Toskana – Der Norden: Unsere Top 12 Reiseziele plus Extra-Tipps


reise-zikaden.de, Italy, Tuscany, Volterra, Monte Nebbio, Badia Camaldulense, San Giusto Nuovo, Chiesa di San Cipriano_titel Die Landschaft der Toskana ist längst zum Mythos geworden. Mittelalterliche Städte und ländliche Fattorien oder Villen inmitten von Ölbäumen, Zypressen, Pinien und Weinreben. Unser Motiv zeigt die Hochebene des Monte Nibbio bei Volterra mit der Badia Camaldulense und San Giusto Nuovo (rechts). Foto: M. Hoffmann, Reise-Zikaden

Die Landschaft der Toskana ist längst zum Mythos geworden. Mittelalterliche Städte und Landgüter inmitten von Ölbäumen, Zypressen, Pinien und Weinreben. Unser Motiv zeigt den Monte Nibbio bei Volterra mit der Abtei Badia Camaldulense und San Giusto Nuovo. Foto: M. Hoffmann, Reise-Zikaden

Inhaltsverzeichnis

„Geliebte Toskana, wir sind dir verfallen! Du bist ein einzigartiges Fest für die Sinne und der sonnige Garten Italiens. Eine seit Jahrtausenden geformte Kulturregion.“ Kein Wunder, dass die Toskana das beliebteste Reiseziel in Italien ist. Wir möchten euch unsere 12 Lieblings-Reiseziele im Norden der Toskana vorstellen. Weltberühmt sind hier Florenz, Siena und Pisa – die Kunststädte ziehen auch die meisten Besucher an.

Besonders ans Herz legen möchten wir euch unsere Extra-Tipps. Dort beschreiben wir unbekanntere Ausflugsziele. Zu jedem Top-Ziel haben wir die 5 wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgelistet. Um eine Trennung zwischen dem Norden und Süden der Toskana festzulegen, ziehen wir eine imaginäre Grenze. Diese verläuft von San Vincenzo an der Tyrrhenischen Küste bis Cortona im Osten der Toskana.

Kaum eine andere Region in Europa kann mit einer derartigen Konzentration von Kulturgeschichte mithalten wie die Toskana. Die antiken Hochkulturen der Etrusker und Römer haben die Toskana tief geprägt. In der Toskana entstand in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter in die Neuzeit die Renaissance. Sie revolutionierte Malerei, Bildhauerei, Architektur, Wissenschaft, Literatur und Philosophie.

Im landschaftlichen Gesamtkunstwerk der Toskana setzt sich ihre Geschichte fort. Sofort fallen uns sanfte grüne Hügel ein auf der ein Landgut thront, umgeben von Zypressen, Weinbergen und Ölbäumen. Der Frühling lockt mit Blütenteppichen aus rotem Mohn. Der Sommer lässt leuchtend gelbe Sonnenblumen strahlen. Der Herbst begeistert mit warmen Farben und reifen Trauben an den Weinstöcken.


Lest dazu im Blog – Den zweiten Teil:

Toskana – Der Süden: Unsere Top 12 Reiseziele plus Extra-Tipps
Mit den zwei Teilen unserer Toskana-Lieblings-Reiseziele seid ihr für eine Rundreise perfekt informiert.


Die beste Reisezeit für die Toskana

reise-zikaden.de, italy, tuscany, chiusdino, san galgano Bestes Reisewetter für die Toskana bietet sich von Mitte Mai bis Mitte Juni. Der Blick vom Monte Montesiepi bei San Galgano mit Zypressenallee auf das Dorf Chiusdino in den Monte Metallifere. Foto: Reise-Zikaden

Bestes Reisewetter für die Toskana bietet sich im Mai und Juni. Das Motiv zeigt den Blick vom Monte Montesiepi bei San Galgano auf die Colline Metallifere und das Dorf Chiusdino. Foto: Reise-Zikaden

Wer Städtetouren und Wanderungen plant, dem empfiehlt sich als Reisezeit für die Toskana Herbst oder Frühling. Die Landschaft ist von März bis Mai mit einem üppigen Blütenmeer überzogen. Der Herbst lockt mit farbenprächtigen Wäldern und dem Beginn der Weinlese im Oktober. Hauptsaison ist von Juni bis September. Toskana-Insider bereisen die Region im April/Mai oder Oktober/November.

Wer Baden mit Citytrips kombinieren möchte, der sollte im Herbst die Toskana besuchen. Das Meer ist noch warm und die Temperaturen fallen selten unter 25 Grad. Von November bis Januar ist Olivenernte, dann drehen sich die Räder der Ölmühlen. Eine Winterreise in die Toskana ist ideal für Städtereisen mit Schwerpunkt Kultur und Museen. Reisende sind dann meist mit den Einheimischen „unter sich“.


WERBUNG



Pisa: Ehemalige Seerepublik und mehr als ein Schiefer Turm

Toskana – Der Norden: Unsere Top 12 Reiseziele plus Extra-Tipps - Pisa_Piazza dei Miracoli Weltberühmt: Die Piazza dei Miracoli in Pisa mit Dom Santa Maria Assunta und dem Schiefen Turm. Ihren Namen bekam der Platz vom Schriftsteller Gabriele D’Annunzio, er nannte den Platz "Wiese der Wunder".

Weltberühmt: Die Piazza dei Miracoli in Pisa mit Dom und Schiefen Turm. Ihren Namen bekam der Platz vom Schriftsteller Gabriele D’Annunzio im Jahr 1910, er nannte den Platz „Wiese der Wunder“.

Die erste toskanische Städterepublik im Mittelalter war Pisa, nicht Florenz. Die Stadt liegt an der Mündung des Arno ins Ligurische Meer. Durch seine einstige Lage an einer Lagune hatte Pisa direkten Zugang zum Meer, den schon Etrusker und Römer als Hafen nutzten. Im 11. Jhd. zählte Pisa zu den mächtigsten und reichsten Seerepubliken. Die Verlandung der Lagune im 13. Jhd. leitete ihren Niedergang ein.

Nicht umsonst zählt die Piazza dei Miracoli mit Schiefen Turm, Dom, Baptisterium und Camposanto seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die größte Attraktion von Pisa. Der Dom Santa Maria Assunta aus dem 11. Jhd. zählt zu den ersten Monumentalbauten des mittelalterlichen Italiens. Seine Vorbilder finden sich auch in der Architektur byzantinischer Kreuzkuppelkirchen und islamischer Moscheen.

Viele Besucher sehen oft nur den Domplatz. Doch Pisa ist beispielsweise eine von Italiens wichtigsten Universitätsstädten. Die Hälfte der rund 90.000 Einwohner sind Studenten. Mit seinen schmalen Gassen und malerischen Plätzen im Zentrum ist Pisa eine größtenteils typisch toskanische Stadt.
Berühmte Persönlichkeit: Galileo Galilei (1564 -1642), Universalgelehrter.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Pisa

  1. Piazza dei Miracoli: Der Domplatz mit Campanile, Dom, Baptisterium und Camposanto.
  2. Piazza dei Cavallieri: Einer der schönsten Renaissance-Plätze Europas, inkl. Medici-Palazzo.
  3. Santa Maria della Spina: Ein Juwel der Pisaner Gotik, direkt am Ufer des Arno.
  4. Botanischer Garten: Der Orto Botanico di Pisa ist perfekt zum Entspannen, nahe Piazza dei Miracoli.
  5. Nationalmuseum San Matteo: Bedeutende Sammlungen pisanischer Skulpturen und Malerei.

Extra-Tipp: Die Hafenbasilika San Piero a Grado von Portus Pisanus

Toskana – Der Norden: Unsere Top 12 Reiseziele plus Extra-Tipps - Basilica_di_san_piero_a_grado_Pisa_ol Die romanische Basilika San Piero a Grado wurde an der Stelle erbaut wo der Apostel Paulus seine erste Messe auf italinischem Boden zelebrierte. Foto: Wikiepedia, Sailko

Pisa: Die romanische Basilika San Piero a Grado stand einst am antiken Hafen Portus Pisanus. Hier soll der Hl. Petrus seine erste Messe auf italienischen Boden zelebriert haben. Foto: Wikiepedia, Sailko

Wenige Kilometer südwestlich von Pisa steht die eindrucksvolle romanische Basilika San Piero a Grado. An diesem Platz soll im Jahr 44 der Apostel Petrus, von Antiochia am Orontes kommend, zum ersten Mal Italien betreten haben. Anschließend zelebrierte er auf einem einfachen Altar eine Messe. Seit der Antike lag hier, an der Mündung des Hauptarms des Arno ins Meer, der Hafen Portus Pisanus.

