Städtereise Rom: Antike Sehenswürdigkeiten am Tiber-Ufer

Das Forum Boarium im Zentrum von Rom liegt direkt am antiken Hafen vom Tiber. Der Tempel des Portunus stammt aus republikanischer Zeit, im Hintergrund die Basilika Santa Maria in Cosmedin.

Das Forum Boarium ist das älteste Forum von Rom und liegt am antiken Hafen vom Tiber. Der Tempel des Portunus stammt aus republikanischer Zeit, dahinter die Basilika Santa Maria in Cosmedin.

Rom ist berühmt für seine einzigartige antike Geschichte. Um das Flair des alten Roms aufzuspüren, haben wir uns im zentralen Stadtteil Ripa am linken Tiberufer, zu Fuß auf Entdeckungsreise gemacht. Immer wieder diese Antike, werden manche sagen – seit über tausend Jahren vorbei und trotzdem umgibt sie uns nahezu täglich.

Die Tiberstadt ist in Europa fast unübertroffen in ihrer Vielfalt der Kulturepochen, eine der Städte mit der höchsten Dichte an Sehenswürdigkeiten. Gerade deshalb wollen wir uns auf unserem Rundgang durch Rom ausschließlich auf Besichtigungspunkte der römischen und frühchristlichen Zeit beschränken.

Die Tour kann an einem Tag gut bewältigt werden, da alle Sehenswürdigkeiten nicht weit voneinander entfernt liegen. Wer es gemütlicher mag sollte die Tour auf zwei Tage aufteilen.

Wir möchten bei Euch die Lust auf das „römische“ Rom wecken, abseits der üblichen Touristenrouten. Denn wer nach einer Städtreise durch Rom die Stadt versteht, hat einen Schlüssel zu vielen anderen Metropolen wie London, Paris, Berlin oder Washington: Versammlungs- und Marktplätze, Ehrensäulen, Obelisken, Gerichtssäle, Einkaufszentren, Körperkult(ur), Aquädukte und Brunnen, Triumphbögen und Verwaltungsgebäude.

Antike Sehenswürdigkeiten am Tiber-Ufer: Die Highlights unseres Spaziergangs

  • Ponte Fabricio, älteste Brücke Roms, verbindet die Stadt auf der linken Tiberseite mit der Tiberinsel.
  • Portikus der Octavia, beeindruckendes Hauptportal eines großen antiken Kultur- und Museumskomplexes.
  • Das Marcellustheater war das ehemals größte Theater im antiken Rom.
  • Das Forum Boarium (Viehmarkt) ist das älteste antike Forum Roms. Mit dem Forum Olitorium (Gemüsemarkt) und dem Flusshafen am Tiber war es das Handelszentrum der Stadt. Weitere Highlights: Zwei römische Tempel, eine überdachte antike Straßenkreuzung und ein Ehrenbogen.
  • Die Basilika Santa Maria in Cosmedin war ursprünglich eine antikes Verwaltungsgebäude, in der Krypta sind Fundamente eines Tempels erhalten. Der „Mund der Wahrheit“ (Bocca della Verità) eine Marmor-Steinmaske, ist bis heute eine Touristenattraktion.
  • Der Circus Maximus war das größte Sportstadion im antiken Rom. Hier wurden Wagenrennen, Festumzüge und Gladiatorenkämpfe veranstaltet. Etwa 250 000 Menschen fanden hier Platz.
  • Der Aventin ist der südlichste der sieben Hügel Roms. Seine Sehenswürdigkeiten sind die Basilika Santa Sabina all’Aventino mit dem Aussichtspunkt im Giardino degli Aranci.

Stadtplan mit den Besichtigungspunkten im Zentrum von Rom

Zur einfacheren Orientierung haben haben wir alle Besichtigungspunkte in eine interaktive Karte (Google Maps) eingebaut. Beim Klick auf das rote Fähnchen öffnet sich ein Infofenster.


Die Römer der Antike waren ein Volk der Superlative. Viele Erfindungen und Erkennnisse stammen zwar aus Ägypten, Griechenland und Karthago. Doch es gibt fast nichts, was die Römer nicht übernommen, verbessert und perfektioniert hätten. Roms Geschichte begann in einer sumpfigen Siedlung in einer Senke am Tiber, nur wenige Jahrhunderte später schlägt hier das Herz eines riesigen Imperiums.

