ein schlichtes Glücksgefühl zurückgeblieben … an diesen versunkenen Plätzen, man hat das Gefühl, dass es der Seele guttut, hier zu sein …“
„Etruskische Orte“ von David H. Lawrence, 1927

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Geheimnisvolle Felsenwege – Die Vie Cave

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, sovana, vie cave. - Rätselhaft und magisch: Die "Vie cave" ist ein Wegesystem das einst von den Etruskern angelegte wurde. Tiefe, nur wenige Meter enge Schluchten, von Menschenhand erbaut. Die Kratzspuren der Werkzeuge sind noch heute im Tuffstein zu sehen.

Rätselhaft und magisch: Die „Vie cave“ ist ein Wegesystem das einst von den Etruskern angelegt wurde. Tiefe, nur wenige Meter enge Schluchten, von Menschenhand erbaut. Die Kratzspuren der Werkzeuge sind noch heute im Tuffstein zu sehen.

Alle drei Orte, Pitigliano, Sovana und Sorano, sind kreuz und quer von einem umfangreichen Netz korridorartiger Hohlwege durchzogen, die Vie Cave genannt werden. Diese in Tuffstein gegrabenen Hohlwege sind teilweise bis zu zwanzig Meter tief.

Die Sonne dringt dort kaum durch und das Klima ist kühl und feucht in den Hohlwegen, selbst an den heißesten Sommertagen. Still und geheimnisvoll wirken diese Wege. Auf Grund ihrer Bauweise sind die Vie Cave auch ein Paradies für Botaniker, so findet sich hier ein ideales Mikroklima für Moose, Flechten, Anemonen und Farne.

Wozu dienten diese Wege? Darüber sind sich die Experten uneinig. Waren die Vie Cave nur Straßen zwischen den Siedlungen? Aber warum hätten die Menschen damals für einen solch Zweck derart tief graben und solche Strapazen auf sich nehmen sollen?

Denn die Wege wurden per Hand mit Hacken geschlagen oder mit Holzkeilen aus dem Tuffstein gesprengt. Zudem sind einige wie ein Labyrinth angelegt, andere konzentrisch. Ungewöhnliche Charakteristiken für Wege, die nur eine einfache Straßen-Funktion haben.

Die Etrusker liebten Magie und Astrologie und könnten die Wege für ihre Riten benutzt haben. Antike Kulturen haben oft das Labyrinth mit dem Jenseits assoziiert. Den Ausgang aus dem dunklen, engen Wegesystem zu finden, war ein Symbol für die Reise, die die Seele auf dem Weg zur Unsterblichkeit durchwandern muss.

Natürlich boten diese Wege auch Schutz vor Angreifern, dies mag ein weiterer Grund gewesen sein. Eine andere Erklärung hat einen religiösen Hintergrund. Eine Legende sagt, dass die Vie Cave heilige Straßen waren, die die Toten mit den Lebenden verband.

Der Archäologische Park von Sovana

Der Archäologische Park von Sovana ist Teil des Archäologischen Parks Citta del Tufo. Das Tuffsteingebiet umfasst die Gemeinden von Sovana, Sorano und Pitigliano. In Sovana können drei Hohlwege, die Via Cava di San Sebastiano, die Via Cava Il Cavone und Via Cava di Poggio Prisca, durchwandert werden.

  • Eintritt und Öffnungszeiten: Täglich geöffnet, vom 29. März bis 5. Oktober durchgehend von 10 bis 19 Uhr, im Winterhalbjahr von 10 bis 18 Uhr. Eintritt 5 Euro
  • Adresse: Parco Archeologico di Sovana, 58010 Sovana (GR)
  • Website: www.leviecave.it

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Sorano – Anmutig und einsam

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, - Abendstimmung in Sorano: Der Ort bietet mit seiner anmutigen Lage in zerklüfteter Karstlandschaft einen faszinierenden Anblick.

Abendstimmung in Sorano: Der Ort bietet mit seiner anmutigen Lage in zerklüfteter Karstlandschaft einen faszinierenden Anblick. Die Kleinstadt liegt weit im Hinterland, am östlichen Ende der Toskana.

Wie Pitigliano bietet auch Sorano mit seiner anmutigen Lage in zerklüfteter Karstlandschaft einen faszinierenden Anblick. Der Ort war immer geschichtlich mit Pitigliano verbunden und liegt im Hinterland der Maremma, am östlichen Ende der Toskana an der Grenze zum Latium. Auf Terrassen schmiegen sich die Gebäude von Sorano knapp an den Fels.