Der Name „Grado“ leitet sich vom lateinischen Begriff Gradus, für Stufe oder auch Hafenkai ab. San Piero a Grado war in späteren Jahrhunderten für mittelalterliche Pilger nach Rom eine wichtige Station. Heute liegt der Kirchenbau rund sechs Kilometer vom Meer entfernt. Spätestens Anfang des 11. Jhds. wurde die heute sichtbare dreischiffige Basilika auf einem Vorgängerbau errichtet.

Archäologische Ausgrabungen konnten drei Epochen am Sakralbau nachweisen: Fundamente von Hafengebäuden aus römischer Zeit, Apsis der ersten Kirche aus dem 4. Jhd., Apsiden der zweiten Kirchen aus dem 6./7. Jhd. Die Kapitelle und Schäfte der Säulen im Innenraum stammen größtenteils aus der Antike. Das Hauptschiff ist mit Fresken aus dem Leben der Apostel Petrus und Paulus bemalt.

Adresse: Basilica di San Pietro Apostolo,
GPS-Koordinaten: 43.679722,10.346667


WERBUNG


Lucca: Charmante Schönheit und Heimat von Puccini

Toskana_Lucca_Piazza dell’Anfiteatro_ol - Lucca, Piazza dell’Anfiteatro: Die ovale Form eines römischen Amphitheater hat sich hier über die Jahrtausende erhalten. Auch die Zugänge für die Zuschauer wurden an den Hauptachsen beibehalten.

In Lucca konnte sich die ovale Form eines römischen Amphitheaters durch den Einbau von Wohnhäusern erhalten. Auch die Zugänge wurden an den Hauptachsen beibehalten.

Reizvoll liegt Lucca von mittelalterlichen Stadtmauern umgeben in einer fruchtbaren Ebene, die von Hügeln und Bergen umgeben ist. Schon die Etrusker siedelten am Fluss Serchio. Danach kamen die Römer, gründeten eine Kolonie aus der sich die Stadt entwickelte. Lucca lag an einem Knotenpunkt der Via Cassia und Via Aurelia. Den schachbrettartigen Straßenverlauf hat Lucca aus dieser Zeit.

Die Altstadt von Lucca weist römische Strukturen und mittelalterliche Architektur mit Renaissance-Palazzis sowie zahlreichen Wohntürmen auf. Das antike Forum befand sich an der Piazza San Michele. Dort steht auch die Chiesa di S. Michele in Foro aus dem 11. Jhd. mit wunderschöner Marmorfassade, die von einer vier Meter hohen Statue des Erzengels Michael bekrönt wird.

Die Piazza dell’Anfiteatro ging aus einem römischen Amphitheater hervor, das einst außerhalb der Stadtmauern lag. In die antiken Ruinen bauten sich in der unruhigen Spätantike die Einwohner Wohnhäuser. Dadurch hat der Platz die ovale Form der Arena bewahrt. Die Zugänge an den Hauptachsen wurden beibehalten. Berühmte Persönlichkeit: Giacomo Puccini (1858 – 1924), Komponist.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Lucca

  1. Dom San Martino: Romanische Kathedrale mit dekorativer Westfassade aus dem 12. Jhd.
  2. San Frediano: Romanische Basilika mit Mosaik-Fassade im Osten und schönem Campanile.
  3. Via Fillungo: Flanier- und Einkaufsstraße, an der Nr. 20 steht der Torre delle Ore mit Stadtuhr.
  4. Torre Guinigi: Wahrzeichen Luccas ist der besteigbare Wohnturm mit 44 Metern Höhe.
  5. Villa Guinigi: Im spätgotischen Bau ist das Museo Nazionale mit Kunstsammlungen untergebracht.

Lest dazu im Blog Wandernd den Bericht: Starke Mauern und schmale Gassen: Ein Ausflug nach Lucca

Extra-Tipp: Die mittelalterliche Ponte del Diavolo über den Serchio

Ponte della Maddalena_Borgo a Mozzano_Michael Bertulat

Im Serchio-Tal in der Provinz Lucca liegt das Dorf Borgo a Mozzano. Dort überquert die spektakuläre Steinbogenbrücke Ponte del Diavolo den Fluss Serchio. Foto: flickr, Michael Bertulat

In einem malerischen Flusstal liegt Borgo a Mozzano, das Dorf ist rund zwanzig Kilometer von Lucca entfernt. Größte Sehenswürdigkeit ist die spektakuläre mittelalterliche Steinbogenbrücke aus dem 14. Jahrhundert über den Fluss Serchio. Meist wird sie Ponte del Diavolo (Teufelsbrücke) genannt. Eigentlich heißt sie Ponte della Maddalena – wegen ihrer kühnen Konstruktion bekam sie ihren Namen.

Die Ponte del Diavolo hat eine Länge von 95 Metern. Der Durchmesser des Hauptbogens beträgt knapp 38 Meter und ist 18,5 Meter hoch. Die Breite des Übergangs beträgt 3,7 Meter. Der Legende nach soll die Errichtung der Bogenbrücke Mathilde von Tuszien (um 1046 – 1115) beauftragt haben. Ein Vorgängerbau der Brücke stammt aus dem 11. Jhd., Erweiterungen aus dem 13. Jhd.

Händler, Wallfahrer oder Kreuzritter aus Nordeuropa kommend, nutzten auf dem Weg nach Süden einst die Brücke. Sie lag am frequentierten Wegesystem der Via Francigena. Im Lauf der Jahrhunderte musste die Ponte della Maddalena immer wieder renoviert werden. Im 17. Jhd. wurde der Transport von Mühlsteinen über die Brücke per Gesetz verboten, um Beschädigungen zu vermeiden.

Adresse: GPS-Koordinaten: 43.985768, 10.552177


WERBUNG



Pistoia: Toskanisches Ambiente ohne Massenandrang

Pistoia_san zeno_toskana Der Dom San Zeno an der Piazza del Duomo ist das Wahrzeichen von Pistoia. Im oberen Teil der Fassade wurden die Zwerchgalerien am Mittelschiff durch eine Rahmung von den Loggien der Seitenschiffe betrennt.

Der Dom San Zeno ist das Wahrzeichen von Pistoia und stammt aus dem 12. Jhd. An der Fassade wurden die Galerien des Mittelschiffs durch eine Rahmung von den Loggien der Seitenschiffe getrennt.

Pistoia liegt in der fruchtbaren Ebene des Flusses Ombrone. Die Siedlung wurde von den Römern gegründet und lag verkehrsgünstig an der Via Cassia. Im Mittelalter blieb Pistoia hinter den einflussreichen Städterepubliken Pisa, Florenz und Lucca zurück. Im 13. Jhd. verlor die Stadt ihre Unabhängigkeit und fiel an Florenz. Wie in Florenz und Prato wurden auch in Pistoia Textilien produziert. 

Alles was Reisende an einer toskanischen Stadt reizvoll finden kann Pistoia bieten: Mittelalterliche Kirchen und Paläste, idyllische Gässen, typische Geschäfte, unzählige Bars und Cafés. Trotzdem ist die Stadt nicht so überlaufen wie Florenz oder Pisa. Hier erwartet den Gast ungetrübter Genuss ohne Touristenströme. Fast die ganze Altstadt um den Dom und der Piazza della Sala ist Fußgängerzone.

Der Domplatz von Pistoia ist einer der schönsten in der Toskana. Mit Dom, Baptisterium und Palazzo Pretorio bildet er das Zentrum der Altstadt, die von einer Stadtmauer umschlossen wird. Wahrzeichen der Stadt ist der Dom San Zeno mit Campanile. Pistoia war 2017 Italiens Kulturhauptstadt.
Berühmte Persönlichkeit: Cino da Pistoia (um 1270 – 1337), Dichter und Freund von Dante Alighieri.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Pistoia

  1. Dom San Zeno: Dreischiffige Säulenbasilika aus dem 12. Jhd. mit Silber-Altar für den Hl. Jakob.
  2. Ospedale del Ceppo: Mittelalterliches Krankenhaus aus dem 13. Jhd., Vorhalle mit Keramikfries.
  3. Pieve di Sant’Andrea: Romanische Kirche mit Marmorkanzel von Giovanni Pisano (1248 – 1315).
  4. Stadt-Museum: Das Museo Civico im Palazzo Comunale zeigt Kunstwerke aus der Stadtgeschichte.
  5. Chiesa della Madonna dell’Umiltà: Basilika mit der drittgrößten Kuppel Italiens von Giorgio Vasari.