Beinahe tausend Jahre hält das „römische System“, bevor es allmählich zerbröckelte. Dennoch – das Vermächtnis des Imperiums an die Nachwelt hat überlebt. Fast alle Ideen der neuzeitlichen Aufklärung haben antike Vorläufer. Die Römer haben das Fundament für die heutige zivilisierte Welt gelegt.

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Ponte Fabricio – Älteste funktionstüchtige Tiber-Brücke von Rom

  • Vierköpfige antike Stelen schmücken die Ponte Fabricius.
    Vierköpfige antike Stelen schmücken die Ponte Fabricius.

Wir beginnen unserer Rundgang durch die Antike an der Tiberinsel. Auftakt ist der Ponte Fabricio, eine eindrucksvolle Bogenbrücke mit Keilsteingewölbe. Die Brücke führt vom Marsfeld und Forum Boarium auf die Tiberinsel, eine weitere Brücke hinüber zum Stadtteil Trastevere. Ponte Fabricio wurde 62 v. Chr. vom Curator Lucius Fabricius errichtet.

Die Römer nennen sie auch „Ponte dei Quattro Capi“, da sie mit zwei vierköpfigen antiken Stelen geschmückt ist, die Herkules oder Janus darstellen. Pons Fabricius ist die älteste funktionstüchtige Brücke im Stadtgebiet von Rom und hat alle Tiberüberschwemmungen im Lauf der Jahrtausende überstanden. Über diese Brücke ist bestimmt schon Caesar geschritten…

Eine Besonderheit der Brücke ist, dass ihre beiden Bögen mit einer Spannweite von über fünfundzwanzig Metern unter dem Wasserspiegel zu Kreisbögen zusammengeführt sind. Diese Kreisbögen aus Keilsteinen haben eine besonders hohe Standfestigkeit auf sumpfigen Boden und verhindern ein Unterspülen der Brückenpfeiler.


Portikus der Octavia – Eingang in ein antikes Kulturzentrum

  • Portikus der Octavia Rom Italien
    Portikus der Octavia, beeindruckendes Hauptportal eines großen antiken Kulturkomplexes.

Der Portikus der Octavia steht nahe dem Marcellus-Theater und der Ponte Fabricio. Schweigsam, erhaben und zeitlos. Vom einst riesigen antiken Zentrum für römische und griechische Kultur, vergleichbar mit unseren heutigen Museen, blieb lediglich dieses Eingangsportal erhalten. Heute ist es in die Kirche San Angelo in Pescheria miteinbezogen.

Als Griechenland 146 v. Chr. von General Quintus Caecilius Metellus Macedonicus erobert worden war, ließ dieser den weitläufigen, von Säulenhallen umgebenen Komplex, mit dem Namen „Porticus Metelli“ anlegen. Die Menge der nach Rom gebrachten griechischen Kunstwerke war immens. Die siegreichen Römer wollten der griechischen Kunst einen würdigen Rahmen in ihrer Stadt geben.

Der gesamte Portikus hatte eine Größe von 118 x 135 Metern, in der Mitte standen zwei Tempel. Dutzende bronzene Reiterstatuen die Alexander den Großen und seine Generäle darstellten, sollen hier ausgestellt gewesen sein. Die Anlage umfasste auch eine umfangreiche Bibliothek und eine Curia (Versammlungsraum).

Seinen neuen Namen „Portikus der Octavia“ erhielt der Komplex von Kaiser Augustus, der die von ihm zwischen 33 und 23 v. Chr. komplett restaurierte Gebäudeanlage, nach seiner Schwester Octavia benannte. Die Imperatoren Septimius Severus und Caracalla ordneten später ebenfalls Rekonstruktionen an.

Ab dem 10. Jhd. n. Chr. wurden sowohl der Portikus als auch die Bögen des Marcellustheaters in Geschäfte, Werkstätten und Wohnungen umgewandelt. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Portikus der Octavia als Fischmarkt genutzt. Auch der heutige, etwas klägliche Rest der ehemals riesigen Anlage, strahlt auf uns noch immer seine majestätische Würde aus.


Marcellus-Theater – Vorgängerbau des Kolosseums

  • Das Marcellustheater wurde von Augustus erbaut und war das größte Theater im antiken Rom.
    Das Marcellustheater wurde von Augustus erbaut und war das größte Theater im antiken Rom.