Es wechseln sich Weinberge mit Olivenhainen und Getreidefeldern ab, und auf den Wiesen sieht man weidende Schafherden, die Lieferanten für die regionalen Käsespezialitäten sind. Die Region ist bekannt für die Qualität ihrer typisch maremmanischen Produkte und kann sich besonders eines ausgezeichneten Pecorinos rühmen, der hier in den kleinen lokalen Käsereien hergestellt wird.

Herrlich ist der Ausblick hinunter zum Fluss Lente und hinüber zu imposanten, im dichten Grün aufragenden Tuffsteinfelsen. Der Weg in die Altstadt von Sorano mit seinen verwinkelten Gassen, historischen Häusern, Wohntürmen und romantischen Innenhöfen führt durch die alten Stadttore.

Die schöne Kollegiatskirche San Niccolo in der Ortsmitte wurde bereits 1276 erwähnt. Dominiert wird Sorano von der Rocca Orsini, einer aus mehreren Komplexen und Innenhöfen bestehenden Burg mit Museum. Der Masso Leopoldino ist ein befestigtes Tuffsteinplateau und dient heute als Aussichtsterassse mit hervorragendem Rundumblick.

Sorano hat seit Jahren ein Problem: Die immer weiter fortschreitende Erosion raubt der Kleinstadt den Boden. Viele alte Häuser sind bereits in die Schlucht abgerutscht. Der Stadtteil am Südhang ist bereits ganz verlassen worden. Der Stadtkern jedoch ist gut erhalten, schön renoviert und beeindruckt mit seinen mittelalterlichen Eindrücken. Durch die Porta dei Merli kann man auf einem alten Weg in das Flusstal hinabwandern.


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Die Nekropole von San Rocco bei Sorano

reise-zikaden.de, Monika Hoffmann, italy, tuscany, alta maremma, - Die etruskische Nekropole von San Rocco mit höhlenartigen Kammern liegt malerisch auf einem Felsengrat gegenüber von Sorano.

Die etruskische Nekropole von San Rocco mit höhlenartigen Kammern liegt malerisch auf einem Felsengrat, gegenüber von Sorano.

In der Umgebung von Sorano wurden einzelne etruskische Gräber gefunden, ausgehöhlt aus den Felsen. Hier stieß man auch auf eiförmige Nischen. An einem Tuffgrat, der malerisch gegenüber der Stadt liegt, findet sich die etruskische Nekropole von San Rocco (3. und 2. Jhd. v. Chr.). Die Grabanlage besteht aus mehreren, in den Tuff geschlagenen höhlenartigen Kammern. Ein für die Etrusker typischer Hohlweg, die Via Cava di San Roco, führt von hier aus bis nach Sovana.

Auch in römischer Zeit war Sorano dicht besiedelt. Darauf lassen die vielen Columbarien schließen, die hier als kleine, rechtwinklige Nischen in mehreren Reihen übereinander aus dem Felsen gehauen sind. Es gibt auch Anlagen die aus einer oder zwei Kammern bestehen, mit Nischen in den Wänden, es waren vermutlich Familiengräber für Urnenbestattungen.


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Die Therme di Sorano

Ein wenig südlich der Stadt liegt die Therme von Sorano. Eine natürliche Quelle, die ein Thermalbad speist und wohlige Wärme bringt. Hier läßt es sich mit Genuß stundenlang plantschen. Zur Therme gehören auch die rundherum neu angelegten Apartements.

Schon die Grafen von Orsini schätzten und nutzten das Heilwasser von Sorano, in den darauffolgenden Jahrhunderten verfielen die Anlagen aus dem Mittelalter. Aus verschiedenen Quellen sprudelt das angenehme 38 Grad warme Magnesium- und Calciumhaltige Thermalwasser heute wieder – in der neuen Therme von Sorano.

Adresse: Terme di Sorano, Localita S Maria dell’Aquila, 58010 Sorano, GR

Einkehr-Tipp: Locanda dell’Arco in Sorano

Locanda dell’Arco_Sorano - Die gemütliche Trattoria Locanda dell’Arco liegt im Zentrum der Altstadt von Sorano.

Die gemütliche Trattoria Locanda dell’Arco liegt im Zentrum der Altstadt von Sorano.