Extra-Tipp: Vinci – Das Heimatdorf von Leonardo da Vinci

Casa Natale di Leonardo_Anchiano_toskana - In diesem Bauernhaus wurde am 15. April 1452 Leonardo da Vinci geborten. Das Anwesen liegt in Anchiano bei Vinci in der bildschönen hügeligen Landschaft des Monte Albano.

Leonardo da Vinci, der bedeutenste Künstler der Renaissance, wurde am 15. April 1452 in diesem Bauernhaus geboren. Das Anwesen liegt in Anchiano bei Vinci in der Landschaft des Monte Albano.

In der bildschönen Hügellandschaft des Monte Albano liegt Vinci. Die Region ist bekannt für ihren guten Wein und bestes Olivenöl. Dieses schlichte Dorf war die Heimat des Universalgenies Leonardo da Vinci (1452 – 1519). Leonardo war nicht nur ein Ausnahmetalent als Maler. Er war erfindungsreicher Techniker, innovativer Architekt, begnadeter Bildhauer und unermüdlicher Naturforscher.

Der Ausflug nach Vinci, von Pistoia ist es dreißig Kilometer entfernt, ist nicht nur für Leonardo-Fans lohnend. Zu Beginn empfehlen wir den Besuch in seinem Geburtshaus, dort wurde Leonardo am 15. April 1452 geboren. Die Casa Natale liegt in Anchiano, drei Kilometer nördlich von Vinci. Das Bauernhaus ist von Olivengärten umgeben, die Landschaft blieb seit Leonardos Kindertagen fast unverändert.

Eindrucksvoll ist das Museo Leonardiano im Castello dei Guidi aus dem 12. Jhd. Dort werden erstaunliche Technik-Modelle gezeigt, die nach seinen Zeichnungen angefertigt wurden. Die Entwürfe zeigen seine schöpferische Phantasie, sowie Talent als Physiker und Bauingenieur. Ein weiteres Museum ist das privat geführte Museo Ideale Leonardo da Vinci, es zeigt einen Überblick über sein Gesamtwerk.

Adresse: Museo Leonardiano di Vinci, Castello dei Conti Guidi, Piazza dei Conti Guidi, 50059 Vinci.
GPS-Koordinaten, Casa Natale in Anchiano: 43.799433, 10.939319


WERBUNG



Prato: Textilstadt mit Kaiserburg und Renaissance-Meisterwerken

Castello dell'Imperatore_Prato_ol

Prato: Die Festung Castello dell’Imperatore mit Eck- und Flankentürmen wurde ab 1248 unter Kaiser Friedrich II. erbaut. Die Burg war Stützpunkt auf dem Weg in seine Heimat in Süditalien.

Wer in Prato durch den Industriegürtel in die Altstadt am Fluss Bisenzio durchdringt wird Staunen. Prato überrascht mit Kunst- und Kulturgeschichte die sich vor Florenz nicht verstecken muss. Herz von Prato ist die Piazza del Comune mit dem Palazzo Pretorio. Seit dem Mittelalter werden in der Stadt Textilien produziert. Wollweber und Kaufleute sorgen im 12. Jhd. für Reichtum und exportierten europaweit.

In der Textilindustrie arbeiten heute überwiegend Chinesen. Die Chinatown befindet sich um die Via Pistoiese. Außergewöhnlich ist die Liebesgeschichte zwischen dem Maler und Mönch Filippo Lippi (1406 – 1469) und der Nonne Lucrezia Buti (1425 – ?). Ab 1452 freskierte Lippi eine Kapelle im Dom von Prato. Lucrezia stand Modell und er verliebte sich in sie. Ein Skandal, aus dem zwei Kinder hervorgingen.

Auf Vermittlung von Cosimo de’Medici bei Papst Pius II. konnten die beiden 1461 heiraten. Die Figur der Salome im Gemälde „Das Gastmahl des Herodes“ von Filippo Lippi im Dom San Stefano zeigt Lucrezia Buti. Filippo Lippi wohnte mit Lucrezia und seinen Kindern nahe vom Domplatz in der Via Gaetano Magnolfi 9. Berühmte Persönlichkeit: Francesco Datini (um 1335 – 1410), Bankier und Tuchhändler.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Prato

  1. Dom San Stefano: Romanische Kathedrale aus dem 10. Jhd., mit Fresken von Filippo Lippi.
  2. Museo dell’Opera del Duomo: Diözesanmuseum im romanischen Kreuzgang des Doms.
  3. Castello dell’Imperatore: Kaiserburg, erbaut unter Kaiser Friedrich II. von Staufen (1194 – 1250).
  4. Museo di Pittura Murale: Museum für mittelalterliche Fresken im Kloster San Domenico.
  5. Centro per l’Arte contemporanea Luigi Pecci: Zentrum für moderne Kunst und Ausstellungen.

Extra-Tipp: Jagdschloss der Medicis – Die Villa La Ferdinanda

Ein perfektes Ausflugsziel von Prato: Die Villa Medici La Ferdinanda beim Dorf Artimino. In den sie umgebenden Hügeln wird ein hervorragender Rotwein und Olivenöl angebaut.

Ausflugsziel bei Prato: Die Villa La Ferdinanda beim Dorf Artimino diente einst dem Hofstaat der Medicis als Jagdschloss. In umliegenden Hügeln wird hervorragender Wein und Olivenöl angebaut.

Die Villa Medici La Ferdinanda bei Artimino liegt zwanzig Kilometer von Prato entfernt. Die Lage der Villa, inmitten des Anbaugebietes der Carmignano-Weine, macht sie zu einem idealen Ausflugsziel nahe Prato oder Florenz. Wen Archäologie fasziniert dem bietet Artimino und seine Umgebung Einblicke in die Welt der Etrusker. Im Archäologischen Museum werden Funde aus dieser Epoche gezeigt.

Im 14. Jahrhundert fiel Artimino an Florenz. Großherzog Cosimo I. de‘ Medici kaufte Mitte des 16. Jhds. das Gebiet um Artimino auf dem Gebirgszug des Monte Albano. Er schuf ein riesiges Jagdrevier für seinen Hofstaat, die Barco Reale di Caccia. Das Areal reichte von Artimino bis Vinci. Um das Jagdrevier aufzuwerten ließ sein Sohn Ferdinando I. de Medici später bei Artimino die Villa Medici errichten.

Ab 1594 begannen die Bauarbeiten unter dem Architekten Bernardo Buontalenti. Die Villa wurde als Jagdschloss konzipiert, sollte aber den Hofstaat aufnehmen können. In der Nähe von Artimino ist die wunderschöne Pieve di San Leonardo aus dem 11. Jhd. sehenswert. Sie stellt eine der am besten erhaltenen Beispiele frühromanischer Architektur in der Toskana dar.

Adresse: Villa Medicea di Artimino La Ferdinanda, Viale Papa Giovanni XXIII, 1, 59015 Artimino.
GPS-Koordinaten, Casa Natale in Anchiano: 43.782181, 11.044583

Mehr dazu: Florenz: Die Villa Medici von Artimino im Weinanbaugebiet Carmignano Classico


WERBUNG



San Miniato: Stützpunkt deutscher Kaiser und Trüffel-Hochburg

Glockenturm des Doms ("Torre di Matilde") und Kuppel der Kirche Santissimo Crocifisso, San Miniato San Miniato: Der Torre di Matilde vom Dom San Genesio. Einst diente er als Wachturm und wurde später in den Domkomplex als Glockenturm integriert. Daneben die Kuppel von Santissimo Crocifisso. Foto: Wikipedia

San Miniato: Der Dom San Genesio mit dem Torre di Matilde, einem Wachturm aus dem 12. Jhd. Später wurde er zum Glockenturm umgebaut. Daneben die Kuppel von Santissimo Crocifisso. Foto: Wikipedia

Verträumt liegt San Miniato entlang eines dreiteiligen Hügelzugs, von Florenz ist es rund 45 Kilometer entfernt. Einmal im Jahr erwacht San Miniato zur Pilgerstätte der Genießer. Feinschmecker und Feinkosthändler aus aller Welt kommen hierher, denn im Spätherbst ist Trüffel-Saison. Im November findet der Trüffelmarkt „Mostra Mercato Nazionale del Tartufo Bianco di San Miniato“ statt.

Die Langobarden nutzten im 8. Jhd. die zentrale Lage von San Miniato als Treffpunkt für Synoden, Gerichts- oder Hoftage. Durch seine Lage am Kreuzungspunkt wichtiger der Verkehrswege avancierte San Miniato im Mittelalter zum Stützpunkt der Deutschen Kaiser. Unter Kaiser Otto I. der Große wurde es im 10. Jhd. zum Amtssitz seiner Reichsvikare. Im 12. Jhd. entwickelte es sich zur Kaiserpfalz.