Unser erster Eindruck vom Marcellus-Theater: Die Architektur kommt uns bekannt vor! Die Bögen und Rundungen haben wir schon einmal an einem anderen Bauwerk in Rom gesehen. Ein Blick in den Reiseführer bestätigt diese Vermutung: Das Marcellus-Theater ist ein Vorgängerbau zum weltberühmten Kolosseum!

Bereits Caesar plante und begann diesen Theaterbau. Doch erst sein Nachfolger Augustus stellte es zwischen 17 und 13 v. Chr. fertig. Seinen Namen bekam es zum Gedenken an Marcellus, einem Neffen von Kaiser Augustus, Sohn seiner Schwester Octavia. Marcellus sollte Augustus Erbe werden, er verstarb überraschend im Alter von 19 Jahren. Lange sollen Octavia und Augustus um Marcellus getrauert haben.

Das Marcellus-Theater war damals das größte des ganzen römischen Imperiums und hatte ein Fassungsvermögen von 15 000 Zuschauern. Teile der Außengliederung sind heute noch gut erkennbar. Die Römer bauten ihre Theater anders als die Griechen – sie errichteten freistehende und großstädtische Komplexe.

Das griechische Theater lehnt seine Zuschauerreihen stets an einen Berghang. Gundlage des römischen Theaters ist der Wölbungsbau, der aus der Aquäduktkonstruktion stammt. Diese Technik gibt dem Gebäude Halt und ermöglicht zusätzlich bequeme Zu- und Abgänge für die Zuschauermengen. Das Marcellus-Theater ist mit seiner Architektur der Vorgängerbau zum über sechzig Jahre später errichteten Kolosseum.

Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. setzte sein Verfall ein. Es wurde zunehmend als Steinbruch verwendet. Irgendwann im Lauf des Mittelalters wurden die erhaltenen Teile als Wohnraum genutzt. Auf die ersten beiden Arkadenreihen baute man Wohnhäuser. Im 13. Jahrhundert wurde das Theater zu einer Festung umgebaut, im 16. Jahrhundert wurde es im Renaissancestil umgestaltet.

Erst im 20. Jahrhundert wurden die zahlreichen Anbauten beseitigt und die Fassade bis zum antiken Straßenniveau wieder freigelegt. Noch heute ist das Theater bewohnt, aufgrund seiner zentralen Lage handelt es sich um begehrte Stadtwohnungen. Die einstige Schönheit des ursprünglichen Baus lässt sich noch heute erahnen. Ein bezaubernder Ort!

Direkt neben dem Marcellus-Theater stehen die Reste des Tempels für Apollo Sosianus: Drei prächtige korinthische Säulen mit Architrav, auf dem Olivenlaubgirlanden und Stierköpfe zu erkennbar sind, stehen aufrecht im Gelände. Der imposante Tempel war einst 40 Meter lang und 22 Meter breit.

Unser Restaurant-Tipp

Forum Boarium – Das älteste Forum von Rom

  • Der Tempel des Portunus (auch Tempel der Fortuna Virilis genannt) ist der einzige fast vollständig erhaltene Tempel aus republikanischer Zeit (um 100 v. Chr.). Dahinter der Rundtempel für Hercules Victor aus der Zeit des Augustus.
    Der Tempel des Portunus ist der einzige fast vollständig erhaltene Tempel aus republikanischer Zeit (um 100 v. Chr.). Dahinter der Rundtempel für Hercules Victor aus der Zeit des Augustus.

Wenn wir heute auf der „Piazza della Bocca della Verita“ stehen, befinden wir uns auf dem Gelände des antiken Forum Boarium. Für uns ein einmaliger Platz antiker Geschichte, die weit in das erste Jahrtausend vor der Zeitenwende zurückreicht.

Hier können wir unsere Phantasie schweifen lassen – während wir versuchen den brausenden Autoverkehr der Jetztzeit auszublenden. Außerdem – das Forum Boarium ist lange nicht so bekannt und frequentiert als das Forum Romanum. Die meisten Reisegruppen besichtigen hier die Kirche Santa Maria in Cosmedin und dort meist auch „nur“ den berühmten Stein der Wahrheit…

Wir setzten uns an den Rand des Tritonen-Brunnen und beobachten das Treiben auf der Piazza. Mit ein bisschen Vorstellungskraft können wir fast die eifrigen griechischen und römischen Händler ihre Waren ausrufen hören. Besucher des Forums feilschen um die besten Preise, andere besuchen einen der Tempel um den Göttern einen Besuch abzustatten.

