Inhaltsverzeichnis
- 1 Die beste Reisezeit für die Toskana
- 2 Pisa: Ehemalige Seerepublik und mehr als ein Schiefer Turm
- 3 Lucca: Charmante Schönheit und Heimat von Puccini
- 4 Pistoia: Toskanisches Ambiente ohne Massenandrang
- 5 Prato: Textilstadt mit Kaiserburg und Renaissance-Meisterwerken
- 6 San Miniato: Stützpunkt deutscher Kaiser und Trüffel-Hochburg
- 7 Die Toskana-Kalender der Reise-Zikaden
- 8 Florenz: Unübertroffenes Gesamtkunstwerk der Toskana
- 9 Fiesole: Etruskerstadt in grandioser Lage über Florenz
- 10 Das Chianti: Landschaftliches Idealbild der Toskana
- 11 Siena: Einzigartige Kunststadt der Gotik und des Palio
- 12 San Gimignano: Weltberühmtes „Manhattan der Toskana“
- 13 Volterra: Etruskische Sehenswürdigkeiten der Superlative
- 14 Arezzo: Mittelalterliches Juwel abseits der Touristenströme
- 15 Buchtipps für die Toskana
- 16 Pinne unsere Tipps für den Norden der Toskana auf Pinterest
- 17 Mehr Lesefutter? Hier entlang!
„Geliebte Toskana, wir sind dir verfallen! Du bist ein Fest der Sinne und sonniger Garten Italiens. Eine in Jahrtausenden geformte Kulturregion.“ Kein Wunder, dass die Toskana das beliebteste Reiseziel Italiens ist.
Wir möchten euch im Bericht unsere 12 Lieblings-Reiseziele im Norden der Toskana vorstellen. Weltberühmt sind im Norden der Toskana Florenz, Siena und Pisa.
Diese Kunststädte ziehen auch die meisten Besucher an. Besonders ans Herz legen möchten wir euch unsere Extra-Tipps. In den Extra-Tipps beschreiben wir unbekanntere Ausflugsziele im Gebiet.
Zu jedem Top-Ziel haben wir die 5 wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgelistet. Um eine Trennung zwischen Norden und Süden festzulegen, ziehen wir eine imaginäre Grenze. Diese verläuft von San Vincenzo an der Tyrrhenischen Küste bis Cortona im Osten der Toskana.
Kaum eine andere Region Europas kann mit derartig konzentrierter Kulturgeschichte mithalten wie die Toskana. Die antiken Hochkulturen der Etrusker und Römer haben die Toskana geprägt.
In der Toskana entstand in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter in die Neuzeit die Renaissance. Sie revolutionierte Malerei, Bildhauerei, Architektur, Wissenschaft, Literatur und Philosophie.
Im landschaftlichen Gesamtkunstwerk der Toskana setzt sich ihre Geschichte fort. Sofort fallen uns sanfte Hügel ein auf der ein Landgut thront, umgeben von Zypressen, Weinbergen und Ölbäumen.
Der Frühling lockt mit Blütenteppichen aus Mohn. Der Sommer lässt leuchtend gelbe Sonnenblumen strahlen. Der Herbst begeistert mit warmen Farben und reifen Trauben an den Weinstöcken.
Lest dazu im Blog – Den zweiten Teil:
Toskana – Der Süden: Unsere Top 12 Reiseziele plus Extra-Tipps
Mit den zwei Teilen unserer Toskana-Lieblings-Reiseziele seid ihr für eine Rundreise perfekt informiert.
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Die beste Reisezeit für die Toskana
Wer Städtetouren und Wanderungen plant, dem empfiehlt sich als Reisezeit für die Toskana Herbst oder Frühling. Die Landschaft ist von März bis Mai mit einem üppigen Blütenmeer überzogen.
Der Herbst lockt mit farbenprächtigen Wäldern und der Weinlese im Oktober. Hauptsaison ist von Juni bis September. Toskana-Insider bereisen die Region im April/Mai oder Oktober/November.
Wer Baden mit Citytrips kombinieren möchte, der sollte im Herbst die Toskana besuchen. Das Meer ist noch warm und die Temperaturen fallen selten unter 25 Grad.
Von November bis Januar ist Olivenernte. Eine Winterreise in die Toskana ist ideal für Städtereisen mit Schwerpunkt Kultur und Museen. Reisende sind dann meist mit den Einheimischen „unter sich“.
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Pisa: Ehemalige Seerepublik und mehr als ein Schiefer Turm
Die erste toskanische Städterepublik im Mittelalter war Pisa, nicht das weltberühmte Florenz. Die Stadt liegt an der Flussmündung des Arno ins Ligurische Meer.
Durch die einstige Lage an einem weitläufigen Flussdelta und Lagune hatte die Hafenstadt Pisa direkten Zugang zum Meer. Schon Etrusker und Römer nutzten den Standort als Hafen.
Im 11. Jhd. zählte Pisa zu den mächtigsten und reichsten Seerepubliken. Doch die fortschreitende Verlandung der Lagune im 13. Jhd. leitete ihren Niedergang ein.
Nicht umsonst zählt die Piazza dei Miracoli mit Schiefen Turm, Dom, Baptisterium und Camposanto seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die größte Attraktion von Pisa.
Der Dom Santa Maria Assunta des 11. Jhds. zählt zu den ersten mittelalterlichen Monumentalbauten Italiens. Vorbilder waren die Architektur byzantinischer Kreuzkuppelkirchen und islamischer Moscheen.
Viele Besucher sehen oft nur den Domplatz. Doch Pisa ist beispielsweise eine von Italiens wichtigsten Universitätsstädten. Die Hälfte der rund 90.000 Einwohner sind Studenten.
Mit seinen schmalen Gassen und malerischen Plätzen im Zentrum ist Pisa eine größtenteils typisch toskanische Stadt. Berühmte Persönlichkeit: Galileo Galilei (1564 -1642), Universalgelehrter.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Pisa
- Piazza dei Miracoli: Der Domplatz mit Campanile, Dom, Baptisterium und Camposanto.
- Piazza dei Cavallieri: Einer der schönsten Renaissance-Plätze Europas, inkl. Medici-Palazzo.
- Santa Maria della Spina: Ein Juwel der Pisaner Gotik, direkt am Ufer des Arno.
- Botanischer Garten: Der Orto Botanico di Pisa ist perfekt zum Entspannen, nahe Piazza dei Miracoli.
- Nationalmuseum San Matteo: Bedeutende Sammlungen pisanischer Skulpturen und Malerei.