Der Torre di Frederico ist letzter Rest der Kaiserburg. Im Dom San Genesio ist das Altarkruzifix von Baccio da Montelupo, einem Schüler von Michelangelo sehenswert. Der Torre di Matilde aus dem 12. Jhd. war einst Wachturm und wurde später in den Dom integriert. Bis Mitte des 20. Jhds. führte San Miniato den Beinamen „al tedesco“. Berühmte Persönlichkeit: Francesco I. Sforza (1401 – 1466), Herzog von Mailand.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in San Miniato

  1. Trüffelmarkt „Mostra Mercato Nazionale del Tartufo Bianco di San Miniato“, jährlich im November.
  2. Torre di Federico: Turm der Kaiserburg Rocca Federiciana von Friedrich II. von Staufen (1194 – 1250).
  3. Prato del Duomo: Dom San Genesio, 13. Jhd. mit dem ehemaligen Wachturm Torre di Matilda.
  4. Palazzo Vicari Imperiali: Palast der Reichsvikare, 12. Jhd., Geburtsort von Mathilde von Canossa.
  5. Palazzo Grifoni: Renaissance-Palast, erbaut vom Medici-Architekten Giuliano di Baccio d’Agnolo.

Extra-Tipp: Besuch im Vespa-Museum von Piaggio in Pontedera

pontedera, piaggio museo Im Piaggio-Museum in Pontedera wird selbstverständlich das erste Vespa-Modell gezeigt, die Vespa 98 aus dem Jahr 1946. Das Museum wurde 2018 erweitert und hat seitdem mehr Ausstellungsflächen mit über 250 Exponaten.

Im Piaggio-Museum in Pontedera wird selbstverständlich die Ur-Vespa gezeigt: Die Vespa 98 aus dem Jahr 1946. Das Museum wurde 2018 erweitert und zeigt neben Vespa auch Ape und Gilera-Modelle.

Pontedera liegt etwa zwanzig Kilometer westlich von San Miniato. Das Städtchen Pontedera ist der Geburtsort eines typisch italienischen und weltberühmten Fahrzeugs: Der Vespa. Im Jahr 1946 erblickte der erste Roller von Piaggio „das Licht der Welt“. Im grandiosen Kult-Museum in Pontedera wird nicht nur die Firmengeschichte gezeigt, sondern auch die schönsten und verrücktesten Vespa-Modelle.

Das Museo Piaggio Giovanni Alberto Agnelli in Pontedere eröffnete im Jahr 2000 und befindet sich auf dem Fabrikgelände des Unternehmens. In ehemaligen Produktionshallen werden Vespa, Piaggio, Moto Guzzi, Aprilia, Gilera, Derbi und Ape-Modelle ausgestellt. 2018 wurde das Museum erweitert und hat nun eine Ausstellungsfläche von rund 5.000 qm mit über 250 Exponaten. Der Eintritt ins Museum ist frei.

Die Firma Piaggio gibt es seit 1884, der Fahrzeughersteller ist deutlich älter als die berühmte Vespa. Im Unternehmen wurden bis 1945 Schiffe, Eisenbahnen und Flugzeuge gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Fabrik zerstört. Der Ingenieur Corradino d’Ascanio entwickelte den Prototypen MP6, im Jahr 1946 kam die Vespa 98 auf den Markt. Seither hat Piaggio über 18 Millionen Scooter verkauft.

Adresse: Museo Piaggio, Viale Rinaldo Piaggio 7, 56025 Pontedera
GPS-Koordinaten: 43.660973, 10.632666


Die Toskana-Kalender der Reise-Zikaden

toskana_kalender_titel_quer_grau

Die Etrusker – Hochkultur im antiken Italien
Unser Bildkalender mit 13 Fotografien aus den etruskischen Städten Volterra, Populonia, Vetulonia und Roselle aus der Toskana.
Etrurien: Land der Etrusker – Toskana und Latium für Entdecker Unser Bildkalender mit 13 Fotografien aus der südlichen Toskana und dem nördlichen Latium, zwischen Siena und Rom.

Wer seine Amazon-Bestellung über die Anzeige unten abwickelt, unterstützt uns ohne jeglichen Mehraufwand, um unsere laufenden Kosten für den Blog etwas abzudecken. Vielen Dank dafür.
WERBUNG

Zuletzt aktualisiert am 6. Dezember 2019 um 4:01 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Florenz: Unübertroffenes Gesamtkunstwerk der Toskana

firenze_duomo_ponte vecchio_palazzo signoria Florenz: Das Panorama vom Aussichtsplatz Piazzale Michelangelo auf die Altstadt ist einzigartig und gleicht einer Postkarte. Der Blick schweift vom Arnolfo-Turm des Palazzo Vecchio (links) zum Dom Santa Maria del Fiore.

Florenz: Das Panorama vom Aussichtsplatz Piazzale Michelangelo auf die Altstadt ist einzigartig. Der Blick schweift vom Arnolfo-Turm des Palazzo Vecchio (links) zum Dom Santa Maria del Fiore.

Florenz ist ein Traum für jeden kunst- und kulturinteressierten Reisenden. Nirgendwo ist soviel Kunst auf engen Raum versammelt wie hier. Die Museen und die Altstadt sind magische Anziehungspunkte. Florenz ist das Herz der Toskana und Wiege der Renaissance. In Florenz waren Künstler wie Michelangelo Buonarroti, Dante Alighieri, Leonardo da Vinci und Filippo Brunelleschi zu Hause.

Der Dom Santa Maria del Fiore, der Ponte Vecchio über den Arno, die vielen Paläste der Renaissance – all das sind nur Bruchteile der Sehenswürdigkeiten von Florenz. Die Dichte an Kulturschätzen ist so hoch, dass die UNESCO 1982 die gesamte Altstadt von Florenz zum Weltkulturerbe erklärte. Über vier Millionen Besucher pro Jahr strömen durch die Stadt um die Schönheiten zu bestaunen.

Auch wer schon einmal in Florenz war, ist von der Menge an Attraktionen überwältigt. Bei der Fülle an Möglichkeiten fällt es schwer eine Entscheidung zu treffen. Oder die Zeit ist zu kurz, um das Wichtigste in Ruhe bestaunen zu können. Alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen würde Jahre dauern. Beste Abhilfe ist die Wiederkehr. Berühmte Persönlichkeit: Dante Alighieri (1265 – 1321), Dichter und Philosoph.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Florenz

  1. Dom Santa Maria del Fiore: Viertgrößte Kirche Europas, Meisterwerk von Brunelleschi ist die Kuppel.
  2. Baptisterium San Giovanni: Achteckige Taufkirche aus dem 11. Jhd., Mosaikzyklus im Inneren.
  3. Piazza Signoria: Einer der berühmtesten Plätze Italiens mit Palazzo Vecchio, und Loggia di Lanzi.
  4. Uffizien: Galleria degli Uffizi, Malerei und Bildhauerei von der Antike bis zum Spätbarock.
  5. Ponte Vecchio: Älteste Brücke von Florenz mit mittelalterlichen Läden der Juweliere.

Mehr dazu: Florenz: 14 Sehenswürdigkeiten abseits der Touristenpfade

Extra-Tipp: Prachtvolle Villen der Medici-Dynastie bei Florenz

Firenze_Castello_Villa_la_petraia_Sailko Die Villa Medicea La Petraia ist die berühmteste Medici-Villa bei Florenz. Ursprünglich ein Kastell aus dem 14. Jhd., blieb der mächtige Turm erhalten und wurde als Belvedere umgestaltet. Foto: Wikipedia, Sailko

Die Villa Medicea La Petraia ist die berühmteste Medici-Villa bei Florenz. Ursprünglich ein Kastell aus dem 14. Jhd. blieb der Turm erhalten und zum Belvedere umgestaltet. Foto: Wikipedia, Sailko

In Castello nordwestlich von Florenz liegen drei prächtige Medici-Villen. Zwei davon sind UNESCO-Weltkulturerbe: Villa Medicea la Petraia und Villa Medicea di Castello. Im 15. bis 17. Jhd. erwarben die Medicis in der Toskana Landhäuser. Römische Kaiserpaläste dienten als Inspiration. Die Medici-Dynastie erlangte ihren Reichtum als mächtige Bankiers und geschickte Händler. Die Renaissance-Architektur der Medici-Villen waren Vorbilder für die Lustschlösser der Barocks.