Im 6. Jhd. v. Chr., vermutlich bereits früher, entstand an einer Furt durch den Tiber, die Hirten mit ihren Tieren nutzten, ein zunächst einfacher Vieh- und Lebensmittelmarkt. Das war der Anfang des ersten und wichtigsten Handels- und Verkehrsknotenpunkts der Stadt.

Der Name „Forum Boarium“ leitet sich vom lateinischen Wort „bos“ (für Rinder) ab. Mit dem Forum Olitorium (Gemüsemarkt) und dem Hafen am Tiber wurde es zum größten Handelszentrum der Stadt.

Hier befanden sich nicht nur die ersten Brücken über den Tiber, sondern auch der Haupthafen Roms, der Portus Tiberinus. Ein Flusshafen mit Schiffsdocks und Anlegestellen, Lastenseglern, Matrosen und Hafenarbeitern. Der Tiber war damals noch nicht in ein tiefes Betonbett eingeschlossen und hatte ein viel flacheres Ufer.

Am Forum Boarium wurden im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe religiöser und öffentlicher Bauten errichtet, die wir noch heute bewundern können. Der Tempel des Portunus (auch Tempel der Fortuna Virilis genannt) ist der einzige fast vollständig erhaltene Tempel aus republikanischer Zeit (100 v. Chr.) und war dem Hafengott Portunus geweiht.

Daneben der hübsche Rundtempel für Hercules Victor dem „siegreichen Herkules“ geweiht (auch Tempel der Vesta genannt), wurde um 120 v. Chr. erbaut. Der allseitig von Säulen umstandene Bau ist der älteste in Rom erhaltene Tempel der aus Marmor errichtet wurde.

Am nördlichen Rand des Forums befindet sich der etwas verwitterte Janusbogen (Janus Quadrifrons), eine monumentale überdachte Straßenkreuzung aus Marmor, einstiger Treffpunkt der Geschäftsleute. Seine Datierung geht in die Zeit von Kaiser Konstantin, also in das 4. Jhd. n. Chr.

Gleich daneben ist der reich verzierte Argentarierbogen (Arco degli Argentari) neben der Vorhalle der Kirche S. Giorgio di Velabro zu finden. Ihn erbauten reiche Geldwechsler und Bankiers, zu Ehren und in Dankbarkeit für Kaiser Septimius Severus im Jahr 204 n. Chr.

Die größten Veränderungen für das Forum Boarium, waren in der Kaiserzeit (ab 27 v. Chr. bis 284 n. Chr.) die Auflösung des Hafens Portus Tiberinus. An dessen Stelle traten große Lagerhäuser. Durch die Anlage eines künstlichen Hafenbeckens in Ostia, unter Kaiser Claudius und Trajan, verlor das Forum Boarium seine einstige Bedeutung.

Im Bereich der Kirche Santa Maria in Cosmedin standen drei weitere dem Herkules geweihte Tempel: Die Ara Maxima, die auf die Gründungszeit Roms zurückgeht (8. Jhd. v. Chr.), der Tempel des Herkules Invictus und der Tempel des Herkules Pompeianus.

Seit dem 1. Jhd. n. Chr. befand sich neben diesen Tempeln das antike Verwaltungsgebäude Statio Annonae, das der Ausgabe von Getreide an die Bevölkerung diente. Unter dem ganzen Gebiet verlaufen antike Abwasserkanäle, der größte ist die Cloaca Maxima.


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Basilika Santa Maria in Cosmedin – Einstige antike Lagerhalle

  • Die dreischiffige Säulenbasilika S. Maria in Cosmedin ist ein Juwel unter den vielen Kirchen Roms und beeindruckt uns durch die Harmonie und Ausgewogenheit ihrer Proportionen.
    Die dreischiffige Säulenbasilika S. Maria in Cosmedin ist ein Juwel unter den vielen Kirchen Roms und beeindruckt durch ihre Harmonie und Ausgewogenheit.

Die Bezeichnung „Cosmedin“ von Santa Maria in Cosmedin leitet sich vom griechischen Wort für Schmuck (κοσμήματα = kosmimata) ab, und die Basilika ist wirklich ein Schmuckstück. Die dreischiffige Säulenbasilika ist ein Juwel unter den vielen Kirchen Roms und beeindruckt uns durch die Harmonie und Ausgewogenheit ihrer Proportionen.

