Volterra: Das etruskische Quellheiligtum an der Fonte San Felice


 Vada Volaterrana, die antike Hafenstadt von Volterra - fonte san felice_volterra_panorama_ol - Volterra: Die mittelalterlichen Brunnenhäuser von San Felice liegen unterhalb der der Porta San Felice. Bei archäologischen Grabungen wurden Reste aus etruskischer Zeit entdeckt, die auf ein Quellheiligtum hinweisen.

Volterra: Die gotischen Brunnenhäuser von San Felice liegen unterhalb der der Porta San Felice. Bei archäologischen Grabungen im Areal wurden Gebäudereste und Fundstücke aus etruskischer Zeit entdeckt, die auf ein antikes Quellheiligtum hinweisen.

Unseren Rundgang durch Volterra setzen wir im Südwesten der Altstadt fort. Wir flanieren durch die Via San Felice, an deren Ende uns die Porta San Felice mit Oratorium und phantastischem Panorama belohnt.

Steil unterhalb der Porta San Felice, liegt das interessante Brunnenhaus Fonte San Felice. Die dortige Quelle diente in etruskischer Zeit nicht nur als Brunnen, sondern auch als Quellheiligtum.

Wer weiter den Stadthügel hinuntergeht möchte, findet außerhalb der Porta Inferiore, Reste einer römischen Therme. An der Porta Inferiore existierte schon in etruskischer Zeit ein schmales Tor.

Abschließend empfehlen wir zwei Sehenswürdigkeiten aus dem Mittelalter: San Francesco mit der freskierten Kapelle Croce di Giorno. Und die Porta San Francesco mit restaurieren Fresken im Torbogen.


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Fonte San Felice: Am Quellheiligtum der Etrusker

Das Stadttor und Brunnenhaus von San Felice liegen vierhundert Meter westlich der Porta all’Arco. Die Fonte San Felice befindet sich außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern. Die Brunnenhäuser sind über Treppen erreichbar die von der Hauptstraße hinunter führen.

fonte san felice_volterra 01_ol - Zwischen den beiden gotischen Steinbögen der Fonte San Felice zeigt eine Inschrift 1319 als das Jahr ihrer Errichtung an.

Zwischen den beiden gotischen Steinbögen der Fonte San Felice zeigt eine Steintafel 1319 als das Jahr ihrer Errichtung an.

Die beiden gotischen Steinbögen der Brunnen- und Waschhäuser der Fonte di San Felice wurden ab 1319 errichtet. Eine eingemauerte Inschrift am Mittelpfeiler zwischen den Spitzbögen überliefert dies.

Archäologische Ausgrabungen belegen, das mittelalterliche Brunnenhaus wurde in einen Vorgängerbau aus der Zeit der Etrusker einbaut.

Während Restaurierungsarbeiten in den 1970er-Jahren wurden in der Baustruktur etruskische Gebäudereste aus dem 6. Jhd. v. Chr. nachgewiesen.

Im Brunnenhaus wurden auch antike Wasserleitungen verbaut. Die Etrusker betrieben hier ein Quellheiligum. Die Funde von mehreren Statuetten, die sicherlich als Votivgaben dienten, belegen dies.


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Porta Inferiore di San Felice: Tordurchgang seit etruskischer Zeit

Volterra: Das etruskische Quellheiligtum an der Fonte San Felice - fonti san felice_ol - Interessant ist neben der Fonte San Felice ein mächtiger Torbogen. Er steht an der gleichen Stelle wie die antike Porta Inferiore di San Felice, dem einstigen Stadttor im Westen von Volterra.

Neben der Fonte San Felice fällt ein mächtiger Torbogen auf, die Porta Inferiore di San Felice. Er steht an der gleichen Stelle wie antike Vorgängerbauten. Dies belegen große Mauerquader vor dem Bogen. Erst im 16. Jhd. wurde das Tor durch die höherliegende Porta San Felice ersetzt.

Der auffällige gewölbte Torbogen neben dem Brunnenhaus stammt aus dem 14. Jahrhundert. Das einstige Stadttor steht allerdings an der Stelle von etruskischen und römischen Vorgängerbauten. Heute wird es Porta Inferiore di San Felice, oder auch Porta Romana genannt.

In etruskischer Zeit existierte an dieser Stelle ein schmales Ausfalltor. Wachsoldaten nutzten diesen Durchgang an den Stadtmauern des 4. Jhds. v. Chr. Ein solches Tor wird auf italienisch Postierla genannt, dies leitet sich vom lateinischen posterus ab und bedeutet „dahinter“ oder „nachfolgend“.