Extra-Tipp: Die Hafenbasilika San Piero a Grado von Portus Pisanus
Südwestlich von Pisa steht die romanische Basilika San Piero a Grado. An diesem Platz soll im Jahr 44 der Apostel Petrus, von Antiochia am Orontes kommend, zum ersten Mal Italien betreten haben.
Anschließend soll Petrus auf einem einfachen Altar eine Messe zelebriert haben. Hier mündete der Flussarm des Arno ins Meer. An dieser Mündung entstand in der Antike der Hafen Portus Pisanus.
Die Basilika San Piero a Grado war für mittelalterliche Pilger nach Rom eine wichtige Station. Die Bezeichnung Name „Grado“ leitet sich vom lateinischen „Gradus“, für Stufe oder Hafenkai ab.
Heute liegt der Kirchenbau rund sechs Kilometer vom Meer entfernt. Spätestens Anfang des 11. Jhds. wurde die heute sichtbare dreischiffige Basilika auf einem Vorgängerbau errichtet.
Archäologische Ausgrabungen konnten drei Bauepochen nachweisen: Fundamente des Hafens aus römischer Zeit, Apsis der ersten Kirche aus dem 4. Jhd., Apsiden der zweiten Kirche des 6./7. Jhds.
Die Kapitelle und Schäfte der Säulen im Innenraum stammen größtenteils aus der Antike. Das Hauptschiff ist mit Fresken aus dem Leben der Apostel Petrus und Paulus bemalt.
Adresse: Basilica di San Pietro Apostolo,
GPS-Koordinaten: 43.679722,10.346667
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Lucca: Charmante Schönheit und Heimat von Puccini
Reizvoll liegt Lucca von mittelalterlichen Stadtmauern umgeben in einer fruchtbaren Ebene, die von Hügeln und Bergen umgeben ist. Schon die Etrusker siedelten am Fluss Serchio.
Danach kamen die Römer, gründeten eine Kolonie aus der die Stadt entstand. Lucca lag an der Kreuzung von Via Cassia und Via Aurelia. Die schachbrettartigen Straßen stammen aus dieser Zeit.
Die Altstadt von Lucca weist römische Strukturen, mittelalterliche Architektur mit Renaissance-Palästen und vielen Wohntürmen auf. Das antike Forum befand sich an der Piazza San Michele.
Dort steht auch die Chiesa di S. Michele in Foro aus dem 11. Jhd. mit wunderschöner Marmorfassade, die von einer vier Meter hohen Statue des Erzengels Michael bekrönt wird.
Die Piazza dell’Anfiteatro ging aus einem römischen Amphitheater hervor, das einst außerhalb der Stadtmauern lag. In die antiken Ruinen bauten sich in der Spätantike die Einwohner Wohnhäuser.
Dadurch hat der Platz die ovale Form der Arena bewahrt. Die Zugänge an den Hauptachsen wurden beibehalten. Berühmte Persönlichkeit: Giacomo Puccini (1858 – 1924), Komponist.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Lucca
- Dom San Martino: Romanische Kathedrale mit dekorativer Westfassade aus dem 12. Jhd.
- San Frediano: Romanische Basilika mit Mosaik-Fassade im Osten und schönem Campanile.
- Via Fillungo: Flanier- und Einkaufsstraße, an der Nr. 20 steht der Torre delle Ore mit Stadtuhr.
- Torre Guinigi: Wahrzeichen Luccas ist der besteigbare Wohnturm mit 44 Metern Höhe.
- Villa Guinigi: Im spätgotischen Bau ist das Museo Nazionale mit Kunstsammlungen untergebracht.
Lest dazu im Blog Wandernd den Bericht: Starke Mauern und schmale Gassen: Ein Ausflug nach Lucca
Extra-Tipp: Die mittelalterliche Ponte del Diavolo über den Serchio
In einem Flusstal liegt Borgo a Mozzano, das Dorf ist rund zwanzig Kilometer von Lucca entfernt. Größte Sehenswürdigkeit ist die spektakuläre mittelalterliche Steinbogenbrücke aus dem 14. Jhd.
Die Brücke führt über den Fluss Serchio. Meist wird sie Ponte del Diavolo (Teufelsbrücke) genannt. Eigentlich heißt sie Ponte della Maddalena – wegen ihrer kühnen Konstruktion bekam sie ihren Namen.
Die Ponte del Diavolo hat eine Länge von 95 Metern. Der Durchmesser des Hauptbogens beträgt knapp 38 Meter und ist 18,5 Meter hoch. Die Breite des Übergangs beträgt 3,7 Meter.
Der Legende nach soll den Bau der Bogenbrücke Mathilde von Tuszien (um 1046 – 1115) beauftragt haben. Ein Vorgängerbau der Brücke stammt aus dem 11. Jhd., Erweiterungen aus dem 13. Jhd.
Händler, Wallfahrer oder Kreuzritter aus Nordeuropa kommend, nutzten auf dem Weg nach Süden einst die Brücke. Sie lag am frequentierten Wegesystem der Via Francigena.
Im Lauf der Jahrhunderte musste die Brücke immer wieder renoviert werden. Im 17. Jhd. wurde der Transport von Mühlsteinen über die Brücke per Gesetz verboten, um Beschädigungen zu vermeiden.
Adresse: GPS-Koordinaten: 43.985768, 10.552177
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Pistoia: Toskanisches Ambiente ohne Massenandrang
Pistoia liegt in der fruchtbaren Ebene des Flusses Ombrone. Die Siedlung wurde von den Römern gegründet und lag verkehrsgünstig an der Via Cassia.
Im Mittelalter blieb Pistoia hinter den einflussreichen Städterepubliken Pisa, Florenz und Lucca zurück. Im 13. Jhd. verlor die Stadt ihre Unabhängigkeit und fiel an Florenz.
Wie in Florenz und Prato wurden auch in Pistoia Textilien produziert. Alles was Reisende an einer toskanischen Stadt reizvoll finden kann Pistoia seinen Gästen bieten.
Mittelalterliche Kirchen und Paläste, idyllische Gässen, typische Geschäfte, unzählige Bars und Cafés. Trotzdem ist die Stadt nicht so überlaufen wie Florenz oder Pisa.
Hier erwartet den Gast ungetrübter Genuss ohne Touristenströme. Fast die ganze Altstadt um den Dom und der Piazza della Sala ist Fußgängerzone.
Der Domplatz von Pistoia ist einer der schönsten in der Toskana. Mit Dom, Baptisterium und Palazzo Pretorio bildet er das Zentrum der Altstadt, die von einer Stadtmauer umschlossen wird.