Nach einer Besichtigungsrunde durch den Sorano und seiner Umgebung empfiehlt sich die Trattoria Locanda dell’Arco. Malerisch und urig, nahe eines Bogendurchgangs im Zentrum der Altstadt, gelegen. Ein schlichtes aber sehr gemütliches Lokal in der gerne Einheimische einkehren.

Auf hellen Holztischen und Papierdecken wird rustikale, traditionelle Küche aus der Toskana angeboten, mit täglich wechselnder Vorspeisen-Auswahl. Die gemischen Bruschetta waren ausgezeichnet. Überwiegend Toskaner essen hier in entspannter Atmosphäre. Offene Weine aus der Region und eine kleine, aber feine Desertauswahl runden den Besuch ab. Dazu günstige Preise und freundlicher Service.

Adresse: Locanda dell’Arco, Via Roma 22


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Die Felsensiedlung Vitozza – Das Pompeji aus Tuffstein

Pitigliano, Sovana und Sorano Vitozza liegt umgeben von dichtem Wald. Hier befindet sich eine verlassene Siedlung mit Wohnhöhlen.

Vitozza liegt umgeben von dichtem Wald. Hier befindet sich eine verlassene Siedlung mit Wohnhöhlen.

Ein wunderbarer Ausflug in das Tuffsteingebiet, ist ein Besuch der verlassenen mittelalterlichen Stadt Vitozza. Die Felsensiedlung ist einer der größten Komplexe dieser Art in Italien, man nennt es auch das Pompeji aus Tuffstein. Die Wohnhöhlen liegen eindrucksvoll zwischen zwei Schluchten, hoch über dem Fluss Lente und umgeben von dichtem Wald.

Vitozza liegt sechs Kilometer südlich von Sorano und zwei Kilometer von San Quirico entfernt. Etwa zweihundert Höhlen sind in einen hohen Tuffsteinrücken gehauen worden und waren teilweise bis ins 18. Jahrhundert bewohnt.

Manche sehen erstaunlich wohnlich aus, haben mehrere Räume, einige sind sogar zweigeschossig. Zusätzlich sind Ställe und Vorratskeller vorhanden. Eine verzauberte und märchenhafte Stimmung umfängt uns. Man muss sich hier Zeit lassen, damit man diesen einzigartigen Ort genau erkunden kann.

Bereits in der Jungsteinzeit haben hier Menschen gelebt. Danach besiedelten Etrusker das fruchtbare Tal und legten die Höhlensiedlung an, nach ihnen kamen die Römer. Auch frühchristliche Einsiedler fanden hier eine bereits fertige Felsenstadt vor.

Auf dem Hochplateau erbauten im 11. Jahrhundert die Grafen Aldobrandeschi eine beachtliche Festung. In der Siedlung um die Burg gab es zwei Kirchen. Im Dorf wohnten mehrere hundert Menschen. Ab dem 15. und 16. Jahrhundert wurde die Burg wahrscheinlich zerstört und dann aufgegeben.

Danach wurde die Siedlung nach und nach verlassen. Die Menschen zogen in das nahegelegene Dorf San Quirico. Heute kann man die einsame Kirchenruine und fast verfallene Burg erkunden. Alles ist eingebettet in ein natürliches Umfeld von außergewöhnlicher SchönheitHier ist, unter schattigen Bäumen, ein angenehmer Picknickplatz angelegt worden. Einheimische in der Bar von San Quirico erzählen uns, dass noch bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts in Vitozza Menschen gewohnt haben.


Unser Tipp: Festes Schuhwerk ist für die Wanderung erforderlich. Verpflegung sollte man möglichst dabeihaben. Im zwei Kilometer entfernten Dorf San Quirico gibt es eine Bar und ein Restaurant.