Dieses etruskische Nebentor wurde vermutlich, während der lange andauernden Kämpfe im römischen Bürgerkrieg, im 1. Jhd. v. Chr. zerstört oder schwer beschädigt. Anschließend errichteten die siegreichen Römer an dieser Stelle neues Stadttor und nannten es selbstbewusst Porta Romana.

Die Porta Romana war in der Antike und im Mittelalter der südwestliche Zugang zur Stadt, der die wichtige Quelle in das geschützte Stadtgebiet mit einschloss. Wer genau hinsieht kann massive Quader auf beiden Seiten des Torbogens sehen, dies sind Reste der etruskischen Stadtmauer. Hier startete die etruskische Straße nach Montecatini Val di Cecina und zum Meer.


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Die römische Therme „Guarnacciane“ bei San Felice

reise-zikaden.de, italy, tuscany, volterra, museum guarnacci, roman mosaik, therme Guarnacciane, san felice - Im ersten Stock des Museums Guarnacci in Volterra befindet sich das wunderschöne, mehrfarbige Rundmosaik aus der römischen Thermenanlage von San Felice.

Im ersten Stock des Museums Guarnacci in Volterra befindet sich das wunderschöne, mehrfarbige Rundmosaik aus der römischen Thermenanlage von San Felice.

Wer durch die Porta Inferiore weitergeht erreicht das Areal der antiken Therme. Auch in römischer Zeit wurde der etruskische Brunnen weitergenutzt und großzügig erweitert. Unterhalb des Quellhauses wurde eine Zisterne erbaut, diese speiste eine römische Therme mit Heiß- und Kaltbecken, sowie Hypokausten.

Der Therme von San Felice stammt aus dem 3. Jhd. und soll restauriert werden, daher sind lediglich Reste der Becken und Hypokausten sichtbar. Monsignore Mario Guarnacci entdeckte die Therme bereits im Jahr 1759/60. Daher wird sie nach ihrem Entdecker auch „Guarnacciane“ genannt.

Im großen Saal im ersten Stock des archäologischen Museums Guarnacci in Volterra befindet sich ein rundes, farbiges Mosaik aus der Therme von San Felice. Im Museumsgarten ist ein etwa drei Meter breites Apsisbecken zu sehen, das dort Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde.


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Porta San Felice: Stadttor mit Oratorium und Aussicht

Volterra: Das etruskische Quellheiligtum an der Fonte San Felice - Porta - Abendstimmung in Volterra: Die Porta San Felice mit seinem Oratorium ist im weichen Abendlicht besonders schön und bietet einen weiten Panoramablick Richtung Süden. Foto: Wikipedia, Fabio Vanni

Abendstimmung in Volterra: Die Porta San Felice mit seinem Oratorium ist im weichen Abendlicht besonders schön und bietet einen weiten Panoramablick Richtung Meer. Foto: Wikipedia, Fabio Vanni

Die Porta San Felice ist ein Rundbogen mit kleinem Glockenturm. Das Stadttor liegt oberhalb der Brunnenhäuser und ist tief in die mittelalterlichen Befestigungsmauern eingebaut. An das Tor schließt sich das Oratorium von San Felice an. Die Kapelle wurde 1701 erbaut, im Innenraum befindet sich das entzückende Tondo „Madonna mit Kind“ des Barockmalers Giuseppe Arrighi (1642 – 1706).

Von der Porta San Felice bietet sich ein grandioses Panorama, das an klaren Tagen bis zur tyrrhenischen Küste reicht. Das Tor von San Felice wurde Anfang des 16. Jhds. erbaut und ersetzte die tiefer liegende Porta Romana, die das Brunnenhaus in die Stadt integrierte. Die Porta Romana wurde nach der Fertigstellung der Porta San Felice zugemauert und erst 1979 wieder geöffnet.