Bereits in der Frühzeit Roms war das Forum Boarium auch Siedlungsgebiet für griechische Händler und deren Familien. Am Ende des Forums lag das antike Verwaltungsgebäude „Statio Annonae“, in dem der Präfekt mit dem Titel „Cura ammonae“ (Aufsicht über die Getreidespenden an die Bevölkerung) auch seinen Sitz hatte.

Die „Statio Annonae“ wurde im 6. Jhd. n. Chr. renoviert und in eine Kirche umgewandelt. An den Seiten des Portals der Kirche und in der linken Seitenschiffwand sind noch achtzehn Säulen aus dem antiken Gebäude erhalten.

Für die erste Erweiterung der Kirche im 8. Jhd. n. Chr. war das Anwachsen der griechischen Gemeinde ausschlaggebend. Für den Ausbau wurde der Tempel des Herkules Pompeianus abgerissen, um dessen Fundamente für die Kirche nutzen zu können. Die dreischiffige Kirche erhielt als Abschluss eine Apsis. Auch eine Krypta wurde in die Tuffquader des antiken Podiums des Herkulestempels eingebaut.

Im 9. Jhd. wurde die Sakristei, das Oratorium und die Residenz des Diakons angebaut. Der Innenraum ist mit schönen ornamentalen Marmorintarsien, Säulen, Pfeiler und Cosmaten-Arbeiten im Fußboden verziert.

Im 12. Jdh. wurde die Basilika renoviert, dabei entstand der siebengeschossige Campanile, für uns ist er der schönsten der Stadt. Aus dieser Zeit stammt auch der überdachte Portikus am Eingang, unter dem es meist von Besuchern und Reisegruppen wimmelt.

Hier befindet sich eine eindrucksvolle runde antike Steinmaske mit geöffneten Mund, die uns mit unheimlichen leeren Augen anblickt. Sie wird von den Römern als „Mund der Wahrheit“ (Bocca della Verità) bezeichnet. Die Marmormaske stellt wahrscheinlich den Gott Triton dar, hat einen Durchmesser von etwa 1,80 Meter, ist 20 cm dick und wiegt 1,3 Tonnen – Alter, Herkunft und Zweck der Steinmaske ist unbekannt.

Die Menschen glaubten im Mittelalter, dass einem Lügner von der Steinmaske die Hand abgebissen würde, wenn er sie in die Mundöffnung des Reliefs legte. Für manche Besucher ist es die „wichtigste“ Attraktion der Basilika. Weltberühmt wurde die Bocca della Verità durch den Film „Ein Herz und eine Krone“ (1953) mit Gregory Peck und Audrey Hepburn.


Circus Maximus – Megastadion der Antike

  • Der Circus Maximus war die größte Pferderennbahn im antiken Rom. Den Blick vom Palatinshügel auf den Circus genossen schon die Kaiser Roms.
    Der Circus Maximus war die größte Pferderennbahn im antiken Rom. Den Blick vom Palatinshügel auf den Circus genossen schon die Kaiser Roms.

Unser Weg zum Aventinhügel führt uns direkt am Circus Maximus vorbei. Auf den ersten Blick sehen wir lediglich eine riesige hügelige Wiese – Jogger sind unterwegs, Römer führen ihre Hunde spazieren. In der Antike war diese ovale Fläche eine 600 Meter lange und 200 Meter breite Pferde-Rennbahn. Das größte Sportstadion Roms.

Es wurden dort überwiegend Wagenrennen, aber auch Festumzüge, Sport- und Kulturveranstaltungen und Gladiatorenkämpfe abgehalten. Die ersten Rennen fanden ab Mitte des 5. Jhd. v. Chr. statt. Ausgrabungen legten Teile der antiken Sitzreihen, Treppen und Tribünenaufbauten, sowie Turmsreste von Santa Lucia in Settizodio frei. Mauerreste stammen von den ehemaligen Pferdeställen.

Der erste fest angelegte Circusbau stammt aus dem 2. Jhd. v. Chr., wurde später erneuert, immer wieder umgebaut und erweitert. In seiner größten Dimension sollen 380 000 Menschen darin Platz gefunden haben. Die Veranstaltungen dauerten meist den ganzen Tag, so dass viele Garküchen, Verkaufsstände und Tavernen den Circus umgaben.