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Buchtipps

Fachbücher
  • Verlag Philipp von Zabern, Die Etrusker, von Friederike Bubenheimer-Erhart, 2014
  • C.H.Beck Verlag, Die Etrusker: Geschichte – Religion – Kunst, von Friedhelm Prayon, 2017
  • Verlag Nünnerich-Asmus, Die Etrusker – Von Villanova bis Rom,
    Ausstellungskatalog, von
     Florian S. Knauß, 2015
  • Parthas Verlag, Mittelitalien – Das geheimnisvolle Volk der Etrusker, von Davide Locatelli, 2009
  • Reclam Verlag, Die Etrusker, von Christopher Smith und Ingrid Rein , 2016
Reiseführer
  • DuMont Reiseverlag, Kunst Reiseführer, Latium, von Christoph Hennig, 2011
  • DuMont Reiseverlag, Kunst – Reiseführer, Das etruskische Italien,
    von Robert Hess und  Elfriede Paschinger, 1996
  • Michael Müller Verlag, Toscana: Reiseführer, von Michael Müller, 2014

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Unser Toskana-Kalender: „Etrurien – Land der Etrusker“

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Etrurien: Land der Etrusker – Toskana und Latium für Entdecker,
Wandkalender, von DIN A5 – DIN A 2 quer, von Monika Hoffmann

Mehr Infos: Toskana-Kalender: Etrurien – Land der Etrusker, Toskana und Latium für Entdecker


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Informativer Blog über die Region: Maremma Geheimtipp – Der wilde Süden der Toskana – Urlaub und Ferien in der Provinz Grosseto – maremmageheimtipp.wordpress.com


Ausgezeichnet! Das Instagram-Portal Discover Tuscany hat unser Motiv von Sorano in der südtoskanischen Region Maremma am 14. August 2017 zum „Foto des Tages“ gekürt.

Sorano in the province of #Grosseto. Thanks to @reise_zikaden for sharing with our hashtag #discovertuscany

Ein Beitrag geteilt von Discover Tuscany (@discovertuscany) am


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4 Kommentare:

  1. „Der Ort Pitigliano scheint wie aus dem Felsen gewachsen“, „Lediglich die dreirädrigen Ape, die typisch italienischen Zweitakter, knattern durch die Gassen.“ „Wie gut, dass der Geschmack des Sfratto viel erfreulicher ist als seine Geschichte.“ … Ein Verweis auf meinen Blog-Artikel, der hier anscheinend zur „Inspiration“ diente, wäre angebracht gewesen: https://maremmageheimtipp.wordpress.com/2012/09/17/sfratto-juedische-spezialitaet-pitigliano/ – so wie in eurem anderen Maremma-Bericht geschehen (danke dafür!). Ansonsten: Tolle Reise! Tanti saluti!
    Max von Maremma Geheimtipp

    • Hallo Max,
      wir kennen Deinen umfangreichen Blog über die Maremma seit Jahren und haben ihn bereits lange vor unserer Reise in die Region für die Vorab-Planung genutzt. Selbstverständlich haben wir auch in Deinen Artikeln gestöbert als wir an unseren Reisereportagen geschrieben haben.

      Da wir uns nicht zu den „Copy & Paste“-Jüngern zählen, können wir uns nicht vorstellen, dass hier identische Formulierungen entstanden sind und wenn dann nicht absichtlich.

      Nun ja, eine Ape knattert nun mal durch die wahrlich schmalen Gassen in Pitigliano. Das hast Du selbst schon oft beobachten können, auch wir haben die niedlichen Gefährte seit langem in unser Herz geschlossen.

      Und der Sfratta – ja mei, der wird auch in den gängigen Reiseführern erwähnt. Auch wir haben uns eine solche Leckerei gegönnt. Manche Eindrücke wecken möglicherweise ähnliche Emotionen und beim Schreiben eines Posts fast identische Formulierungen.

      Eine weitere Verlinkung auf Deinen Blog setzen wir natürlich gerne nochmals. Obwohl das in der SEO-Welt wenig bewirken wird. Jeder Backlink wird von Google bekanntlich nur 1 x für das Ranking gewertet.

      Viele Grüße, Monika und Hans

  2. Hallo Monika und Hans,

    einen sehr tollen Bericht habt ihr da über diese schöne Gegend verfasst und die Bilder sind auch super 🙂

    Wir schauen in Zukunft gerne öfter bei euch rein und lassen uns inspirieren

    Liebe Grüße
    Florian

    • Hallo Florian,

      wir können den Süden der Toskana nur wärmstens empfehlen. Absolut faszinierende Region mit uralter Geschichte, die weit über das römische Imperium zurückgeht. Aber eben auch „Bella Italia“ wie aus dem Bilderbuch. Ich werde mich bei Euch im Blog noch umsehen. Besonders gut hat mir der Bericht von Island gefallen – da möchten wir unbedingt auch einmal hinreisen.

      Schöne Grüße aus München, Monika

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