Adresse, GPS-Koordinaten: Porta und Fonte San Felice

  • Adresse: Porta e Fonte di San Felice, Viale Trento e Trieste, 56048 Volterra.
  • Öffnungszeiten und Eintritt: Frei zugänglich.
  • GPS-Koordinaten: 43.402913, 10.855636

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San Francesco: Fresken in Cappella della Croce di Giorno

Volterra_san francesco_Cappella della Croce di Giorno_ol - Sehenswert sind die farbenprächtigen Fresken im Stil der Protorenaissance in der Cappella della Croce di Giorno in der Kirche San Francesco. Foto: Wikipedia, Mattana

Kirche San Francesco in Volterra: Die Cappella della Croce di Giorno ist mit farbenprächtigen Fresken von Cenni di Francesco im Stil der Proto-Renaissance ausgemalt. Foto: Wikipedia, Mattana

Zurück in der Via San Felice, empfehlen wir in der Via San Lino nach links einzubiegen. Nach wenigen Metern ist die hübsche Piazza Marcello Inghirami erreicht. Versteckt hinter Bäumen liegt etwas unscheinbar San Francesco. Die spätromanische Kirche wurde im frühen 13. Jhd. erbaut und gehörte zum Kloster der Franziskaner in Volterra. Aus den Klostergebäuden wurden später Wohnhäuser.

Das Franziskanerkloster lag am Stadtrand, wie es bei der Anlage von Klöstern der Bettelorden damals üblich war. Der Innenraum der Kirche wurde im 18. Jahrhundert umgestaltet. Sehenswert sind die Fresken in der Cappella della Croce di Giorno, diese ist über einen separaten Eingang erreichbar.

Die Kapelle Croce di Giorno, mit dreischiffiger Apsis, wurde 1315 errichtet und anschließend mit detailreichen Fresken im Stil der Proto-Renaissance ausgemalt. Abgebildet ist die Legende vom Heiligen Kreuz, Szenen aus dem Leben der Hl. Maria, sowie der Kindheit von Christus. 1410 war der farbenprächtige Fresken-Zyklus von Cenni di Francesco (1369 – 1415) abgeschlossen.

Adresse, GPS-Koordinaten

  • Adresse: Via San Lino 26, 56048 Volterra.
  • Öffnungszeiten und Eintritt: Frei zugänglich.
  • GPS-Koordinaten: 43.404400, 10.856071

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Frisch renoviert: Die mittelalterliche Porta San Franceso

porta san francesco_volterra_01_ol - Die Porta San Francesco entstand im 13. Jahrhundert und ist das einzige Zugangstor von Volterra, dass in seinem Innenbogen noch Fresken besitzt. Foto: Wikipedia, Lido Vanni

Die Porta San Francesco entstand im 13. Jahrhundert und ist das einzige Zugangstor von Volterra, dass in seinem Innenbogen noch Fresken besitzt. Foto: Wikipedia, Lido Vanni

Als Abschluss der Tour möchten wir, nahe San Francesco, die Porta San Francesco empfehlen. Sie ist bis heute ein wichtiger Zugang in die Altstadt Volterras. Früher wurde der Torbogen Porta San Stefano oder Porta Pisana genannt. Es wurde im 13. Jhd. angelegt, während der Neuanlage der Stadtmauern.

Die zinnengekrönte Porta San Francesco wirkt in ihrer Schlichtheit wunderschön. Mächtige Holztüren führen durch den Bogen in die Stadt. Die Porta San Francesco ist das einzige Zugangstor, dass in seinem Innenbogen noch Fresken besitzt. Einst waren alle mittelalterlichen Tore Volterras mit Fresken verziert.

Im Frühjahr 2018 wurden die Renovierungsarbeiten an der Porta San Francesco abgeschlossen. Dabei wurden die verwitterten Fresken restauriert und eine neue Beleuchtung installiert. Zusätzlich wurden Vogelgitter und neue Abflüsse für Regenwasser angebracht.


Reiseberichte aus Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland
Volterra: Das etruskische Quellheiligtum an der Fonte San Felice
Thema:
Volterra: Das etruskische Quellheiligtum an der Fonte San Felice
Beschreibung:
Entdeckungen in der Toskana. Volterra: Das etruskische Quellheiligtum an der Fonte San Felice. Ausflugstipp ans Meer: Vada Volaterrana, die antike Hafenstadt von Volterra.
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Monika Hoffmann

schreibt seit 2014 auf ihrem Blog Reise-Zikaden. Ihre Passion auf Reisen ist Geschichte und der Besuch historischer Plätze. Monikas Spezialgebiet sind antike Hochkulturen in Griechenland, Italien, Österreich, Deutschland. Sie produziert Foto- und Natur-Reportagen ihrer Heimat: München & Oberbayern. Die Fotografin, Redakteurin, Köchin, Naturfreundin liebt Griechenland & Italien: Von der Antike bis zu Musik, Literatur, Filmkunst.

Ein Kommentar:

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