Wahrzeichen der Stadt ist der Dom San Zeno mit Campanile. Pistoia war 2017 Italiens Kulturhauptstadt.
Berühmte Persönlichkeit: Cino da Pistoia (um 1270 – 1337), Dichter und Freund von Dante Alighieri.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Pistoia
- Dom San Zeno: Dreischiffige Säulenbasilika aus dem 12. Jhd. mit Silber-Altar für den Hl. Jakob.
- Ospedale del Ceppo: Mittelalterliches Krankenhaus aus dem 13. Jhd., Vorhalle mit Keramikfries.
- Pieve di Sant’Andrea: Romanische Kirche mit Marmorkanzel von Giovanni Pisano (1248 – 1315).
- Stadt-Museum: Das Museo Civico im Palazzo Comunale zeigt Kunstwerke aus der Stadtgeschichte.
- Chiesa della Madonna dell’Umiltà: Basilika mit der drittgrößten Kuppel Italiens von Giorgio Vasari.
Extra-Tipp: Vinci – Das Heimatdorf von Leonardo da Vinci
In der Hügellandschaft des Monte Albano liegt Vinci. Die Region ist bekannt für guten Wein und Olivenöl. Dieses schlichte Dorf war die Heimat des Universalgenies Leonardo da Vinci (1452 – 1519).
Leonardo war nicht nur ein Ausnahmetalent als Maler. Er war erfindungsreicher Techniker, innovativer Architekt, begnadeter Bildhauer und unermüdlicher Naturforscher.
Der Ausflug nach Vinci, von Pistoia dreißig Kilometer entfernt, ist nicht nur für Leonardo-Fans lohnend. Wir empfehlen den Besuch im Geburtshaus, dort wurde Leonardo am 15. April 1452 geboren.
Die Casa Natale liegt in Anchiano, drei Kilometer nördlich von Vinci. Das Bauernhaus ist von Olivengärten umgeben, die Landschaft blieb seit Leonardos Kindertagen fast unverändert.
Eindrucksvoll ist das Museo Leonardiano im Castello dei Guidi aus dem 12. Jhd. Dort werden erstaunliche Technik-Modelle gezeigt, die nach seinen Zeichnungen angefertigt wurden.
Die Entwürfe zeigen seine Phantasie, sowie sein großes Talent als Physiker und Bauingenieur. Weiterer Tipp ist das private Museo Ideale Leonardo da Vinci, es zeigt einen Überblick über sein Gesamtwerk.
Adresse: Museo Leonardiano di Vinci, Castello dei Conti Guidi, Piazza dei Conti Guidi, 50059 Vinci.
GPS-Koordinaten, Casa Natale in Anchiano: 43.799433, 10.939319
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Prato: Textilstadt mit Kaiserburg und Renaissance-Meisterwerken
Wer in Prato durch den Industriegürtel in die Altstadt am Fluss Bisenzio durchdringt wird Staunen. Prato überrascht mit Kunst- und Kulturgeschichte die sich vor Florenz nicht verstecken muss.
Herz von Prato ist die Piazza del Comune mit dem Palazzo Pretorio. Seit dem Mittelalter werden hier Textilien produziert. Weber und Kaufleute sorgen im 12. Jhd. für Reichtum und handelten europaweit.
Einen Besuch lohnt die Festung Castello dell’Impertore. Kaiser Friedrich II. ließ sie ab 1248 erbauen. In der Textilindustrie arbeiten heute Chinesen. Die Chinatown befindet sich rund um die Via Pistoiese.
Außergewöhnlich ist die Liebesgeschichte zwischen dem Maler und Mönch Filippo Lippi (1406 – 1469) und der Nonne Lucrezia Buti (1425 – ?). Ab 1452 freskierte Lippi eine Kapelle im Dom von Prato.
Lucrezia stand Modell und Filippo Lippi verliebte sich in sie. Ein Skandal, aus dem zwei Kinder hervorgingen. Auf Vermittlung von Cosimo de’Medici bei Papst Pius II. konnten die beiden 1461 heiraten.
Die Figur der Salome im Gemälde „Das Gastmahl des Herodes“ von Filippo Lippi im Dom San Stefano zeigt Lucrezia Buti. Filippo Lippi wohnte mit Lucrezia und Kindern in der Via Gaetano Magnolfi 9.
Berühmte Persönlichkeit: Francesco Datini (um 1335 – 1410), Bankier und Tuchhändler.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Prato
- Dom San Stefano: Romanische Kathedrale aus dem 10. Jhd., mit Fresken von Filippo Lippi.
- Museo dell’Opera del Duomo: Diözesanmuseum im romanischen Kreuzgang des Doms.
- Castello dell’Imperatore: Kaiserburg, erbaut unter Kaiser Friedrich II. von Staufen (1194 – 1250).
- Museo di Pittura Murale: Museum für mittelalterliche Fresken im Kloster San Domenico.
- Centro per l’Arte contemporanea Luigi Pecci: Zentrum für moderne Kunst und Ausstellungen.
Extra-Tipp: Jagdschloss der Medicis – Die Villa La Ferdinanda
Die Villa Medici La Ferdinanda bei Artimino liegt zwanzig Kilometer von Prato entfernt. Die Lage inmitten des Anbaugebiet der Carmignano-Weine, macht die Villa zum idealen Ausflugsziel.
Wen Archäologie fasziniert dem bietet Artimino und seine Umgebung Einblicke in die Welt der Etrusker. Im Archäologischen Museum werden Funde aus dieser Epoche gezeigt.
Im 14. Jhd. fiel Artimino an Florenz. Großherzog Cosimo I. de‘ Medici kaufte Mitte des 16. Jhds. das ganze Gebiet um die Siedlung auf dem Gebirgszug des Monte Albano.
Er schuf ein Jagdrevier für seinen Hofstaat, die Barco Reale di Caccia von Artimino bis Vinci. Um das Revier aufzuwerten ließ sein Sohn Ferdinando I. de Medici bei Artimino die Villa Medici errichten.
Ab 1594 begannen die Bauarbeiten unter dem Architekten Bernardo Buontalenti. Die Villa wurde als Jagdschloss konzipiert, sollte aber den Hofstaat aufnehmen können.
In der Nähe von Artimino ist die wunderschöne Pieve di San Leonardo aus dem 11. Jhd. sehenswert. Sie stellt eine der am besten erhaltenen Beispiele frühromanischer Architektur in der Toskana dar.