Villa Medicea La Petraia – Panoramablick auf Florenz

Die Villa Medicea La Petraia ist die berühmteste und schönste der Medici-Villen mit Parkanlage und herrlichem Panoramablick auf Florenz. Die Villa entstand aus einem Kastell aus dem 14. Jhd. das mehrfach den Besitzer wechselte. Die Medici kauften das Anwesen 1532. Großherzog Cosimo I. (1519 – 1574) übertrug es 1548 an seinem Sohn Ferdinando I., der La Petraia zu einer Villa umbauen ließ.

Adresse: Villa Medici Petraia, Via della Petraia 40, 50141 Castello, Firenze.
GPS-Kooridinaten: 43.819332, 11.237089

Villa Corsini in Castello – Landhaus mit antiker Skulpturensammlung

Die Villa Corsini in Castello stammt aus dem 15. Jhd. und diente den Strozzi als Herrenhaus. Später kam sie in die Hände der Medicis. 1687 wurde das Anwesen von den Corsini gekauft, später barockisiert. Die Villa Corsini ist ein charakteristisches Beispiel des Florentiner Spätbarocks. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten eine Sammlung antiker Skulpturen aus dem Besitz der Medicis.

Adresse: Villa Corsini in Castello. Via della Petraia 27, 50141 Firenze
GPS-Kooridinaten: 43.816270, 11.232567

Villa Medicea di Castello – Ein paradiesischer Renaissance-Park

Die Villa Medicea di Castello ist heute im Besitz der Sprachschule Accademia Della Crusca. Der terrassierte Garten kann besichtigt werden. Das Landgut kauften 1472 Lorenzo und Giovanni di Pierfrancesco de’Medici. Sandro Botticelli malte für die Villa die „Geburt der Venus“ und „Der Frühling“. Cosimo I. beauftragte 1538 Umbauten und die Gartengestaltung mit Wasserspielen und Statuen.

Adresse: Giardino della Villa Medicea di Castello, Via di Castello 44, 50141 Firenze
GPS-Kooridinaten: 43.816270, 11.232567


WERBUNG



Fiesole: Etruskerstadt in grandioser Lage über Florenz

tuscany_fiesole_theatre_archaeological_site Fiesole: Größte Sehenswürdigkeit sind die Ausgrabungen aus etruskischer und römischer Zeit. Die ein römisches Theater, Thermen, etruskische Tempelfundamente und Stadtmauern ans Licht brachten. Die Funde der Grabungen sind im Museo Civico ausgestellt. Foto: Wikipedia, Marie-Lan Nguyen

Fiesole: Größte Sehenswürdigkeit sind die Ausgrabungen aus etruskischer und römischer Zeit. Die ein Theater, Thermen, Tempel und Stadtmauern ans Licht brachten. Foto: Wikipedia, Marie-Lan Nguyen

Schon die Anfahrt von Florenz nach Fiesole ist eindrucksvoll. Eine von Zypressen gesäumte Straße führt in Serpentinen und malerischen Ausblicken auf Florenz hinauf in das toskanische Bergstädtchen. Fiesole ist sicherlich wegen diesem fantastischem Panorama schon einen Ausflug wert. Bedeutender jedoch sind die Kunstschätze von Fiesole und die lange Siedlungsgeschichte.

Vipsul wurde von den Etruskern im 8. oder 7. Jhd. v. Chr. gegründet und lag auf einem befestigtem Bergsattel. Die antiken Stadtmauern aus dieser Zeit waren imposante drei Kilometer lang. Gemeinsam mit Rom kämpfte Fiesole im 3. Jhd. v. Chr. gegen die in die gesamte Region einfallenden Gallier. Im Bundesgenossenkrieg stellte sich die Stadt gegen die Römer und wurde 90 v. Chr. zerstört.

Der römische Senat ernannte die etruskische Bergstadt zur Kolonie Faesulae. Im Mittelalter profitierte Fiesole nicht mehr von seiner sicheren Berglage, im 12. Jhd. wurde es von Florenz erobert. Bis auf den Dom mit Bischofspalast wurde alles zerstört. Seit dem 15. Jhd. entwickelte sich Fiesole zum beliebten Villenvorort reicher Florentiner. Berühmte Persönlichkeit: Giovanni Boccaccio (1313–1375), Schriftsteller.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Fiesole

  1. Archäologischer Park mit Museum: Etruskisch-römisches Theater, Tempel, Therme, Stadtmauern.
  2. Dom San Romolo: Romanische Basilika, 11. Jhd. mit antiken Kapitellen. Glockenturm 13. Jhd.
  3. Piazza Mino: Der Domplatz mit Palazzo Pretorio liegt an der Stelle des römischen Forums.
  4. San Domenico: Kloster, 15. Jhd. Gemälde „Thronende Madonna“ von Fra Angelico in der Kirche.
  5. San Francesco: Kloster, 14. Jhd., höchster Punkt Fiesoles, Standort der etruskischen Akropolis.

Extra-Tipp: Leonardo da Vincis Experimente auf dem Monte Ceceri

Montececeri Den Monte Ceceri bei Fiesole nutzte schon Leonardo da Vinci für seine Versuche mit Fluggeräten. Heute ist der Berg ideal für eine Wanderung durch Zypressenwälder und zu mittelalterlichen Steinbrüchen.

Vom Monte Ceceri bei Fiesole bietet sich entlang beschildeter Wanderwege ein einzigartiger Blick auf Florenz. Den Berg nutzte schon Leonardo da Vinci vor über 500 Jahren für Versuche mit Fluggeräten.

Das dicht bewaldete Naturschutzgebiet Monte Ceceri liegt oberhalb von Fiesole. An klaren Tagen reicht der Blick weit über den Talkessel von Florenz hinaus. Auf dem Berg befinden sich mehrere mittelalterliche Steinbrüche. Dort wurde Pietra Serena, ein grauer Sandstein abgebaut. Das Material wurde in damals überwiegend in Florenz verwendet. Die Steinbrüche sind stillgelegt und können besichtigt werden.

Der Monte Ceceri wurde durch die Arbeiten in den Steinbrüchen entwaldet, ein Vorteil den ein Universalgenie nutzte: Leonardo da Vinci (1452–1519). Der Meister ließ 1505 auf dem Berg erste Versuche mit von ihm entworfenen Fluggeräten durchführen. Leonardo vermerkte in seinem Manuskript, dass die Versuche scheiterten. Sein Assistent soll sich dabei die Rippen gebrochen haben.

Erst in den 1940er-Jahren wurde der Hügel mit Zypressen wieder aufgeforstet. Seit Mitte der 1960er-Jahre sind die Koniferen durch einen Pilz stark gefährdet. Vielversprechend ist die Züchtung von resistenten Zypressen. Startpunkt für die Wanderung ist der Parkplatz an der Fattoria di Maiano (Via Benedetto da Maiano 11, 43.794201, 11.304073). Von dort sind die Wanderwege auf den Monte Ceceri beschildert.

Adresse: Monte Ceceri, Piazzale Leonardo, 50014 Fiesole.
GPS-Koordinaten: 43.801002, 11.304179


WERBUNG



Das Chianti: Landschaftliches Idealbild der Toskana

reise-zikaden.de, italy, chianti, tuscany, panzano, wineyard Inbegriff der toskanischen Landschaft ist das Chianti zwischen Florenz und Siena. Besonders schön ist die Region im farbenprächtigen Herbst, wie auf unserem Foto von Panzano in Chianti.

Inbegriff der toskanischen Landschaft ist das Chianti zwischen Florenz und Siena. Besonders schön ist die Region im farbenprächtigen Herbst, wie beispielsweise um das Winzerdorf Panzano in Chianti.

Die Hügellandschaft des Chianti ist noch immer Bauernland. Einst betrieben dort Adelsherren ihre großen Landgüter, die Fattorien. Um ihre Ländereien abzusichern erbauten Feudalherren sich Kastelle. Wer als Reisender von der Kunst in Florenz ermüdet ist, sollte ins Chianti fahren um sich der Landschaft hinzugeben. Empfehlenswert ist der Besuch in einem der Weingüter oder Restaurants in der Region.

Das Chiantigebiet ist der Inbegriff der Toskana: Sanft gewellte Hügel auf denen kleine Dörfer thronen, gepflegte Wein- und Olivengärten, ehrwürdige Burgen und Klöster, schattige Wälder. Seit der Antike wird im Chianti Weinbau betrieben. Lange vor den Römer legten die Etrusker hier ihre Weingärten an. Wein mit der Bezeichnung Chianti wird seit über sechshundert Jahren in der Region angebaut.