Die Spiele hatten ausschließlich religiöse Bedeutung und wurden zu Ehren bestimmter Gottheiten (Jupiter, Ceres, Apollo und Magna Mater) veranstaltet. Nach Fertigstellung des Kolosseums wurden die Gladiatorenkämpfe dorthin verlegt.

Die Zuschauerreihen lagen an den Längsseiten und im Halbrund auf der Seite zur Via Appia, an dem auch ein Triumphbogen des Titus stand. Gegenüber, am anderen Ende, lagen die Startboxen für die Pferdewagen.

Die Spina, ein sechs Meter hoher Sockel, trennte die Arena in zwei Bahnen. Die Gespanne umrundeten die Spina gegen den Uhrzeigersinn siebenmal. Eine gewaltige Strecke von mindestens 8,4 Kilometern und eine kräftezehrende Herausforderung für Pferde und Menschen.

Die Rennen waren sehr beliebt bei der Bevölkerung. Fanatisch wurde eine der vier Fraktionen unterstützt: Rot, Weiß, Grün und Blau – bezogen auf Sommer, Winter, Frühling und Herbst. Die Imperatoren Roms konnten vom Palatinshügel im komfortablem Blickwinkel das Spektakel beobachten.

Es wurde auf eine der Fraktionen gewettet und Anhänger der verschiedenen Fraktionen gerieten oft aneinander, was manchmal zu bösen Schlägereien unter den Zuschauern führte. Sind Parallelen zu heutigen Fußballanhängern zufällig, oder hat sich seitdem nichts geändert?

Um die Zahl der Runden anzuzeigen, die noch gefahren werden mussten, verwendete man am einen Ende der Arena hölzerne Eier, am anderen marmorne Delphine. Die letzten Wagenrennen wurden im Jahr 549 n. Chr. ausgetragen.

Bis heute hat der Circus Maximus nichts an seiner Faszination eingebüßt und wird immer wieder für Großanlässe mit Massenpublikum genutzt. 2005 fand das italienische Konzert von „Live 8“ vor etwa 200 000 Besuchern statt. Die italienische Fußballnationalmannschaft wurde 2006 nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft hier empfangen und im Jahr 2007 spielte die britische Rockband Genesis im Circus Maximus vor über 500 000 Fans.

Unvergessen bleibt der monumentalste aller Monumentalfilme „Ben Hur“ (1959), mit Charlton Heston als Judah Ben-Hur und Stephen Boyd als sein Widersacher Messala in den Hauptrollen. Das legendäre Wagenrennen im Circus Maximus schrieb Filmgeschichte.

Unser Tipp - Picknick im Giardino degli Aranci

Aventin – Entspannung im Grünen mit Traumblick auf Rom

  • Entspannung auf dem Aventinhügel bietet der Giardino degli Aranci, ein Park mit zahlreichen Orangenbäumen.
    Entspannung auf dem Aventinhügel bietet der Giardino degli Aranci, ein Park mit zahlreichen Orangenbäumen.

Vom Circus Maximus geht die Via di Santa Sabina zum Aventin hinauf, es ist angenehm ruhig, nur wenige Autos fahren, daher eignet sich der bewaldete Hügel ideal zum Spazieren gehen. So entfliehen wir dem Trubel des Zentrums, um uns ein wenig von der Innenstadt zu erholen.

Der Aventin liegt im Südwesten der Stadt und gilt als touristisch wenig bedeutend, da es hier keine Sehenswürdigkeit von höherem Rang gibt – das finden wir nicht und möchten einen Besuch unbedingt empfehlen.

In der Antike wohnten hier zunächst Menschen aus den unteren Bevölkerungsschichten, während auf dem benachbarten Palatinshügel die Paläste der reichen römischen Oberklasse standen. Der Aventin ist bis heute eine beliebte Wohngegend mit geräumigen Villen reicher Römer.

Die Sehenswürdigkeiten auf dem Aventin sind die Basilika Santa Sabina all’Aventino und der Aussichtspunkt im Giardino degli Aranci. Wir kommen zuerst am Giardino vorbei, einem schönen Park mit zahlreichen Orangenbäumen. Der einzigartige Ausblick auf den Tiber, den Gianicolo-Hügel, den Stadtteil Testaccio, den Vatikan und auf die Engelsburg ist eine lange Pause auf den warmen Steinbänken wert. Vorsicht – „Fotografierrausch-Gefahr“!