Adresse: Villa Medicea di Artimino La Ferdinanda, Viale Papa Giovanni XXIII, 1, 59015 Artimino.
GPS-Koordinaten, Casa Natale in Anchiano: 43.782181, 11.044583
Mehr dazu: Florenz: Die Villa Medici von Artimino im Weinanbaugebiet Carmignano Classico
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San Miniato: Stützpunkt deutscher Kaiser und Trüffel-Hochburg
Verträumt liegt San Miniato entlang eines dreiteiligen Hügelzugs, von Florenz ist es rund 45 Kilometer entfernt. Einmal im Jahr erwacht San Miniato zur Pilgerstätte der Genießer.
Gourmets und Feinkosthändler aus aller Welt kommen hierher, denn im Spätherbst ist Trüffel-Saison. Im November findet die „Mostra Mercato Nazionale del Tartufo Bianco di San Miniato“ statt.
Die Langobarden nutzten im 8. Jhd. die zentrale Lage von San Miniato als Treffpunkt für Synoden, Gerichts- oder Hoftage. San Miniaot lag am Kreuzungspunkt wichtiger Verkehrswege.
Dadurch avancierte es im Mittelalter zum Stützpunkt der Deutschen Kaiser. Unter Kaiser Otto I. der Große wurde es im 10. Jhd. Amtssitz seiner Reichsvikare. Im 12. Jhd. entwickelte es sich zur Kaiserpfalz.
Der Torre di Frederico ist letzter Rest der Kaiserburg. Im Dom San Genesio ist das Altarkruzifix von Baccio da Montelupo, einem Schüler von Michelangelo sehenswert.
Der Torre di Matilde aus dem 12. Jhd. war einst Wachturm und wurde später in den Dom integriert. Bis Mitte des 20. Jhds. führte San Miniato den Beinamen „al tedesco“.
Berühmte Persönlichkeit: Francesco I. Sforza (1401 – 1466), Herzog von Mailand.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in San Miniato
- Trüffelmarkt „Mostra Mercato Nazionale del Tartufo Bianco di San Miniato“, jährlich im November.
- Torre di Federico: Turm der Kaiserburg Rocca Federiciana von Friedrich II. von Staufen (1194 – 1250).
- Prato del Duomo: Dom San Genesio, 13. Jhd. mit dem ehemaligen Wachturm Torre di Matilda.
- Palazzo Vicari Imperiali: Palast der Reichsvikare, 12. Jhd., Geburtsort von Mathilde von Canossa.
- Palazzo Grifoni: Renaissance-Palast, erbaut vom Medici-Architekten Giuliano di Baccio d’Agnolo.
Extra-Tipp: Besuch im Vespa-Museum von Piaggio in Pontedera
Pontedera liegt etwa zwanzig Kilometer westlich von San Miniato. Das Städtchen Pontedera ist der Geburtsort eines typisch italienischen und weltberühmten Fahrzeugs: Der Vespa.
1946 wurde der erste Roller von Piaggio gebaut. Im grandiosen Kult-Museum in Pontedera wird nicht nur die Firmengeschichte gezeigt, sondern auch die schönsten und verrücktesten Vespa-Modelle.
Das Museo Piaggio Giovanni Alberto Agnelli in Pontedere eröffnete im Jahr 2000 und befindet sich auf dem Fabrikgelände des Unternehmens.
In alten Produktionshallen werden Vespa, Piaggio, Moto Guzzi, Aprilia, Gilera, Derbi und Ape-Modelle ausgestellt. Das Museum hat eine Ausstellungsfläche von 5.000 qm mit über 250 Exponaten.
Der Eintritt ist frei. Die Firma Piaggio gibt es seit 1884, der Fahrzeughersteller ist deutlich älter als die berühmte Vespa. Im Unternehmen wurden bis 1945 Schiffe, Eisenbahnen und Flugzeuge gebaut.
Der italienische Ingenieur Corradino d’Ascanio entwickelte den Prototypen MP6. Im Jahr 1946 kam Vespa 98 auf den Markt. Seitdem Piaggio hat über 18 Millionen Scooter verkauft.
Adresse: Museo Piaggio, Viale Rinaldo Piaggio 7, 56025 Pontedera
GPS-Koordinaten: 43.660973, 10.632666
Die Toskana-Kalender der Reise-Zikaden
Unser Bildkalender mit 13 Fotografien aus den etruskischen Städten Volterra, Populonia, Vetulonia und Roselle aus der Toskana.
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Florenz: Unübertroffenes Gesamtkunstwerk der Toskana
Florenz ist ein Traum für jeden kunst- und kulturinteressierten Reisenden. Nirgendwo ist soviel Kunst auf engen Raum versammelt wie hier. Die Museen und die Altstadt sind magische Anziehungspunkte.
Florenz ist das Herz der Toskana und Wiege der Renaissance. In Florenz waren Künstler wie Michelangelo Buonarroti, Dante Alighieri, Leonardo da Vinci und Filippo Brunelleschi zu Hause.
Der Dom Santa Maria del Fiore, der Ponte Vecchio über den Arno, die vielen Paläste der Renaissance – all das sind nur Bruchteile der Sehenswürdigkeiten von Florenz.
Die Dichte an Kulturschätzen ist so hoch, dass die UNESCO 1982 die gesamte Altstadt von Florenz zum Weltkulturerbe erklärte. Über vier Millionen Besucher pro Jahr bestaunen die Schönheiten in Florenz.
Auch wer schon einmal in Florenz war, ist von der Menge an Attraktionen überwältigt. Bei der Fülle an Möglichkeiten fällt es schwer eine Entscheidung zu treffen.
Oder die Zeit ist zu kurz, um das Wichtigste in Ruhe bestaunen zu können. Alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen würde Jahre dauern. Beste Abhilfe ist die Wiederkehr.
Berühmte Persönlichkeit: Dante Alighieri (1265 – 1321), Dichter und Philosoph.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Florenz
- Dom Santa Maria del Fiore: Viertgrößte Kirche Europas, Meisterwerk von Brunelleschi ist die Kuppel.
- Baptisterium San Giovanni: Achteckige Taufkirche aus dem 11. Jhd., Mosaikzyklus im Inneren.
- Piazza Signoria: Einer der berühmtesten Plätze Italiens mit Palazzo Vecchio, und Loggia di Lanzi.
- Uffizien: Galleria degli Uffizi, Malerei und Bildhauerei von der Antike bis zum Spätbarock.
- Ponte Vecchio: Älteste Brücke von Florenz mit mittelalterlichen Läden der Juweliere.