Ein Verschnitt verschiedener Rebsorten ist der Chianti-Wein: 80 % Sangiovese, 20 % Cabernet Sauvignon, Merlot, Canaiolo oder Colorino. Chianti Classico darf frühestens am 1. Oktober, ein Jahr nach der Ernte verkauft werden. Chianti Riserva frühestens 24 Monate nach der Ernte, drei Monate davon in der Flasche. Berühmte Persönlichkeit: Giovanni da Verrazzano (1485 -1528), Seefahrer und Entdecker.

5 Top-Sehenswürdigkeiten im Chianti

  1. Castellina in Chianti: Weinanbau-Zentrum, etruskischer Tumulus mit über 50 Meter Durchmesser.
  2. Certosa di Pontignano: Eindrucksvolles Kartäuserkloster bei Siena mit drei Kreuzgängen, 14. Jhd.
  3. Castello di Brolio: Kastell aus dem 11. Jhd. mit berühmten Weingut, bei Gaiole in Chianti.
  4. Castello di Meleto: Mittelalterlicher Gutshof mit Rundtürmen, 11. Jhd., bei Gaiole in Chianti.
  5. Badia a Coltibuono: Ehemalige Benediktinerabtei, 11. Jhd., bei Gaiole in Chianti.

Extra-Tipp: Idyllisches Chianti – Das Kloster von Badia a Passignano

Chianti_Badia a Passignanojpg Chianti: Im Weiler Badia a Passignano, in typisch toskanischer Landschaft, befindet sich die Abbazia di San Michele Arcangelo. Ihre Ursprünge gehen auf das 9. Jhd. zurück, ein Kloster entstand im 11. Jhd. Foto: Wikipedia, Vignaccia76

Chianti: Badia a Passignano liegt in typisch toskanischer Landschaft. Im Weiler befindet sich die Abtei San Michele Arcangelo, deren Ursprünge auf das 9. Jhd. datieren. Foto: Wikipedia, Vignaccia76

Auf einem von Zypressen und Weingärten umgebenen Hügel im Chianti-Gebiet liegt das Kloster San Michele Arcangelo. Von Tavarnelle Val di Pesa im Westen ist der Weiler Badia a Passignano zehn Kilometer entfernt. Die ältesten Urkunden für eine Einsiedelei stammen aus dem 9. Jhd. Gegründet wurde die San Michele Arcangelo im Jahr 1040 vom Mönch Giovanni Gualberto (um 995 – 1073).

Gleichzeitig war Gualberto Gründer der Vallombrosaner, einem Zweig des Benediktinerordens. Die Mönche folgten einem asketischen Lebenswandel, auf der Grundlage der Benediktinerregeln „Ora et labora“ (Bete und arbeite). Giovanni Gualberto starb in der Abtei, seine Grabplatte befindet sich in der linken Chorkapelle. 1193 wurde er heiliggesprochen. Die romanische Kirche stammt aus dem 12. Jhd.

Im 16. Jhd. wurde die Kirche umgebaut und freskiert. Im Refektorium besticht das Abendmahl-Fresko von 1476 von Domenico und Davide Ghirlandaio. Der Kreuzgang datiert auf das 15. Jhd. 1810 wurde die Abtei aufgelöst, Mönche zogen erst 1986 wieder ein. Ende des 19. Jhds. kam es in Privatbesitz und wurde mit Türmen ausgestattet. Heute ist es ein Weingut der legendären Antinori-Dynastie.

Adresse: San Michele Arcangelo a Passignano, Via Passignano 28, 50028 Badia a Passignano.
GPS-Koordinaten: 43.577482, 11.247175


WERBUNG



Siena: Einzigartige Kunststadt der Gotik und des Palio

siena-piazza_del_campo_duomo Siena: Einer der eindrucksvollsten Plätze des italienischen Mittelalters ist die Piazza del Campo. In dieser spektakulären Kulisse findet zweimal jährlich der weltberühmte Palio statt.

Siena: Einer der eindrucksvollsten Plätze des italienischen Mittelalters ist die Piazza del Campo. Inmitten dieser spektakulären Kulisse findet zweimal jährlich das weltberühmte Pferderennen, der Palio, statt.

Siena ist nach Florenz die bedeutendste Kunststadt der Toskana. Kaum eine andere in der Region hat ein besser erhaltenes mittelalterliches Stadtbild. 1995 wurde die historische Altstadt von Siena im Stil der Gotik zum UNESCO-Welterbe erklärt. Siena verspricht Genüsse für alle Sinne. Über drei Hügelrücken erstreckt sich die Stadt und unterteilt sich in drei Bereiche, die historischen Terzi.

Der Rundgangs durch Siena sollte an der Piazza del Campo starten. Sie ist einer der eindrucksvollsten Plätze des italienischen Mittelalters. Der muschelförmige Hauptplatz von Siena ist von ehrwürdigen Palästen umgeben. Jedes Jahr zwei mal ist die Piazza Schauplatz des weltberühmten Palio. Bei diesem Pferderennen treten die Contraden, die historischen Stadtviertel Sienas, gegeneinander an.

An der Piazza del Campo befindet sich der Palazzo Pubblico aus dem 13. Jhd. mit dem Torre del Mangia. Der über hundert Meter hohe Turm kann bestiegen werden und bietet ein fantastisches Panorama. Die Innenräume des Palazzo Pubblico sind z. B. mit Fresken von Ambrogio Lorenzetti ausgemalt. Berühmte Persönlichkeit: Katharina von Siena (1347 – 1380), Kirchenlehrerin und Heilige.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Siena

  1. Palazzo Pubblico: Stadtpalast aus dem 13. Jhd. an der berühmten Piazza del Campo.
  2. Dom Santa Maria: Spätromanische Basilika, Anfang 13. Jhd., Vorbild war der Dom von Pisa.
  3. Museo dell‘ Opera Metropolitana: Dommuseum im unvollendeten Duomo Nuovo aus dem 14. Jhd.
  4. Santa Maria dei Servi: Ordenskirche der Serviten, 13. Jhd. im Terzo von San Martino.
  5. Pinacotheka Nazionale: Gemäldesammlung mit Werken aus Siena vom 13. Jhd. bis zum Barock.

Extra-Tipp: San Galgano – Ein Monument der Vergänglichkeit

reise-zikaden.de, italy, tuscany, chiusdino, san galgano In der Abtei San Galgano bei Chiusdino befindet eine der ältesten gotischen Kirchen Italiens. Ende des 18. Jhds. stürzte das Dach ein und so steht sie heute verträumt auf einer grünen Wiese.

Die Abteikirche von San Galgano ist eine der ältesten gotischen Sakralbauten Italiens. Der Ausflug inmitten von Wäldern und Weingärten zählt zu den herausragenden Eindrücken einer Toskanareise.

Die gewaltige Klosterruine Abbazia San Galgano ist eine ehemalige Abtei des Zisterziensterordens und liegt südwestlich von Siena bei Chiusdino. Der Ausflug zählt zu den herausragenden Eindrücken einer Toskanareise. Die dreischiffige gotische Kirche mit Querschiff stammt aus dem 13. Jhd. Die ersten Stilelemente der Gotik kamen mit San Galgano in die Toskana. Die Abtei besaß großen Landbesitz.

Die hochgebildeten Mönche leiteten den Dombau in Siena und waren als Verwalter oder Notare tätig. Der Niedergang setzte im 15. Jhd. ein. Kirchendach und Glockenturm stürzten Ende des 18. Jhds. ein. Vom Konvent sind heute außerdem der Kapitelsaal, das Skriptorium und Teile des Kreuzgangs erhalten. Einen Spaziergang entfernt liegt die romanische Rotunde des Oratorio di San Galgano sul Montesiepi.

Der junge Adelige Galgano Guidotti (1148 – 1181) aus Chiusdino hatte eine Vision, dabei führte ihn der  Erzengel Michael auf den Montesiepi. Galgano lebte danach dort als Einsiedler. Über seinem Grab auf dem Montesiepi entstand 1184 die Kirche. Zisterzienser siedelten sich ab 1220 auf der Hügelkuppe an. Kurz danach begannen die Mönche den Bau Abbazia San Galgano in der Talebene.

Adresse: Abbazia di San Galgano, Strada Comunale di S. Galgano, 53012 Chiusdino
GPS-Koordinaten: 43.149686, 11.155973


WERBUNG



San Gimignano: Weltberühmtes „Manhattan der Toskana“

san gimignano San Gimignano ist durch seine vielen mittelalterliches Stadtbild und die vielen Wohntürme weltberühmt. Damals waren die Türme Symbole von Geld und Macht. Je höher der Turm, desto höher das Ansehen seiner Besitzer.

San Gimignano ist durch sein mittelalterliches Stadtbild und Wohntürme weltberühmt. Damals waren die Türme Symbole von Geld und Macht. Je höher der Turm, desto größer das Ansehen seiner Besitzer.