Das Nationaldenkmal neben dem Kapitolshügel und unter uns die Kirche S. Maria in Cosmedin, sind ebenfalls gut zu erkennen. Auf jeden Fall lohnt es sich, hier etwas Zeit zu verbringen. Und sollte das Trinkwasser ausgegangen sein, kein Problem: Im Park gibt es neben hohen Pinien und niedrigen Orangenbäumen Trinkwasserspender.


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Die frühchristliche Basilika Santa Sabina all’Aventino wurde bereits im 5. Jahrhundert erbaut, damit gehört sie zu den ältesten und wichtigsten christlichen Basiliken Roms. Zum Bau wurden Spolien und Säulen antiker Bauwerke verwendet.

Der Übergang von einer antiker Versammlungshalle zur christlichen Basilika ist hier fließend – ein bezaubernder und fast mystischer Ort der Stille. Nur wenige Touristen finden hierher, die meisten Besucher in Santa Sabina und dem Orangenpark sind Römer.

Santa Sabina all’Aventino steht an der Stelle, auf der das Haus der reichen römischen Witwe Sabina stand, die zum Christentum konvertierte und dafür 119 n. Chr. hingerichtet wurde. Sabina gilt als eine der großen Märtyrinnen und Heiligen Roms und wird bis heute tief verehrt.

Die damalige Straßenführung und die Grundmauern der spätantiken Häuser haben auch die Ausrichtung des Kirchenbaus festgelegt. Reste dieser Gebäude sind sichtbar und in die Seitenschiffe der Kirche einbezogen worden.

Eine der Eingangstüren von Santa Sabina stammt aus dem Jahr 432 und wurde aus Zypressenholz geschnitzt. Sie ist eine der ältesten noch existierenden Türen in einer christlichen Kirche. Sie zeigt neben biblischen Szenen die älteste erhaltene Darstellung der Kreuzigung. Die Basilika gehört seit dem 13. Jahrhundert dem Orden der Dominikanerinnen.


Ich zeig‘ Dir die Welt: Bloggerin Mia Bühler nimmt Dich mit auf Reisen

IZDDW_Mia-kleinReisebloggerin Mia Bühler von www.uberding.net packt ihre Siebensachen und zeigt Dir die Welt. Für Featured reist sie gemeinsam mit befreundeten Bloggern zu den aufregendsten Orten unserer Erde. Los geht‘s mit einer Tour durch fünf der coolsten europäischen Metropolen. Und das Beste daran: Du kannst live dabei sein.

Der Startschuss fiel am 17. Juli 2015 in Amsterdam, wo Mia das Beste der holländischen Hauptstadt gezeigt hat. Im Anschluss ging es weiter nach Berlin (1. August) und Barcelona (17. August).

Der nächste Termin ist Rom am 28. August. Wir sind schon gespannt welche Abenteuer Mia und Co-Host & Youtuber Christoph Gerke in der ewigen Stadt erleben werden. Danach beendet Mia die erste Runde von „Ich zeig‘ Dir die Welt“ am 3. September in Islands Hauptstadt Reykjavik.

Featured wird Mia und ihren Co-Host dabei live auf YouTube und Periscope begleiten. Du kannst den Trip also ohne Unterbrechung mitverfolgen und so urbane City-Tipps außerhalb der üblichen Touristenmagneten sammeln.

Unter dem Hashtag #izddw kannst Du außerdem mit Mia interagieren und ihr am besten noch heute Input geben, was sie auf ihrer Tour auf keinen Fall verpassen darf oder was Du in den Städten unbedingt sehen willst.

Zusammen mit Mia freuen wir uns auf tolle Eindrücke, Menschen und Geschichten – und natürlich sind wir auch auf Deine Tipps und Vorschläge gespannt. Alle Stationen von Mias Reise findest Du auch auf Travelbook.

Wenn Du einen guten Tipp für Rom hast, schreibe uns bitte einen Kommentar unter diesem Artikel und verrate uns, welches Dein Lieblingsplatz in Rom ist. Vielen Dank!


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Ristorante-Pizzeria Casetta di Trastevere, Piazza de Renzi, Trastevere
Dachterrassen-Cocktailbar La Terraza Paradiso, Via Vitelleschi, Borgo
Pizzeria La Focaccia, Via della Pace, Parione


Hinweis:
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Vodafone und Uberding für die IZDDW Kampagne.
Alle Tipps sind vom Team der Reise-Zikaden und stammen von unserer Herbstreise nach Rom.


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