Mehr dazu: Florenz: 14 Sehenswürdigkeiten abseits der Touristenpfade
Extra-Tipp: Prachtvolle Villen der Medici-Dynastie bei Florenz
In Castello nordwestlich von Florenz liegen drei prächtige Medici-Villen. Zwei davon sind UNESCO-Weltkulturerbe: Villa Medicea la Petraia und Villa Medicea di Castello.
Im 15. bis 17. Jhd. erwarben die Medicis toskanische Landhäuser. Römische Kaiserpaläste dienten als Inspiration. Die Medici-Dynastie erlangte ihren Reichtum als Bankiers und geschickte Händler.
Die Renaissance-Architektur der Medici-Villen waren Vorbilder für die Lustschlösser der Barocks.
Villa Medicea La Petraia – Panoramablick auf Florenz
Die Villa Medicea La Petraia ist die berühmteste und schönste der Medici-Villen mit Parkanlage und herrlichem Panoramablick auf Florenz. Die Villa entstand aus einem Kastell aus dem 14. Jhd.
Diese Burg wechselte mehrfach den Besitzer. Die Medici kauften das Anwesen 1532. Großherzog Cosimo I. (1519 – 1574) übertrug es 1548 an seinen Sohn Ferdinando I., der es zur Villa umbauen ließ.
Adresse: Villa Medici Petraia, Via della Petraia 40, 50141 Castello, Firenze.
GPS-Kooridinaten: 43.819332, 11.237089
Villa Corsini in Castello – Landhaus mit antiker Skulpturensammlung
Die Villa Corsini in Castello stammt aus dem 15. Jhd. und diente den Strozzi als Herrenhaus. Später kam sie in die Hände der Medicis. 1687 wurde das Anwesen von den Corsini gekauft.
Die Villa Corsini ist heute ein charakteristisches Beispiel des Florentiner Spätbarocks. In den Räumlichkeiten befindet sich eine Sammlung antiker Skulpturen aus dem Besitz der Medicis.
Adresse: Villa Corsini in Castello. Via della Petraia 27, 50141 Firenze
GPS-Kooridinaten: 43.816270, 11.232567
Villa Medicea di Castello – Ein paradiesischer Renaissance-Park
Die Villa Medicea di Castello ist im Besitz der Sprachschule Accademia Della Crusca. Der Garten kann besichtigt werden. Das Landgut kauften 1472 Lorenzo und Giovanni di Pierfrancesco de’Medici.
Sandro Botticelli malte für die Villa die „Geburt der Venus“ und „Der Frühling“. Cosimo I. beauftragte 1538 Umbauten und die Gartengestaltung mit Wasserspielen und Statuen.
Adresse: Giardino della Villa Medicea di Castello, Via di Castello 44, 50141 Firenze
GPS-Kooridinaten: 43.816270, 11.232567
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Fiesole: Etruskerstadt in grandioser Lage über Florenz
Schon die Anfahrt von Florenz nach Fiesole ist eindrucksvoll. Eine von Zypressen gesäumte Straße führt in Serpentinen und malerischen Ausblicken auf Florenz hinauf in das toskanische Bergstädtchen.
Fiesole ist sicherlich wegen diesem fantastischem Panorama schon einen Ausflug wert. Bedeutender jedoch sind die Kunstschätze von Fiesole und die lange Siedlungsgeschichte.
Vipsul wurde von den Etruskern im 8. oder 7. Jhd. v. Chr. gegründet und lag auf einem befestigtem Bergsattel. Die antiken Stadtmauern aus dieser Zeit waren imposante drei Kilometer lang.
Gemeinsam mit Rom kämpfte Fiesole im 3. Jhd. v. Chr. gegen die in die gesamte Region einfallenden Gallier. Im Bundesgenossenkrieg stellte sich die Stadt gegen die Römer und wurde 90 v. Chr. zerstört.
Der römische Senat ernannte die etruskische Bergstadt zur Kolonie Faesulae. Im Mittelalter profitierte Fiesole nicht mehr von seiner sicheren Berglage, im 12. Jhd. wurde es von Florenz erobert.
Bis auf den Dom wurde alles zerstört. Seit dem 15. Jhd. entwickelte sich Fiesole zum Villenvorort reicher Florentiner. Berühmte Persönlichkeit: Giovanni Boccaccio (1313–1375), Schriftsteller.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Fiesole
- Archäologischer Park mit Museum: Etruskisch-römisches Theater, Tempel, Therme, Stadtmauern.
- Dom San Romolo: Romanische Basilika, 11. Jhd. mit antiken Kapitellen. Glockenturm 13. Jhd.
- Piazza Mino: Der Domplatz mit Palazzo Pretorio liegt an der Stelle des römischen Forums.
- San Domenico: Kloster, 15. Jhd. Gemälde „Thronende Madonna“ von Fra Angelico in der Kirche.
- San Francesco: Kloster, 14. Jhd., höchster Punkt Fiesoles, Standort der etruskischen Akropolis.
Extra-Tipp: Leonardo da Vincis Experimente auf dem Monte Ceceri
Das dicht bewaldete Naturschutzgebiet Monte Ceceri liegt oberhalb von Fiesole. An klaren Tagen reicht der Blick weit über den Talkessel von Florenz hinaus.
Auf dem Berg befinden sich mehrere mittelalterliche Steinbrüche. Dort wurde Pietra Serena, ein grauer Sandstein abgebaut. Das Material wurde in damals überwiegend in Florenz verwendet.
Die Steinbrüche sind stillgelegt und können besichtigt werden. Der Monte Ceceri wurde durch die Steinbrüche entwaldet, ein Vorteil den ein Universalgenie nutzte: Leonardo da Vinci (1452–1519).
Der Meister ließ 1505 auf dem Berg erste Versuche mit von ihm entworfenen Fluggeräten durchführen. Leonardo vermerkte in seinem Manuskript, dass die Versuche scheiterten.
Sein Assistent soll sich dabei die Rippen gebrochen haben. Erst in den 1940er-Jahren wurde der Hügel mit Zypressen aufgeforstet. Seit Mitte der 1960er-Jahre sind die Koniferen durch Pilzbefall gefährdet.
Startpunkt für die Wanderung ist der Parkplatz an der Fattoria di Maiano (Via Benedetto da Maiano 11, 43.794201, 11.304073). Von dort sind die Wanderwege auf den Monte Ceceri beschildert.
Adresse: Monte Ceceri, Piazzale Leonardo, 50014 Fiesole.