San Gimignano ist eine kleine Bergstadt die für ihr authentisches mittelalterliches Stadtbild und ihre rund ein Dutzend hohen Wohntürme „Manhattan des Mittelalters“ genannt wird. 1990 wurde die Altstadt von San Gimignano mit ihren Geschlechtertürmen zum UNESCO-Welterbe. Andere toskanische Städte trugen ihre oft baufälligen Türme ab, in San Gimignano blieben sie erhalten.

Keimzelle der Siedlung war ein Marktplatz an der der Via Francigena zwischen Festung und Kirche. Älteste Nachweise des Ortes stammen von Anfang des 10. Jhds. An das Kastell erinnert die Via di Castello und S. Lorenzo, dort lag die Zugbrücke. Anfang des 11. Jhds. entstand die Stadtmauer. Drei Tore sind aus dieser Zeit sind erhalten: Arco della Cancelleria, Porta Santo Stefano und Arco dei Becci.

Freie Kommune war San Gimignano bis ins 14. Jhd., dann fiel es an Florenz. Der Ort wurde mit Handel und dem Anbau von Safran reich. Der Farbton war zum Färben von Seide gefragt. Im Spätmittelalter verlor die Frankenstraße ihre Bedeutung, der Ort verarmte. Renaissance und Barock hinterließen keine Spuren. Berühmte Persönlichkeit: Fina da San Gimignano (1238 – 1253), Ortspatronin und Heilige.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in San Gimignano

  1. Collegiata Santa Maria Assunta: Dreischiffige romanische Säulenbasilika, 12. Jhd. mit Fresken.
  2. Palazzo del Popolo: Rathaus, 13. Jhd. mit Stadtmuseum Museo Civici mit Fresken und Gemälden.
  3. Torre Grossa: Höchster Turm von San Gimignano, 54 Meter hoch, Teil des Palazzo del Popolo.
  4. Sant’Agostino: Gotische Bettelordenskirche, 13. Jhd. Fresken aus dem Leben des Hl. Augustinus.
  5. Fonti Medievali: Brunnenhäuser nahe Porta delle Fonti, 12. Jhd., zum Waschen von Schafwolle

Extra-Tipp: Wanderung zum Ruinendorf Castelvecchio

San_frediano_castelvecchio_Castelvecchio: Die ältesten Nachweise für die Kirche Santi Frediano e Giovanni stammen aus der Mitte des 12. Jhds. Sie ist das einzige Gebäude im Ruinendorf, dessen Mauern noch erhalten sind. Foto: Wikipedia, Vignaccia76

Castelvecchio: Die Kirche Santi Frediano e Giovanni stammt aus der Mitte des 12. Jhds. und ist das einzige Gebäude im Ruinendorf, dass noch gut erhalten ist. Foto: Wikipedia, Vignaccia76

In der Nähe von San Gimignano bietet sich eine Wanderung zu den Ruinen des mittelalterlichen Burgdorfs Castelvecchio an. Start ist der Weiler San Donato, etwa 6 km südwestlich von San Gimignano. Das Gebiet um Castelvecchio war seit etruskischer Zeit besiedelt. Früheste Nachweise stammen aus der Zeit der Langobarden im 6. Jhd. Verlassen wurde das Dorf nach einem Erdbeben im 15. Jhd.

Im 12. Jhd. entstand eine Festung von der noch ein wuchtiger Bergfried erhalten ist. Sehenswert ist die gut erhaltene romanische Kirche San Frediano e Giovanni mit Freskenresten in der Apsis. Von San Donato führt die Wanderung ein kurzes Stück an der Hauptstraße entlang Richtung Süden. An einem Abzweig folgen wir einer schmalen Straße Richtung Caggio bis zur Tenuta di Castelvecchio.

Am Abzweig befinden sich Infotafeln und Schilder „Riserva Naturale di Castelvecchio“. Inzwischen ist der Burgturm im dichten Eichenwald sichtbar. Am Landgut Tenuta di Castelvecchio biegt der beschilderte Weg nach links ab. Zunächst geht der steinige Pfad bergab, quert ein Bachbett und steigt auf der gegenüberliegenden Talseite steil an. Kurz danach ist das Ruinendorf mit Burgturm erreicht.

Adresse: Parkplatz an der Fattoria San Donato, Localita San Donato 6, 53037 San Gimignano.
GPS-Koordinaten Fattoria San Donato: 43.440509, 11.017878
GPS-Koordinaten Castelvecchio: 43.433437, 11.003781


WERBUNG



Volterra: Etruskische Sehenswürdigkeiten der Superlative

reise-zikaden.de, italy, italien, tuscany, toskana, volterra, etruscan akropolis Volterra: Auf dem höchsten Punkt der Stadt lag die etruskische Akropolis, das religöse Zentrum von Velathri. Freigelegt sind die Fundamente von zwei Tempeln, die auf das 3. und 2. Jhd. v. Chr. datieren.

Volterra: Auf dem höchsten Punkt der Stadt lag die etruskische Akropolis, das religöse Zentrum von Velathri. Freigelegt sind die Fundamente von zwei Tempeln, die auf das 3. und 2. Jhd. v. Chr. datieren.

Wie ein mächtiger Herrschersitz thront Volterra auf dem Kamm eines steilen zerfurchten Höhenzugs. Ihre majestätische Lage beeindruckt jeden, der sich von der tyrrhenischen Küste bei Pisa, oder vom Val di Cecina kommend, der Stadt nähert. Der Standort von Volterra ist typisch etruskisch: Ein weiter, unveränderter Rundblick. An klaren Tagen reicht er bis zum Meer oder zu den Apuanischen Alpen.

Die Etrusker nannten ihre Metropole Velathri, erst unter den Römern wurde sie Volaterrae genannt. Davon leitet sich die heutige Bezeichnung ab. Volterra bietet viele Relikte aus etruskischer Zeit, die wir euch ans Herz legen möchten. Wer in Ruhe alle Sehenswürdigkeiten erleben möchte, sollte sich drei Tage Zeit nehmen – denn auch die wunderschöne mittelalterliche Altstadt wartet auf ihre Erkundung.

Aus einer Epoche, rund 2.400 Jahre vor unserer Zeit, haben sich viele Kulturdenkmäler erhalten: Die Ruinen einer Akropolis, teilweise erhaltene Stadttore und Stadtmauern, Wachtürme, Nekropolen mit Kammergräbern, sowie ein römisch-etruskisches Theater und ein neu entdecktes Amphitheater. Berühmte Persönlichkeit: Linus da Volterra (? – 76/79), erster Papst der Kirchengeschichte.

Mehr dazu:

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Volterra

  1. Museo etrusco Guarnacci: Ältestes etruskisches Museum Italiens mit etwa 600 Graburnen.
  2. Porta all’Arco: Ältestes etruskisches Stadttor Italiens, 4. Jhd. v. Chr, Wahrzeichen von Volterra.
  3. Römisches Theater: Großes Theater für rund 3.000 Zuschauer, erbaut unter Kaiser Augustus, 1. Jhd.
  4. Palazzo dei Priori: Ältester Kommunalpalast der Toskana, erbaut zwischen 1208 – 1257.
  5. Portone Nekropole: Etruskischer Friedhof, 5. bis 1. Jhd. v. Chr., zwei Felsengräber sind zugänglich.

Extra-Tipp: Colline Metallifere – Wilde Natur und fauchende Geysire

reise-zikaden.de, italy, tuscany, castelnuovo di val di cecina, valle di pavone, panorama Postkartenmotiv! Der alte Weg führt aus dem Valle di Pavone nach Castelnuovo di Val di Cecina. Ein Walnußbaum spendet seit langer Zeit angenehmen Schatten für Menschen und Tiere. Über die Porta Romana, im Süden von Castelnuovo, betritt der Wanderer anschließend das Bergdorf.

Colline Metallifere: Ein alter Verbindungsweg führt entlang von Blumenwiesen aus dem Valle di Pavone nach Castelnuovo di Val di Cecina. Der alte Walnussbaum spendet Schatten für Menschen und Tiere.

In den Colline Metallifere finden Naturliebhaber ein ursprüngliches und wildes Mittelgebirge mit dichten Eichen- und Kastanienwäldern. Das Gebiet liegt im Dreieck zwischen Volterra, Siena und Massa Marittima. Zentrum der Region ist Massa Marittima. Wenige Dörfer liegen auf den Hügeln inmitten der Wälder. Dort leben in unglaublicher Vielfalt Wildtiere, Sing- und Greifvögel und Insekten.

Die naturbelassenen Strände der Etruskischen Riviera liegen östlich der Colline Metallifere, die gut erreichbar sind. Highlight ist der Golf von Baratti bei Populonia, einer ehemals etruskischen Stadt. Zusätzlich gibt es mehrere einzigartige Nekropolen aus dieser Zeit zu entdecken. Von der etruskischen Akropolis von Populonia lockt von den Stadtmauern ein Panoramablick auf die Insel Elba.

Eindrucksvolles Spektakel ist der aktive Vulkanismus in den Colline Metallifere. Inmitten der Wälder liegen geothermische Felder mit dampfenden Fumarolen, Mofetten und kleinen Geysiren. Zwei Naturlehrpfade führen durch die apokalyptische Landschaft. Eine Wanderung durch die Vulkan-Felder bei den Bergdörfern Sasso Pisano und Monterotondo Marittimo ist spektakulär.

Mehr dazu:


WERBUNG



Arezzo: Mittelalterliches Juwel abseits der Touristenströme

Arezzo - Piazza Grande_Enrico Pighetti Arezzo: Zentraler Platz der Altstadt ist die Piazza Grande mit der Kirche Santa Maria della Pieve (links) und dem Palazzo Fraternita de'Laici. Jedes erste Wochenende des Monats ist Antiquitätenmarkt. Foto: flickr, Enrico Pighetti

Arezzo: Santa Maria della Pieve (links) dominiert die Piazza Grande mit mehreren Palästen im Zentrum. Jedes erste Wochenende im Monat findet dort ein Antiquitätenmarkt statt. Foto: flickr, Enrico Pighetti

Arezzo ist eine der schönsten und wichtigsten Städte im Osten der Toskana. In der Antike zählte es zu den mächtigsten Zentren der Etrusker, die es im 7. Jhd. v. Chr. gründeten. Bedeutende Bronzeguss-Kunstwerke sind in dieser Zeit hier entstanden: Die Chimäre von Arezzo (4. Jhd. v. Chr.) und die Statue der Minverva (3. Jhd. v. Chr.). Die Skulpturen befinden sich im Archäologischen Museum von Florenz.

Die Römer eroberten das etruskische Aritim Anfang des 4. Jhds. v. Chr. und nannten es nun Arretium. Es entstand eine Militärstation an der Via Cassia, die Arezzo mit Rom und Florenz verband. Unter Kaiser Augustus blühte die Stadt auf. Es wurden Thermen, Forum, Theater und ein großes Amphitheater erbaut. Bereits im 3. Jhd. existierte in Arezzo eine christliche Gemeinde mit Bischofssitz.

Zweiter Bischof von Arezzo war Donatus, der unter Kaiser Diokletian 362 als Märtyrer starb. Auf dem Pionta-Hügel wurde er bestattet. Über seinem Grab entstand eine Kirche die im 11. Jhd. zum Dom erweitert wurde. Anfang des 13. Jhds wurde San Donato an den heutigen Platz verlegt. In dieser Zeit fiel Arezzo an das mächtige Florenz. Berühmte Persönlichkeit: Giorgio Vasari (1511 – 1574 ), Architekt, Maler.

5 Top-Sehenswürdigkeiten in Arezzo

  1. San Francesco: Bettelordenskirche, Anfang 14. Jhd., Fresken von Piero della Francesco.
  2. Santa Maria della Pieve: Pfarr- und Taufkirche, 12. Jhd., Fassade und Apsis mit Loggien.
  3. Dom San Donato: Gotische Kathedrale, Grab des Märtyrerbischofs San Donatus († 362) .
  4. Casa di Vasari: Wohnhaus von Vasari, mit Fresken und Gemälden, von 1547. Heute Museum.
  5. Römisches Amphitheater: Größtes Amphitheater der Toskana, 122 Meter Länge, 10.000 Zuschauer.

Extra-Tipp: Cortona – Panoramalage über dem Chiana-Tal

cortona_fortezza_window_monteamiata

Cortona: Die Festung Fortezza Medicea Girifalco entstand mit 16. Jhd. auf den Fundamenten einer älteren Burg. Das Panorama reicht vom Santuario di Santa Margherita bis zum Monte Amiata.

Einzigartig ist die Hanglage von Cortona hoch über dem Chiana-Tal. Von der Bergstadt schweift der Blick bis zum Lago di Trasimeno und Monta Amiata. Im Val die Chiana weidet die größte Rinderrasse der Welt – das Chianina. Schon die Etrusker züchteten die weißen Riesen die etwa 800 kg schwer werden. Cortona ist eine Gründung der Etrusker, die Siedlung hieß Curtun und entstand im 7. Jhds. v. Chr.

Sehenswürdigkeiten aus etruskischer Zeit sind Teilstücke der Stadtmauern aus dem 4. Jhd. v. Chr., das Museum Accademia Etrusca di Cortona und der Parco Archeologico. Der archäologische Park schließt Fundorte in der Altstadt und im Vorort Camucia ein, Infos dazu im Museum. Zentrum der Altstadt Cortonas ist die Piazza della Repubblica mit dem Palazzo Comunale aus dem 13. Jhd.

Dieser Platz ist ein idealer Ausgangspunkt für Besichtigungen. Zu den Hauptattraktionen zählen: Die Aussicht von der Fortezza Girifalco ins Tal, die Altstadt mit dem Dom Santa Maria di Assunta und das Museo Diocesano. Berühmte Künstler aus Cortona waren die Maler Luca Signorelli und Pietro da Cortona. Heute zeichnen überwiegend amerikanische Kunststudenten in den Straßen von Cortona.

Adresse: Comune di Cortona, Piazza della Repubblica 1, 52044 Cortona
GPS-Koordinaten: 43.275144, 11.985357


Wer seine Amazon-Buchbestellung über die Anzeige unten abwickelt, unterstützt uns ohne jeglichen Mehraufwand, um unsere laufenden Kosten für den Blog etwas abzudecken. Vielen Dank dafür.
WERBUNG

DuMont Kunst Reiseführer Toscana*
DuMont Kunst Reiseführer Toscana
Preis nicht verfügbar
(Kundenbewertungen)
Jetzt auf Amazon kaufen*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zuletzt aktualisiert am 6. Dezember 2019 um 2:31 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.


Buchtipps für die Toskana

  • Michael Müller Verlag, Reiseführer Toscana, von Michael Müller, 787 Seiten, 18. Auflage, 2018.
  • DuMont Reiseverlag, Kunst Reiseführer: Florenz, von Klaus Zimmermanns, 344 Seiten, 6. Auflage, 2012.
  • DuMont Reiseverlag, Kunst Reiseführer: Toscana, von Klaus Zimmermanns, 464 Seiten, 8. Aufl., 2008.  
  • DuMont Reiseverlag, Kunst Reiseführer: Das etruskische Italien, 424 Seiten, von Robert Hess und Elfriede Paschiner, 7. Auflage, 1996.
  • Bergverlag Rother, Toskana Nord: Florenz – Apennin – Apuanische Alpen, 50 Touren mit
    GPS-Tracks. 160 Seiten, 6. Auflage, 2019. 
  • Bergverlag Rother, Toskana Süd: Florenz – Chianti – San Gimignano – Siena – Maremma, 50 Touren mit GPS-Tracks. 176 Seiten, 7. Auflage, 2016. 

WERBUNG

GetYourGuide ist Kooperationspartner von reise-zikaden.de und die weltweit größte Online-Plattform für Ausflüge und Touren zu Sehenswürdigkeiten. Die Auswahl reicht von Flughafentransfers über Führungen bis zu Koch-Events. Angeboten werden rund 32.000 Touren zu über 7.000 Reisezielen weltweit.


Pinne unsere Tipps für den Norden der Toskana auf Pinterest


Print Friendly, PDF & Email
Monika Hoffmann

Monika Hoffmann

schreibt seit 2014 auf ihrem Blog Reise-Zikaden Foto-, Natur- und historische Reportagen aus Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland mit Schwerpunkt München und Bayern. Ihre Passion auf Reisen ist Geschichte und der Besuch archäologischer Plätze. Spezialgebiete: Ur- und Frühgeschichte & Antike Hochkulturen. Die Fotografin, Redakteurin, Köchin, Naturfreundin liebt Griechenland, Italien und ihre Heimat Oberbayern: Über die Geschichte bis zu Musik, Literatur, Filmkunst.

2 Kommentare:

  1. Pingback:Reisetipps Toskana. Region verzaubert mit alten Städten, Hügeln und Genuss

  2. Pingback:Florenz: Tipps für Ausflüge mit dem Zug. Tagesausflüge ganz ohne Auto!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.