GPS-Koordinaten: 43.801002, 11.304179
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Das Chianti: Landschaftliches Idealbild der Toskana
Die Hügellandschaft des Chianti ist Bauernland. Einst betrieben dort Adelsherren ihre großen Landgüter, die Fattorien. Um ihre Ländereien abzusichern erbauten Feudalherren sich Kastelle.
Wer als Reisender von der Kunst in Florenz ermüdet ist, sollte ins Chianti fahren um sich der Landschaft hinzugeben. Empfehlenswert ist der Besuch in einem der Weingüter oder Restaurants in der Region.
Das Chiantigebiet ist der Inbegriff der Toskana: Sanft gewellte Hügel auf denen kleine Dörfer thronen, gepflegte Wein- und Olivengärten, ehrwürdige Burgen und Klöster, schattige Wälder.
Seit der Antike wird im Chianti Weinbau betrieben. Lange vor den Römern legten Etrusker hier Weingärten an. Wein mit der Bezeichnung Chianti wird seit über sechshundert Jahren hier angebaut.
Ein Verschnitt verschiedener Rebsorten ist der Chianti-Wein: 80 % Sangiovese, 20 % Cabernet Sauvignon, Merlot, Canaiolo oder Colorino.
Chianti Classico darf frühestens am 1. Oktober, ein Jahr nach der Ernte verkauft werden. Chianti Riserva frühestens 24 Monate nach der Ernte, drei Monate davon in der Flasche.
Berühmte Persönlichkeit: Giovanni da Verrazzano (1485 -1528), Seefahrer und Entdecker.
5 Top-Sehenswürdigkeiten im Chianti
- Castellina in Chianti: Weinanbau-Zentrum, etruskischer Tumulus mit über 50 Meter Durchmesser.
- Certosa di Pontignano: Eindrucksvolles Kartäuserkloster bei Siena mit drei Kreuzgängen, 14. Jhd.
- Castello di Brolio: Kastell aus dem 11. Jhd. mit berühmten Weingut, bei Gaiole in Chianti.
- Castello di Meleto: Mittelalterlicher Gutshof mit Rundtürmen, 11. Jhd., bei Gaiole in Chianti.
- Badia a Coltibuono: Ehemalige Benediktinerabtei, 11. Jhd., bei Gaiole in Chianti.
Extra-Tipp: Idyllisches Chianti – Das Kloster von Badia a Passignano
Auf einem von Zypressen und Weingärten umgebenen Hügel im Chianti liegt das Kloster San Michele Arcangelo. Von Tavarnelle Val di Pesa ist der Weiler Badia a Passignano zehn Kilometer entfernt.
Die ältesten Urkunden für eine Einsiedelei stammen aus dem 9. Jhd. Gegründet wurde die San Michele Arcangelo im Jahr 1040 vom Mönch Giovanni Gualberto (um 995 – 1073).
Gleichzeitig war Gualberto Gründer der Vallombrosaner, einem Zweig des Benediktiner. Die Mönche lebten asketisch, auf der Grundlage der Benediktinerregeln „Ora et labora“ (Bete und arbeite).
Giovanni Gualberto starb in der Abtei, seine Grabplatte befindet sich in der linken Chorkapelle. 1193 wurde er heiliggesprochen. Die romanische Kirche stammt aus dem 12. Jhd.
Im 16. Jhd. wurde die Kirche umgebaut und freskiert. Im Refektorium besticht das Abendmahl-Fresko von 1476 von Domenico und Davide Ghirlandaio. Der Kreuzgang datiert auf das 15. Jhd.
1810 wurde die Abtei aufgelöst, Mönche zogen erst 1986 wieder ein. Ende des 19. Jhds. kam es in Privatbesitz und wurde mit Türmen versehen. Heute ist es Weingut der legendären Antinori-Dynastie.
Adresse: San Michele Arcangelo a Passignano, Via Passignano 28, 50028 Badia a Passignano.
GPS-Koordinaten: 43.577482, 11.247175
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Siena: Einzigartige Kunststadt der Gotik und des Palio
Siena ist nach Florenz die bedeutendste Kunststadt der Toskana. Kaum eine andere Stadt in der Region hat ein besser erhaltenes mittelalterliches Stadtbild als Siena.
1995 wurde die Altstadt von Siena im Stil der Gotik zum UNESCO-Welterbe erklärt. Siena verspricht Genüsse für alle Sinne. Es erstreckt sich über drei Hügel und ist in drei Bereiche geteilt, die Terzi.
Der Rundgang sollte an der Piazza del Campo starten, einer der eindrucksvollsten Plätze des Mittelalters. Der muschelförmige Hauptplatz von Siena ist von ehrwürdigen Palästen umgeben.
Jedes Jahr zwei mal ist die Piazza Schauplatz des weltberühmten Palio. Bei diesem spannenden Pferderennen treten die Contraden, die historischen Stadtviertel Sienas, gegeneinander an.
An der Piazza del Campo befindet sich der Palazzo Pubblico des 13. Jhds. mit dem Torre del Mangia. Der über hundert Meter hohe Turm kann bestiegen werden und bietet ein fantastisches Panorama.
Die Innenräume des Palazzo Pubblico sind z. B. mit Fresken von Ambrogio Lorenzetti ausgemalt. Berühmte Persönlichkeit: Katharina von Siena (1347 – 1380), Kirchenlehrerin und Heilige.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Siena
- Palazzo Pubblico: Stadtpalast aus dem 13. Jhd. an der berühmten Piazza del Campo.
- Dom Santa Maria: Spätromanische Basilika, Anfang 13. Jhd., Vorbild war der Dom von Pisa.
- Museo dell‘ Opera Metropolitana: Dommuseum im unvollendeten Duomo Nuovo aus dem 14. Jhd.
- Santa Maria dei Servi: Ordenskirche der Serviten, 13. Jhd. im Terzo von San Martino.
- Pinacotheka Nazionale: Gemäldesammlung mit Werken aus Siena vom 13. Jhd. bis zum Barock.
Extra-Tipp: San Galgano – Ein Monument der Vergänglichkeit
Die gewaltige Klosterruine der Abbazia San Galgano war im Mittelalter eine Abtei des Zisterziensterordens. San Galgano liegt südwestlich von Siena beim Dorf Chiusdino.
Der Ausflug zählt zu den herausragenden Eindrücken einer Reise durch die Toskana. Die dreischiffige gotische Klosterkirche mit Querschiff aus dem Hochmittelalter stammt aus dem 13. Jhd.
Erste Stilelemente der Gotik kamen mit San Galgano in die Toskana. Die Abtei besaß großen Landbesitz. Die Mönche leiteten den Dombau in Siena und waren als Verwalter oder Notare tätig.
Der Niedergang setzte im 15. Jhd. ein. Kirchendach und Glockenturm stürzten Ende des 18. Jhds. ein. Vom Konvent sind heute Kapitelsaal, das Skriptorium und Teile des Kreuzgangs erhalten.
Einen Spaziergang entfernt liegt die romanische Rotunde des Oratorio di San Galgano sul Montesiepi. Der junge Adelige Galgano Guidotti (1148 – 1181) aus Chiusdino hatte eine Vision.
Dabei führte ihn der Erzengel Michael auf den Hügel von Montesiepi. Galgano lebte danach dort als Einsiedler. Über seinem Grab auf dem Montesiepi entstand 1184 die Kirche.
Zisterziensermönche siedelten sich ab 1220 auf der Hügelkuppe des Montesiepi an. Kurz danach begannen die Mönche den Bau Abbazia San Galgano in der Talebene.
Adresse: Abbazia di San Galgano, Strada Comunale di S. Galgano, 53012 Chiusdino
GPS-Koordinaten: 43.149686, 11.155973
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San Gimignano: Weltberühmtes „Manhattan der Toskana“
San Gimignano ist eine kleine Bergstadt die für ihr authentisches mittelalterliches Stadtbild und ihre rund ein Dutzend hohen Wohntürme „Manhattan des Mittelalters“ genannt wird.
1990 wurde die Altstadt von San Gimignano mit ihren Geschlechtertürmen zum UNESCO-Welterbe. Andere toskanische Städte trugen ihre oft baufälligen Türme ab, in San Gimignano blieben sie erhalten.
Keimzelle der Siedlung war ein Marktplatz an der der Via Francigena zwischen Festung und Kirche. Älteste Nachweise des Ortes stammen von Anfang des 10. Jhds.
An das Kastell erinnert die Via di Castello und S. Lorenzo, dort lag die Zugbrücke. Anfang des 11. Jhds. entstand die Stadtmauer. Drei Tore sind aus dieser Zeit sind erhalten.
Die sind die Stadttore Arco della Cancelleria, Porta Santo Stefano und Arco dei Becci. Freie Kommune war San Gimignano bis ins 14. Jhd., dann fiel es an Florenz.
San Gimignano wurde mit Handel und Anbau von Safran reich. Der Farbton war zum Färben von Seide gefragt. Im Spätmittelalter verlor die Frankenstraße ihre Bedeutung und der Ort verarmte.
Berühmte Persönlichkeit: Fina da San Gimignano (1238 – 1253), Ortspatronin und Heilige.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in San Gimignano
- Collegiata Santa Maria Assunta: Dreischiffige romanische Säulenbasilika, 12. Jhd. mit Fresken.
- Palazzo del Popolo: Rathaus, 13. Jhd. mit Stadtmuseum Museo Civici mit Fresken und Gemälden.
- Torre Grossa: Höchster Turm von San Gimignano, 54 Meter hoch, Teil des Palazzo del Popolo.
- Sant’Agostino: Gotische Bettelordenskirche, 13. Jhd. Fresken aus dem Leben des Hl. Augustinus.
- Fonti Medievali: Brunnenhäuser nahe Porta delle Fonti, 12. Jhd., zum Waschen von Schafwolle
Extra-Tipp: Wanderung zum Ruinendorf Castelvecchio
In der Nähe von San Gimignano bietet sich eine Wanderung zu den Ruinen des mittelalterlichen Burgdorfs Castelvecchio an. Start ist San Donato, etwa 6 km südwestlich von San Gimignano.
Das Gebiet um Castelvecchio war seit etruskischer Zeit besiedelt. Früheste Nachweise stammen aus der Zeit der Langobarden im 6. Jhd. Verlassen wurde das Dorf nach einem Erdbeben im 15. Jhd.
Im 12. Jhd. entstand eine Festung von der noch ein wuchtiger Bergfried erhalten ist. Sehenswert ist die gut erhaltene romanische Kirche San Frediano e Giovanni mit Freskenresten in der Apsis.
Von San Donato führt die Wanderung ein kurzes Stück an der Hauptstraße entlang Richtung Süden. An einem Abzweig folgen wir einer schmalen Straße Richtung Caggio bis zur Tenuta di Castelvecchio.
Am Abzweig befinden sich Infotafeln „Riserva Naturale di Castelvecchio“. Inzwischen ist der Burgturm im Eichenwald sichtbar. Am Landgut Tenuta di Castelvecchio biegt der Weg nach links ab.
Zunächst geht der steinige Pfad bergab, quert ein Bachbett und steigt auf der gegenüberliegenden Talseite steil an. Kurz danach ist das Ruinendorf mit Burgturm erreicht.
Adresse: Parkplatz an der Fattoria San Donato, Localita San Donato 6, 53037 San Gimignano.
GPS-Koordinaten Fattoria San Donato: 43.440509, 11.017878
GPS-Koordinaten Castelvecchio: 43.433437, 11.003781
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Volterra: Etruskische Sehenswürdigkeiten der Superlative
Wie ein Herrschersitz thront Volterra auf dem Kamm eines steilen Höhenzugs. Ihre majestätische Lage beeindruckt jeden, der sich von der Küste bei Pisa oder vom Val di Cecina kommend, der Stadt nähert.
Der Standort von Volterra ist typisch etruskisch: Ein weiter, unveränderter Rundblick. An klaren Tagen reicht das Panorama bis zum Meer oder zu den Apuanischen Alpen.
Die Etrusker nannten ihre Metropole Velathri. Erst von den Römern wurde sie Volaterrae genannt. Volterra bietet viele Relikte aus etruskischer Zeit, die wir euch ans Herz legen möchten.
Wer in Ruhe alle Sehenswürdigkeiten erleben möchte, sollte sich drei Tage Zeit nehmen, denn auch die wunderschöne mittelalterliche Altstadt von Volterra wartet auf ihre Erkundung.
Aus einer Epoche, rund 2.400 Jahre vor unserer Zeit, haben sich viele Kulturdenkmäler erhalten: Die Ruinen einer Akropolis, Stadttore und Stadtmauern, Wachtürme, Nekropolen mit Kammergräbern.
Dazu kommt ein römisch-etruskisches Theater und ein kürzlich entdecktes Amphitheater. Berühmte Persönlichkeit: Linus da Volterra (? – 76/79), erster Papst der Kirchengeschichte.
Mehr dazu:
- Toskana: Volterra – 14 Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der Etrusker
- Toskana: Cicero und die etruskische Familie Caecina aus Volterra
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Volterra
- Museo etrusco Guarnacci: Ältestes etruskisches Museum Italiens mit etwa 600 Graburnen.
- Porta all’Arco: Ältestes etruskisches Stadttor Italiens, 4. Jhd. v. Chr, Wahrzeichen von Volterra.
- Römisches Theater: Großes Theater für rund 3.000 Zuschauer, erbaut unter Kaiser Augustus, 1. Jhd.
- Palazzo dei Priori: Ältester Kommunalpalast der Toskana, erbaut zwischen 1208 – 1257.
- Portone Nekropole: Etruskischer Friedhof, 5. bis 1. Jhd. v. Chr., zwei Felsengräber sind zugänglich.
Extra-Tipp: Colline Metallifere – Wilde Natur und fauchende Geysire
In den Colline Metallifere finden Naturliebhaber ein ursprüngliches Mittelgebirge mit dichten Eichen- und Kastanienwäldern. Das Gebiet liegt im Dreieck zwischen Volterra, Siena und Massa Marittima.
Zentrum der Region ist Massa Marittima. Wenige Dörfer liegen auf den Hügeln inmitten der Wälder. Dort leben in unglaublicher Vielfalt Wildtiere, Sing- und Greifvögel und Insekten.
Die naturbelassenen Strände der Etruskischen Riviera liegen östlich der Colline Metallifere, die gut erreichbar sind. Highlight ist der Golf von Baratti bei Populonia, einer ehemals etruskischen Stadt.
Zusätzlich gibt es mehrere einzigartige Nekropolen aus dieser Zeit zu entdecken. Von der etruskischen Akropolis von Populonia lockt von den Stadtmauern ein Panoramablick auf die Insel Elba.
Eindrucksvolles Spektakel ist der aktive Vulkanismus in den Colline Metallifere. Inmitten der Wälder liegen geothermische Felder mit dampfenden Fumarolen, Mofetten und kleinen Geysiren.
Zwei Naturlehrpfade führen durch die apokalyptische Landschaft. Eine Wanderung durch die Vulkan-Felder bei den Bergdörfern Sasso Pisano und Monterotondo Marittimo ist spektakulär.
Mehr dazu:
- Toskana – Natururlaub in den Colline Metallifere bei Castelnuovo
- Toskana: Fumarolen und Geysire in den Colline Metallifere
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Arezzo: Mittelalterliches Juwel abseits der Touristenströme
Arezzo ist eine der schönsten und wichtigsten Städte im Osten der Toskana. In der Antike zählte es zu den mächtigsten Zentren der Etrusker, die es im 7. Jhd. v. Chr. gründeten.
Bedeutende etruskische Bronzeguss-Kunstwerke sind in dieser Zeit in Arezzo entstanden: Die Chimäre von Arezzo (4. Jhd. v. Chr.) und die Statue der Minverva (3. Jhd. v. Chr.).
Die Skulpturen befinden sich im Archäologischen Museum von Florenz. Die Römer eroberten das etruskische Aritim Anfang des 4. Jhds. v. Chr. und nannten es nun Arretium.
Es entstand eine Militärstation an der Via Cassia, die Arezzo mit Rom und Florenz verband. Unter Kaiser Augustus blühte die Stadt. Es wurden Thermen, Forum, Theater und ein großes Amphitheater erbaut.
Bereits im 3. Jhd. existierte in Arezzo eine christliche Gemeinde mit Bischofssitz. Zweiter Bischof von Arezzo war Donatus, der unter Kaiser Diokletian 362 als Märtyrer starb.
Auf dem Pionta-Hügel wurde er bestattet. Über seinem Grab entstand eine Kirche die im 11. Jhd. zum Dom erweitert wurde. Anfang des 13. Jhds wurde San Donato an den heutigen Platz verlegt.
Berühmte Persönlichkeit: Giorgio Vasari (1511 – 1574 ), Architekt, Maler.
5 Top-Sehenswürdigkeiten in Arezzo
- San Francesco: Bettelordenskirche, Anfang 14. Jhd., Fresken von Piero della Francesco.
- Santa Maria della Pieve: Pfarr- und Taufkirche, 12. Jhd., Fassade und Apsis mit Loggien.
- Dom San Donato: Gotische Kathedrale, Grab des Märtyrerbischofs San Donatus († 362) .
- Casa di Vasari: Wohnhaus von Vasari, mit Fresken und Gemälden, von 1547. Heute Museum.
- Römisches Amphitheater: Größtes Amphitheater der Toskana, 122 Meter Länge, 10.000 Zuschauer.
Extra-Tipp: Cortona – Panoramalage über dem Chiana-Tal
Einzigartig ist die Hanglage von Cortona hoch über dem Chiana-Tal. Von der Bergstadt schweift der Blick über die Landschaft bis zum Lago di Trasimeno und Monta Amiata.
Im Val die Chiana weidet die größte Rinderrasse der Welt: Das Chianina. Schon die Etrusker züchteten nachweislich diese weißen riesiegen Rinder, die etwa 800 Kilogramm schwer werden können.
Cortona ist eine Gründung der Etrusker, die Siedlung hieß Curtun und entstand im 7. Jhds. v. Chr. Sehenswürdigkeiten aus etruskischer Zeit sind Teilstücke der Stadtmauern aus dem 4. Jhd. v. Chr.
Ein Besuch im Museum Accademia Etrusca di Cortona und Parco Archeologico lohnt. Der archäologische Park schließt Fundorte der Altstadt und im Vorort Camucia ein, Infos dazu im Museum.
Zentrum der Altstadt Cortonas ist die Piazza della Repubblica mit dem Palazzo Comunale aus dem 13. Jhd. Dieser Platz ist ein idealer Ausgangspunkt für Besichtigungen. Zu den Hauptattraktionen zählen.
Einfach herrlich ist die Aussicht von der Fortezza Girifalco ins Tal, auf die Altstadt von Cortona mit dem Dom Santa Maria di Assunta und das Museo Diocesano.
Berühmte Künstler aus Cortona waren die Maler Luca Signorelli und Pietro da Cortona. Heute zeichnen überwiegend amerikanische Kunststudenten in den Straßen von Cortona.
Adresse: Comune di Cortona, Piazza della Repubblica 1, 52044 Cortona
GPS-Koordinaten: 43.275144, 11.985357
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